Man führt über

$in Wismuthoxyd$:

a. _durch Fällung als kohlensaures Wismuthoxyd_: Sämmtliche

Wismuthverbindungen, welche sich in Salpetersäure zu salpetersaurem

Wismuthoxyd lösen, so dass gleichzeitig $keine$ andere Säure in der

Lösung bleibt.

b. _durch Glühen_: [Greek: a]. Wismuthsalze mit leichtflüchtigen

Sauerstoffsäuren. -- [Greek: b]. Wismuthsalze mit organischen

Säuren.

c. _durch Fällung als Schwefelwismuth_: Die Verbindungen des Wismuths

in allen Fällen, in welchen sie nicht nach a. oder b. in Oxyd

übergeführt werden können.

_Bestimmung des Wismuths als Oxyd._

a. Durch Fällung als kohlensaures Wismuthoxyd.

Man versetzt die Wismuthlösung, nachdem man sie, sofern sie zu

concentrirt sein sollte, mit Wasser verdünnt hat, mit kohlensaurem

Ammon im Ueberschuss (ob durch die Verdünnung mit Wasser basisch

salpetersaures Wismuthoxyd niedergeschlagen worden ist oder nicht, ist

für die Bestimmung völlig gleichgültig), erhitzt eine kurze Zeit bis

fast zum Kochen, filtrirt alsdann, trocknet und glüht. Man verfährt

hierbei genau wie beim Glühen, des kohlensauren Bleioxyds (§. 92). Das

kohlensaure Wismuthoxyd geht durch das Glühen in reines Oxyd über. --

Eigenschaften des Niederschlages und Rückstandes §. 65. -- Die Methode

giebt, wenn die angegebenen Bedingungen ihrer Zulässigkeit erfüllt sind,

sehr genaue Resultate. Dieselben sind in der Regel um ein Unbedeutendes

zu gering, da das kohlensaure Wismuthoxyd in kohlensaurem Ammon nicht

absolut unlöslich ist. -- Würde man auf die angegebene Art das Wismuth

aus einer Schwefelsäure oder Salzsäure enthaltenden Lösung fällen, so

bekäme man ein unrichtiges Resultat, weil im ersten Falle das Oxyd

einen Gehalt an basisch schwefelsaurem Salze, im letzten von basischem

Chlorwismuth haben würde. -- Filtrirte man den Niederschlag ohne zu

erwärmen ab, so würde man einen bedeutenden Verlust erleiden, weil

in dem Falle sich noch nicht alles basisch kohlensaure Wismuthoxyd

ausgeschieden hätte (Vers. Nr. 69).

b. Durch Glühen.

[Greek: a]. Verbindungen wie kohlensaures oder salpetersaures

Wismuthoxyd glüht man in einem Porzellantiegel, bis sie an Gewicht nicht

mehr abnehmen.

[Greek: b]. Bei Verbindungen mit organischen Säuren verfährt man wie bei

den entsprechenden Kupferoxydverbindungen §. 95. 1. b. [Greek: b].

c. Durch Fällung als Schwefelwismuth.

Man fällt die verdünnte Lösung mit Schwefelwasserstoff-Wasser oder Gas.

(Dem zum Verdünnen bestimmten Wasser setzt man etwas Essigsäure zu, so

dass kein basisches Salz gefällt wird.) Den Niederschlag filtrirt man

und wäscht ihn aus; -- oder man versetzt mit Ammon bis zur Abstumpfung

der freien Säure, dann mit Schwefelammonium im Ueberschuss.

Hätte man die feste Ueberzeugung, dass mit dem Schwefelwismuth kein

freier Schwefel gefällt worden ist, so könnte man es als solches

wägen. Da man aber bei Wismuthverbindungen meist mit sehr sauren,

salpetersäurehaltigen Lösungen zu thun hat, so dass leicht etwas

Schwefelwasserstoff zersetzt werden kann, so ist es am sichersten, das

Schwefelwismuth in Oxyd zu verwandeln.

Man bringt zu diesem Behuf das Filter mit dem Niederschlage nach dem

Auswaschen noch feucht in ein Becherglas, erwärmt mit mässig starker

Salpetersäure bis zur völligen Zersetzung, verdünnt mit Wasser, dem man

etwas Essigsäure oder Salpetersäure zugesetzt hat, filtrirt, wäscht mit

eben solchem Wasser das Filter aus und fällt das Filtrat nach a.

§. 97.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 287 / 749 题