Man kann verwandeln in

$Zinkoxyd$:

a. _durch Fällung als kohlensaures Zinkoxyd_:

Alle in Wasser löslichen Zinksalze, -- diejenigen unlöslichen,

deren Säure sich beim Auflösen entfernen lässt, und alle Salze mit

flüchtigen organischen Säuren.

b. _durch Fällung als Schwefelzink_:

Alle Zinkverbindungen ohne Ausnahme.

c. _durch Glühen_:

Salze mit unorganischen flüchtigen Sauerstoffsäuren.

Die letzte Methode ist, was die häufiger vorkommenden Zinkverbindungen

betrifft, nur für kohlensaures und salpetersaures Zinkoxyd zu empfehlen.

Schwefelzink und schwefelsaures Zinkoxyd lassen sich zwar auch durch

Glühen (ersteres bei Luftzutritt) in Zinkoxyd verwandeln, es ist

aber zur vollständigen Ueberführung Weissglühhitze erforderlich. Die

Methode b. wendet man nur in den Fällen an, in welchen a. unzulässig

ist. Sie dient namentlich zur Trennung des Zinkoxyds von anderen

Basen. -- Zinksalze mit organischen Säuren kann man nicht durch Glühen

in Oxyd verwandeln, indem sich hierbei ein wenig Zink reduciren und

verflüchtigen würde. Sind die Säuren flüchtig, so kann man das Zink

unmittelbar nach a. bestimmen, sind sie nicht flüchtig, so fällt man

dasselbe entweder als Schwefelzink, oder man glüht das Salz ganz

gelinde, zieht den Rückstand mit Salpetersäure aus und verfährt mit der

Lösung nach a. oder c. Die Analyse des chromsauren, phosphorsauren,

borsauren und kieselsauren Zinkoxyds siehe bei den entsprechenden

Säuren. --

_Bestimmung als Zinkoxyd._

a. Durch Fällung als kohlensaures Zinkoxyd.

Man erhitzt die mässig verdünnte Lösung in einem hohen, geräumigen

Kolben bis fast zum Kochen, fügt tropfenweise kohlensaures Natron im

Ueberschuss hinzu, kocht einige Minuten bei schiefer Lage, filtrirt,

wäscht den Niederschlag mit heissem Wasser vollständig aus, trocknet und

glüht ihn nach der §. 36 angegebenen Methode, indem man Sorge trägt,

das Filter vor dem Einäschern so viel wie möglich vom Niederschlage zu

befreien. -- Enthält die Auflösung Ammonsalze, so muss man das Kochen

so lange fortsetzen, bis nach neuem Zusatz von kohlensaurem Natron die

entweichenden Dämpfe Curcumapapier nicht mehr bräunen. Bei Gegenwart von

viel Ammonsalzen ist man genöthigt, die Flüssigkeit im schief stehenden

Kolben $kochend$ zur Trockne einzudampfen; es ist daher bequemer, in

solchen Fällen das Zink als Schwefelzink zu fällen (siehe b.). --

Man vermeide wo möglich einen grossen Säureüberschuss in der Zinklösung,

damit das durch die entweichende Kohlensäure entstehende Aufbrausen

nicht zu stark sei. -- Die vom kohlensauren Zinkoxyd abfiltrirte

Flüssigkeit muss man jedesmal durch Zusatz von Schwefelammonium prüfen,

ob die Fällung vollständig ist. Es entsteht hierdurch unter allen

Umständen ein geringer Niederschlag. Derselbe ist jedoch (vergl.

§. 56) bei normalem Verfahren so gering, dass er erst nach vielstündigem

Stehen in Gestalt leichter unwägbarer Flocken sichtbar wird und in der

Regel vernachlässigt werden kann. Ist er bedeutender, so behandelt man

ihn nach b. und addirt das Gewicht des erhaltenen Zinkoxyds zu dem der

Hauptquantität. -- Eigenschaften des Niederschlages und Rückstandes §.

56. -- Die erhaltenen Resultate sind bei gelungener Ausführung, der

nicht absolut vollständigen Fällung halber, und weil von dem dem Filter

noch anhängenden Niederschlage ein Theilchen reducirt und als Metall

verflüchtigt werden kann, meist um ein Unbedeutendes zu niedrig. Nicht

selten werden in Folge unvollständigen Auswaschens zu hohe Resultate

erhalten. In solchen Fällen findet man den Rückstand alkalisch.

b. Durch Fällung als Schwefelzink.

Man versetzt die Lösung mit Ammon, bis der entstandene Niederschlag

sich wieder gelöst hat, fügt Schwefelammonium im Ueberschuss hinzu,

lässt absitzen, giesst ohne aufzurühren zuerst die Flüssigkeit, zuletzt

den Niederschlag aufs Filter, süsst mit Schwefelammonium enthaltendem

Wasser aus, bringt das noch feuchte Filter sammt dem Niederschlage in

ein Becherglas, übergiesst mit concentrirter Salzsäure in geringem

Ueberschuss, stellt an einen mässig warmen Ort, bis die Lösung nicht

mehr nach Schwefelwasserstoff riecht, verdünnt mit ein wenig Wasser,

filtrirt, wäscht das zurückbleibende Filter mit heissem Wasser aus und

fällt die erhaltene Chlorzinklösung nach a.

Aus einer Lösung von essigsaurem Zinkoxyd kann, auch bei Ueberschuss

von Essigsäure, wofern nur keine andere Säure zugegen ist, das Zink

durch Schwefelwasserstoffgas vollständig oder wenigstens so gut wie

vollständig gefällt werden. Nach dem Auswaschen mit Schwefelwasserstoff

enthaltendem Wasser behandelt man das Schwefelzink, wie bereits erwähnt.

-- Vergl. hierzu die Versuche Nr. 67. Kleine Mengen von Schwefelzink

lassen sich auch direct in Oxyd überführen, wenn man sie in einem

Platintiegel bei Luftzutritt möglichst stark glüht.

c. Durch Glühen.

Man erhitzt das Salz im bedeckten Platintiegel anfangs bei gelinder,

zuletzt bei möglichst gesteigerter Hitze, bis der Rückstand an Gewicht

nicht mehr abnimmt.

§. 86.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 229 / 749 题