1. _Bestimmung als Chromoxyd._

a. Durch Fällung.

Man fügt zu der in einem Becherglase befindlichen, nicht zu

concentrirten, auf 100° erhitzten Lösung Ammon im geringen Ueberschuss,

setzt eine halbe Stunde lang einer der Kochhitze nahen Temperatur aus,

filtrirt, süsst mit heissem Wasser wohl aus, trocknet vollkommen und

glüht (§. 35). Es ist nothwendig, beim Glühen die Hitze allmälig zu

steigern und den Tiegel bedeckt zu halten, sonst erleidet man leicht

bei dem den Uebergang der löslichen Modification des Chromoxyds in die

unlösliche bezeichnenden Erglühen durch Umherspritzen Verlust. Man

achte ferner wohl darauf, dass man die gefällte Flüssigkeit nicht eher

aufs Filter bringe, als bis dieselbe völlig farblos ist. Würde man sie

abfiltriren, so lange sie noch röthlich erscheint (ein Zeichen, dass sie

noch nicht lange genug erwärmt wurde), so erlitte man einen bemerkbaren

Verlust. -- Eigenschaften des Niederschlages und Rückstandes §. 55. Die

Methode giebt, wenn die oben angegebenen Regeln genau befolgt werden,

sehr genaue Resultate.

b. Durch Glühen.

_a_. _Man hat ein Chromoxydsalz mit einer flüchtigen Säure._ Verfahren

wie unter gleichen Umständen bei Thonerde (§. 83).

_b_. _Man hat ein Chromoxydsalz mit einer organischen Säure._ Verfahren

wie unter gleichen Umständen bei Magnesia (§. 82).

2. _Ueberführung des Chromoxyds in chromsaures Alkali._ (Die Bestimmung

der Chromsäure siehe §. 104.)

Es sind zu diesem Zwecke die beiden folgenden Methoden vorgeschlagen und

empfohlen worden.

a. Man versetzt die Lösung des Chromoxydsalzes mit Kali- oder

Natronlauge im Ueberschuss, bis zur Wiederauflösung des

Oxydhydrats, leitet in die kaltgehaltene Flüssigkeit Chlor, bis

die Farbe gelbroth geworden ist, versetzt mit überschüssigem Kali

oder Natron, verdampft zur Trockne und glüht im Platintiegel. Alles

chlorsaure Kali wird hierdurch zersetzt und der Rückstand besteht

somit aus chromsaurem Alkali und Chloralkalimetall ($Vohl$).

b. Man erhitzt im Silbertiegel Kalihydrat bis zum ruhigen Schmelzen,

mässigt die Hitze etwas und trägt die zu oxydirende völlig

wasserfreie Chromoxydverbindung ein. Sobald dieselbe vollständig

vom Kalihydrat benetzt ist, fügt man kleine Stückchen geschmolzenen

chlorsauren Kalis zu. Es erfolgt ein lebhaftes Aufschäumen von

entweichendem Sauerstoff, zugleich färbt sich die Masse immer

gelber und endlich wird sie klar und durchsichtig. Vor Verlusten

muss man sich sorgfältig hüten (H. $Schwarz$).

$Vierte Gruppe der Basen.$

$Zinkoxyd, Manganoxydul, Nickeloxydul, Kobaltoxydul, Eisenoxydul,

Eisenoxyd.$

§. 85.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 227 / 749 题