1. _Bestimmung als schwefelsaurer Strontian._

a. Durch Fällung.

Man setzt zu der in einem Becherglase befindlichen Strontianlösung,

welche nicht zu verdünnt sein darf, verdünnte Schwefelsäure im

Ueberschuss, fügt alsdann eine der vorhandenen Flüssigkeit wenigstens

gleiche Menge Alkohol hinzu, lässt einige Stunden absitzen, filtrirt,

wäscht mit schwachem Weingeist aus, trocknet und glüht (§. 36).

Verhindern die Umstände die Anwendung des Weingeistes, so trägt man

Sorge, die Flüssigkeit in ziemlich concentrirtem Zustande zu fällen,

lässt mindestens 24 Stunden in der Kälte stehen, filtrirt und wäscht den

Niederschlag mit kaltem Wasser aus, bis das Ablaufende keinen merklichen

Rückstand mehr hinterlässt und nicht mehr sauer reagirt. Bleibt noch

freie Schwefelsäure am Filter, so wird dieses beim Trocknen schwarz und

zerfällt. Wäscht man hingegen zu lange aus, so vermehrt man den Verlust.

Den Niederschlag darf man erst nach sehr gutem Austrocknen glühen, sonst

werden leicht feine Theilchen emporgerissen. Man trägt ferner Sorge,

von dem Niederschlage möglichst wenig an dem auf dem Tiegeldeckel zu

verbrennenden Filter zu lassen, sonst erleidet man bei dieser Operation

einen Verlust, wie man daraus deutlich erkennt, dass alsdann das Filter

mit carminrother Flamme verbrennt.

Die Eigenschaften des Niederschlages siehe §. 51. Bei Zusatz von Alkohol

und richtiger Einhaltung der angeführten Regeln fallen die Resultate

sehr genau aus; beim Fällen aus wässeriger Lösung erleidet man Verlust,

weil ein Theil des schwefelsauren Strontians alsdann in Lösung bleibt.

Die directen Versuche Nr. 58 lieferten, auf letztere Art angestellt,

98,12 und 98,02 statt 100,00. -- Bringt man jedoch, gestützt auf die

Kenntniss der Löslichkeit des schwefelsauren Strontians in saurem und

reinem Wasser, eine Correction an, indem man Filtrat und Waschwasser

wägt oder misst, so lässt sich vollkommen genügende Genauigkeit

erreichen. Der directe Versuch Nr. 59, aus dem das Einzelne der

Correction zu ersehen ist, gab 99,77 statt 100,00.

b. Durch Abdampfen.

Verfahren und Genauigkeit, wie bei Baryt (§. 79. 1. b.) angegeben.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 208 / 749 题