Hat man schwefelsaures Kali in wässeriger Lösung, so dampft man sie ab,
glüht den Rückstand in einem Platintiegel oder einer Platinschale und
wägt ihn (§. 25). Vor dem Glühen muss der Salzrückstand längere Zeit
getrocknet werden, die Glühhitze ist sehr allmälig zu steigern, der
Tiegel oder die Schale muss wohl bedeckt sein, anderenfalls erleidet
man durch Decrepitation Verlust. -- Ist freie Schwefelsäure zugegen,
bekommt man demnach beim Abdampfen doppelt schwefelsaures Kali, so
ist der Ueberschuss der Schwefelsäure mit doppelt kohlensaurem Ammon
hinwegzuschaffen (siehe §. 47). --
Eigenschaften des Rückstandes siehe ebendaselbst. Man beachte
namentlich, dass sich derselbe klar lösen und dass die Lösung neutral
reagiren muss. -- Sollten Spuren von Platin zurückbleiben, so sind
diese zu wägen und abzuziehen. -- Die Methode erfordert vorsichtige
Ausführung, schliesst aber keine Fehlerquelle ein. --
Um die oben bezeichneten Salze (Chlorkalium etc.) in schwefelsaures Kali
zu verwandeln, wird ihre wässerige Lösung mit einer Quantität reiner
Schwefelsäure versetzt, welche mehr als hinreicht, um alles Kali zu
binden, die Flüssigkeit abgedampft und der Rückstand geglüht. Da das
Austreiben grösserer Mengen von Schwefelsäurehydrat sehr unangenehm
ist, so vermeide man einen bedeutenden Ueberschuss. Sollte man zu wenig
genommen haben, so merkt man dies leicht daran, dass zuletzt keine
Dämpfe von Schwefelsäurehydrat entweichen. Man befeuchtet alsdann den
Rückstand aufs Neue mit verdünnter Schwefelsäure, verdampft und glüht
wieder. Kleinere Mengen von Chlorkalium etc. kann man im trockenen
Zustande im Platintiegel selbst vorsichtig mit verdünnter Schwefelsäure
behandeln, vorausgesetzt, dass der Tiegel geräumig ist. -- Bei Brom- und
Jodkalium sind Platingefässe zu vermeiden.