Ein leben mit ringem můte,
Als ich nu lange han getan;
Und gan es mir dú gůte,
Dú mir tůt das herze min
Vil menger sorgen lere,
So wirt an mime sange schin
Der winter, noch dehein swere.
Ich wil si flehen unz ich lebe,
Das si mir froͤide gunne,
Und si mir lon nach heile gebe.
Si ist min sumer wunne;
Si seiget blůmen und kle
In mines herzen anger:
Des můs ich sin, swies mir erge,
Vil richer froͤiden swanger.
Ir guͤte mich vil lútzel lat
Dekeinen kumber muͤgen.
Der schin, der von ir ougen gat,
Der tůt mich schone bluͤgen,
Alsam der heisse sunne tůt
Die boume in dem touwe.
Sus senftet mir den sweren můt
Von tage ze tage min frouwe.
Ir schoner grůs, ir milter segen,
Mit eime senfte nigen,
Das tůt mir ein meien regen
Rehte an das herze sigen.
Des ist mir sanfter danne bas.
E mich verbere, sehent, das,
Ich trůg e alder welte has.
Er muͤget sich, swer mirs erban.
Ich si ir nie so froͤmde man,
Ich erdringe ir mere lones an!
Sol ich dekeine wile leben,
Mir wirt von ir vil lihte geben,
Darnach ein keiser moͤhte streben.
Das si mir underwilen tůt,
Das duhte ein andern man vil gůt;
Wan das doch hoher wil min můt,
Dem ich geziehen nienen mag.
Nu fúrhte ich eht der Minnen slag.
Ich erkennen nu vil mangen tag;
Er tůt mir leides dike vil.
Doch were ich gerne hin an das zil,
Da si da sol und lonen wil.
Nu, wol hin!
Es můs eht sin,
Und stige uf, das herze min!
Ich wene, ich iht engelte din,
Swenne ir zerehte wirdet schin,
Das ich lide disen pin
Von diner kur und diner bet,
Und ie mit zuhte schone tet
An widerwanc,
Sit mich erranc
Ir minnen swanc
In ir getwanc.
Nu ist ze lanc
Ir habedanc.
Das tůt mich kranc,
Des han ich mengen ungedanc,
Das lenget mir die kurzen tage,
Und núwent mir die alten klage,
Von der ich wande sin erlost.
Nu wil ich noch ir genaden trost
Betten, als ich han getan.
Ze heile muͤsse es mir ergan!
In enwil ir niemer abe gestan.
Doch troͤste mich min tumber wan,
Ein gůt gedinge, den ich han
Zer tugenden, der si vil begat,
Das si mich lihte niht enlat
Us ir gewalt.
Disen winter kalt
So ist bestalt,
Ich wurdes alt
Und sorgen balt
Und doch versalt
Ze manicvalt
Und were verlorn swar es noch galt.
Das swahte sere minen můt.
Nu růche ich, swas si mir getůt,
So lasse ich niemer minen strit.
Was ob si in scheidet an der zit?
Si sol es lan
Understan
Mit eteslichen dingen:
Das ist min rat.
Als es mir stat,
So enmac ir niht gelingen.
Swie si behabe an mir den sige,
So wissent, das ich tot gelige.
Des war, si sol
Gedenken wol,
Das es ir niht enzeme,
Ob si min leben,
Der ichs han ergeben
An ir genade, neme;
Si můs es iemer súnde han.
Des sol dú gůte mich erlan,
Dú mac sin
Gewaltig min:
Dest reht; ich bin ir eigen
Nu vil lange,
Swie es ergange,
Und ir gezeigen.
Des solt ich wol gewinnen fromen.
Dú gůte, dú mir hat benomen
Minen sin,
Der ich bin
Undertan,
Si růret mich an minen alten ban,
Den můs ich aber núwen.
Ich hupf ir uf der verte nach;
Mich leit ir suͤssen ougen schach,
Swar si wil.
Doch hoͤre ich vil
Von frúnden und von magen,
Warumbe ich schine,
In dirre pine.
Es enmac mich niht betragen,
Die wile ich weis in ir gewalt
Mines herzen trost so manicvalt.
Der ich pflag
Mengen tag,
Wie solde ich si verlassen?
Er irret sich,
Swer iemer mich
Darumbe wil verwassen.
Er schiede e Musel in den Rin,
E er von ir das herze min
Gar enbúnde.
Es ist in súnde,
Die mir niht geloubent.
Der ougen blic
Mich vil dic
Miner sinne roubent,
Die fúrhte ich als den donrslag,
Dem ich entwenken niene mag.
Ob ich die schoͤnen mac gesehen
In eime jare,
So enkan mir gůtes niht geschehen
Vor valscher luͤte vare;
Die nement des war,
Ob mir iht liebes widervar.
Es ist ein wunder, das ich trage
So kumberliche swere.
Alse dike so si miner klage
Mit genediklicher mere
Antwúrte git,
So froͤit den toren zaller zit.
Mit gůten sitten
Ich wil si aber und iemer bitten:
Frouwe, habe genade min!
Das zimt wol diner guͤte.
La mich ir iemer einen sin,
Der diner eren huͤte,
Als ich ie tet,
Und das niemer fůs getret
Us dime lobe,
Ich gelige under oder obe.
Si endarf niht merken, das ich strebe
Nach mines leides ende.
Ich můs es tůn die wile ich lebe.
Han ich es misswende,
Des enmag ich niet.
Min herze nie von ir geschiet,
Noch niemer wil,
Es gelde lútzel oder vil.
Nieman darf des wunder nemen,
Das si mich hat gebunden.
Ich enmac ir kreften niht gestemen;
So ist si obe, so bin ich unden.
Swas ich nu tůn,
Si hat bejaget an mir den růn,
Ich můs ir jehen.
Nu wol eht doch!
Es ist noch
Ie beschehen.
Alexander der betwanc
Dú lant von grosser krefte;
Doch můste er sunder sinen danc
Der Minne meisterschefte
Sin undertan,
Umb eine frouwen wolgetan,
Die er erkos.
Er enwart ouch nieme sigelos.
In eime wilden walde er sach
Sines herzen kúniginne:
Des muͤse er liden ungemach;
Er hete sine sinne
Vil nach verlorn.
Das ich die schonen han erkorn
Ze mime leben,
Des wirt mir lihte ein lon gegeben.
Nu wil ich aber bitten
Die gůten, als ich kan,
Dú mir mit schonen sitten
Und mir mit zúhten angewan
Von erst das herze min,
Das si sich bedenke noch,
Und rehter dinge pflege,
Und minen dienst doch
Nach gutem willen wege,
Und mich ir lasse sin
Gereit unz ich nu lebe,
Das ich niemer, swie es erge,
Dag von ir gestrebe,
Und das iemer me
Mine not und disen pin
Den ich nu lange dol,
Mit zúhten schone trage.
Des war joch tůt si wol,
Si endet mine klage,
Und wirt ouch verre schin
Ir guͤte und ir mange tugent,
Der vil verborgen wurde,
Solde ich verslissen mine jugent
Under dirre sweren burde.
Swenne si wil, ich bin gereit.
Si gebe mir ein geleit
Fúr kumber und fúr herzeleit,
Das ich ir ere si bereit,
Swar ich des landes iender kome,
Mit allen minen sinnen.
Des war, da wachset an ir frome,
Lat si michs lon gewinnen.
Ich enger niht grosser dinge zir,
Wan trostes mime leide;
Des han ich vil, swenne ich enbir
Ir suͤsser ougenweide.
Nu seht, ob es ein fůge si,
Swer mir die verteile.
Ich solde ir ofte wesen bi,
Wer es an mime heile.
Min leben wirt muͤlich und sur,
Sol ich si lange miden.
Das Floris muͤse durch Planschiflur
So grossen kumber liden,
Das enwas ein michel kumber niet,
Wan si gros ungeverte schiet,
Als es der alte heiden riet:
Si wart vil verre úber mer gesant,
Des můst er in mangú froͤmdú lant,
Da er si in eime turne vant
Von gůten listen wol behůt,
Da waget er leben und gůt,
Des gewan er sit vil hohen můt.
Das troͤstet mich, und tůt mir wol,
Von minem kumber, den ich dol:
Es geschiht gar swas geschehen sol.
Si sol wol wissen ane wan,
Swies mir darumbe sol ergan,
Wer si versendet z Endian,
Da were min varn vil bereit,
Das mer das lant und búrge treit,
Als rehte als ich si han erkant.
Swer mir nu leidet disú bant,
Der súndet sich und ert den sant.
Er kerte den Rin e in den Pfat,
E ich si liesse, dú mich hat
Betwungen, und doch schone stat
Von ir min herze, swies ergat.
Es duhte mich ein missetat,
Ob ich schiede alsus dervon.
Si ist miner trúwen wol gewon,
Unde weis si gar.
Swar ich var,
So můs ich dar
Nemen war,
Swenne ich getar
Vor einer schar
Ze nide gar;
Vor der so můs ich denken bar,
Und huͤten mich doch alle tage
Vil sere vor ir zungen slage
Und vor ir unrekante spehe.
Doch wil ich, das si sehe
Was mir geschehe,
Und wil dienen uf ir has.
Wolde si noch gelouben bas,
Das ich von ir niene wil,
Das were mir ein senftes spil.
Mines kumbers dest ze vil:
Was hilfet das, ob ich es hil?
Jo hat si mines lones zil
Gesetzet im wol tusent jar.
Ich můs verderben, des ist war!
Min arbeit
Mich niht fúr treit;
Mir ist verseit
Darnach ich streit;
Min herzeleit,
Das ist ze breit,
Das ich e leit;
Min lon, der ist noch unbereit.
Ich wene wol, mir si ze gach.
Si giht alrerst wan si dernach
Und versaget mir in spotes wis.
Des war, des hat si kleinen pris,
Das si mir git ze lone spot:
Si můs es iemer fúrhten Got.
Swas si mir tůt
Dast alles gůt.
Ich enmag ir niht entwenken,
Als es mir stat.
Doch swies ergat,
So solte si gedenken,
Das es guͤte niene zimt,
Das si mir gewerb und fůge nimt.
Si sprichet dike,
Das ich erschrike,
Froͤmdú wort von schimpfe;
Si tůt verdrert
Swes si gert
Vor den lúten mit gelimpfe.
Ich enmag mich schiere niht enstan,
Wan ich der sinne niene han
Bi mir gar;
Swar ich var,
So můs ich in ir lassen.
Des wirt wol schin,
Swenne ich den min
Guten morgen an der strassen[42]
Den lúten búte gegen der naht.
Ich ziere die zit gar ungewaht.
Es ist niht wunder,
Das ich sunder
Minen danc si mide,
Der ougen schin
Den kumber min,
Den ich nu lange lide,
Mit einem blike tůt verselt.
Ich han mir si vil rehte erwelt;
Ir vert mit der frouwen Sir de la Roschi Bise,
Die gesach nieman,
Er schiede dan
Vro, riche, und wise.
Ich wene wol, ir si alsam.
Wer moͤhte ir danne wesen gram?
Ich wil iu minen willen sagen:
Mac ich der gůten minne
Mit mime dienste niht bejagen,
Das ich niemer die sinne
Noch minen lib
Bekere an dekein ander wib.
Swie ich mich erhol,
Der gedinge tůt mir also wol,
Das ich wol weis, das si mir gan
Zedienen umb ir hulde.
Gewinne ich niht mere dran,
Ich wil si der schulde
Niht angehaben.
Swer mir ze rehte solde staben
Des einen eit,
Ich swuͤre wol, es were ir leit,
Sit ich der selde niene habe
Das si mir sanfte lone.
Ich enwil doch niht wesen abe,
Ich werde enbunden schone
Als ichs ger.
Ich můs iemer wesen der,
Der umbe ir heil
Ir treit ein schones leben veil.
Turius, der wart sanfte erlost
Von kumberlichen pine;
Das was sines herzen sunder trost,
Das er lag dur Lavine
So schone tot;
Der endet schiere sine not
In eime tage,
Die ich nu mange jare trage.
Ich weis wol, soltes sin
An dem gelúke min.
Ir guͤte, dú ist so manicvalt,
Si tete mich noch froͤiden balt.
Ich enwas niht selden los,
Do ich si mir erkos
In disem userkornen don
Uf gůten riche schonen lon.
Jedoch swie es mir erge,
So můs si iemer me
Nach Gote sin min anebet,[43]
Wan si niht wan gůt getet.
Ich ergibe mich und enbar
An ir genade gar,
Das si mir (darnach ich strebe)
Ein wunnekliches ende gebe.
II.
Ich horte ein merlikin wol singen u. w.
(_S. Samml. von Minnesing. S. 48._)
SCHENK ŮLRICH /von/ WINTERSTETEN.
_Vor der aus der Mitte herausgerissenen Strophe, womit sich die
Lieder dieses Dichters in der Samml. von Minnesing. anfangen, steht
in der Bremischen Handschrift folgendes, für dessen Vertheilung
unter_ VIII. _Numern der Herausgeber verantwortlich ist (denn in
der Handschrift läuft alles in Einem fort), ohne jedoch auf seiner
Vertheilung zu bestehen._
I.
Uf lieben wan
Ich alles gan
Der schonen, under ougen.
An allen wank
Ist min gedank
Bi ir, dast ane lougen.
Nu dinge ich doch,
Das si mir noch
Genade welle erzougen;
Und wurde mir
Ein grůs von ir[44]
Mit minnebliken tougen,
Seht, so wurde
Mine burde
Von mir also bar verjagt,
Das ich tumber
Minen kumber
Hete viel schiere davon verklagt.
Frowe Minne,
Twinge ir sinne,
Und ir herze, das si mir
Mit ir willen
Muͤsse stillen
Sende not, die ich han von ir.
Ich han
Den wan,
Der mich niht lat
Von dir.
Tů mir
Nu selhen rat,
Das mine
Pine
Wider dich
Und herzen
Smerzen
Enden sich.
Frouwe, din lachen
Das mehte mir machen
Der froͤiden vil, swachen
Die not,
Von der ich wachen
Můs dike dien sachen,
Davon min herze můs krachen.
Der tot
Were lihte
(Ob ich die bihte
Hete getan) mir besser noch vil,
Danne ich were
Lange in swere,
Und ich niht kunde wissen das zil;
Wande ich lange
Leitlich blange,
Darzů súftebernde klage
Solde miden.
Ich můs liden
Disen kumber alle tage.
Nu wol!
Ich sol
Vil gerne han
Dur dich,
Swas mich
Mag not bestan.
Nieman kan min gemuͤte
So gar betwingen.
Kúniginne,
Hilf darinne
Minem sinne,
E das ich tumber wuͤte.
La mir gelingen,
Troͤsterinne!
Sit ich brinne
In diner minne,
Als in der gluͤte
Ich mich verbruͤte.
Wil mir niht din roter munt
Und ouch din guͤte
(Die Got behuͤte!)
Tůn ein lieplich kússen kunt,
So ist min swere
Klagebere
Minen frúnden und ouch mir.
Ich můs sterben,
Ald erwerben
Froͤideberndes heil an ir.
Tůt si
Mich fri
Von selher not,
Das ist
Ein list
Mir fúr den tot.
Vil suͤsse,
Buͤsse
Mir den pin.
Du solt
Mir holt
Von schulden sin.
Wan ich dich meine,
Vil suͤsse, reine,
Mit trúwen. Froͤide, erscheine
Du mir,
Das ich alleine
Die swere iht beweine.
Min wille der ist niht kleine
Gegen dir;
Davon kere,
Dur din ere,
Mir zegute minen sanc.
Wil din hulde
Min unschulde
Erkennen, so ist min truren krank.
Frouwe, ich kroͤne
Dine schoͤne
Sunderbar fúr ellú wib;
Vor in allen
Můs gevallen
Mir din minneklicher lip.
Nemt war,
Wie gar
Ir kúscher můt
Vor schanden
Banden
Ist behůt.
Si hat
Den rat,
Der froͤide birt,
Swie er mir hernach kume wirt.
Davon truret
Und suret
Mir der můt und ouch das leben.
Junge und alde,
Erteilent balde,
Ob si mir helfe sule geben.
Die frechen
Sprechen
Alle: ja.
Des war,
Min har
Wirt anders gra.
II.
Sumers zit
Uns git
Ane widerstrit
Vil der wunnen in dien landen wit.
Kalder sne
Tet e
Kleinen vogelin we;
Gar zergangen was der gruͤne kle;
Davon gar
Stůnt bar
Liehter blůmen schar
Der anger, unwunneklichen var.
Seht, der hat
Dú wat,
Dú ime wol anstat,
Von des liehten meien hant getat.
Der kalde winter lanc
Dú kleinen vogelin twanc,
Darzů allen ir gesanc,
Das ir hoher můt wart kranc:
Des habe er undanc!
Darzů der gruͤne walt
Des argen rifen kalt
Harte schedelich engalt,
Wan sin loup das wart gevalt
Vil ungezalt.
Der vogellinen dos
Und ir vil suͤsser kos
Der ist also gros.
Werst an froͤiden ir genos?
Si sint sorgen blos.
Also were ouch ich,
Bedehte sich
Ein wib dur mich.
Die hat gegen mir ir gerich,
Dast ungemenlich:
Dis min klage,
Die ich trage;
Min herze stat in jamers wage.
Dirre pin
Můs sin,
Leider! lange min,
Wil si mir niht tůn helfe schin.
Alsus hat min frouwe gůt
Versenket minen můt,
Das er, leider! ist unfrůt.
Was dogt mir des meien blůt,
Ob si niht entůt
Durh mich ein kleine ding,
Das si spreche: froͤlich spring!
Ich wil lonen dir, nu sing!
Frowe Minne, si des twing.
Ane widerwing!
Mine sinne,
Minne,
Die ouge ich dir.
Verborgen
Sorgen,
Sich! das gist du mir,
Wan ich han von ir
Nicht me,
Wan we,
Sit minne mir gebot,
Das ich kunne
Unwunne
Und seneliche not.
Bit, ir mundel rot
Vil suͤsse
In gruͤsse
Lache mich an;
So ist sorgen vart
Mir gar verspart,
Von leide
Ich scheide
Senender man.
Des war, mir wart
Nie wib so zart.
Mir were
Kumber gar unmere,
Swie ir munt, nach rosen wol gevar,
Der swere
Tete mich lere,
Die ich han verborgen lange har.
Uf so rehten lieben wan
Wil ich froͤide han,
Und můs min truren furder stan.
Ich wil ane sorge leben,
Nach dien froͤiden streben.
Wil si mir hohgemuͤte geben,
So gewinne ich froͤiden vil,
Ob mir dú liebe wil
Teilen ir minnespil,
Nach der ich da harte kil
Ane trostes zil.
Si ist der minne ein bluͤndes zwi;
Swa ich in dem lande si,
So gedenke ich dike: Ahy!
Solde ich ir nu wesen bi,
Sorgen wurde ich fri.
Ir blik
Den strik
Mir hat gerihtet der minne, des war,
Darin
Ich bin
Gevallen gar an valschen var.
Wil si,
So ist vri
Min lip von selhem bande.
Ir jugende
Tugende
Erwelt hat, fúr die schande.
Wan sol
Vil wol
Gegenden ir ze den besten in dem lande,
Swer reht
Erspeht
Ir lip, und ouch ir kúsche wol erkande.
La, frouwe, mich niht engelten,
Das ich bin tumber sinne,
Wan ich vergisse doch selten
Ze gůte din; darinne
Min můt
Ist gůt,
Swie tumb er si gegen dir, dast ane lougen.
Nim war,
Wie gar
Ich dir ze dienste bin gebunden tougen.
Swenne ich
An dich
Gedenke, so ist min sorgen gar verswunden;
Darnach
Wirt gach
Ze den froͤiden mir, alda ze denselben stunden;
Also
Wirt fro
Gar min herze und min gemuͤte.
Si hat
Den rat,
Den man da heisset wibes guͤte.
Ir ougen
Vil tougen
Mir blikent dur min herze.
Ir lachen
Kan machen
Mir bitterliche smerze.
Si wil
Mich vil
Nach uf den tot betwingen.
Wil si
Dabi
Mir swere niht enringen,
Son kan
Nieman
Gepruͤven wol min hoveliches singen.
Nu wende
Und ende
Mine klage! La mir
An dir
Gelingen!
Frouwe,
Schouwe
Enzit die not,
E liebe
Enkliebe
Das herze min.
Dú swere
Were
Min bitter tot.
Vil suͤsse,
Buͤsse
Mir den pin!
Nu sih
An mich,
Troͤsterinne!
Din minne
Die sinne
Hat mir also hin genomen,
Das ich ir gar
Sten leider bar.
Dur dich
Wil ich
Leben; darinne
Beginne!
Gewinne
Der froͤiden mir la wider komen,
Das truren schar
Hin balde var,
So wolde ich froͤlich singen
Den kinden disen reigen,
Tanzen, lachen, springen
Bi pfaffen und bi leigen.
Ich moͤhte,
Toͤhte
Mir min sanc,
Noch mere han gemachet
Von ir,
Dú mir
Tůt froͤide kranc,
Und mine sinne swachet.
Ich sage
Die klage
Dien frúnden min!
Die mugen das alle schouwen,
Das nie
Vervie
Min langer pin
Gegen miner lieben frouwen.
Nu wende,
Vol ende
Und swende
Die not;
Des war, ald ich verdirbe.
Ich dulde
Ane schulde
Nach hulde
Den tot,
Ob ich iu niht erwirbe.
Sol min singen
Mir niht bringen
Wol gelingen,
Gůt gedingen,
Ane twingen?
Das lat úch erbarmen!
Min trost ist kleine.
Frouwe reine,
Die ich meine.
Froͤide erscheine
Mir alleine!
Troͤste mich vil armen!
Got wolde,
Ich solde
An den blanken armen,
Nach lone,
Schone,
Minnekliche, ganze naht erwarmen;
So were
Unmere
Swere
Mir, und wolde ouch von dien armen.
Heya, nu hey!
Geschiht es niht,
So ist gar ein wiht
Min froͤide, unde můs min herz enzwei.
III.
Nement war,
Wie gar
Was der meige vollen braht,
Des wat
Zergat,
Die der sumer hat erdaht.
Der sneit
Sin kleit
Beide uf berge und in dem tal,
Da sanc
Erklanc
Der viel lieben nahtegal,
Aller sorgen fri,
Uf gruͤnem zwi.
Ir můt
Was gůt,
Ze sange snel,
Da bi wunnen spil;
Si donde vil;
Ir stimme dú was hel
Und was froͤiden vol;
Si sank so wol;
Ir schal
Ergal
Al in den walt.
Kleiner vogelin dos
Der was so gros;
Si waren froͤiden balt.
Ir singen
Kunde bringen
Der welte hohen můt.
Du ouwe
Mit touwe
Stat, leider! unbehůt.
Der anger
Niht langer
Mag blůmen lieht getragen.
Dú heide
Stet leide;
Des můs ich lerchen klagen.
Dien kinden
Bi linden
Der schatte ist nu benomen.
Dú kunnen
Der wunnen
Nu leider niht bekomen.
Ir krenzel,
Ir swenzel
Die waren so gemeit.
Der winder
Hin hinder
Si twinget, dast mir leit.
Ich tumber!
Den kumber
Liese ich wol also sin,
Gebe húre
Mir stúre
Min suͤsse troͤsterin,
Dú wendet
Und endet
Wol mines herzen not.
Nein, suͤsse,
Das buͤsse
Mit dinem munde rot.
Din smieren
Kan zieren
Schone dich, vil selig wib.
Din lachen
Machen
Kan wol senden siechen man.
Din ougen
Vil tougen
Kunnen wol dur ganzen lip
In herzen
Smerzen
Fuͤgen. Frowe, sich daran!
Din jugende
Mit tugende
Hat so minneklichen schin;
Ich kroͤne,
Schoͤne,
Dich fúr al des meien blůt.
Ach, reine,
Nu meine
Mich, vil liebe frouwe min!
Von leide
Scheide,
Troͤste minen senden můt!
Und tůst du das,
Deswar so wirt mir bas,
Und swindet mein leit;
Sit ich nie vergas,
Swa man wibes guͤte mas,
Diner werdekeit.
Ich bin dir undertan,
Und dabi sunder wan
Dir ze dienste erborn.
Du solt geniesen lan
Mich, frouwe, das ich han
Dich mir userkorn.
Vor in allen
Gevallen
Můs mir din wiblich sin.
Nu ahte
Und trahte,
Wie ich din eigen bin,
Und lasse
Die strasse
Mir noch ze wunne zemen.
Din ere
Von sere
Sol mich ze froͤiden nemen.
Dú Minne
Mir sinne
Enzuket mit ungewinne;
Est wunder
Besunder,
Behabe ich den lip darunder.
Vil suͤsse,
Das buͤsse,
E das ich verderben muͤsse.
Ich stirbe,
Verdirbe,
Ist das ich niht heil erwirbe.
Sus můs ich in sorgen
Vil dike worgen
Den abent, den morgen
Und ellú zit.
Dú liebe, dú reine,
Die ich da meine,
Mir fuͤget den klagelichen strit.
Ach, frouwe, gedenke!
Die swere verkrenke,
Sit ich mit dienste niht wenke
Von dir!
Dur wiplich ere,
Mir leit verkere
Mit fůge, nach hovelicher gir!
Ach, frouwe,
Din schouwe
Gelichet den rosen im touwe,
Din guͤte
Der bluͤte
Des meigen, und din gemuͤte.
Nement war
Gar
Dar,
Wie mich dú schone twinget, swar ich var!
Min můt
Gůt,
Frůt
Wirt an mir, ob si lobeliche tůt.
Ich singe,
Ich ringe
Mit manigem dinge
Nach lones stat.
Dur trúwe,
Gip núwe
Mir froͤide, der ich dich ie bat.
Nu lone
Mir schone,
Dur rehte wibes krone,
Und wise
Mich lise
Ze froͤiden, sit ich dich prise.
Mit willen
Solt du mir stillen
Die senden not und mine klage;
So wurde
Mir jamers burde
Geringet, die ich da trage.
Mirst ande,
Das dir ze pfande
Min herze stet so lange her;
Das lasse,
Nach Minnen masse,
Mir ledig: dast min ger.
Nu blike
Mir dike
(Das loͤset die minnen strike)
Mit ougen
Vil tougen,
Und troͤste mich sunder lougen:
Dú sint so klare,
Das sprich ich zeware
Vil offenbare,
Und ist wol schin.
Din lieht antlútze
Fúr truren nútze;
Das ist an dem gelouben min.
Din munt, nach rosen
Gevar, kan kosen
Wol sunder losen
Der tugende wort.
Nu gruͤsse
Mich, suͤsse,
Mit suͤssem gruͤsse,
So vinde ich miner froͤiden hort.
Swer wunne
Kunne
Rehte spehen
An wibe
Libe
Und ouch ir můt,
Ir zúhte:
Túhte
Můs ir jehen.
Vor schanden
Banden
Si ist wol behůt.
Mit klůgen
Fůgen
Si ist erzogen,
Nach eren
Leren,
Tugende rich.
Ir wirde
Girde
Ist unbetrogen.
Ir minne
Sinne
Hat si zúhteklich.
Lop kan si verschulden wol,
Davon man ir sprechen sol:
Si ist tugende vol.
Dú reine fruht,
Ach, si ist so rehte gůt!
Doch besweret si mir den můt;
Dú froͤide hat von mir fluht.
Minne, suͤsse trosterin,
Tů mir diner helfe schin,
Alder ich bin tot!
Twinc die lieben alse mich,
Oder es wirt ungemenlich.
Ich lebe in sender not;
Mich krenket,
Versenket,
Swie Minne min niht gedenket,
E liebe
Zerkliebe,
Min herze gar zerstiebe.
Ich bin verseret;
Dú sorge mir meret,
Der froͤiden gedinge si keret.
Hindan
Wil Minne verleiten
Mit arebeiten
Mich also froͤidenlosen man.
Ich han nu lange
Mit minem gesange
Der froͤiden getrange
Gevolget nach;
Des ist dú Minne
Min meisterinne,
Und ist ir von mir gach.
Nu singen,
Nu singen!
Dannoch harte erspringen,
Den reigen,
Den reigen,
Pfaffen und leigen!
Nu lasse,
Nu lasse
Uns reigen an der strasse!
Die rifen,
Die rifen
Die went uns hie begrifen;
Hoppen
Und zoppen
Ze der stuben, da wir vinden die.
Gesungen,
Gesprungen
Wirt da bas danne hie.
Schouwen
Die frouwen!
Die helfent uns den reigen tretten.
Wunder
Bi sunder
Kumt ir dar ungebetten:
Gůte, Gůte,
Mit vil hohem můte;
Gese, Gese,
Darzů Agnese;
Gisel --
Ein risel
Hat si gemachet also glanz;
Jútel --
Ein bútel
Den bringet si an den tanz;
Hille --
Vil stille
Dú kumt geslichen zu zuns dar;
Anne
Kumt danne;
So gros so wirt dú schar.
Stolzen leigen, also tůt!
Singent dis gedoͤne!
Claren megde, ir lant niht abe,
Ir trettent an den ring!
Jederman neme in den můt
Sine frouwen schoͤne!
Jeder dirnen wirt ein knabe,
Alsust ein jungeling.
Lant den seiten
Vor bereiten,
Wie man da palliere.
Swer niht langen
Múge gedrangen,
Der ge fúr die túr.
Nach der gigen
Sol er sigen.
Swer es kunde wieren,
Lassa wichen;
Er sol slichen
Schone in lobes kúr.
Erwinden!
Erwinden!
Es wirt den kinden
Ze lenge, ze lenge,
Und ouch ze strenge.
Verirret,
Verirret
Ist der seite erkirret.
Nu hoͤren!
Nu hoͤren!
Er wil uns ertoͤren.
Gesungen
Den jungen
Het ich wol me; was hulfe das?
Swer gerne
In lerne,
Dem gelinge deste bas.
Min herzen
Von smerzen
Wil mit den seiten rehte enzwei;
Des wuͤfet
Und ruͤfet
Es lute: heja hey!
IV.
Swer die wunne
Wol pruͤven kunne,
Der si des gemant;
Wan dú zit ist wunneklich gestalt.
Wan mag schouwen
An velt, an ouwen;
Das ist mir bekant;
Die sint komen us leide.
Vogel singen
Vil suͤsse erklingen
Hoͤrt man úberal,
Sit ir stimme dússet dur den walt.
Wie gar schone
In suͤssen done
Schellet nahtegal
Und lerche úber heide!
Der anger lit
An allen strit
Mit blůmen wol bespreit;
Der meie dise varwe git.
Dú heide lachet,
Und machet
Maniger hande kleit;
Das ir truren verswachet.
Der boume blůt
Dú ist so gůt,
Und ouch das gruͤne gras,
Das dien ougen sanfte tůt.
Dem wit gevilde
Rifen wilde
Sint (swie vil der was)
Und snewes unbilde.
An disen stunden
Sint gar enbunden
Unden
Und ouch oben berg und alle gruͤne tal.
Noch ist min swere
Gar súftebere;
Were
Dú zergangen, seht so wold ich singen.
Ich můs in sorgen
Vil mangen morgen
Worgen,
Sit ir munt mich niht entroͤstet úberal;
Des lide ich kumber,
Ich sender tumber,
Krumber
Not mich niht mag senelicher twingen.
Von Minne
Sinne
Mir zerrinnen wil!
Si hasset,
Lasset
Mich gar ane zil!
Dú reine
Meine
Danne ein kleine
Mich,
Und stille
Ir wille
Wol bedehte sich;
So wurde ich fro.
Und keme es so,
Das mir noch wurde ir trost;
Seht, so stuͤnde min gemuͤte ho.
Wil si mir swenden,
Sorge wenden;
So wurde ich erlost,
Und muͤste min leit sich enden.
Si, selig wib,
Der nu min lib
Ist lieblich undertan,
Dú mag vil wol heissen leit vertrib.
Si, reine frouwe,
In liehter schouwe,
Sol mir froͤide lan!
Si gelichet rosen in touwe.
Ich kroͤne,
Schoͤne,
Frouwe, dich!
Du bist so minneklich!
Din jugende
Tugende
Nietent sich,
Und bist ouch froͤidenrich!
Mit eren
Meren
Kanst du wol
Din lob, mit wirde vol.
Vil suͤsse,
Buͤsse
Sende dol,
Sit ich dir dienen sol!
Ich kúnde
Súnde,
Dú du tůst an mir,
Sit das du mich búnde
In selhe gir.
Ich schine
In pine:
Das ist leider war
Uf dú besten trúwen mine.
Nu, geile,
Heile
Mir die wunde min;
Von der sorge meile
Wolde ich sin.
Ich lide
Nide
Von dir sunderbar;
Selig frouwe, die vermide,
Und gib mir rat.
Min herze hat
Gedinge hin ze dir,
Swie din guͤte mich in sorgen lat.
Ich moͤhte ersterben,
Sol min werben
Niht erschiessen mir,
Und in leide verderben.
Es ist ein not,
Sol ich den tot
Alsus verdienet han,
Sit die Minne truren mir gebot.
Dú Minne stoͤret
Und toͤret
Mich an allen wan,
Sit das si mich niht enhoͤret.
Es ist ein wunder,
Sol ich bisunder
Under
Minen danc verderben. Seht, das můs ich klagen.
Ach, frouwe, scheide
Von seneden leide
Beide
Mir den můt und alle mine sinne;
Sit ich erschrike,
So dine blike
Dike
Mir ein minnekliches lachen went versagen,
Und ich gedenke:
Ach, sender Schenke,
Wenke
Niht an dienste, so bejagest du minne.
Durh ere
Kere
Noch von sere
Mir
Gemuͤte!
Guͤte
Wiblich niht enbir,
Und mache,
Lache
Sorge swache!
Ahy,
Min burde
Wurde
Lihter vil dabi.
Vil reine fruht,
Dur dine zuht
La mich in froͤiden sin;
So hat ellú sorge von mir fluht.
Din munt, nach roͤte
Var, von noͤte
Neme das herze min,
E di Minne mich ertoͤte.
Nu sich darzu,
(Es niht ze frů)
Vil reine ein selig wib,
Alder in weis niht was ich sender tů.
Ach Got, wie lange
Selke plange
Hat min sender lip!
Nu hilf, das dú zergange!
Nement war
Gar Dar, War
Mir
Das herze meine
Den muͤt,
Wie kleine
Min guͤt
Mich tůt
Behůt,
Sit ich liden
Můs also langes niden
Von ir.
Ir has Las Bas
Das herze min unmeret
Dabi,
Und sweret
Sam bli,
Swie vri
Ich si.
Ir gemuͤte
Hat niht guͤte
Gegen mir.
Nu ist min
Sin Hin In
Senelichen dingen,
(O we!)
Sit bringen
Mag kle
Niht me,
Als e,
Selche wunne,
Davon mir truren kunne
Zergan.
Min strit
Git Nit, Sit
Das ich nach ir minne
So ranc,
Und sinne,
Betwanc.
Ir danc
Ist kranc
Al dar under
Gegen mir, sunder
Wan.
Minneklichú reine,
Nu sich,
Und meine
Du mich!
Sit ich
An dich
Sinne kere,
Du gib mir suͤsse lere
Und rat!
Lat si mich in kumber
Bestan,
Ich tumber
Můs lan
Den wan;
Ich han
Grossen smerzen,
Den si in herzen
Mir lat.
Ach, ich tore!
Sit ir ore
Niht enpfahet
Und versmahet
Minen sanc.
Dú vil schoͤne
Mine doͤne
Hoͤret kume.
Ich versume
Manigen danc;
Sit ir ougen
Nicht wen ougen
Mir ein smieren
Und ein lieblich zwieren;
Davon
Můs ich erben
Ein verderben.
In den sinne
Ich bin minne
Niht gewon.
Ich trage
Die klage
Vil minneklich,
Swie kleine
Dú reine
Mir froͤide git.
Gůt,
Můt
Túret mir,
Und herzen gir.
Swer
Der
Niht enhat,
Das gros unrat.
Wie sol min herze
Fro bestan,
Sol mir der smerze
Niht zergan,
Und mir niemer froͤide gelan?
Sol ich den kumber iemer han,
So lebe ich gar
In sorgen schar.
Sol ich verderben
Von der tat,
Das mich min werben
Niht vervat;
Git mir Minne vil kleinen rat:
Min můt darinnen trurig stat,
Und ist min leit
Unmassen breit.
Ich bin ane
Lieben wane.
Minnen drúke,
Dast ein ungelúke
An mir.
Ich gedinge,
Das si bringe
Mir noch wene,
Trost erkenne
Bas an ir.
Wie gezeme,
Das si neme
Mich in hulde
(Sit ich schulde
Niene trage),
Und si spreche,
Was si reche,
Dú vil klůge,
Das si fůge
Mir versage!
Got wolde,
Solde
Ir múndel rot
Mich erlan
Herzlicher not!
Minne
In sinne
Mir gebot,
Das ich han
Kumber uf den tot.
Frouwe, swache
Mir dú leit,
Und mache
Mir froͤide breit!
Von der sache
Wirt ich gemeit;
Und wirt mir heil,
So bin ich geil.
Gunne
Wunne
Mir, dur zuht;
Sost von mir ellú ungenuht.
Lasse
Masse,
Reine fruht,
Mir;
Zu dir
Hat min herze fluht.
Trut du, setze
Mich us klage,
Und ergetze
Mich alle tage,
Und letze
Mir sorgen wage.
Und kumt es so,
Ich wurde fro.
Supfe,
Gupfe
Leit hindan!
Wise
Mich lise
Uf minnen ban,
Sit ich noh froͤide nie gewan;
So wirt min můt
Unmassen gůt.
Swinde
Embinde
Mir den strik!
Loͤse
Und oͤse
Den selben rik,
Den mir tůt diner ougen blik.
Do ich dich sach,
Do schrei ich ach.
Lieb an ende,[45]
Sorge wende
Mir vil armen;
Wan erbarmen
Zimt dir wol.
Davon leite
(Niht enbeite)
Mich von swere;
Gerne ich were
Froͤiden vol.
Swa quale
Nimt wale,
Da wirt man gra.
Nie
Die
Pine min sendes herz verlie.
Tů, frouwe,
Sorgen mir noh bůs.
Vil gerne ich schouwe
Dinen grůs.
Unz uf den fůs
Dir nigen můs,[46]
Vil selig wib,
Min sender lip.
Sit ich dich prise,
Frouwe gůt,
Von leide wise
Mir den můt.
Vor sorgen flůt
Bin ich behůt,
Und wirt mir schin
Dú helfe din.
Gerne ich sunge
Me, und lunge
Dien, die singent
Und bringent
Disen sanc,
Durh ir ere
Fur min lere
Werdent hoͤne;
Dis gedoͤne
Ist in zelanc.
Ich gedinge,
Der ich singe,
Das si lerne
Doch vil gerne
Disen tanz.
Dú vil gůte,
Wol gemůte,
In ir jugende
Hat an tugende
Lobes kranz.
Wol uf, ir kint,
Sint
Fro! So
Můs Bůs
Sorgen sin.
Truren var hin!
Sin,
Můt Tůt
Geil Heil
Werden schin.
Wa ist nu Ůt,
Und Gůt,
Und tůt
Uns sorgen bar?
Júte und Hille
Und Wille,
Stille
Koment dar!
Springent froͤlich an den tanz!
Húre ist der sumer glanz,
Da wirt dú froͤide ganz,
Man siht da manigen kranz.
Frouwen, nu singent,
Und dringent,
Und springent
Húbsche trítte!
Rihtent ze minne
Die sinne
Darinne
Mit gůten sitte!
Pfaffen, leigen, trettent an,
Dien Got der selden gan.
Er ist gar ein selig man,
Der mit dien lúten kan.
Under dien linden
Bi húbschen kinden
Sorge můs verswinden.
Lachen
Machen
Kunnen,
Wunnen
Wol dú kint.
Eren den meien!
Singent und reien!
Ir sult úch zwien,
Heze, Meze,
Nese, Gese,
Goͤtelin!
Ich wil hoͤren, es ist zit.
Ich han der lúte nit,
Wan des reien ist ze vil;
Des ich erwinden wil.
Ir sint muͤde, dunket mich,
Es ist ungemenlich.
Schrient alle: heja! hei!
Nu ist der seite enzwei.
V.
Minne twinget mich
Mit aller kraft, das ich
Aber singe
Von der frouwen min,
Die ich minnen můs.
Wil si, so mag ir grůs
Machen ringe
Mir den pin.
Minne, wilt du mir,
Nach mines herzen gir,
Kumber wenden?
Ach, wan keme es so!
Der ich dienen sol,
Dú mac mir harte wol
-- -- -- --[47]
Fúr die grosse dro.
Minne mac den man,
Den si des vil wol gan,
Trost erzeigen,
Dem sis willeklichen tůt.
Davon kapfe ich dar.
Nu nimet si min niht war;
Si wil neigen
Mir den můt.
Minne, tůs, durh zuht,
Und twing die reine fruht,
Das si meine
Mich uf herzelieben trost!
Ich bin ane wer;
Ir kraft ist mir ein her.
Ob ich seine
Wirde erlost.
Minne ist so gestalt,
Und so manicvalt,
Si, si, mich machet alt;
Dazů bin ich gezalt
Von ir schulden.
Si tůt mir so we!
Minne, hilf enzit,
Sit mir sorge nit
Gar ane widerstrit
Nahe dem herzen lit.
Ich můs dulden
Sende klage.
Minne, tů mir schin,
Dur die fůge din,
(Sul ich din eigen sin)
Froͤide dem herzen min
Eteswenne,
Das mir leit zerge.
Minne, sit das ich dol
Grosser sorgen zol,
Mache mich froͤiden vol,
Sit ich so rehte wol
Leit erkenne
Manige tage.
Minne, hilf enzit!
Min froͤide nider lit
Nu vil lange,
Sit du mich niht troͤsten wilt.
Ich bin unerlost!
Ich habe uf dinen trost
Mit gesange
Herzeleit!
Minne, tů min war,
Oder ich sten froͤidenbar
Iemer mere,
Swa ich in dien landen bin.
Nu gedenke an mich,
Und troͤste minneklich,
Durh din ere,
Mir den sin!
VI.
Ach, herzeliebe Minne,
Nim war,
Wie gar
Mine sinne
Stellent uf die gewinne,
Das mir froͤide niht zerrinne.
Solde ich die minneklichen
Frouwen
Schouwen
Tougelichen,
Sorge mir muͤste entwichen,
Und froͤide mich herzeklichen.
Ich vil tumber
Kumber
Můs liden;
Miden
Wil mich der froͤiden gemuͤte.
Lieb, nu scheide
Sorg und leide,
Beide,
Von mir din guͤte!
Sit ich singe,
Ringe
Mir swere!
Lere
Froͤiden bin ich zaller stunde;
Davon lache,
Sorge mir swache,
Mache
Froͤide mir kunde!
Wa sol ich liebe nu vinden,
Sit mir
Von dir
Froͤide wil swinden?
Lieb, du solt mich enbinden!
Daran solt du niht erwinden!
Noch gib mir froͤiden lere
Lieplich,
Sit ich
Dur din ere
Sanc singe, swar ich kere;
Scheide mich von herzen sere!
Schoͤne
Doͤne
Singe ich dir gerne.
Lerne,
Frouwe, den sanc, die ich kroͤne.
Swinde
Enbinde,
Mich! an den herzen
Smerzen
Lide ich von kinde.
Trut, la mich min gemuͤte
Ougen
Tougen
Diner guͤte,
E das ich sender wuͤte.
Minne, mich davor behuͤte!
Sol mir din suͤsse suren,
Min můt
Der tůt
Niht wan truren.
Bi selken nachgeburen
Mag ich langer niht geturen.
Davon wende,
Swende
Mir sorge!
Borge,
Frouwe, mir lieblich vor swere.
Dine blike
Mident mich dike.
Schrike
Sint mir gevere.
Owe waffen!
Strafen
Ich dulde.
Schulde
Machet mir niht, wan dú Minne.
Frouwe, sweine
Die not alleine!
Meine
Noch mine sinne!
Trut, minneklich und reine, vil suͤsse,
Gar seldenrich, ob din guͤte mich gruͤsse!
Io bin ich tot,
Sol ich lieb niht erwerben!
Es ist ein not,
Sul ich alsus verderben.
VII.