Scenen und Erinnerungen

aus meinen Tagebüchern.

Vom Congreß zu Aachen.

September 1818.

Die liebenswürdige Mad. +Gai+ und ihre schönen Töchter +Delphine+,

Frankreichs Muse, und +Isaure+, damals das treueste Abbild eines ächt

französischen Mädchens, ausgestattet mit aller Grazie und petillirenden

Lebhaftigkeit ihrer Nation -- werden sich vielleicht noch einen Tag

ins Gedächtniß zurückrufen können, wo wir mit mehrern andern Damen,

ich weiß nicht mehr welche Ruine zu besehen, einen langen Spaziergang

machten. Das Wetter war herrlich, ein crystallner Herbsttag, ganz von

jener vollkommnen und dennoch etwas melancholischen Klarheit, die

nur dieser Jahreszeit eigen ist, und der geistigen verglichen werden

könnte, die bei uns im reiferen Alter eintritt. Die +Erinnerung+

spiegelt sich darin ab, ohne freudige Erwartung, aber nicht ohne eine

süße unbestimmte Sehnsucht. Anders ist es im Frühling, und in der

Jugend, wo aus dem blauen Himmel und der grünen Erde die +Hoffnung+ auf

tausend Neues, Nahes, Erfreuliches uns blühend entgegentritt, und die

Vergangenheit uns noch wenig beschäftigt.

Wir waren demohngeachtet diesmal in der heitersten Laune, die noch

dadurch vermehrt wurde, daß wir uns auf dem Rückweg total verirrten

und nun querfeldein wandern mußten, wobei denn die Damen allerlei

Scherz trieben und sich unter andern auch im Ueberspringen verschiedner

Feldgräbchen zu übertreffen suchten. Eine Freundin der Mad. +Gai+,

Mad. +Gail+, eine Frau von großem Talent und sehr originellem Wesen,

trug in diesen gymnastischen Uebungen den Sieg über alle davon, worüber

die erstere in komischen Zorn ausbrach. „~Consolez vous, Madame~,“

sagte ich, „~elle a un l~ (~une aile~) ~de plus que vaus~.“ „~Ah

l’horreur!~“ rief Mad. +Gai+ aus, „~on me prend mon calembourg~.“

„~Je vous jure, que je n’y connaissais pas vos droits~“ versicherte

ich, „~mais les beaux esprits rencontrent....~“ und in demselben

Augenblicke stolpere ich über einen Stein und falle ziemlich plump

meiner liebenswürdigen Antagonistin in die Arme. „~Mais Monsieur, ce

n’est pas ainsi au moins, que le beaux esprits se rencontrent.....~“

„~Madame, mille pardons~,“ stotterte ich ganz beschämt, „~c’est

pourtant la loi de l’attraction seule qui m’a ainsi entrainée, et vous

vous êtes malheureusement trop bien appercue -- qui je n’y ai pas cedé

_legérement_~.“

„~Allons~,“ erwiederte Mad. +Gai+ lachend, „~pour un Allemand vous

ne vous tirez pas trop mal d’affaire~;“ und da wir unterdeß unsere

Wagen erreicht hatten, wo sich die Gesellschaft trennte, hob ich die

genannten Damen in meine barutch, setzte mich auf den Bock und fuhr sie

mit vier stattlichen Engländern ganz stolz zur Stadt zurück.

Wir stiegen bei Mademoiselle +Lenormand+ ab, um uns wahrsagen zu

lassen, und trafen daselbst noch einige Bekannte an. Die berühmte

+Pythia+ war ein häßliches altes Weib mit ziemlich gemeinen Manieren,

schmutzigen Händen und noch schmutzigern großen Karten darin. Ich

erinnere mich von der ganzen Exhibition nur noch soviel, daß sie

einem jungen Russen sagte: ~qu’il serait pendu~; worauf dieser sehr

kaltblütig antwortete: „~au cou d’une jolie femme, j’espère~.[24]“ Mir

prophezeihte sie, daß ich in einiger Zeit in den Orient kommen, dort

durch irgend eine Begebenheit eine große Celebrität erlangen, aber auch

in einem von Wasser rings umgebenen Orte daselbst sterben würde.

Ich hörte nicht sehr auf das Weitere, da mein Fuß allmählich in einen

colossalen Pelzschuh gerathen war, der unter dem Wahrsagertische für

alle sonstigen Gäste bereit stand, und eben ein allerliebstes kleines

Weiberfüßchen dieselbe warme Stelle aufsuchte, was mich natürlich sehr

zerstreute. Viel zu schnell für mich hatte daher die Wahrsagerin uns

Allen ausprophezeiht.

Wir mußten aufbrechen, und da es schon spät war, beschlossen wir den

Rest des Abends bei Mad. +Gai+ zuzubringen. Die gefeierte Madame

+Recamier+ schmückte diesen Cirkel, der geistreiche +Koreff+ unterhielt

ihn in seiner besten Laune, unsere Wirthin übertraf sich selbst,

der General +Maison+ erzählte schlicht, aber interessant von seinen

Campagnen, ein viel versprechender Neffe des großen +Alfieri+ musicirte

mit Mad. +Gail+, kurz, die Unterhaltung brach keinen Augenblick ab, und

mischte fortwährend ~utile dulci~.

Endlich verschwand jedoch leise einer nach dem andern. Ich blieb

zuletzt. „Wissen Sie wohl,“ sagte jetzt die Frau vom Hause, „daß

meine Freundin weit besser wahrzusagen versteht, als Mademoiselle

+Lenormand+?“

„In der That? o bitte,“ wandte ich mich an Madame +Gail+, „commentiren

Sie mir also der alten Zauberin Räthsel durch eine neue Kartenlegung.“

„~Volontiers~“ erwiderte die stets Gefällige, man brachte Karten und

die Session begann. Sie vertiefte sich ganz in die starren bunten

Bilder, und sagte nur von Zeit zu Zeit etwas ziemlich Unbedeutendes.

Da schlug es Mitternacht. Sie horchte auf den Klang, blickte auf die

Karten, erblaßte, warf sie alle unter einander, und brach zu unsrem

größten Erstaunen in lautes Schluchzen aus. „Mein Gott!“ rief ich ganz

erschrocken, „was ist Ihnen? sterbe ich vielleicht noch heut Nacht, und

danke Ihrem Mitleid diese rührenden Thränen?“ --

~„Non,“ dit elle, „tranquillez vous, ce n’est pas _votre_ mort, que

j’ai vu dans les cartes -- c’est la _mienne_.“~

Wir wollten lachen, es ging aber nicht recht. Madame +Gail+, die mit

ihrer Freundin in demselben Hause wohnte, verließ kurz darauf das

Zimmer in heftiger Bewegung, auch unsere Verstimmung blieb, und als ich

bei hellem Mondschein nach Hause ging, war es mir, als würde ich von

unheimlichen Geistern begleitet.

Einige Tage darauf frug mich der Staatskanzler, ob es wahr sey, daß

ich den Gesandtschaftsposten in Constantinopel wünschte. Gott bewahre,

versicherte ich, Mademoiselle +Lenormand+ hat mir nur vorgestern dort

den Tod im Wasser prophezeiht, und ich ziehe vor, hier auf dem Trocknen

zu bleiben. Der Kanzler lachte, und es war von der Türkei zwischen uns

nicht mehr die Rede.

Drei Monat später schrieb mir Madame +Gai+ von Paris: ~Notre pauvre

amie n’existe plus. Une fluxion de poitrine l’a emportée en trois

jours. Elle s’est souvenue de vous plus d’une fois sur son lit de mort.

A minuit précise elle a rendu le dernier soupir.~

Oktober.

Eine Dame, bekannt durch ihre geistreichen Verse, sehr gesellig, eben

so tief denkend als lebhaft, eben so gelehrt als liebenswürdig, gab

heute ein Fest, das die Souveraine mit ihrer Gegenwart beehrten.

Mein Patriotismus erfreute sich an unsrem König. Er sah so schlicht

und einfach, und dennoch wie der Herr aus. Nach ihm fiel mir der Fürst

+Metternich+ auf, dessen Eigenthümlichkeit mich immer und von jeher,

selbst als ich, noch sehr jung, ihn in Dresden seine große Laufbahn als

dortigen Gesandten beginnen sah, immer anzog, besonders aber dann am

meisten frappirte, wenn ich ihn in Gesellschaft Höherer, als er selbst

ist, beobachtete. Es ist unmöglich, sich dann nicht zu sagen, daß ein

Mann wie er zum Dirigiren geboren sey, wo er auch stehe. Und wahrlich,

er versteht es wie Wenige. +Dieser+ ist kein Ideologe, aber Deutschland

hat ihm mehr zu verdanken, als es annoch vielleicht einsieht. Weit

höher als +Kaunitz+ wird ihm die Geschichte einst seine Stelle neben

einem +Richelieu+, +Cecil+, und andern +wahrhaft+ großen, ihre Zeit

fördernden, wenn gleich zuweilen im Antagonismus mit ihr erscheinenden

Ministern nicht versagen können.

Es ist gewiß die größte Thorheit, von einem solchen Manne zu verlangen,

sich nach allgemeinen Theorieen zu bequemen.

Der Fürst +Metternich+, in Frankreich, in England, in Preußen würde

überall ein ganz Anderer scheinen, in Hinsicht auf sein äußeres Wirken,

und doch immer er selbst bleiben, d.h. mit kurzen Worten: ein +seine

Stellung verstehender+ Mann.

So ist er auch jetzt in Oestreich nur das, was er dort seyn kann

und muß -- aber eben deßhalb mögen sich Andere wahren, wenn einmal

Oestreichs Interesse mit dem ihrigen in Collision kommen sollte.

Uebrigens weiß der Fürst +Metternich+ ebensowohl der Eitelkeit zu

schmeicheln, als die Arroganz zu demüthigen, oder ihr zuvorzukommen.

Hierüber theilte mir heute früh ein Freund folgende kleine

charakteristische Scene mit.

„Bei der Art von Cour, die der Fürst Abends hält, sagte er, ließ er

gestern zwei vornehme Russen von Einfluß, und aus der nächsten Suite

des Kaisers, über eine Stunde lang antichambriren, obgleich wir

Alle recht gut den immer mit Absicht handelnden Fürsten in seinem

Kabinet, dessen Thüren halb offen standen, sehen konnten, wie er mit

Kunstgegenständen beschäftigt, darin gemächlich auf- und abgieng,

und sogar zuweilen auf den Boden niederkniete, um selbst Gemälde

aufzurollen, während ein daneben stehender Künstler ihm dies und jenes

dabei zu erklären schien. Schon hatten die Russen viele Zeichen

beleidigter Ungeduld gegeben, da trat der kleine Graf M. herein, sah

sich flüchtig im Saale um und wollte eben wieder umkehren, als einer

der russischen Generale ihn zurückhielt, und nicht ohne sichtliche

Empfindlichkeit bat, doch den Fürsten auf +ihre+ Gegenwart aufmerksam

zu machen. Der Graf ging, und es dauerte abermals eine fast eben

so lange Zeit, ohne daß die Scene im Cabinet sich irgend merklich

geändert hätte. Endlich erschien er wieder, und mit jener übertriebenen

Höflichkeit, die man höhnisch nennen könnte, erschöpfte er sich in

Entschuldigungen, daß der Fürst untröstlich sey, durch die wichtigsten

Geschäfte heute abgehalten zu werden, die Ehre des Besuches der Herren

annehmen zu können. Mit Sturmschritten eilten nun, nach wenigen

bittersüßen Phrasen, die nordischen Krieger entrüstet davon, und ich

ihnen nach, da ich nur, um den Ausgang des interessanten Vorfalls

abzuwarten, so lange geblieben war. Ich mag es nicht leugnen, mein

deutsches Herz fühlte eine kleine Schadenfreude darüber, denn, dachte

ich bei mir, hätten wir einen deutschen Kaiser, sein erster Minister

brauchte wahrlich nicht...... doch warum soll ich weiter sagen was ich

dachte. Gedanken sind zollfrei, aber sie dürfen noch nicht die Grenze

passiren.“

Der Herzog von +Richelieu+ fiel ebenfalls durch die Würde und Eleganz

seiner Manieren, und überdem noch durch ein aschgraues Gesicht auf, dem

alles Blut aus den Wangen gewichen zu seyn schien, ein Aussehn, was für

den damaligen Premier-Minister Frankreichs recht gut paßte. Man mußte

übrigens oft unwillkürlich an des Herrn von +Talleyrand+’s Wort denken:

~C’est l’homme de France, qui connait le mieux les affaires d’Odessa~,

denn alle Augenblicke sprach ihm Jemand von diesem Orte, um sich

angenehm zu machen, ohne daß diese Affectation dem Herzog aufzufallen

schien.

Der Kaiser von Rußland war ungemein herablassend. Er nahm verschiedenen

Damen die Theetassen ab und entzückte Alles durch seine Affabilität.

Die ihn umgebenden Russen ahmten mit Glück dem hohen Vorbilde nach.

+Capo d’Istrias+ machte hiervon die einzige Ausnahme. Dieser schien

fast für sich allein stehen zu wollen.

Was ist die Ursach, daß Niemand nach Oestreich kommen kann, ohne ein

Gefühl zu haben, als sey es Sonntag, wie kömmt es, daß Niemand, kein

Deutscher wenigstens, den Oestreich’schen Kaiser sehen kann, ohne sich

ihm herzlich und ehrfurchtsvoll zugethan zu fühlen? Es ist ein eigner

Zauber über Herr und Land dort ausgebreitet, der sich in der Geschichte

gar sehr und oft bemerkbar gemacht hat, den man aber dennoch vielleicht

schneller fühlt, als definiren kann. Die Persönlichkeit thut viel

dabei, aber bei weitem nicht Alles.

Viele Blicke zog der Herzog von +Wellington+ auf sich. Damals glänzte

er noch im militairischen Lorbeerkranz allein, die Civildornenkrone war

noch nicht auf diesen gedrückt worden. Er sah stolz und vornehm aus.

Sein Gesicht verrieth Nachdenken und Kraft, aber wenig Genie, eine zwar

ganz ausgefüllte, aber enge Peripherie.

Lord +Castlereagh+, blaß und kummervoll lächelnd, glich einem Vampyr,

dem die Nahrung ausgegangen ist, der Staatskanzler +Hardenberg+ neben

ihm, einem edlen, feinen und genialen, aber bereits große Spuren

der Schwäche verrathenden, Greise. Sein Anstand war zwar ganz der

eines vollendeten Weltmannes, aber im Vergleich mit dem des Fürsten

+Metternich+ weniger gebietend und ungezwungen, ja manchmal fast timide

zu nennen.

Eine wahre antike Gruppe bildete der alte, sich damals in Ungnade

befindende, General +Benningsen+ mit seiner Frau. Schon beinahe ganz

blind, mit schlohweißem, gelocktem Haar, groß, imposant, leidend und

abgemagert, erinnerte er, von der schönen jungen Polin geführt, lebhaft

an Belisar. Er erweckte auch außerdem noch manches ernste Nachdenken.

-- Seine Conversation entsprach jedoch diesem ausdrucksvollen Aeußern

wenig. Er redete von nichts, als Pferden und der Schlacht von Eylau, wo

es doch grade nur an ihm lag, wie Viele behaupten, daß +Napoleon+ nicht

schon damals eine complete Niederlage erlitt. Der vortreffliche Rath

des preußischen Generals scheiterte an seiner Aengstlichkeit.

Jetzt setzte sich Madame +Catalani+ ans Fortepiano. Der russische

Kaiser, stets dienstfertig, rückte ihr das Notenpult zurecht. Sie

begann: ~God...~ in dem Augenblick erschallte ein Posthorn dermaßen

schmetternd unter den Fenstern des niedrigen Hauses, daß, nicht ohne

einiges verbissene Gelächter der Umstehenden, die erhabene Sängerin

einhalten mußte. Die Deligence fuhr vorüber, und sie begann von neuem:

~God save....~ aber weiter kam sie wieder nicht, denn der Beiwagen mit

einem gleich musikalischen Postillon war seiner Prinzipalin nachgeeilt,

und leider ertönte das zweite Posthorn noch falscher als das erste.

Jetzt war an keinen Ernst mehr zu denken, Alles lachte laut, und die

bestürzte Sängerin mußte erst wieder eine Rhabarberwurzel kauen (welche

Madame +Catalani+ stets bei sich führte), ehe sie von neuem intoniren

konnte. Diesmal gelang es ihr jedoch, ohne weitere Unterbrechung, ~God

save the king~ vollständig heraus zu bringen.

Ich nahm beim Nachhausefahren einen Grafen mit, dem seine Grafschaft

abhanden gekommen war, und der die Verlorne auf dem Congresse wie eine

Stecknadel suchte, einstweilen aber, außer seiner altholländischen

Uniform, nichts mehr sein nannte. Es war ein komischer Alter, dem

das Unglück wenig von seinem ~Embonpoint~ genommen hatte, denn die

abgetragene Uniform saß noch so prall über seinem dicken Bauche, als

hätte, wie bei einem unserer verstorbenen Gardemajors, ein eiserner

Faßreifen sie zusammen gehalten.

Er machte sich über viele der eben von uns verlassenen Carricaturen

nicht ohne Laune, zuweilen sogar mit Bitterkeit, lustig. Es gab aber

auch wirklich seltsame Wesen darunter! Der Lady C.... gebührte vor

allen der Rang. Ihre Toilette, ihre Figur, ihre Conversation, alles war

aus einem Stücke. Mit ihrem tiefen Organ, ihrer colossalen Gestalt,

ihrem ungeheuren Busen, ihren, bei jedem Wort nickenden Straußfedern

auf dem Haupte, erschien sie zu gleicher Zeit wie der Champion, und

auch wie die Amme von Altengland. Ich habe schon früher einmal

erwähnt, daß sie gewöhnlich das Hosenband ihres Mannes als Trophäe

auf der Stirn trug. Wer ihr aber vollends im Negligee, in zwei bis

drei Ueberröcke gehüllt, ein großes, rothes Tuch um den Mund gebunden,

und einen breitkrämpigen Hut auf den Kopf gestülpt, früh zu Pferde

begegnete, hätte darauf geschworen, den verkleideten Falstaff in den

lustigen Weibern zu Windsor in eigner Person vor sich zu sehen.

Deutsche Damen gab es wenig in Aachen, die wenigen waren aber ein

Muster der Liebenswürdigkeit. Ich nenne nur die Fürstin von Thurn und

Taxis und ihre reizende jüngere Tochter. Damit es aber doch auch hier

an einem lächerlichen Elemente nicht fehle, (so gut hatte die erfahrne

Wirthin für Alles gesorgt) declamirte +Elise Bürger+, roth und weiß

angestrichen wie ein Perückenstock, mit schauderhaftem Pathos:

Da unten aber ist’s fürchterlich!

Und der Mensch versuche die Götter nicht,

Und begehre nimmer und nimmer zu schauen,

Was sie gnädig bedecken mit Nacht und Grauen.

Aus neuerer Zeit.

In einem Buche, das viel gelesen wird, und manche ergötzliche Anekdote

enthält, obgleich es untrügliche Zeichen an sich trägt, daß es nicht

von einem Manne geschrieben ist, der in der großen Welt und in der

guten Gesellschaft einheimisch war, vielmehr nur einem Verfasser

angehört, „~qui a ecouté aux portes~“ wie der ~Abbé Voisenon~ es so

treffend bezeichnet, -- in diesem Buche, sage ich, wird über die

Geschichte eines dänischen Staatsgefangenen, des Baron +Müller+,

absichtlich ein geheimnißvolles Dunkel verbreitet, und diesem Manne

eine Wichtigkeit beigelegt, die er keineswegs verdient.

Da ich ihn gut gekannt und wider meinen Willen in Verhältnisse mit ihm

gerieth, die ihn vollkommen charakterisiren werden, so mögen sie hier

als Berichtigung einen Platz finden.

Herr von +Müller+ war nichts als ein vollendeter Avanturier, der sich

überdies nur aus eigner Machtvollkommenheit zum Baron und Obristen

gestempelt hatte, und wenn er in Dänemark als Offizier der Ehrenlegion

aufgetreten ist, auch diese Decoration sich nur selbst ertheilt haben

kann.

Er hatte allerdings ein imposantes Aeußere mit dem Anstrich eines

Mannes von Welt, und da es ihm nicht an persönlichem Muth gebrach, (den

er jedoch, wie die Folge lehren wird, nie +unnütz+ verbrauchte), so

war es einer seiner Haupterwerbungszweige, durch Herausforderungen und

Händelsuchen sich Ansehn und Geld zu verschaffen.

Ich war noch sehr jung und unerfahren, als ich ihn in der Schweiz

kennen lernte, wo er sich an mich drängte, mir durch seine

gravitätischen Windbeuteleien, die ich alle für baare Münze nahm,

leicht imponirte, und während meines vierzehntägigen Aufenthalts

in....., dort ziemlich auf meine Kosten zu leben wußte. Einige warnten

mich zwar vor ihm, und sagten mir unter andern, daß er sich mit

seiner Familie gänzlich überworfen habe, und diese wegen schlechter

Streiche nichts mehr von ihm wissen wolle, da er indeß selbst dies

Verhältniß gar nicht leugnete, ihm aber nur ganz andre, für ihn

ehrenvolle Motiven unterlegte, so achtete ich wenig darauf, um so

weniger, da ich in dieser Zeit selbst mit meinem Vater auf einem für

mich höchst traurigen, gespannten Fuße stand, und gewissermaßen in

einem freiwilligen Exil im Auslande lebte. Mit dem leichtsinnigen

Vertrauen der Jugend theilte ich Herrn v. +Müller+ alle diese Umstände

mit, und äußerte sogar einmal, daß ich mit dem Gedanken umginge, gegen

die Versicherung einer lebenslänglichen Rente dem von meinem Vater

gewünschten Familienbesitz ganz zu entsagen.

Er erwiderte mit Welterfahrung, daß ich dies ja nicht thun möchte, Zeit

brächte Rosen, und ich würde eine solche übereilte Handlung später

gewiß bereuen.

Bald nachher reiste ich ab und das Jahr darauf sah ich Herrn v.

+Müller+ (damals noch nicht Baron) in Straßburg wieder, wo er bei

des Kaiser Napoleons Durchreise diesem, mit einer Schweizerischen

Miliz-Uniform bekleidet, die +kein+ Ehrenlegionskreuz schmückte, eine

Petition überreichte, auf welche Napoleon jedoch keine Rücksicht nahm.

Er befand sich angeblich dadurch in große Verlegenheit gesetzt,

und gern würde ich ihm geholfen haben, wenn ich mich nicht selbst,

wie er auch wohl sah, zu jener Zeit gleichfalls in sehr knappen

Geldverhältnissen befunden hätte.

Viele Jahre waren seitdem verflossen und, wie man denken kann, eine so

flüchtige Erscheinung, wie die des Herrn v. +Müller+, mir gänzlich aus

dem Gedächtniß geschwunden.

Mein Vater war unterdeß gestorben und ich in den Besitz meines

Vermögens getreten. Es war die Jagdzeit eben angegangen und mein Schloß

mit mehreren angesehenen Fremden gefüllt, als ich folgendes lakonische

Billet erhielt.

Theuerster Freund!

Wie freue ich mich, daß mein guter Rath so schöne Früchte getragen hat!

Ich komme auf einige Wochen diese Früchte mit Ihnen gemeinschaftlich zu

genießen, wo wir uns der alten ungünstigern Zeiten fröhlich erinnern

wollen.

Ganz der Ihrige

Baron v. +Müller+.

Vergebens zerbrach ich mir den Kopf über den Schreiber dieses Billets,

ein theurer Freund, ein Baron v. +Müller+, der mir einen guten Rath

ertheilt! Ich begriff durchaus nicht wer dies seyn könnte. Lächelnd

zeigte ich der Gesellschaft an, daß unser kleiner Kreis in Kurzem

durch einen räthselhaften Fremden vermehrt werden würde, der, obgleich

er mein theuerster Freund sey, mir doch bis jetzt durchaus unbekannt

bliebe, und las hierauf den empfangenen Brief vor. Einige hielten das

Ganze für einen Scherz, Erfahrnere kamen der Wahrheit näher.

Am andern Tage, als wir beim Frühstück saßen, meldete man mir die

Ankunft eines Fremden, der so eben über die Zugbrücke fahre.

Neugierig ging ich ihm sogleich entgegen, und sah eine höchst seltsame

altväterische Kutsche mit einem großen Koffer, aber ohne alles

andere Gepäck noch Bedienten, und mit vier Postpferden bespannt, auf

den Schloßhof fahren. Ich ging an den Schlag. Ein langer, mir ganz

unbekannter Mann saß darin, der mich auch nicht erkannte und daher

frug, ob der Graf..... zu Hause wäre? Er sey der Baron +Müller+. Jetzt

erst dämmerte in mir die Erinnerung des schweizerischen Bekannten

auf, der ganze Aufzug, wie die Person selbst machte aber einen so

zweideutigen Eindruck auf mich, daß ich mich ihm zwar nannte, zugleich

aber sehr kühl mein Bedauern zu erkennen gab, ihn hier nicht logiren zu

können, da mein Haus ganz voll sey, und schließlich bat, im Gasthofe

abzusteigen, mir aber das Vergnügen seiner Gesellschaft heut Abend um 7

Uhr bei Tisch zu gönnen, worauf ich mich schnell empfahl und nur einen

Diener zurückließ, mit dem Befehl, den Postillon nach dem Gasthof zu

geleiten.

Der Herr Baron verschluckte die Pille und erschien in etwas

abgetragener, aber sonst eleganter Kleidung zum ~diné~, jedoch in

sichtbar gereizter Laune, wie zu erwarten stand. Wir hatten unterdessen

schon erfahren, daß die altvätrische Kutsche sammt dem leeren Koffer

auf der nächsten Station, wo der Baron mit der ordinairen Post

angekommen, nur um Effect zu machen, gemiethet worden war, und die

etwas aristokratische Gesellschaft empfing ihn daher nicht zum besten.

Ich hingegen, zufrieden ihn aus dem Hause entfernt zu haben, kannte

meine Pflichten als Wirth zu gut, um ihn jetzt nicht mit gleicher

Artigkeit, wie alle meine übrigen Gäste zu behandeln. Er spielte

indeß die Rolle des Pikirten und Gekränkten fort, und nahm während

Tisch jede Gelegenheit wahr, dies zu zeigen. Im Grunde konnte ich es

ihm, mich an seine Stelle setzend, gar nicht verdenken, obgleich ich

mir selbst schuldig gewesen war, so zu handeln, wie ich es gethan,

und überhörte daher gutmüthig, was zu überhören war. Endlich aber

ward es mir doch zu arg. Ich hatte viele englische Sitten in meinem

Hause eingeführt, obgleich ich selbst noch nie in England gewesen

war, und als über solche im Allgemeinen gesprochen wurde, bemerkte

Herr v. +Müller+ höhnisch: es sey eine Lächerlichkeit, die ihm oft

auf dem Continente vorgekommen sey, daß dortige Anglomanen Gebräuche

einführten, die nur ihre Unwissenheit für englische Mode hielte,

während Leute, die selbst England gesehen hätten, sich über dergleichen

herzlich lustig machen müßten. -- Dies verdroß mich und ich erwiderte

schnell: es käme noch immer darauf an, wer unter den beiden Theilen

recht habe, da Viele England besuchten, die nicht geeignet wären,

dort in die gute Gesellschaft aufgenommen zu werden, und daher ihre

Erfahrung nur aus Kneipen und der Cameradschaft mit Glücksjägern, als

ihnen allein bekannte Norm für englische Sitten, geschöpft hätten.

Die schon übel disponirte Gesellschaft lachte beifällig. Herr v.

+Müller+ schwieg, verließ uns aber gleich nach aufgehobener Tafel ~à la

française~, was uns Allen sehr angenehm war.

Am andern Tage ritt ich mit Frau von +Bothmer+, der Gemahlin des

hannöverischen Gesandten in Dresden, spazieren, und ein demüthigender

Zufall für Herrn v. +Müller+, fügte es so, daß wir ihm, der vor einigen

Stunden erst abgereist war, in einem Fuhrmannswagen, auf Stroh sitzend,

begegneten. Er zog zwar schnell die Mütze übers Gesicht, mußte aber die

Ueberzeugung mitnehmen, daß wir ihn erkannt, obgleich wir Zartgefühl

genug besaßen, ihm dies, einen augenblicklichen Ausruf des Erstaunens

der Frau v. +Bothmer+ abgerechnet, nicht bemerkbar zu machen.

Acht Tage darauf bekam ich aus einer nicht sehr entfernten Stadt eine

Ausforderung vom Herrn v. +Müller+. Obgleich mir nun sehr klar vor

Augen lag, zu welcher Klasse Menschen er gehörte, glaubte ich mich doch

noch nicht berechtigt, ihm die verlangte Genugthuung zu versagen, um so

mehr, da es mir in der damaligen Zeit auf ein Duell mehr oder weniger

eben nicht sehr ankam. Ich gab dem Baron also ~Rendez-vous~ an der

preußischen Grenze, wo ich ein Gut besaß, und reiste sogleich mit zwei

noch lebenden Freunden als Zeugen dahin ab. Wer aber nicht kam, war der

Herausforderer, statt seiner erschien ein Brief, worin er erklärte,

daß ihn sein Secundant im Stich gelassen, und er gegründetes Bedenken

getragen, sich allein in meine Hände zu liefern.

Diese alberne Wendung war wahrscheinlich nur der Erfolg seiner

Ueberzeugung, daß das Project auf meine Casse, welches ihn zu mir

geführt, gänzlich gescheitert sey, und er es daher nicht mehr der Mühe

werth hielt, sich noch einem Pistolenschuß auszusetzen -- denn mit der

Hoffnung, etwas zu verdienen, würde er ihn nicht gescheut haben.

Wieder waren mehrere Jahre verflossen, als ich 1814 in der alliirten

Armee als General-Adjutant des Großherzogs von W. dienend, nach

Napoleons Abdankung mich in Paris befand. Ich ging eben über den

Vendome-Platz, als ein Mann mir mit eiligen Schritten folgte und mir

hastig zurief: „Ich komme jetzt, mein Herr Graf, mir die noch schuldige

Genugthuung von Ihnen auszubitten.“ Es war Herr v. +Müller+. Ich

erwiederte ihm ganz ruhig, er habe die einzige Gelegenheit dazu auf

eine ehrlose Art versäumt, und möge sich jetzt eilig und auf der

Stelle fortbegeben, oder ich würde ihn als einen Vagabunden, der er

wäre, arretiren lassen.

Dies wirkte, und er ging, allerlei Drohungen murmelnd, seines Weges.

Ich hielt es indessen doch für rathsam, mir einen so zudringlichen

und ganz gemeinen Abentheurer nun für immer vom Halse zu schaffen,

ging daher zu dem Feldmarschall +Blücher+, da mein Chef abwesend

war, benachrichtigte ihn von dem ganzen Verlauf der Sache und bat

um Verhaltungsbefehle. Der Fürst theilte meine Ansicht, und trug

unserm berühmten Landsmanne, dem Grafen +Nostitz+ auf, die Sache

zu beseitigen. Am nächsten Morgen schon erhielt ich den Besuch des

französischen Polizei-Directors, der mir ankündigte, daß man das

ohnehin des Spionirens verdächtige Subject eingesteckt habe. -- Zwei

Monate später begegnete ich indeß wider Erwarten demselben Individuo

abermals, und zwar in London auf der Treppe eines Gasthofes. Diesmal

that er aber, als ob er mich nicht kenne, und ich deßgleichen. Bald

nachher hörte ich, noch in England, von seinem, in diesem Fall ernster

gewordenen, Duell mit dem schwedischen Grafen L.... und seiner

definitiven Einsperrung in Dänemark, wo er, glaub’ ich, geendet, oder

auch vielleicht noch lebt.

Es war, wie bei vielen dergleichen Leuten, Schade um ihn, denn die

Natur hatte ihn wohl begabt. Aber Umstände machen den Menschen. Mancher

Räuberhauptmann wäre auf dem Throne ein Alexander geworden, mancher

verachtete Glücksjäger auch ein Mann von hohem Ansehn, wenn sich eben

das liebe Glück nur zeitiger hätte wollen erjagen lassen!

Die Luftfahrt.

September 1817.

Ich war kaum von einer schweren Krankheit halb genesen, als Herr

+Reichhard+ nach Berlin kam, und auch mir seinen Besuch machte,

um sich Empfehlungen zu verschaffen.

Herr +Reichhard+ ist ein gebildeter Mann, und seine Erzählungen

erweckten eine große Lust in mir, auch einmal im Reiche der Adler mich

um zusehen.

Wir wurden bald einig, +er+ gab seinen Ballon her und +ich+

trug die Kosten, beiläufig gesagt, eine nicht ganz unbedeutende

Ausgabe, denn sie kam mich auf 600 Rthlr. zu stehen. Das mir

bevorstehende Vergnügen war aber wahrlich nicht zu theuer dadurch

bezahlt.

Der Tag, den wir wählten, war einer der schönsten, kaum ein Wölkchen

am Himmel zu erblicken. Halb Berlin hatte sich auf Plätzen und

Straßen versammelt, und mitten aus der bunten Menge erhoben wir uns,

sobald ich die Gondel bestiegen, langsam gen Himmel. Diese Gondel

war freilich nicht größer als eine Wiege, die Netze aber, die sie

umgaben, verhinderten jeden Schwindel, wenigstens kann ich nicht

sagen, daß mich, ohngeachtet meiner Schwäche nach eben überstandener

lebensgefährlichen Krankheit, auch nur das mindeste unangenehme Gefühl

angewandelt hätte.

Wir stiegen so allmählig auf, daß ich noch vollkommen Zeit hatte,

mehreren Damen und Herren meiner Bekanntschaft freundliche Winke und

Grüße aus der Höhe zuzusenden. Nichts Schöneres kann man sich denken,

als den Anblick, wie nach und nach die Menschenmenge, die Straßen, die

Häuser, endlich die höchsten Thürme immer kleiner und kleiner wurden,

der frühere Lärm erst in ein leises Gemurmel, zuletzt in lautloses

Schweigen überging, und endlich das Ganze der verlaßnen Erde gleich

einem Pfyfferschen Relief sich unter uns ausbreitete, die prächtigen

Linden nur noch einer grünen Furche, die Spree einem schwachen Faden

glich, dagegen die Pappeln der Potsdamer Allee riesenmäßige, viele

Meilen lange Schatten über die weite Fläche warfen.

So mochten wir mehrere tausend Fuß gestiegen und einige Stunden sanft

fortgeweht worden seyn, als sich ein neues, noch weit grandioseres

Schauspiel +vor+ uns entfaltete. Rund umher am Horizont stiegen

nämlich drohende Wolken schnell nach einander empor, und da man sie

hier nicht, wie auf der Erde bloß an ihrer untern Fläche, sondern

im Profil in ihrer ganzen Höhe sah, so glichen sie weit weniger

gewöhnlichen Wolken als ungeheuren, schneeweißen Bergketten von den

phantastischsten Formen, die sich alle über uns hinweg stürzen zu

wollen schienen.

So rückten sie, ein Coloß den andern drängend, von allen Seiten uns

umzingelnd, immer näher heran. Wir aber stiegen noch schneller,

und waren schon hoch über ihnen, als sie endlich in der Tiefe

zusammenstießen, und wie ein vom Sturm bewegtes, wogendes Meer, sich

über und durch einander wälzten, und die Erde bald gänzlich unserm

Blick entzogen. Nur zuweilen zeigte sich hie und da ein unergründlicher

Schacht, vom Sonnenlichte grell erhellt, wie der Krater eines

feuerspeienden Berges und schloß sich dann wieder durch neue Massen,

die in ewigem Gähren, bald blendend weiß, bald dunkel schwarz, fort und

fort hier sich hoch über einander thürmten, dort bodenlose Spalten und

Abgründe bildeten.

Nie habe ich auf Bergen etwas ähnliches erlebt. Denn auf solchen

Standpunkten wird man durch das große Volumen des Berges selbst zu sehr

gehindert, und kann daher irgend Vergleichbares nur in der Entfernung

oder einseitig gewahren, hier aber wird nichts von dem erhabnen

Himmels-Schauspiel dem Auge entzogen.

Höchst seltsam ist auch das Gefühl totaler Einsamkeit in diesen, von

allem Irdischen scheinbar abgezogenen, Regionen. Man könnte sich fast

schon auf dem Wege hinüber glauben, als eine Seele, die zum Jenseits

aufflöge. Die Natur ist hier ganz lautlos, selbst den Wind bemerkt man

nicht, da man ihm keinen Widerstand leistet, und mit dem leisesten

Hauche fortgeweht wird. Nur um sich selbst drehte zuweilen die kleine

Wiege mit ihrem colossalen Ball sich, gleich einem Vogel Rock der sich

im blauen Aether schaukelt.

Voller Entzücken stand ich einmal jähling auf, um noch besser

herabzuschauen. Da bemerkte Herr +Reichhard+ kaltblütig, ich

möchte das nicht thun, denn bei der Eile, mit der Alles gegangen, sey

der Boden der Gondel nur angeleimt, und könne leicht abgehen, wenn

nicht behutsam mit ihm verfahren würde.

Man kann sich denken, daß ich unter solchen Umständen mich fortan so

ruhig als möglich verhielt. Die erwähnte Eile schien auch bei der

Füllung obgewaltet zu haben, so wie bei der Ballast-Provision, denn

wir fingen bereits an zu sinken, und mußten mehreremale von dem sparsam

werdenden Ballast auswerfen, um wieder zu steigen.

So hatten wir fast unvermerkt uns in das Wolkenmeer getaucht, das

uns nun ringsum, wie dichte Schleier umgab, durch welche die Sonne

nur wie der Mond schien, eine Ossian’sche Beleuchtung von seltsamer

Wirkung, die eine geraume Zeit anhielt. Endlich zertheilten sich die

Wolken und schifften nur noch einzeln am wieder klaren, azurnen Himmel

umher. Als sollte nun unsrer glücklichen Fahrt auch keins, selbst der

seltensten, Ereignisse fehlen, so erblickten wir jetzt erstaunt auf

einem der größten Wolkengebürge eine Art ~fata morgana~, das treue

Abbild unserer Personen und unsres Balles, aber in den colossalsten

Dimensionen und von bunten Regenbogenfarben umgeben. Wohl eine halbe

Stunde schwebte uns das gespenstige Spiegelbild fortwährend zur

Seite, jeder dünne Bindfaden des uns umgebenden Netzes zum Schiffstaue

angeschwollen, wir selbst aber gleich zwei unermeßlichen Riesen auf dem

Wolkenwagen thronend.

Gegen Abend ward es wieder trübe in der Höhe. Unser Ballast war

verbraucht und wir fielen mit beunruhigender Schnelle, was Herr

+Reichhard+ an seinem Barometer wahrnahm, denn der Empfindung ward

nichts davon kund.

Ein dichter Nebel umgab uns eine Weile, und als wir nach wenig Minuten

durch ihn herabgesunken waren, lag plötzlich von neuem die Erde im

hellsten Sonnenschein unter uns, und die Thürme von Potsdam, die wir

schon deutlich unterscheiden konnten, begrüßten uns mit ihrem freudigen

~Carillon~.

Unsere Lage war jedoch diesem festlichen Empfang gar nicht angemessen.

Schon hatten wir beiderseits, um uns leichter zu machen, unsere Mantel

herausgeworfen, so wie einen gebratnen Fasan und zwei Bouteillen

Champagner, die wir zum Abendessen mitgenommen, und wir lachten im

Voraus bei der Voraussetzung, welches Erstaunen diese Meteore bei den

Landbewohnern erregen würden, wenn etwa einem oder dem andern auf dem

Felde Schlafenden der gebratne Fasan ins Maul, oder der Wein vor die

Füße fiele, oder gar auf den Kopf, wo der Champagner, statt heiteren

Rausches, als vernichtender Donnerkeil wirken könnte.

Wir selbst aber waren, gleich jenen Gegenständen, im vollkommensten

Fallen begriffen, und sahen dabei nichts weiter unter uns als

Wasser (die vielen Arme und Seen der Havel) nur hie und da mit Wald

untermischt, auf den wir uns möglichst zu dirigiren suchten. Der Wald

erschien mir aus der Höhe nur wie ein niedriges Dickigt, dem wir uns

jetzt mit größter Schnelle näherten. Es dauerte auch nicht lange, so

hingen wir wirklich in den Aesten eines dieser -- Sträucher. Ich

machte schon Anstalt zum Aussteigen, als mir Herr +Reichhard+

zurief: Ums Himmels willen! rühren Sie sich nicht, wir sitzen fest

auf einer großen Fichte! So sehr hatte ich in Kurzem den gewöhnlichen

Maßstab verloren, daß ich mehrere Secunden bedurfte, ehe ich mich

überzeugen konnte, daß seine Behauptung ganz wahr sey.

Wir hingen indeß ganz gemächlich in den Aesten des geräumigen Baumes,

wußten aber durchaus nicht, wie wir herunter kommen sollten. Lange

riefen wir vergebens um Hülfe, endlich kam in der schon eingetretenen

Dämmerung ein Offizier auf der nahen Landstraße hergeritten. Er hielt

unser Rufen zuerst für irgend einen ihm angethanen Schabernak und

fluchte gewaltig. Endlich entdeckte er uns, hielt höchst verwundert

sein Pferd an, kam näher, und schien immer noch seinen Augen nicht

trauen zu wollen, noch zu begreifen, wie dies seltsame Nest auf die

alte Fichte gerathen sey. Wir mußten ziemlich lange von unsrer Höhe

peroriren, ehe er sich entschloß nach der Stadt zurück zu reiten, um

Menschen, Leitern und einen Wagen zu holen. Zuletzt ging Alles gut von

statten, aber in dunkler Nacht erst fuhren wir in Potsdam ein, den

wenig beschädigten, nun leeren Ballon in unsern Wagen gepackt, und die

treue Gondel zu unsern Füßen. Im Gasthofe zum Einsiedler, der damals

nicht der beste war, hatten wir leider reichliche Ursach, den Verlust

unsres mitgenommenen ~soupé~’s bitter zu beklagen, da wir keine

andre Würze des neuen, als den Hunger auftreiben konnten.

Acht Tage nachher brachte mir ein Bauer meinen Mantel wieder, den ich

noch besitze, und fünfzehn Jahre darauf, als ich mit einem preußischen

Postmeister in ein ziemlich lebhaftes ~pour parler~ gerieth,

weil er mich über die Gebühr auf Pferde warten ließ, sah mich dieser

plötzlich mit der freundlichsten Miene von der Welt an und rief: „Mein

Gott, Sie sind ja der Herr, den ich aus dem Luftballon gerettet habe

-- jetzt erkenn’ ich Sie an Sprache und Gesicht. Da mußten Sie noch

länger auf Pferde warten“ setzte er lächelnd hinzu, „also beruhigen

Sie sich jetzt nur.“ Was eine solche Erinnerung nicht thut! Der Mann,

der früher auch den Befreiungskrieg mitgefochten, kam mir nach der

gemachten Eröffnung nun höchst liebenswürdig vor, und von Erzählung

zu Erzählung übergehend, warteten zuletzt die Pferde, jetzt durch

meine Schuld, so lange, daß das ungeduldige Blasen des Postillons mich

mehreremale mahnen mußte, ehe ich, dem biedern Veteranen die Hand

drückend, wahrscheinlich den letzten Abschied von ihm nahm.

Ich glaube, lieber Leser, es ist aber Zeit, auch von Dir Abschied

zunehmen, doch nur, bis wir im zweiten Bändchen uns wieder finden.

Bist Du mir gern bis hierher gefolgt, so versuchst Du es wohl auch noch

länger. ~Nil desperandum! Cras ingens iterabimus aequor.~

Ende des ersten Bandes.

Fußnoten:

[1] Dies kann auch wohl nur der Grund seyn, warum Börne’s Briefe in

den Preußischen Staaten verboten worden sind, wahrscheinlich auf

Reclamation des Oberpostmeisters, dem bei einem so durchbrechenden Styl

vielleicht für seine Schnellpostwagen bange geworden ist. Denn aus

politischen Gründen sie zu verbieten, wäre wohl ein großer Mißgriff, es

müßte denn aus Dankbarkeit geschehen seyn, um einem Buche, das offenbar

im Interesse aller Legitimität geschrieben ist, einen noch bessern

Absatz zu verschaffen.

[2] Ich habe alle Ursache zu glauben, daß obiger Brief vom Fürsten

von Muskau geschrieben worden ist und suchte deshalb gerade diesen

aus, weil mein Doppelgänger sich gewiß gehütet haben würde, eine so

treffende Schilderung seiner selbst ins Publicum kommen zu lassen.

Das ist der Anfang meiner Rache. Es wird aber noch besser kommen.

Der Verfasser.

[3] Lateinische Brocken sind doch hoffentlich erlaubt, wenn man mir

auch die französischen untersagt hat.

[4] Siehe Faust von Göthe und die Kirchenzeitung.

[5] Ein andrer Missionair, welcher, statt selbst zu essen, gegessen

werden sollte, aber noch mit dem Scalpirtwerden davon kam, dichtete und

sang, während dieser Operation, folgenden erbaulichen Vers:

Ich bin Jesu Korn, das er sich steckte, --

Und nun werd’ ich gemahlen.

Würd’ ich ausgebacken, daß ihm’s schmeckte,

Wär’ mein Glück nicht zu bezahlen.

[6] Meine Leserinnen werden sich diese beiden lateinischen Worte leicht

von einem Hausfreunde übersetzen lassen können.

[7] Wo der große Comet wiederkömmt, und gleich große andere Dinge zu

erwarten stehen sollen.

[8] Wie wir jetzt aus englischen Blättern erfahren, ist zwar die ganze

Anhäufung dieses Vermögens jährlich regelmäßig gestohlen worden (von

wem constatirt nicht). Dieß kann meinem Phantasiebild jedoch keinen

Eintrag thun; auf diesem Felde erstatte ich dem jungen Manne Alles

wieder, wie es sein Aelter-Vater ihm bestimmt hatte und darf dort weder

raubsüchtige Advokaten noch untreue Vormünder für ihn fürchten.

[9] Ich weiß in Wahrheit nicht, ob dieser Gedanke von mir ist, oder

von einem Andern in meinen Zettelkasten hineingesteckt wurde. Er

sieht mir ganz, wie eine Reminiscenz aus, paßt aber, wie Jener sagte,

vortrefflich in mein Trauerspiel, daher mag er in Gottes Namen stehen

bleiben.

[10] In Dänemark stellte man sonst die Leichen vornehmer Personen gar

auf dem +Eßtisch+ aus, gleichsam als ~surtout de table~, und hielt das

Leichenmahl in dieser angenehmen Nähe.

[11] S. Verhandlungen der sächsischen Kammern über die Dachziegel, und

den bei dieser Gelegenheit gemachten Antrag des H. v. Th., den Minister

in Anklagestand zu versetzen, worauf sich dieser eine Zeit lang

zurückzog.

[12] Nur insofern sie an den Boden gebunden, ~glebae adscripti~,

erbuntertbänig waren, lag ein sclavisches Element zum Grunde, obgleich

auch hier dem Herrn aus demselben Princip gar viele Gegenleistungen

oblagen. Mit Aufhebung der Erbunterthänigkeit war indeß dieser

Uebelstand völlig beseitigt, und die bloße Handarbeit begründete keine

Sclaven mehr.

[13] Nicht Jedermann ist es vielleicht bekannt, daß die wenigen großen

Lehnsgüter, welche sich bei der Revolution in den vereinigten Staaten

befanden, mit allen ihren Rechten, auch nach der Revolution aufrecht

erhalten, oder die Besitzer entschädigt wurden.

[14] Nicht überflüssig wird es seyn, hier zu bemerken, daß die Besitzer

dieser Herrschaft, selbst von dem Wunsche beseelt, ihre Bauern zu

Eigenthümern zu machen, dies bereits bei 800 derselben durch gütlichen

Vergleich, jedoch mit Beibehaltung der Hofedienste in weit früherer

Zeit realisirt hatten. Dies wurde alles durch die Regulirung wieder

über den Haufen geworfen, was außerdem noch Gelegenheit zu unzähligen

Processen gab, da man behauptete, daß bei diesen Verträgen gerichtliche

Formalitäten vernachläßigt worden wären, ohne zu berücksichtigen, daß

unter der früheren Landeshoheit die Observanz in der Lausitz diese

Formalitäten gar nicht verlangte. Es ist dies aber nicht das einzige

Beispiel, daß die Preußischen Justizbehörden Preußische Gesetze, in

den neu acquirirten Provinzen, auf frühere, ganz verschiedene Zustände

+rückwirken+ ließen.

[15] Es sind zwar auch für einige andre Dörfer bereits Vorarbeiten

gemacht, dagegen aber auch bei den 10 regulirten noch eine Menge

der nöthigen Verhandlungen unerledigt, so daß sich dies, bei meiner

Berechnung von zehn +vollständig+ regulirten Dörfern, völlig compensirt.

[16] Diese Angelegenheiten waren in den ersten Jahren so ins

Arge geführt, die Verhandlungen auf so viele unerhebliche, das

Auseinandersetzungsgeschäft gar nichts angehende Sachen mit Uebergebung

der wesentlichen Gegenstände gerichtet worden, daß eine ganz unendliche

Menge von Streit, Prozessen und Verwirrungen erwachsen war, von

welchen, wenn es überall auf deren rechtliche Durchführung hätte

ankommen müssen, die Partheien nebst Kind und Kindeskindern das Ende

kaum erlebt haben, gewiß aber darüber Viele gänzlich zu Grunde gegangen

seyn würden. Der Präsident der betreffenden Generalkommission war

selbst dieser Ansicht, und erklärte dem Besitzer der Herrschaften, als

er ihn mit seinem Besuch beglückte, mit großer Gemüthsruhe: seines

Erachtens könne diese Regulirung vor 50 Jahren nicht beendet werden,

und es bleibe allerdings problematisch, wie das ~Dominium~ nach

Wegfall aller bisherigen Leistungen unter den hiesigen Umständen werde

bestehen können, Eine tröstliche Aeußerung! Glücklicherweise gelang es

dem neuen Commissarius, unterstützt durch eine Generalkommission, die

andere Prinzipien befolgte als die vorhergehende, den größten Theil der

aufgeregten Streitigkeiten durch gütliche Vergleiche zu beseitigen, und

hierdurch eben soviel unnütz verwandte Zeit als Kosten zu ersparen.

Um aber nur ein Beispiel anzuführen, wie höchst oberflächlich man

procedirte, bemerke ich, daß in einer sehr voluminösen, gelehrten

(aber ganz unpractischen) Darstellung der Muskauer Verhältnisse, der

früher das Geschäft leitende Commissarius unter andern anführte: „wie

die Leistungen der bäuerlichen Wirthe hier zu einer Höhe getrieben

wären, welche unbegreiflich mache, wie sie bei denselben noch so

gut hätten bestehen können, wenn man nicht annähme, daß sie durch

eine +ungewöhnlich starke Benutzung der Waldberechtigungen+ (zu

deutsch durch Holz- und Streu-Diebstahl) sich schadlos gehalten,

und ihre Existenz gesichert hätten.“ Nun ist aber nichts leichter

nachzuweisen, als daß gerade das Gegentheil statt findet, nämlich in

der Standesherrschaft Muskau die Leistungen der bäuerlichen Wirthe

fast durchgängig +niedriger+ als in den angränzenden Kreisen der

Lausitz sind, und daher überall, wo Wirthe daselbst nicht auskamen,

es gewöhnlich eben nur jene Liederlichen waren, die ihr Eigenthum

vernachläßigten, um, wie der gelehrte Jurist so zierlich sagt: „durch

eine ungewöhnlich starke Benutzung der Waldberechtigungen“ sich

schadlos zu halten.

So wurden ferner, auf denselben Anlaß, eine unendliche Zahl von

Prozessen über Waldberechtigungen instruirt und fortgeführt, von denen

sich nachgehends ergab, daß sie die ganze Auseinandersetzung gar

nichts angingen, indem kein Mensch auf Ablösung dieser Gegenstände

angetragen hatte, und wofür also abermals Zeit und Kosten auf die

unverantwortlichste Weise vergeudet worden waren, während man für die

eigentlichen und wesentlichen Objekte des Geschäfts soviel wie nichts

gethan hatte. So mußte man denn, nachdem man sich Jahre lang um des

Kaisers Bart gestritten, fast überall mit der eigentlichen Sache erst

wieder von vorn anfangen. Mancher andere Gutsbesitzer, dem es eben so

geht, ist aber wohl schon fertig und abgethan ehe er zum neuen Anfange

gelangt, weil, um mich eben so zart als die Commission auszudrücken:

die Mitglieder derselben durch eine ungewöhnlich starke Benutzung ihrer

Liquidirungsberechtigungen, den ohnehin armen Teufel bereits völlig zum

Bettler gemacht haben.

[17]

10 Dörfer verursachten 40,000 Rthlr. Kosten

„ „ 49,000 „ Bauten

35 Dörfer werden verursachen 140,000 Rthlr. Kosten

„ „ 171,500 „ Bauten

------------------------------------------------------

S. 45 Dörfer also 180,000 Rthlr. Kosten

„ „ „ 220,500 „ Bauten

-----------------------------------------

Summa Summarum 400,500 Rthlr. durch

die Regulirung verursachte extraordinaire Ausgaben in 30 Jahren.

[18] Wir wissen, daß ein solcher Mann noch im 70sten Jahre sich

wieder verheirathete, aus dem einzigen Grunde, weil er, wie er den

Gerichtshalter sehr ernsthaft versicherte, etwas +mehr Dünger+ in

seiner Haushaltung bedürfe.

[19] Ein Freund, der diese Zeilen las, äußerte: „sie würden scharf

recensirt werden, weil die Zeit blind oder taub, recht oder unrecht,

keine Aristokratie mehr wolle.“

Auch ich will und wünsche das, was die Zeit will: möglichste Freiheit

aller -- aber, worin sie zu suchen und wie zu erlangen, darüber

herrscht wahrlich noch eine eben so große Verwirrung der Begriffe, als

über die wahre Bedeutung, welche dem Worte +Aristokratie+ in heutiger

Zeit gegeben werden sollte.

Ich werde in den letzten Theilen des vorliegenden Buches um die

Erlaubniß bitten, mich über dieses Thema einmal recht weitläuftig

auszusprechen. Wenigstens habe ich eine feste +Ueberzeugung+, in der

ich nie wankend wurde, ohne deßhalb intolerant gegen die Meinungen

Anderer zu seyn, und im Zeitalter der Girouetten ist dies schon ein

kleiner Vorzug.

[20] Ich glaube bei allem dem, es ist doch nur die kleine englische

Fregatte bei der Pfaueninsel, die mir plötzlich einen solchen maritimen

Enthusiasmus einflößt! und dann: daß für das Diminutiv-Schiffchen

unsere Havel dennoch immer zu seicht ist. Wie ärgerlich!

[21] Ein Buch, welches dies kraft- und macht- und lichtvoll befördern

helfen wird, erscheint so eben. Es heißt:

~Das wahre Bedürfniss der Kirche Christi.~

+Dargestellt vom ehemaligen Hofprediger und Superint. substit. zu

Muskau J. G. Petrick. Stuttgard. Hallberger.+

[22] Der junge Baumgärtner in Leipzig giebt jetzt ein Repertorium aller

in den preußischen Staaten geltenden Gesetze heraus, und rechnet auf

20-30 Bände, sowie auf einen Zeitraum von 20 Jahren, ehe die Revision

dieser Gesetze beendigt, und das Werk dadurch unnütz wird.

[23] Deßhalb sind auch seitdem die Pudel aus Verzweiflung auf’s Theater

gegangen.

[24] Man hat mich später versichert, daß derselbe Russe in Folge der

letzten Insurrection in Petersburg dennoch wirklich, und zwar am Galgen

gehangen worden sey.

Tutti Frutti, Erster Band (von 5) Aus den Papieren des Verstorbenen · 第 25 / 25 题