Elektronische Hochpräzisionsaugen auf erdumkreisenden Satelliten
nahmen das Abfeuern der Rakete und die Startparameter auf. Daten
wurden zur Verarbeitung an ein Computerzentrum weitergeleitet, die
verarbeiteten Informationen, Spezifizierungswinkel, Abfeuerungszeit
und Flugbahn wurden an AntiRaketenflugkörper weitergegeben, die auf
das Abfangen von Feindattacken programmiert waren. Das System--eine
riesige verteilte gut verbundene Konfiguration--vereinigt Sachwissen
aus elektronischen Sichtvorrichtungen, in einer Software kodiertes
Wissen, mit deren Hilfe man Raketenumlaufbahnen (auf der Grundlage
von Startzeit, Position, Winkel, Geschwindigkeit, Gewicht und
meteorologischen Gegebenheiten) berechnen kann, schnelle
Übertragungsnetze und automatische Positionierung sowie
Auslösevorrichtungen.
Dieses integrierte System hat schriftgebundene Formen der praktischen
Kriegsführung ersetzt. Statt der Handbücher, die früher viele für
das Militärpersonal wichtige Parameter und Einsätze beschrieben haben,
enthalten jetzt Computerprogramme diese Informationen. Die
Programme erübrigen lange Ausbildungszeiten, teure Militärmanöver und
die ständige Überprüfung von Handbüchern auf ihre Aktualität.
Verteiltes Wissen und Vernetzung haben den Befehl von oben ersetzt.
Das beschriebene System enthält eine Vielzahl von
Vermittlungskomponenten, die höchst effiziente Kriege ermöglichen.
Weitere Episoden aus dem Golfkrieg liefern Beispiele, die der
relativen Vernichtung der berüchtigten (und ineffektiven)
SCUD-Raketen ähneln, so z. B. die insgesamt 100 Stunden dauernde
sogenannte Bodenschlacht. Diese Schlacht veranschaulichte die
tödliche Kraft von Artillerie und Panzern, die Effizienz der
Modellierung und der Simulation sowie Planungs- und Testmethoden, die
unabhängig von schriftlich fixierter Militärstrategie und -taktik
operieren. Die Armee des Feindes war nach Prinzipien organisiert,
die aus dem pragmatischen Rahmen der Schriftlichkeit hergeleitet
waren: zentralisierte Kommandostrukturen, eine strenge Hierarchie,
moderne Militärausrüstung, die Teil eines hauptsächlich sequentiellen
und deterministischen Kriegsplans war und auf einer Logik
langfristiger Auseinandersetzungen aufbaute.