Dem Bewußtsein ist in der Dialektik der sinnlichen Gewißheit das
Hören und Sehen u.s.w. vergangen, und als Wahrnehmen ist es zu
Gedanken gekommen, welche es aber erst im unbedingt Allgemeinen
zusammenbringt. Dies Unbedingte wäre nun selbst wieder nichts anders
als das auf eine Seite tretende _Extrem_ des _Für-sich-seins_, wenn
es als ruhiges einfaches Wesen genommen würde, denn so träte ihm das
Unwesen gegenüber; aber auf dieses bezogen wäre es selbst
unwesentlich, und das Bewußtsein nicht aus der Täuschung des
Wahrnehmens herausgekommen; allein es hat sich als ein solches
ergeben, welches aus einem solchen bedingten Für-sich-sein in sich
zurückgegangen ist.--Dies unbedingte Allgemeine, das nunmehr der
wahre Gegenstand des Bewußtseins ist, ist noch als _Gegenstand_
desselben; es hat seinen _Begriff_ als _Begriff_ noch nicht erfaßt.
Beides ist wesentlich zu unterscheiden; dem Bewußtsein ist der
Gegenstand aus dem Verhältnisse zu einem andern in sich
zurückgegangen, und hiemit _an sich_ Begriff geworden; aber das
Bewußtsein ist noch nicht für sich selbst der Begriff, und deswegen
erkennt es in jenem reflektierten Gegenstande nicht sich. _Für uns_
ist dieser Gegenstand durch die Bewegung des Bewußtseins so geworden,
daß dieses in das Werden desselben verflochten, und die Reflexion auf
beiden Seiten dieselbe, oder nur _eine_ ist. Weil aber das
Bewußtsein in dieser Bewegung nur das gegenständliche Wesen, nicht
das Bewußtsein als solches zu seinem Inhalte hatte, so ist für es das
Resultat in gegenständlicher Bedeutung zu setzen, und das Bewußtsein
noch von dem gewordenen zurücktretend, so daß ihm dasselbe als
Gegenständliches das Wesen ist.
Der Verstand hat damit zwar seine eigne Unwahrheit und die Unwahrheit
des Gegenstandes aufgehoben; und was ihm dadurch geworden, ist der
Begriff des Wahren; als _an sich_ seiendes Wahres, das noch nicht
Begriff ist, oder das des _Für-sich-seins_ des Bewußtseins entbehrt,
und das der Verstand, ohne sich darin zu wissen, gewähren läßt.
Dieses treibt sein Wesen für sich selbst; so daß das Bewußtsein
keinen Anteil an seiner freien Realisierung hat, sondern ihr nur
zusieht, und sie rein auffaßt. _Wir_ haben hiemit noch vors erste an
seine Stelle zu treten, und der Begriff zu sein, welcher das
ausbildet, was in dem Resultate enthalten ist; an diesem
ausgebildeten Gegenstande, der dem Bewußtsein als ein seiendes sich
darbietet, wird es sich erst zum begreifenden Bewußtsein.
Das Resultat war das unbedingt Allgemeine, zunächst in dem negativen
und abstrakten Sinne, daß das Bewußtsein seine einseitigen Begriffe
negierte, und sie abstrahierte, nämlich sie aufgab. Das Resultat hat
aber an sich die positive Bedeutung, daß darin die Einheit, _des
Für-sich-seins_ und _des Für-ein-Anderes-seins_, oder der absolute
Gegensatz unmittelbar als dasselbe Wesen gesetzt ist. Es scheint
zunächst nur die Form der Momente zueinander zu betreffen; aber das
Für-sich-sein und das Für-Anderes-sein ist ebensowohl der _Inhalt_
selbst, weil der Gegensatz in seiner Wahrheit keine andere Natur
haben kann, als die sich im Resultate ergeben hat, daß nämlich der in
der Wahrnehmung für wahr gehaltene Inhalt in der Tat nur der Form
angehört, und in ihre Einheit sich auflöst. Dieser Inhalt ist
zugleich allgemein; es kann keinen andern Inhalt geben, der durch
seine besondere Beschaffenheit sich dem entzöge, in diese unbedingte
Allgemeinheit zurückzugehen. Ein solcher Inhalt wäre irgendeine
bestimmte Weise, für sich zu sein, und zu Anderem sich zu verhalten.
Allein _für sich zu sein_, und _zu Anderem sich zu verhalten
überhaupt_, macht seine _Natur_ und _Wesen_ aus, deren Wahrheit ist,
unbedingt Allgemeines zu sein; und das Resultat ist schlechthin
allgemein.
Weil aber dies unbedingt Allgemeine Gegenstand für das Bewußtsein ist,
so tritt an ihm der Unterschied der Form und des Inhalts hervor, und
in der Gestalt des Inhalts haben die Momente das Aussehen, in welchem
sie sich zuerst darboten, einerseits allgemeines Medium vieler
bestehender Materien, und anderseits in sich reflektiertes Eins,
worin ihre Selbstständigkeit vertilgt ist, zu sein. Jenes ist die
Auflösung der Selbstständigkeit des Dinges, oder die Passivität, die
ein Sein für ein Anderes ist, dies aber das Für-sich-sein. Es ist zu
sehen, wie diese Momente in der unbedingten Allgemeinheit, die ihr
Wesen ist, sich darstellen. Es erhellt zunächst, daß sie dadurch,
daß sie nur in dieser sind, überhaupt nicht mehr auseinander liegen,
sondern wesentlich an ihnen selbst sich aufhebende Seiten sind, und
nur das Übergehen derselben ineinander gesetzt ist.
Das eine Moment erscheint also als das auf die Seite getretene Wesen,
als allgemeines Medium oder als das Bestehen selbstständiger Materien.
Die _Selbstständigkeit_ dieser Materien aber ist nichts anders als
dies Medium; oder dies _Allgemeine_ ist durchaus die _Vielheit_
solcher verschiedenen Allgemeinen. Das Allgemeine ist an ihm selbst
in ungetrennter Einheit mit dieser Vielheit, heißt aber, diese
Materien sind, jede wo die andere ist, sie durchdringen sich
gegenseitig--ohne aber sich zu berühren, weil umgekehrt das viele
Unterschiedene ebenso selbstständig ist. Damit ist zugleich auch
ihre reine Porosität oder ihr Aufgehobensein gesetzt. Dies
Aufgehobensein wieder, oder die Reduktion dieser Verschiedenheit zum
_reinen Für-sich-sein_ ist nichts anders als das Medium selbst und
dies die _Selbstständigkeit_ der Unterschiede. Oder die
selbstständig gesetzten gehen unmittelbar in ihre Einheit, und ihre
Einheit unmittelbar in die Entfaltung über, und diese wieder zurück
in die Reduktion. Diese Bewegung ist aber dasjenige, was _Kraft_
genannt wird; das eine Moment derselben, nämlich sie als Ausbreitung
der selbstständigen Materien in ihrem Sein, ist ihre _Äußerung_; sie
aber als das Verschwundensein derselben ist die in sich aus ihrer
Äußerung _zurückgedrängte_, oder _die eigentliche Kraft_. Aber
erstens die in sich zurückgedrängte Kraft _muß_ sich äußern; und
zweitens in der Äußerung ist sie ebenso _in sich_ selbst seiende
Kraft, als sie in diesem In-sich-selbst-sein Äußerung ist.--Indem wir
so beide Momente in ihrer unmittelbaren Einheit erhalten, so ist
eigentlich der Verstand, dem der Begriff der Kraft angehört, _der
Begriff_, welcher die unterschiedenen Momente als unterschiedene
trägt; denn _an ihr selbst_ sollen sie nicht unterschieden sein; der
Unterschied ist hiemit nur im Gedanken.--Oder es ist im obigen nur
erst der Begriff der Kraft, nicht ihre Realität gesetzt worden. In
der Tat aber ist die Kraft das unbedingt Allgemeine, welches, was es
_für ein Anderes_, ebenso an sich selbst ist; oder welches den
Unterschied--denn er ist nichts anderes, als das
_Für-ein-Anderes-sein_--an ihm selbst hat. Daß also die Kraft in
ihrer Wahrheit sei, muß sie ganz vom Gedanken frei gelassen und als
die Substanz dieser Unterschiede gesetzt werden, das heißt _einmal,
sie_ als diese ganze Kraft wesentlich _an und für sich_ bleibend, und
_dann_ ihre _Unterschiede_ als _substantiell_, oder als für sich
bestehende Momente. Die Kraft als solche, oder als in sich
zurückgedrängte ist hiemit für sich als ein _ausschließendes_ Eins,
welchem die Entfaltung der Materien ein _anderes bestehendes Wesen_
ist, und es sind so zwei unterschiedne selbstständige Seiten gesetzt.
Aber die Kraft ist auch das Ganze, oder sie bleibt, was sie ihrem
Begriffe nach ist, nämlich diese _Unterschiede_ bleiben reine Formen,
oberflächliche _verschwindende Momente. Die Unterschiede_ der in
sich _zurückgedrängten_ eigentlichen Kraft und der _Entfaltung_ der
selbstständigen Materien wären zugleich gar nicht, wenn sie nicht ein
_Bestehen_ hätten, oder die Kraft wäre nicht, wenn sie nicht auf
diese entgegengesetzte Weise _existierte_; aber, sie existiert auf
diese entgegengesetzte Weise, heißt nichts anderes, als beide Momente
sind selbst zugleich _selbstständig_.--Diese Bewegung des
Sich-beständig-verselbstständigens der beiden Momente und ihres
Sich-wieder-aufhebens ist es also, was zu betrachten ist.--Es erhellt
im allgemeinen, daß diese Bewegung nichts anderes ist als die
Bewegung des Wahrnehmens, worin die beiden Seiten, das Wahrnehmende
und das Wahrgenommene zugleich, einmal als das _Auffassen_ des Wahren
eins und ununterschieden, dabei aber ebensowohl jede Seite in sich
_reflektiert_ oder für sich ist. Hier sind diese beiden Seiten
Momente der Kraft; sie sind ebensowohl in einer Einheit, als diese
Einheit, welche gegen die für sich seienden Extreme als die Mitte
erscheint, sich immer in eben diese Extreme zersetzt, die erst
dadurch sind.--Die Bewegung, welche sich vorhin als das
Sich-selbst-vernichten widersprechender Begriffe darstellte, hat also
hier die _gegenständliche_ Form, und ist Bewegung der Kraft, als
deren Resultat das unbedingt Allgemeine als _Ungegenständliches_,
oder als _Innres_ der Dinge hervorgeht.
Die Kraft ist, wie sie bestimmt worden, indem sie als _solche_, oder
als _in sich reflektiert_ vorgestellt wird, die eine Seite ihres
Begriffs; aber als ein substantiiertes Extrem, und zwar das unter der
Bestimmtheit des Eins gesetzte. Hiemit ist das _Bestehen_ der
entfalteten Materien aus ihr ausgeschlossen, und ein _Anderes_ als
sie. Indem es notwendig ist, daß _sie selbst_ dieses _Bestehen_ sei,
oder daß sie sich _äußere_, so stellt sich ihre Äußerung so vor, daß
_jenes andere_ zu ihr _hinzutritt_, und sie sollizitiert. Aber in
der Tat, indem sie _notwendig_ sich äußert, hat sie dies, was als ein
anderes Wesen gesetzt war, an ihr selbst. Es muß zurückgenommen
werden, daß sie als _ein Eins_, und ihr Wesen, sich zu äußern, als
ein Anderes zu ihr von außen Hinzutretendes gesetzt wurde; sie ist
vielmehr selbst dies allgemeine Medium des Bestehens der Momente als
Materien; oder _sie hat sich geäußert_, und was das andere
Sollizitierende sein sollte, ist sie vielmehr. Sie existiert also
itzt als das Medium der entfalteten Materien. Aber sie hat gleich
wesentlich die Form des Aufgehobenseins der bestehenden Materien,
oder ist wesentlich _Eins_; _dies Eins-sein_ ist hiemit _itzt_, da
_sie_ gesetzt ist als das Medium von Materien, _ein anderes als sie_,
und sie hat dies ihr Wesen außer ihr. Indem sie aber notwendig dies
sein muß, als was sie _noch nicht_ gesetzt ist, so _tritt dies andere
hinzu_ und sollizitiert sie zur Reflexion in sich selbst, oder hebt
ihre Äußerung auf. In der Tat aber ist _sie selbst_ dieses
In-sich-reflektiert-sein, oder dies Aufgehobensein der Äußerung; das
Einssein verschwindet, _wie_ es erschien, nämlich als _ein anderes_;
_sie ist es selbst_, sie ist in sich zurückgedrängte Kraft.
Das, was als Anderes auftritt, und sie sowohl zur Äußerung als zur
Rückkehr in sich selbst sollizitiert, ist, wie sich unmittelbar
ergibt, _selbst Kraft_; denn das Andre zeigt sich ebensowohl als
allgemeines Medium wie als Eins; und so, daß jede dieser Gestalten
zugleich nur als verschwindendes Moment auftritt. Die Kraft ist
hiemit dadurch, daß ein Anderes für sie, und sie für ein Anderes ist,
überhaupt noch nicht aus ihrem Begriffe herausgetreten. Es sind aber
zugleich zwei Kräfte vorhanden; der Begriff beider zwar derselbe,
aber aus seiner Einheit in die Zweiheit herausgegangen. Statt daß
der Gegensatz durchaus wesentlich nur Moment bliebe, scheint er sich
durch die Entzweiung in ganz _selbstständige Kräfte_ der Herrschaft
der Einheit entzogen zu haben. Was es mit dieser Selbstständigkeit
für eine Bewandtnis hat, ist näher zu sehen. Zunächst tritt die
zweite Kraft als das Sollizitierende, und zwar als allgemeines Medium
seinem Inhalte nach gegen die auf, welche als sollizitierte bestimmt
ist; indem aber jene wesentlich Abwechslung dieser beiden Momente und
selbst Kraft ist, so ist sie in der Tat gleichfalls _nur erst_
allgemeines Medium, _indem sie dazu sollizitiert wird_, und ebenso
auch nur negative Einheit, oder zum Zurückgehen der Kraft
Sollizitierendes, _dadurch, daß sie sollizitiert wird_. Es
verwandelt sich hiemit auch dieser Unterschied, der zwischen beiden
stattfand, daß das eine das _Sollizitierende_, das andere das
_Sollizitierte_ sein sollte, in dieselbe Austauschung der
Bestimmtheiten gegeneinander.
Das Spiel der beiden Kräfte besteht hiemit in diesem
entgegengesetzten Bestimmtsein beider, ihrem Füreinander-sein in
dieser Bestimmung, und der absoluten unmittelbaren Verwechslung der
Bestimmungen--einem Übergange, wodurch allein diese Bestimmungen sind,
in denen die Kräfte _selbstständig_ aufzutreten scheinen. Das
Sollizitierende ist, zum Beispiel, als allgemeines Medium, und
dagegen das Sollizitierte als zurückgedrängte Kraft gesetzt; aber
jenes ist allgemeines Medium selbst nur dadurch, daß das andere
zurückgedrängte Kraft ist; oder diese ist vielmehr das
Sollizitierende für jenes, und macht dasselbe erst zum Medium. Jenes
hat nur durch das andere seine Bestimmtheit, und ist sollizitierend,
nur insofern es vom andern dazu sollizitiert wird, sollizitierend zu
sein; und es verliert ebenso unmittelbar diese ihm gegebene
Bestimmtheit; denn diese geht an das andere über oder vielmehr ist
schon an dasselbe übergegangen; das fremde die Kraft Sollizitierende
tritt als allgemeines Medium auf, aber nur dadurch, daß es von ihr
dazu sollizitiert worden ist; das heißt aber, _sie setzt_ es so und
_ist_ vielmehr _selbst wesentlich_ allgemeines Medium; sie setzt das
Sollizitierende so, darum weil diese andere Bestimmung _ihr_
wesentlich, das heißt, weil _sie vielmehr sie selbst ist._
Zur Vervollständigung der Einsicht in den Begriff dieser Bewegung
kann noch darauf aufmerksam gemacht werden, daß sich die Unterschiede
selbst in einem gedoppelten Unterschiede zeigen, _einmal_ als
Unterschiede des _Inhalts_, indem das eine Extrem in sich
reflektierte Kraft, das andere aber Medium der Materien ist; das
_andremal_ als Unterschiede der _Form_, indem das eine
Sollizitierendes, das andre Sollizitiertes, jenes tätig, dies passiv
ist. Nach dem Unterschiede des Inhalts _sind_ sie überhaupt, oder
für uns unterschieden; nach dem Unterschiede der Form aber sind sie
selbstständig, in ihrer Beziehung sich voneinander selbst abscheidend
und entgegengesetzt. Daß so die Extreme nach diesen beiden Seiten
nichts _an sich_, sondern diese Seiten, worin ihr unterschiedenes
Wesen bestehen sollte, nur verschwindende Momente, ein unmittelbares
Übergehen jeder in die entgegengesetzte sind, dies wird für das
Bewußtsein in der Wahrnehmung der Bewegung der Kraft. Für uns aber
war, wie oben erinnert, auch noch dies, daß an sich die Unterschiede
als _Unterschiede des Inhalts und der Form_ verschwanden, und auf der
Seite der Form dem Wesen nach das _tätige, sollizitierende_ oder
_Für-sich-seiende_ dasselbe, was auf der Seite des Inhalts als in
sich zurückgedrängte Kraft; das passive, _sollizitierte_, oder
Für-ein-Anderes-seiende auf der Seite der Form dasselbe, was auf der
Seite des Inhalts als allgemeines Medium der vielen Materien sich
darstellte.
Es ergibt sich hieraus, daß der Begriff der Kraft durch die
Verdopplung in zwei Kräfte _wirklich_ wird, und wie er dies wird.
Diese zwei Kräfte existieren als für sich seiende Wesen; aber ihre
Existenz ist eine solche Bewegung gegeneinander, daß ihr Sein
vielmehr ein reines _Gesetztsein durch ein Anderes_ ist, das heißt,
daß ihr Sein vielmehr die reine Bedeutung des _Verschwindens_ hat.
Sie sind nicht als Extreme, die etwas Festes für sich behielten, und
nur eine äußere Eigenschaft gegeneinander in die Mitte und in ihre
Berührung schickten; sondern was sie sind, sind sie nur in dieser
Mitte und Berührung. Es ist darin unmittelbar ebensowohl das
In-sich-zurückgedrängt- oder _das Für-sich-sein_ der Kraft wie die
Äußerung, das Sollizitieren wie das Sollizitiertsein; diese Momente
hiemit nicht an zwei selbstständige Extreme verteilt, welche sich nur
eine entgegengesetzte Spitze böten, sondern ihr Wesen ist dies
schlechthin, jedes nur durchs andere, und was jede so durchs andre
ist, unmittelbar nicht mehr zu sein, indem sie es ist. Sie haben
hiemit in der Tat keine eignen Substanzen, welche sie trügen und
erhielten. Der _Begriff_ der Kraft erhält sich vielmehr als _das
Wesen_ in seiner _Wirklichkeit_ selbst; die _Kraft als wirkliche_ ist
schlechthin nur in der _Äußerung_, welche zugleich nichts anders als
ein Sich-selbst-aufheben ist. Diese _wirkliche_ Kraft vorgestellt
als frei von ihrer Äußerung und für sich seiend, ist sie die in sich
zurückgedrängte Kraft, aber diese Bestimmtheit ist in der Tat, wie
sich ergeben hat, selbst nur ein Moment der _Äußerung_. Die Wahrheit
der Kraft bleibt also nur der _Gedanke_ derselben; und haltungslos
stürzen die Momente ihrer Wirklichkeit, ihre Substanzen und ihre
Bewegung in eine ununterschiedene Einheit zusammen, welche nicht die
in sich zurückgedrängte Kraft ist, denn diese ist selbst nur ein
solches Moment, sondern diese Einheit ist _ihr Begriff, als Begriff_.
Die Realisierung der Kraft ist also zugleich Verlust der Realität;
sie ist darin vielmehr ein ganz Anderes geworden, nämlich diese
_Allgemeinheit_, welche der Verstand zuerst oder unmittelbar als ihr
Wesen erkennt, und welche sich auch als ihr Wesen an ihrer
seinsollenden Realität, an den wirklichen Substanzen erweist.
Insofern wir _das erste_ Allgemeine als den _Begriff_ des Verstandes
betrachten, worin die Kraft noch nicht für sich ist, so ist das
zweite itzt ihr _Wesen_, wie es sich _an_ und _für sich_ darstellt.
Oder umgekehrt, betrachten wir das erste Allgemeine als das
_Unmittelbare_, das ein _wirklicher_ Gegenstand für das Bewußtsein
sein sollte, so ist dies zweite als das _Negative_ der sinnlich
gegenständlichen Kraft bestimmt; es ist sie, wie sie in ihrem wahren
Wesen nur als _Gegenstand des Verstandes_ ist; jenes erste wäre die
in sich zurückgedrängte Kraft oder sie als Substanz; dies zweite aber
ist das _Innere_ der Dinge, als _Inneres_, welches mit dem Begriffe
als Begriff dasselbe ist.
Dieses wahrhafte Wesen der Dinge hat sich itzt so bestimmt, daß es
nicht unmittelbar für das Bewußtsein ist, sondern daß dieses ein
mittelbares Verhältnis zu dem Innern hat, und als Verstand _durch
diese Mitte des Spiels der Kräfte in den wahren Hintergrund der Dinge
blickt_. Die Mitte, welche die beiden Extreme, den Verstand und das
Innere, zusammenschließt, ist das entwickelte _Sein_ der Kraft, das
für den Verstand selbst nunmehr ein _Verschwinden_ ist. Es heißt
darum _Erscheinung_; denn Schein nennen wir das _Sein_, das
unmittelbar an ihm selbst ein _Nichtsein_ ist. Es ist aber nicht nur
ein Schein, sondern Erscheinung, ein _Ganzes_ des Scheins. Dies
_Ganze_ als Ganzes oder _Allgemeines_ ist es, was das _Innere_
ausmacht, das _Spiel der Kräfte_, als _Reflexion_ desselben in sich
selbst. In ihm sind für das Bewußtsein auf gegenständliche Weise die
Wesen der Wahrnehmung _so gesetzt_, wie sie an sich sind, nämlich als
unmittelbar in das Gegenteil ohne Ruhe und Sein sich verwandelnde
Momente, das Eins unmittelbar in das Allgemeine, das Wesentliche
unmittelbar in das Unwesentliche und umgekehrt. Dies Spiel der
Kräfte ist daher das entwickelte Negative, aber die Wahrheit
desselben ist das Positive, nämlich das _Allgemeine_, der _an sich_
seiende Gegenstand.--Das _Sein_ desselben _für das_ Bewußtsein ist
vermittelt durch die Bewegung der _Erscheinung_, worin das _Sein der
Wahrnehmung_ und das sinnlich Gegenständliche überhaupt nur negative
Bedeutung hat, das Bewußtsein also daraus sich in sich als in das
Wahre reflektiert, aber als Bewußtsein wieder dies Wahre zum
gegenständlichen _Innern_ macht, und diese Reflexion der Dinge von
seiner Reflexion in sich selbst unterscheidet; wie ihm die
vermittelnde Bewegung ebenso noch eine gegenständliche ist. Dies
Innere ist ihm daher ein Extrem gegen es; aber es ist ihm darum das
Wahre, weil es darin als in dem _An-sich_ zugleich die Gewißheit
seiner selbst oder das Moment seines Für-sich-seins hat; aber dieses
Grundes ist es sich noch nicht bewußt, denn das _Für-sich-sein_,
welches das Innre an ihm selbst haben sollte, wäre nichts anderes als
die negative Bewegung, aber diese ist dem Bewußtsein noch die
_gegenständliche_ verschwindende Erscheinung, noch nicht sein
_eignes_ Für-sich-sein; das Innre ist ihm daher wohl Begriff, aber es
kennt die Natur des Begriffes noch nicht.
In diesem _innern Wahren_, als dem _absolut Allgemeinen_, welches vom
_Gegensatze_ des Allgemeinen und Einzelnen gereinigt und _für den
Verstand_ geworden ist, schließt sich erst über der _sinnlichen_ als
der _erscheinenden Welt_ nunmehr eine _übersinnliche_ als die _wahre_
Welt auf, über dem verschwindenden _Diesseits_ das bleibende
_Jenseits_; ein An-sich, welches die erste und darum selbst
unvollkommene Erscheinung der Vernunft, oder nur das reine Element
ist, worin die Wahrheit ihr _Wesen_ hat.
_Unser Gegenstand_ ist hiemit nunmehr der Schluß, welcher zu seinen
Extremen, das Innere der Dinge, und den Verstand, und zu seiner Mitte
die Erscheinung hat; die Bewegung dieses Schlusses aber gibt die
weitere Bestimmung dessen, was der Verstand durch die Mitte hindurch
im Innern erblickt, und die Erfahrung, welche er über dieses
Verhältnis des Zusammengeschlossenseins macht.
Noch ist das Innere _reines Jenseits_ für das Bewußtsein, denn es
findet sich selbst in ihm noch nicht; es ist _leer_, denn es ist nur
das Nichts der Erscheinung und positiv das einfache Allgemeine.
Diese Weise des Innern zu sein, stimmt unmittelbar denjenigen bei,
welche sagen, daß das Innre der Dinge nicht zu erkennen sei; aber der
Grund würde anders gefaßt werden müssen. Von diesem Innern, wie es
hier unmittelbar ist, ist allerdings keine Kenntnis vorhanden, aber
nicht deswegen, weil die Vernunft zu kurzsichtig, oder beschränkt,
oder wie man es sonst nennen will, wäre; worüber hier noch nichts
bekannt ist, denn so tief sind wir noch nicht eingedrungen; sondern
um der einfachen Natur der Sache selbst willen, weil nämlich im
_Leeren_ nichts erkannt wird, oder von der andern Seite ausgesprochen,
weil es eben als das _Jenseits_ des Bewußtseins bestimmt ist.--Das
Resultat ist freilich dasselbe, wenn ein Blinder in den Reichtum der
übersinnlichen Welt--wenn sie einen hat, er sei nun eigentümlicher
Inhalt derselben, oder das Bewußtsein selbst sei dieser Inhalt--und
wenn ein Sehender in die reine Finsternis, oder wenn man will, in das
reine Licht, wenn sie nur dieses ist, gestellt wird; der Sehende
sieht in seinem reinen Lichte so wenig als in seiner reinen
Finsternis, und gerade so viel als der Blinde in der Fülle des
Reichtums, der vor ihm läge. Wenn es mit dem Innern und dem
Zusammengeschlossensein mit ihm durch die Erscheinung weiter nichts
wäre, so bliebe nichts übrig, als sich an die Erscheinung zu halten,
das heißt, etwas als wahr zu nehmen, von dem wir wissen, daß es nicht
wahr ist; oder damit doch in dem leeren, welches zwar erst als
Leerheit von gegenständlichen Dingen geworden, aber, _als Leerheit an
sich_, auch für die Leerheit aller geistigen Verhältnisse und der
Unterschiede des Bewußtseins als Bewußtseins genommen werden
muß--damit also in diesem so _ganz Leeren_, welches auch das
_Heilige_ genannt wird, doch etwas sei, es mit Träumereien,
_Erscheinungen_, die das Bewußtsein sich selbst erzeugt, zu erfüllen;
es müßte sich gefallen lassen, daß so schlecht mit ihm umgegangen
wird, denn es wäre keines bessern würdig, indem Träumereien selbst
noch besser sind als seine Leerheit.
Das Innere oder das übersinnliche Jenseits ist aber _entstanden_, es
_kommt_ aus der Erscheinung her, und sie ist seine Vermittlung; oder
_die Erscheinung ist sein Wesen_, und in der Tat seine Erfüllung.
Das Übersinnliche ist das Sinnliche und Wahrgenommene gesetzt, wie es
in _Wahrheit_ ist; die _Wahrheit_ des _Sinnlichen_ und Wahrgenommenen
aber ist, _Erscheinung_ zu sein. Das Übersinnliche ist also die
_Erscheinung_ als _Erscheinung_.--Wenn dabei gedacht wird, das
Übersinnliche sei _also_ die sinnliche Welt, oder die Welt, wie sie
_für die unmittelbare sinnliche Gewißheit und Wahrnehmung ist_, so
ist dies ein verkehrtes Verstehen; denn die Erscheinung ist vielmehr
_nicht_ die Welt des sinnlichen Wissens und Wahrnehmens als seiende,
sondern sie _als aufgehobene_ oder in Wahrheit _als innere gesetzt_.
Es pflegt gesagt zu werden, das Übersinnliche sei _nicht_ die
Erscheinung; dabei wird aber unter der Erscheinung nicht die
Erscheinung verstanden, sondern vielmehr die _sinnliche_ Welt, als
selbst reelle Wirklichkeit.
Der Verstand, welcher unser Gegenstand ist, befindet sich auf eben
dieser Stelle, daß ihm das Innere nur erst als das allgemeine noch
unerfüllte _An-sich_ geworden; das Spiel der Kräfte hat nur eben
diese negative Bedeutung, nicht an sich und nur diese positive, das
_Vermittelnde_, aber außer ihm zu sein. Seine Beziehung auf das
Innre durch die Vermittlung aber ist seine Bewegung, durch welche es
sich ihm erfüllen wird.--_Unmittelbar_ für ihn ist das Spiel der
Kräfte; das _Wahre_ aber ist ihm das einfache Innre; die Bewegung der
Kraft ist daher ebenso nur als _Einfaches_ überhaupt das Wahre. Von
diesem Spiele der Kräfte haben wir aber gesehen, daß es diese
Beschaffenheit hat, daß die Kraft, welche _sollizitiert_ wird von
einer andern Kraft, ebenso das _Sollizitierende_ für diese andere ist,
welche selbst erst hierdurch sollizitierende wird. Es ist hierin
ebenso nur der unmittelbare Wechsel oder das absolute Austauschen der
_Bestimmtheit_ vorhanden, welche den einzigen _Inhalt_ des
Auftretenden ausmacht; entweder allgemeines Medium oder negative
Einheit zu sein. Es hört in seinem bestimmten Auftreten selbst
unmittelbar auf, das zu sein, als was es auftritt; es sollizitiert
durch sein bestimmtes Auftreten die andere Seite, die sich hiedurch
_äußert_; das heißt, diese ist unmittelbar itzt das, was die erste
sein sollte. Diese beiden Seiten, das _Verhältnis_ des
Sollizitierens und das _Verhältnis_ des bestimmten entgegengesetzten
Inhalts ist _jedes für sich_ die absolute Verkehrung und Verwechslung.
Aber diese beiden Verhältnisse sind selbst wieder dasselbe, und der
Unterschied der _Form_, das Sollizitierte und das Sollizitierende zu
sein, ist dasselbe, was der Unterschied des _Inhalts_ ist, das
Sollizitierte als solches, nämlich das passive Medium; das
Sollizitierende hingegen das tätige, die negative Einheit oder das
Eins. Hiedurch verschwindet aller Unterschied _besonderer Kräfte_,
die in dieser Bewegung vorhanden sein sollten, gegeneinander
überhaupt; denn sie beruhten allein auf jenen Unterschieden; und der
Unterschied der Kräfte fällt ebenso mit jenen beiden nur in einen
zusammen. Es ist also weder die Kraft noch das Sollizitieren und
Sollizitiert-werden, noch die Bestimmtheit, bestehendes Medium und in
sich reflektierte Einheit zu sein, weder einzeln für sich etwas, noch
sind es verschiedene Gegensätze; sondern was in diesem absoluten
Wechsel ist, ist nur der _Unterschied als allgemeiner_ oder als ein
solcher, in welchen sich die vielen Gegensätze reduziert haben.
Dieser _Unterschied als allgemeiner_ ist daher _das Einfache an dem
Spiele der Kraft selbst_, und das Wahre desselben; er ist das _Gesetz
der Kraft_.
Zu dem _einfachen Unterschiede_ wird die absolut wechselnde
Erscheinung, durch ihre Beziehung auf die Einfachheit des Innern oder
des Verstandes. Das Innre ist zunächst nur das an sich Allgemeine;
dies an sich einfache _Allgemeine_ ist aber wesentlich ebenso absolut
der _allgemeine Unterschied_; denn es ist das Resultat des Wechsels
selbst, oder der Wechsel ist sein Wesen; aber der Wechsel, als im
Innern gesetzt, wie er in Wahrheit ist, in dasselbe hiemit als ebenso
absolut allgemeiner, beruhigter, sich gleich bleibender Unterschied
aufgenommen. Oder die Negation ist wesentliches Moment des
Allgemeinen, und sie oder die Vermittlung also im Allgemeinen ist
_allgemeiner Unterschied_. Er ist im _Gesetze_ ausgedrückt, als dem
_beständigen_ Bilde der unsteten Erscheinung. Die _übersinnliche_
Welt ist hiemit ein _ruhiges Reich von Gesetzen_, zwar jenseits der
wahrgenommenen Welt, denn diese stellt das Gesetz nur durch
beständige Veränderung dar, aber in ihr ebenso _gegenwärtig_, und ihr
unmittelbares stilles Abbild.
Dies Reich der Gesetze ist zwar die Wahrheit des Verstandes, welche
an dem Unterschiede, der in dem Gesetze ist, den _Inhalt_ hat; es ist
aber zugleich nur seine _erste Wahrheit_, und füllt die Erscheinung
nicht aus. Das Gesetz ist in ihr gegenwärtig, aber es ist nicht ihre
ganze Gegenwart; es hat unter immer andern Umständen eine immer
andere Wirklichkeit. Es bleibt dadurch der Erscheinung _für sich_
eine Seite, welche nicht im Innern ist; oder sie ist in Wahrheit noch
nicht als _Erscheinung_, als _aufgehobenes_ Für-sich-sein gesetzt.
Dieser Mangel des Gesetzes muß sich an ihm selbst ebenso hervortun.
Was ihm zu mangeln scheint, ist, daß es zwar den Unterschied selbst
an ihm hat, aber als allgemeinen, unbestimmten. Insofern es aber
nicht _das_ Gesetz überhaupt, sondern _ein_ Gesetz ist, hat es die
Bestimmtheit an ihm; und es sind damit unbestimmt _viele_ Gesetze
vorhanden. Allein diese Vielheit ist vielmehr selbst ein Mangel; sie
widerspricht nämlich dem Prinzip des Verstandes, welchem als
Bewußtsein des einfachen Innern, die an sich allgemeine _Einheit_ das
Wahre ist. Die vielen Gesetze muß er darum vielmehr in _ein_ Gesetz
zusammenfallen lassen. Wie zum Beispiel das Gesetz, nach welchem der
Stein fällt, und das Gesetz, nach welchem die himmlischen Sphären
sich bewegen, als _ein_ Gesetz begriffen worden ist. Mit diesem
Ineinanderfallen aber verlieren die Gesetze ihre Bestimmtheit; das
Gesetz wird immer oberflächlicher, und es ist damit in der Tat nicht
die Einheit _dieser bestimmten_ Gesetze, sondern ein ihre
Bestimmtheit weglassendes Gesetz gefunden; wie das _eine_ Gesetz,
welches die Gesetze des Falles der Körper an der Erde und der
himmlischen Bewegung in sich vereint, sie beide in der Tat nicht
ausdrückt. Die Vereinigung aller Gesetze in der _allgemeinen
Attraktion_ drückt keinen Inhalt weiter aus als eben den _bloßen
Begriff des Gesetzes selbst_, der darin als _seiend_ gesetzt ist.
Die allgemeine Attraktion sagt nur dies, daß _alles einen beständigen
Unterschied zu anderem_ hat. Der Verstand meint dabei, ein
allgemeines Gesetz gefunden zu haben, welches die allgemeine
Wirklichkeit _als solche_ ausdrücke; aber hat in der Tat nur den
_Begriff_ des _Gesetzes selbst_ gefunden; jedoch so, daß er zugleich
dies damit aussagt, _alle_ Wirklichkeit ist _an ihr selbst_
gesetzmäßig. Der Ausdruck der _allgemeinen Attraktion_ hat darum
insofern große Wichtigkeit, als er gegen das gedankenlose
_Vorstellen_ gerichtet ist, welchem alles in der Gestalt der
Zufälligkeit sich darbietet, und welchem die Bestimmtheit die Form
der sinnlichen Selbstständigkeit hat.
Es steht somit den bestimmten Gesetzen die allgemeine Attraktion,
oder der reine Begriff des Gesetzes, gegenüber. Insofern dieser
reine Begriff, als das Wesen, oder als das wahre Innere betrachtet
wird, gehört die _Bestimmtheit_ des bestimmten Gesetzes selbst noch
der Erscheinung oder vielmehr dem sinnlichen Sein an. Allein der
reine _Begriff_ des Gesetzes geht nicht nur über das Gesetz, welches,
selbst ein _bestimmtes_, _andern bestimmten_ Gesetzen gegenübersteht,
sondern er geht auch _über das Gesetz_ als solches hinaus. Die
Bestimmtheit, von welcher die Rede war, ist eigentlich selbst nur
verschwindendes Moment, welches hier nicht mehr als Wesenheit
vorkommen kann; denn es ist nur das Gesetz als das Wahre vorhanden;
aber der _Begriff_ des Gesetzes ist gegen _das Gesetz_ selbst gekehrt.
An dem Gesetze nämlich ist der Unterschied selbst _unmittelbar_
aufgefaßt und in das Allgemeine aufgenommen, damit aber ein
_Bestehen_ der Momente, deren Beziehung es ausdrückt, als
gleichgültiger und an sich seiender Wesenheiten. Diese Teile des
Unterschieds am Gesetze sind aber zugleich selbst bestimmte Seiten;
der reine Begriff des Gesetzes als allgemeine Attraktion muß in
seiner wahren Bedeutung so aufgefaßt werden, daß in ihm als absolut
_Einfachem_ die _Unterschiede_, die an dem Gesetze als solchem
vorhanden sind, selbst wieder _in das Innre als einfache Einheit
zurückgehen_; sie ist die innre _Notwendigkeit_ des Gesetzes.
Das Gesetz ist dadurch auf eine gedoppelte Weise vorhanden, das
einemal als Gesetz, an dem die Unterschiede als selbstständige
Momente ausgedrückt sind; das anderemal in der Form des _einfachen_
In-sich-Zurückgegangen-seins, welche wieder _Kraft_ genannt werden
kann, aber so, daß sie nicht die zurückgedrängte, sondern die Kraft
überhaupt oder als der Begriff der Kraft ist, eine Abstraktion,
welche die Unterschiede dessen, was attrahiert und attrahiert wird,
selbst in sich zieht. So ist, zum Beispiel, die _einfache_
Elektrizität die _Kraft_; der Ausdruck des Unterschieds aber fällt in
_das Gesetz_; dieser Unterschied ist positive und negative
Elektrizität. Bei der Bewegung des Falles ist die _Kraft_ das
einfache, die _Schwere_, welche das _Gesetz_ hat, daß die Größen der
unterschiedenen Momente der Bewegung, der verflossenen _Zeit_, und
des durchlaufenen _Raums_, sich wie Wurzel und Quadrat zueinander
verhalten. Die Elektrizität selbst ist nicht der Unterschied an sich
oder in ihrem Wesen das Doppelwesen von positiver und negativer
Elektrizität; daher man zu sagen pflegt, sie _habe_ das Gesetz, auf
diese Weise _zu sein_, auch wohl, sie _habe die Eigenschaft_, so sich
zu äußern. Diese Eigenschaft ist zwar wesentliche und einzige
Eigenschaft dieser Kraft, oder sie ist ihr _notwendig_. Aber die
Notwendigkeit ist hier ein leeres Wort; die Kraft _muß_ eben, _weil_
sie _muß_, so sich verdoppeln. Wenn freilich _positive_ Elektrizität
gesetzt ist, ist auch _negative an sich_ notwendig; denn das
_Positive_ ist nur als Beziehung auf ein _Negatives_, oder das
Positive ist _an ihm selbst_ der Unterschied von sich selbst, wie
ebenso das Negative. Aber daß die Elektrizität als solche sich so
teile, dies ist nicht an sich das Notwendige; sie als _einfache
Kraft_ ist gleichgültig gegen ihr Gesetz, als positive und negative
_zu sein;_ und wenn wir jenes ihren Begriff, dies aber ihr Sein
nennen, so ist ihr Begriff gleichgültig gegen ihr Sein; sie _hat_ nur
diese Eigenschaft; d.h. eben, es ist ihr nicht _an sich_ notwendig.
--Diese Gleichgültigkeit erhält eine andere Gestalt, wenn gesagt wird,
daß es zur _Definition_ der Elektrizität gehört, als positive und
negative zu sein, oder daß dies schlechthin _ihr Begriff und Wesen_
ist. Alsdenn hieße ihr Sein _ihre Existenz_ überhaupt; in jener
Definition liegt aber nicht die _Notwendigkeit ihrer Existenz_; sie
ist entweder, weil man sie _findet_, das heißt, sie ist gar nicht
notwendig; oder ihre Existenz ist durch andere Kräfte, das heißt,
ihre Notwendigkeit ist eine äußere. Damit aber, daß die
Notwendigkeit, in die Bestimmtheit _des Seins durch Anderes_ gelegt
wird, fallen wir wieder in die _Vielheit_ der bestimmten Gesetze
zurück, die wir soeben verließen, um _das Gesetz_ als Gesetz zu
betrachten; nur mit diesem ist sein _Begriff_ als Begriff oder seine
Notwendigkeit zu vergleichen, die sich aber in allen diesen Formen
nur noch als ein leeres Wort gezeigt hat.
Noch auf andere als die angezeigte Weise ist die Gleichgültigkeit des
Gesetzes und der Kraft, oder des Begriffs und des Seins vorhanden.
In dem Gesetze der Bewegung z.B. ist es notwendig, daß die Bewegung
in Zeit und Raum sich _teile_, oder dann auch in Entfernung und
Geschwindigkeit. Indem die Bewegung nur das Verhältnis jener Momente
ist, so ist sie, das Allgemeine, hier wohl _an sich selbst_ geteilt;
aber nun drücken diese Teile, Zeit und Raum, oder Entfernung und
Geschwindigkeit, nicht an ihnen diesen Ursprung aus _einem_ aus; sie
sind gleichgültig gegeneinander, der Raum wird vorgestellt ohne die
Zeit, die Zeit ohne den Raum, und die Entfernung wenigstens ohne die
Geschwindigkeit sein zu können--so wie ihre Größen gleichgültig
gegeneinander sind; indem sie sich nicht _wie Positives und
Negatives_ verhalten, hiemit nicht durch _ihr Wesen_ aufeinander
beziehen. Die Notwendigkeit der _Teilung_ ist also hier wohl
vorhanden; aber nicht der _Teile_ als solcher füreinander. Darum ist
aber auch jene erste selbst nur eine vorgespiegelte falsche
Notwendigkeit; die Bewegung ist nämlich nicht selbst als _einfaches_
oder als reines Wesen vorgestellt; sondern _schon_ als geteilt; Zeit
und Raum sind ihre _selbstständigen_ Teile oder _Wesen an ihnen
selbst_, oder Entfernung und Geschwindigkeit Weisen des Seins oder
Vorstellens, deren eine wohl ohne die andere sein kann, und die
Bewegung daher nur ihre _oberflächliche_ Beziehung, nicht ihr Wesen.
Als einfaches Wesen oder als Kraft vorgestellt ist sie wohl die
_Schwere_, welche aber diese Unterschiede überhaupt nicht in ihr
enthält.
Der Unterschied also ist in beiden Fällen kein _Unterschied an sich
selbst_; entweder ist das Allgemeine, die Kraft, gleichgültig gegen
die Teilung, welche im Gesetze ist, oder die Unterschiede, Teile des
Gesetzes sind es gegeneinander. Der Verstand _hat_ aber den Begriff
_dieses Unterschiedes an sich_, eben darin, daß das Gesetz einesteils
das Innre, _An-sich_-seiende, aber _an ihm_ zugleich _Unterschiedne_
ist; daß dieser Unterschied hiemit _innrer_ Unterschied sei, ist
darin vorhanden, daß das Gesetz _einfache_ Kraft, oder als _Begriff_
desselben ist, also ein _Unterschied des Begriffes_. Aber dieser
innre Unterschied fällt nur erst noch _in den Verstand_; und ist noch
nicht _an der Sache selbst gesetzt_. Es ist also nur die _eigne_
Notwendigkeit, was der Verstand ausspricht; einen Unterschied, den er
also nur so macht, daß er es zugleich ausdrückt, daß der Unterschied
kein _Unterschied der Sache selbst sei_. Diese Notwendigkeit, die
nur im Worte liegt, ist hiemit die Hererzählung der Momente, die den
Kreis derselben ausmachen; sie werden zwar unterschieden, ihr
Unterschied aber zugleich, kein Unterschied der Sache selbst zu sein,
ausgedrückt, und daher selbst sogleich wieder aufgehoben; diese
Bewegung heißt _Erklären_. Es wird also ein _Gesetz_ ausgesprochen,
von diesem wird sein an sich Allgemeines, oder der Grund, als die
_Kraft_, unterschieden; aber von diesem Unterschiede wird gesagt, daß
er keiner, sondern vielmehr der Grund ganz so beschaffen sei wie das
Gesetz. Die einzelne Begebenheit des Blitzes zum Beispiel wird als
Allgemeines aufgefaßt, und dies Allgemeine als das _Gesetz_ der
Elektrizität ausgesprochen: die Erklärung faßt alsdenn das _Gesetz_
in die _Kraft_ zusammen, als das Wesen des Gesetzes. Diese Kraft ist
dann _so beschaffen_, daß, wenn sie sich äußert, entgegengesetzte
Elektrizitäten hervortreten, die wieder ineinander verschwinden, das
heißt, _die Kraft ist gerade so beschaffen wie das Gesetz_; es wird
gesagt, daß beide gar nicht unterschieden seien. Die Unterschiede
sind die reine allgemeine Äußerung oder das Gesetz, und die reine
Kraft; beide haben aber _denselben_ Inhalt, _dieselbe_ Beschaffenheit;
der Unterschied als Unterschied des Inhalts, d.h. der _Sache_ wird
also auch wieder zurückgenommen.
In dieser tautologischen Bewegung beharrt, wie sich ergibt, der
Verstand bei der ruhigen Einheit seines Gegenstandes, und die
Bewegung fällt nur in ihn selbst, nicht in den Gegenstand; sie ist
ein Erklären, das nicht nur nichts erklärt, sondern so klar ist, daß
es, indem es Anstalten macht, etwas Unterschiedenes von dem schon
Gesagten zu sagen, vielmehr nichts sagt, sondern nur dasselbe
wiederholt. An der Sache selbst entsteht durch diese Bewegung nichts
Neues, sondern sie kommt als Bewegung des Verstandes in Betracht. In
ihr aber erkennen wir nun eben dasjenige, was an dem Gesetze vermißt
wurde, nämlich den absoluten Wechsel selbst, denn diese _Bewegung_,
wenn wir sie näher betrachten, ist unmittelbar das Gegenteil ihrer
selbst. Sie setzt nämlich _einen Unterschied_, welcher nicht nur für
uns _kein Unterschied_ ist, sondern welchen sie selbst als
Unterschied aufhebt. Es ist dies derselbe Wechsel, der sich als das
Spiel der Kräfte darstellte; es war in ihm der Unterschied des
Sollizitierenden und Sollizitierten, der sich äußernden und der in
sich zurückgedrängten Kraft; aber es waren Unterschiede, die in
Wahrheit keine waren, und sich darum auch unmittelbar wieder aufhoben.
Es ist nicht nur die bloße Einheit vorhanden, so daß _kein
Unterschied gesetzt_ wäre, sondern es ist diese _*Bewegung*_, daß
_allerdings ein Unterschied gemacht, aber_, weil er keiner ist,
_wieder aufgehoben wird_.--Mit dem Erklären also ist der Wandel und
Wechsel, der vorhin außer dem Innern nur an der Erscheinung war, in
das Übersinnliche selbst eingedrungen; unser Bewußtsein ist aber aus
dem Innern als Gegenstande auf die andere Seite in den _Verstand_
herübergegangen, und hat in ihm den Wechsel.
Dieser Wechsel ist so noch nicht ein Wechsel der Sache selbst,
sondern stellt sich vielmehr eben dadurch als _reiner Wechsel_ dar,
daß der _Inhalt_ der Momente des Wechsels derselbe bleibt. Indem
aber der _Begriff_ als Begriff des Verstandes dasselbe ist, was das
_Innre_ der Dinge, so wird _dieser Wechsel als Gesetz des Innern_ für
ihn. Er _erfährt_ also, daß es _Gesetz der Erscheinung selbst_ ist,
daß Unterschiede werden, die keine Unterschiede sind; oder daß das
_Gleichnamige_ sich von sich selbst _abstößt_; und ebenso, daß die
Unterschiede nur solche sind, die in Wahrheit keine sind, und sich
aufheben; oder daß das _Ungleichnamige_ sich _anzieht_.--Ein _zweites
Gesetz_, dessen Inhalt demjenigen, was vorher Gesetz genannt wurde,
nämlich dem sich beständigen gleichbleibenden Unterschiede
entgegengesetzt ist; denn dies neue drückt vielmehr das
_Ungleichwerden des Gleichen_, und das _Gleichwerden des Ungleichen_
aus. Der Begriff mutet der Gedankenlosigkeit zu, beide Gesetze
zusammenzubringen, und ihrer Entgegensetzung bewußt zu werden.
--Gesetz ist das zweite freilich auch, oder ein inneres
sichselbstgleiches Sein, aber eine Sichselbstgleichheit vielmehr der
Ungleichheit, eine Beständigkeit der Unbeständigkeit.--An dem Spiele
der Kräfte ergab sich dieses Gesetz als eben dieses absolute
Übergehen, und als reiner Wechsel; das _Gleichnamige_, die Kraft,
_zersetzt_ sich in einen Gegensatz, der zunächst als ein
selbstständiger Unterschied erscheint, aber welcher sich in der Tat
_keiner zu sein_ erweist; denn es ist das _Gleichnamige_, was sich
von sich selbst abstößt, und dies Abgestoßene zieht sich daher
wesentlich an, denn es ist _dasselbe_; der gemachte Unterschied, da
er keiner ist, hebt sich also wieder auf. Er stellt sich hiemit als
Unterschied _der Sache selbst_, oder als absoluter Unterschied dar,
und dieser Unterschied der _Sache_ ist also nichts anders als das
Gleichnamige, das sich von sich abgestoßen hat, und daher nur einen
Gegensatz setzt, der keiner ist.
Durch dies Prinzip wird das erste Übersinnliche, das ruhige Reich der
Gesetze, das unmittelbare Abbild der wahrgenommenen Welt in sein
Gegenteil umgekehrt; das Gesetz war überhaupt das sich
_Gleichbleibende_, wie seine Unterschiede; itzt aber ist gesetzt, daß
beides vielmehr das Gegenteil seiner selbst ist; das sich _Gleiche_
stößt sich vielmehr von sich ab, und das sich Ungleiche setzt sich
vielmehr als das sich Gleiche. In der Tat ist nur mit dieser
Bestimmung der Unterschied der _innre_, oder Unterschied _an sich
selbst_, indem das Gleiche sich ungleich, das Ungleiche sich gleich
ist.--_Diese zweite übersinnliche Welt_ ist auf diese Weise die
_verkehrte_ Welt; und zwar, indem eine Seite schon an der ersten
übersinnlichen Welt vorhanden ist, die _verkehrte_ dieser _ersten_.
Das Innere ist damit als Erscheinung vollendet. Denn die erste
übersinnliche Welt war nur die _unmittelbare_ Erhebung der
wahrgenommenen Welt in das allgemeine Element; sie hatte ihr
notwendiges Gegenbild an dieser, welche noch _für sich das Prinzip
des Wechsels_ und _der Veränderung_ behielt; das erste Reich der
Gesetze entbehrte dessen, erhält es aber als verkehrte Welt.
Nach dem Gesetze dieser verkehrten Welt ist also das _Gleichnamige_
der ersten das _Ungleiche_ seiner selbst, und das _Ungleiche_
derselben ist ebenso _ihm selbst ungleich_, oder es wird sich
_gleich_. An bestimmten Momenten wird dies sich so ergeben, daß was
im Gesetze der ersten süß, in diesem verkehrten An-sich sauer; was in
jenem schwarz, in diesem weiß ist. Was im Gesetz der erstern am
Magnete Nordpol, ist in seinem andern übersinnlichen An-sich (in der
Erde nämlich) Südpol; was aber dort Südpol ist, hier Nordpol. Ebenso
was im ersten Gesetze der Elektrizität Sauerstoffpol ist, wird in
seinem andern übersinnlichen Wesen Wasserstoffpol; und umgekehrt, was
dort der Wasserstoffpol ist, wird hier der Sauerstoffpol. In einer
andern Sphäre ist nach dem _unmittelbaren Gesetze_ Rache an dem
Feinde die höchste Befriedigung der verletzten Individualität.
_Dieses Gesetz_ aber, dem, der mich nicht als Selbstwesen behandelt,
mich als Wesen gegen ihn zu zeigen, und ihn vielmehr als Wesen
aufzuheben, ver_kehrt_ sich durch das Prinzip der andern Welt _in das
entgegengesetzte_, die Wiederherstellung meiner als des Wesens durch
das Aufheben des fremden Wesens in Selbstzerstörung. Wenn nun diese
Verkehrung, welche in der _Strafe_ des Verbrechens dargestellt wird,
zum _Gesetze_ gemacht ist, so ist auch sie wieder nur das Gesetz der
einen Welt, welche eine ver_kehrte_ übersinnliche Welt sich
_gegenüberstehen_ hat, in welcher das, was in jener verachtet ist, zu
Ehren, was in jener in Ehren steht, in Verachtung kommt. Die nach
dem _Gesetze der ersten_ den Menschen schändende und vertilgende
Strafe verwandelt sich in ihrer _verkehrten Welt_ in die sein Wesen
erhaltende, und ihn zu Ehren bringende Begnadigung.
Oberflächlich angesehen ist diese verkehrte Welt so das Gegenteil der
ersten, daß sie dieselbe außer ihr hat, und jene erste als eine
verkehrte _Wirklichkeit_ von sich abstößt, die _eine_ die
_Erscheinung_, die _andere_ aber das _An-sich_, die _eine_ ist, wie
sie _für ein anderes_, die _andere_ dagegen, wie sie _für sich_ ist;
so daß, um die vorigen Beispiele zu gebrauchen, was süß schmeckt,
_eigentlich_, oder _innerlich_ am Dinge, sauer, oder was am
wirklichen Magnete der Erscheinung Nordpol ist, am _innern oder
wesentlichen Sein_ Südpol wäre; was an der erscheinenden Elektrizität
als Sauerstoffpol sich darstellt, an der nichterscheinenden
Wasserstoffpol wäre. Oder eine Handlung, die in der _Erscheinung_
Verbrechen ist, sollte _im Innern_ eigentlich gut sein (eine
schlechte Handlung eine gute Absicht haben) können; die Strafe nur
_in der Erscheinung_ Strafe, _an sich_ oder in einer andern Welt aber
Wohltat für den Verbrecher sein. Allein solche Gegensätze von
Innerem und Äußerem, von Erscheinung und Übersinnlichem, als von
zweierlei Wirklichkeiten, sind hier nicht mehr vorhanden. Die
abgestoßenen Unterschiede verteilen sich nicht von neuem an zwei
solche Substanzen, welche sie trügen und ihnen ein getrenntes
Bestehen verliehen; wodurch der Verstand aus dem Innern heraus wieder
auf seine vorige Stelle zurückfiele. Die eine Seite oder Substanz
wäre wieder die Welt der Wahrnehmung, worin das eine der beiden
Gesetze sein Wesen triebe, und ihr gegenüber eine innre Welt, _gerade
eine solche sinnliche Welt_ wie die erste, aber in der _Vorstellung_;
sie könnte nicht als sinnliche Welt aufgezeigt, nicht gesehen, gehört,
geschmeckt werden, und doch würde sie vorgestellt, als eine solche
sinnliche Welt. Aber in der Tat, wenn _das eine Gesetzte_ ein
Wahrgenommenes ist, und sein _An-sich_, als das Verkehrte desselben,
ebenso ein _sinnlich Vorgestelltes_, so ist das Saure, was das
An-sich des _süßen_ Dinges wäre, ein so wirkliches Ding wie es, ein
_saures_ Ding; das Schwarze, welches das An-sich des Weißen wäre, ist
das wirkliche Schwarze; der Nordpol, welcher das An-sich des Südpols
ist, ist der _an demselben Magnete vorhandne_ Nordpol; der
Sauerstoffpol, der das An-sich des Wasserstoffpols ist, der
_vorhandne_ Sauerstoffpol derselben Säule. Das _wirkliche_
Verbrechen aber hat _seine Verkehrung_, und _sein An-sich_ als
_Möglichkeit_ in _der Absicht_ als solcher, aber nicht in einer guten;
denn die Wahrheit der Absicht ist nur die Tat selbst. Das
Verbrechen seinem Inhalte nach aber hat seine Reflexion in sich oder
seine Verkehrung an der _wirklichen_ Strafe; diese ist die Aussöhnung
des Gesetzes mit der ihm im Verbrechen entgegengesetzten Wirklichkeit.
Die _wirkliche_ Strafe endlich hat so ihre _verkehrte_ Wirklichkeit
an ihr, daß sie eine solche Verwirklichung des Gesetzes ist, wodurch
die Tätigkeit, die es als Strafe hat, _sich selbst aufhebt_, es aus
tätigem wieder _ruhiges_ und geltendes Gesetz wird, und die Bewegung
der Individualität gegen es, und seiner gegen sie erloschen ist.
Aus der Vorstellung also der Verkehrung, die das Wesen der einen
Seite der übersinnlichen Welt ausmacht, ist die sinnliche Vorstellung
von der Befestigung der Unterschiede in einem verschiedenen Elemente
des Bestehens zu entfernen, und dieser absolute Begriff des
Unterschieds, als innrer Unterschied, Abstoßen des Gleichnamigen als
Gleichnamigen von sich selbst, und Gleichsein des Ungleichen als
Ungleichen rein darzustellen und aufzufassen. Es ist der reine
Wechsel, oder _die Entgegensetzung in sich selbst, der Widerspruch zu
denken_. Denn in dem Unterschiede, der ein innerer ist, ist das
Entgegengesetzte nicht nur _eines von zweien_--sonst wäre es ein
_Seiendes_, und nicht ein Entgegengesetztes--; sondern es ist das
Entgegengesetzte eines Entgegengesetzten, oder das Andere ist in ihm
unmittelbar selbst vorhanden. Ich stelle wohl das Gegenteil _hieher_,
und _dorthin_ das Andere, wovon es das Gegenteil ist; also das
_Gegenteil_ auf eine Seite, an und für sich ohne das andere.
Ebendarum aber, indem ich hier _das Gegenteil an und für sich_ habe,
ist es das Gegenteil seiner selbst, oder es hat in der Tat das Andere
unmittelbar an ihm selbst.--So hat die übersinnliche Welt, welche die
verkehrte ist, über die andere zugleich übergriffen, und sie an sich
selbst; sie ist für sich die verkehrte, d.h. die verkehrte ihrer
selbst; sie ist sie selbst, und ihre entgegengesetzte in _einer_
Einheit. Nur so ist sie der Unterschied als _innerer_, oder
Unterschied _an sich selbst_, oder ist als _Unendlichkeit_.
Durch die Unendlichkeit sehen wir das Gesetz zur Notwendigkeit an ihm
selbst vollendet, und alle Momente der Erscheinung in das Innre
aufgenommen. Das Einfache des Gesetzes ist die Unendlichkeit, heißt
nach dem, was sich ergeben hat, a) es ist ein _Sichselbst_gleiches,
welches aber der _Unterschied_ an sich ist; oder es ist Gleichnamiges,
welches sich von sich selbst abstößt, oder sich entzweit. Dasjenige,
was die _einfache_ Kraft genannt wurde, _verdoppelt_ sich selbst,
und ist durch ihre Unendlichkeit das Gesetz. b) Das Entzweite,
welches die in dem _Gesetze_ vorgestellten Teile ausmacht, stellt
sich als Bestehendes dar; und sie ohne den Begriff des innern
Unterschiedes betrachtet, ist der Raum und die Zeit, oder die
Entfernung und die Geschwindigkeit, welche als Momente der Schwere
auftreten, sowohl gleichgültig und ohne Notwendigkeit füreinander als
für die Schwere selbst, so wie diese einfache Schwere gegen sie, oder
die einfache Elektrizität gegen das Positive und Negative ist. g)
Durch den Begriff des innern Unterschiedes aber ist dies Ungleiche
und Gleichgültige, Raum und Zeit u.s.f. ein _Unterschied_, welcher
kein _Unterschied_ ist, oder nur ein Unterschied des _Gleichnamigen_,
und sein Wesen die Einheit; sie sind als Positives und Negatives
gegeneinander begeistet, und ihr Sein ist dieses vielmehr, sich als
Nichtsein zu setzen, und in der Einheit aufzuheben. Es bestehen
beide unterschiedne, sie sind _an sich_, sie sind _an sich als
Entgegengesetzte_, d.h. das Entgegengesetzte ihrer selbst, sie haben
ihr Anderes an ihnen und sind nur _eine_ Einheit.
Diese einfache Unendlichkeit oder der absolute Begriff ist das
einfache Wesen des Lebens, die Seele der Welt, das allgemeine Blut zu
nennen, welches allgegenwärtig durch keinen Unterschied getrübt noch
unterbrochen wird, das vielmehr selbst alle Unterschiede ist, so wie
ihr Aufgehobensein, also in sich pulsiert, ohne sich zu bewegen, in
sich erzittert, ohne unruhig zu sein. Sie ist sich_selbstgleich_,
denn die Unterschiede sind tautologisch, es sind Unterschiede, die
keine sind. Dieses sichselbstgleiche Wesen bezieht sich daher nur
auf sich selbst; _auf sich selbst_, so ist dies ein anderes, worauf
die Beziehung geht, und das _Beziehen auf sich selbst_ ist vielmehr
_das Entzweien_, oder eben jene Sichselbstgleichheit ist innerer
Unterschied. Diese _Entzweiten_ sind somit _an und für sich selbst_,
jedes ein Gegenteil--_eines Andern_, so ist darin schon das _Andere_
mit ihm zugleich ausgesprochen; oder es ist nicht das Gegenteil
_eines Andern_ sondern nur _das reine Gegenteil_, so ist es also an
ihm selbst das Gegenteil seiner; oder es ist überhaupt nicht ein
Gegenteil, sondern rein für sich, ein reines sich selbst gleiches
Wesen, das keinen Unterschied an ihm hat, so brauchen wir nicht zu
fragen, noch weniger das Gequäle mit solcher Frage für die
Philosophie anzusehen, oder gar sie ihr für unbeantwortlich
halten--_wie_ aus diesem reinen Wesen, wie aus ihm _heraus_ der
Unterschied oder das Anderssein komme; denn es ist schon die
Entzweiung geschehen, der Unterschied ist aus dem sich selbst
Gleichen ausgeschlossen, und ihm zur Seite gestellt worden; was _das
sich selbst Gleiche_ sein sollte, ist also schon eins der Entzweiten
viel mehr, als daß es das absolute Wesen wäre. Das _sich selbst
Gleiche entzweit sich_, heißt darum ebensosehr, es hebt sich als
schon Entzweites, es hebt sich als Anderssein auf. Die _Einheit_,
von welcher gesagt zu werden pflegt, daß der Unterschied nicht aus
ihr herauskommen könne, ist in der Tat selbst nur das _eine_ Moment
der Entzweiung; sie ist die Abstraktion der Einfachheit, welche dem
Unterschiede gegenüber ist. Aber indem sie die Abstraktion, nur das
eine der Entgegengesetzten ist, so ist es schon gesagt, daß sie das
Entzweien ist; denn ist die Einheit ein _Negatives_, ein
_Entgegengesetztes_, so ist sie eben gesetzt als das, welches die
Entgegensetzung an ihm hat. Die Unterschiede von _Entzweiung_ und
_Sich-selbst-gleich-werden_ sind darum ebenso nur _diese Bewegung des
Sich-aufhebens_; denn indem das Sichselbstgleiche, welches sich erst
entzweien oder zu seinem Gegenteile werden soll, eine Abstraktion
oder _schon selbst_ ein Entzweites ist, so ist sein Entzweien hiemit
ein Aufheben dessen, was es ist, und also das Aufheben seines
Entzweitseins. Das _Sich-selbst-gleich-werden_ ist ebenso ein
Entzweien; was sich _selbst gleich_ wird, tritt damit der Entzweiung
gegenüber; das heißt, es stellt selbst sich damit _auf die Seite_,
oder es _wird_ vielmehr ein _Entzweites_.
Die Unendlichkeit oder diese absolute Unruhe des reinen
Sich-selbst-bewegens, daß, was auf irgendeine Weise, zum Beispiel als
Sein, bestimmt ist, vielmehr das Gegenteil dieser Bestimmtheit ist,
ist zwar schon die Seele alles bisherigen gewesen, aber im _Innern_
erst ist sie selbst frei hervorgetreten. Die Erscheinung oder das
Spiel der Kräfte stellt sie selbst schon dar, aber als _Erklären_
tritt sie zunächst frei hervor; und indem sie endlich für das
Bewußtsein Gegenstand ist, _als das, was sie ist_, so ist das
Bewußtsein _Selbstbewußtsein_. Das _Erklären_ des Verstandes macht
zunächst nur die Beschreibung dessen, was das Selbstbewußtsein ist.
Er hebt die im Gesetze vorhandenen schon rein gewordenen, aber noch
gleichgültigen Unterschiede auf, und setzt sie in _einer_ Einheit,
der Kraft. Dies Gleichwerden ist aber ebenso unmittelbar ein
Entzweien, denn er hebt die Unterschiede nur dadurch auf, und setzt
dadurch das Eins der Kraft, daß er einen neuen Unterschied macht, von
Gesetz und Kraft, der aber zugleich kein Unterschied ist; und hiezu,
daß dieser Unterschied ebenso kein Unterschied ist, geht er selbst
darin fort, daß er diesen Unterschied wieder aufhebt, indem er die
Kraft ebenso beschaffen sein läßt als das Gesetz.--Diese Bewegung
oder Notwendigkeit ist aber so noch Notwendigkeit und Bewegung des
Verstandes, oder sie _als solche_ ist _nicht sein Gegenstand_,
sondern er hat in ihr positive und negative Elektrizität, Entfernung,
Geschwindigkeit, Anziehungskraft, und tausend andere Dinge zu
Gegenständen, welche den Inhalt der Momente der Bewegung ausmachen.
In dem Erklären ist eben darum so viele Selbstbefriedigung, weil das
Bewußtsein dabei, es so auszudrücken, in unmittelbarem
Selbstgespräche mit sich, nur sich selbst genießt, dabei zwar etwas
anderes zu treiben scheint, aber in der Tat sich nur mit sich selbst
herumtreibt.
In dem entgegengesetzten Gesetze als der Verkehrung des ersten
Gesetzes, oder in dem innern Unterschiede wird zwar die Unendlichkeit
selbst _Gegenstand_ des Verstandes, aber er verfehlt sie als solche
wieder, indem er den Unterschied an sich, das Sich-selbst-abstoßen
des Gleichnamigen, und die Ungleichen, die sich anziehen, wieder an
zwei Welten, oder an zwei substantielle Elemente verteilt; die
_Bewegung_, wie sie in der Erfahrung ist, ist ihm hier ein Geschehen,
und das Gleichnamige und das Ungleiche _Prädikate_, deren Wesen ein
seiendes Substrat ist. Dasselbe, was ihm in sinnlicher Hülle
Gegenstand ist, ist es uns in seiner wesentlichen Gestalt, als reiner
Begriff. Dies Auffassen des Unterschieds, wie er _in Wahrheit_ ist,
oder das Auffassen der _Unendlichkeit_ als solcher, ist _für uns_,
oder _an sich_. Die Exposition ihres Begriffs gehört der
Wissenschaft an; das Bewußtsein aber, wie es ihn _unmittelbar_ hat,
tritt wieder als eigne Form oder neue Gestalt des Bewußtseins auf,
welche in dem vorhergehenden ihr Wesen nicht erkennt, sondern es für
etwas ganz anderes ansieht.--Indem ihm dieser Begriff der
Unendlichkeit Gegenstand ist, ist es also Bewußtsein des Unterschieds
als eines _unmittelbar_ ebensosehr Aufgehobenen; es ist _für sich
selbst_, es ist _Unterscheiden des Ununterschiedenen_, oder
_Selbstbewußtsein_. Ich _unterscheide mich von mir selbst_, und _es
ist darin unmittelbar für mich, daß dies Unterschiedene nicht
unterschieden ist_. Ich, das Gleichnamige, stoße mich von mir selbst
ab; aber dies Unterschiedne, Ungleichgesetzte ist unmittelbar, indem
es unterschieden ist, kein Unterschied für mich. Das Bewußtsein
eines Andern, eines Gegenstandes überhaupt, ist zwar selbst notwendig
_Selbstbewußtsein_, Reflektiertsein in sich, Bewußtsein seiner Selbst,
in seinem Anderssein. Der _notwendige Fortgang_ von den bisherigen
Gestalten des Bewußtseins, welchen ihr Wahres ein Ding, ein anderes
war als sie selbst, drückt eben dies aus, daß nicht allein das
Bewußtsein vom Dinge nur für ein Selbstbewußtsein möglich ist,
sondern daß dies allein die Wahrheit jener Gestalten ist. Aber für
uns nur ist diese Wahrheit vorhanden, noch nicht für das Bewußtsein.
Das Selbstbewußtsein aber ist erst _für sich_ geworden, noch nicht
_als Einheit_ mit dem Bewußtsein überhaupt.
Wir sehen, daß im Innern der Erscheinung der Verstand in Wahrheit
nicht etwas anders als die Erscheinung selbst, aber nicht wie sie als
Spiel der Kräfte ist, sondern dasselbe in seinen absolut-allgemeinen
Momenten und deren Bewegung, und in der Tat nur _sich selbst_ erfährt.
Erhoben über die Wahrnehmung stellt sich das Bewußtsein mit dem
Übersinnlichen durch die Mitte der Erscheinung zusammengeschlossen
dar, durch welche es in diesen Hintergrund schaut. Die beiden
Extreme, das eine, des reinen Innern, das andere, des in dies reine
Innre schauenden Innern, sind nun zusammengefallen, und wie sie als
Extreme, so ist auch die Mitte, als etwas anders als sie,
verschwunden. Dieser Vorhang ist also vor dem Innern weggezogen, und
das Schauen des Innern in das Innere vorhanden; das Schauen des
_ununterschiedenen_ Gleichnamigen, welches sich selbst abstößt, als
_unterschiedenes_ Innres setzt, aber _für welches_ ebenso unmittelbar
die _Ununterschiedenheit_ beider ist, _das Selbstbewußtsein_. Es
zeigt sich, daß hinter dem sogenannten Vorhange, welcher das Innre
verdecken soll, nichts zu sehen ist, wenn _wir_ nicht selbst
dahintergehen, ebensosehr damit gesehen werde, als daß etwas dahinter
sei, das gesehen werden kann. Aber es ergibt sich zugleich, daß
nicht ohne alle Umstände geradezu dahintergegangen werden könne; denn
dies Wissen, was die Wahrheit _der Vorstellung_ der Erscheinung und
ihres Innern ist, ist selbst nur Resultat einer umständlichen
Bewegung, wodurch die Weisen des Bewußtseins, Meinen, Wahrnehmen und
der Verstand verschwinden; und es wird sich ebenso ergeben, daß das
Erkennen dessen, _was das Bewußtsein weiß, indem es sich selbst weiß_,
noch weiterer Umstände bedarf, deren Auseinanderlegung das Folgende
ist.