(1807)
Dieser Band stellt das _werdende Wissen_ dar. Die PhÄnomenologie des
Geistes soll an die Stelle der psychologischen Erklärungen oder auch
der abstraktem ErÖrterungen Über die Begründung des Wissens treten.
Sie betrachtet die _Vorbereitung_ zur Wissenschaft aus einem
Gesichtspunkte, wodurch sie eine neue, interessante, und die erste
Wissenschaft der Philosophie ist. Sie faßt die verschiedenen
_Gestalten des Geistes_ als Stationen des Weges in sich, durch
welchen er reines Wissen oder absoluter Geist wird. Es wird daher in
den Hauptabteilungen dieser Wissenschaft, die wieder in mehrere
zerfallen, das Bewußtsein, das Selbstbewußtsein, die beobachtende und
handelnde Vernunft, der Geist selbst, als sittlicher, gebildeter und
moralischer Geist, und endlich als religiöser in seinen
unterschiedenen Formen betrachtet. Der dem ersten Blicke sich als
Chaos darbietende Reichtum der Erscheinungen des Geistes ist in eine
wissenschaftliche Ordnung gebracht, welche sie nach ihrer
Notwendigkeit darstellt, in der die unvollkommnen sich auflösen und
in höhere übergehen, welche ihre nächste Wahrheit sind. Die letzte
Wahrheit finden sie zunächst in der Religion, und dann in der
Wissenschaft, als dem Resultate des Ganzen.
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