II.

_=Dietmarus Blefkenius=_ in der Beschreibung Islands versichert, als er

aus Island mit einem portugiesische Schiffe abgereist sei, hätte ihm

ein Isländer ein Schnupftuch, worin er drei Knoten gebunden, gegeben,

mit der Erinnerung, wenn sie keinen Wind hätten, oder sonst stürmisches

Wetter, solle er einen Knoten nach dem andern öffnen. Als sie nun

ungefähr bis zum 20. September gefahren und schon Spanien im Gesichte

hatten, wurde plötzlich Windstille, welche drei Tage anhielt. Da dachte

er an sein Schnupftuch und löste einen Knoten auf, und bald darauf

bekamen sie guten Wind. Da er aber noch etwas schwach ging, löste er

den zweiten und dann den dritten, so daß sie in zwei Tagen in Lissabon

waren.

Sehr natürlich! denn nach einer Windstille erfolgt jedesmal Wind und

Sturm, und ohne die Zauberknoten würde alles auch so erfolgt sein.

=Hexenfahrt.=

Ein gewisser Amtmann zu Rockenhausen hatte schon viele Hexen verbrennen

lassen, und fing endlich an zu zweifeln, ob sie wirklich etwas

ausrichten könnten. Er ließ daher einige in eine Stube sperren und

blieb selbst bei ihnen. Sie legten sich auf das Lager und schliefen

ein. Als man sie endlich aufweckte, fuhren sie auf und sagten: Ei, Herr

Amtmann, wie waren wir doch so fröhlich! Nicht wahr, nun glaubt ihr’s,

daß etwas daran sei? Und als er sie daran erinnerte, wie sie nicht aus

der Stube gekommen wären, entgegneten sie: Nein! wie dürft Ihr das

sagen? War’t Ihr doch selbst bei uns auf der Wiese u. s. w. (Siehe

_Paulus Frisius_ im kurzen Bericht, den ganzen Handel von der Zauberei

belangend, _Cap._ 3)

Also =Träume= wurden für Wahrheiten ausgegeben. – Diese Tollheit gehört

ins Narrenhaus! Aber die Hexen hüteten sich wohl, es zu sagen, wenn sie

Schaden gethan haben sollten.

=Der gläubige Prediger.=

Die Magd eines Predigers in Thüringen machte jedesmal, wenn sie Brod

säuerte, einige Kreuze über den Teig. Der Prediger, der dieses sah,

verbot ihr solche abergläubische Dinge. Als die Magd aber, um ihr

Recht zu behaupten, das künftige Mal mit Fleiß den Sauerteig vergessen

hatte, wodurch das Brod unschmackhaft wurde, fragte der Herr sie um die

Ursache, da doch sonst das Brod immer gut gewesen sei.

Ich habe das Kreuz über den Teig nicht gemacht, antwortete die Magd. –

Sie hatten es mir ja verboten, weil es Aberglaube sei.

Ei! rief der Prediger ungeduldig, – mach’ künftig so viel Kreuze, als

Du willst, nur gieb mir schmackhaftes Brod.

Der =Betrug= ließ also den aufgeklärten Geistlichen, wenn auch nicht

daran glauben, doch den Aberglauben geschehen.

=Frei-Schützenkunst.=

Diejenigen, welche damit prahlen, daß sie Kugeln auf sich ohne

Verletzung schießen lassen, täuschen mit einem Kunststückchen.

Sie verfertigen nämlich Kugeln von dünnem Glas und füllen sie mit

Quecksilber, wodurch sie das Ansehen und die Schwere einer Bleikugel

erhalten. Wenn nun eine solche Kugel in ein Feuergewehr geladen wird,

zerstößt man sie mit dem Ladestocke, wodurch sie ihre Wirkung verliert.

Andere haben noch einen dünnen metallenen Lauf, welchen sie schnell in

die Pistole stecken und, wenn sie geladen, wieder herausziehen und den

geladenen Lauf in die Tasche praktiziren.

=J. L. Hartmann= in seinem neuen Teufels-Stücklein (Frankfurt 1678.)

erzählt unter Andern:

Einst erschien ein Jude bei dem Herzoge Albrecht zu Sachsen und

überreichte ihm einen Knopf mit seltsamen Charakteren und Zeichen,

welcher gegen Schuß, Stich und Hieb festmachen sollte.

Da will ich es zuerst mit Dir Juden versuchen, entgegnete der Herzog,

ließ ihn vor das Thor in das Feld führen, den magischen Knopf an den

Hals hängen, zog sein Schwert und – durchstach den armen Juden.

=Der Freischütz.=

In den »Unterredungen von dem Reiche der Geister, fünfte Unterredung,

Leipzig 1731.« wird Folgendes, aus gerichtlichen Acten gezogen, erzählt.

Im Jahre 1710 befand sich ein gewisser Schreiber, Namens Georg Schmidt,

18 Jahre alt, in einer gewissen Stadt Böhmens. Dieser hatte eine

vertrauliche Bekanntschaft mit einem Bergjäger derselben Herrschaft,

welcher nicht allein vielerlei Weidestückchen vortrefflich verstand,

sondern auch aus der Zaubertasche gut zu spielen wußte. Der Schreiber

war ein guter Schütze im Scheibenschießen, suchte aber dabei immer

seinen Vortheil und Gewinn. Deshalb ging er einst zu dem Jäger, um

sich bei demselben Raths zu erholen, welcher ihm auch behülflich zu

sein gelobte. Nur verlangte er von ihm, daß er den 30sten Juli, am

Abdous-Tage, in der Nacht mit ihm gehen möchte, um Kugeln zu gießen;

alsdann sollte er 63 Kugeln erhalten, von welchen 60 treffen würden,

wohin er zielen würde, drei Kugeln, welche aber nicht kennbar wären,

müßten nothwendig fehlen.

Der Schreiber, vom blinden Eifer, Geld zu gewinnen, eingenommen,

konnte kaum die Zeit erwarten. Man nahm Kohlen, Gieß-Kelle, Form und

was zu der Arbeit gehört, mit, und begab sich mit einbrechender Nacht

auf einen Kreuzweg, welcher eine Stunde weit gelegen war. So bald man

daselbst angekommen, machte der Jäger einen weiten Kreis mit seinem

Waidmesser, und setzte gewisse Charaktere rings umher, welche der

Schreiber aber nicht lesen konnte. Nachdem hieß der Jäger Letzteren

in den Kreis treten, sich nackend auszuziehen und Gott zu verleugnen.

Darauf befahl er ihm, daß er seine Kohlen und das Gießgeräthe vor sich

hinlegen, und wohl Acht geben sollte, daß er zwischen 11 und 12 Uhr

mit seinem Gusse fertig sei; denn wenn nach verflossener Zeit nur Eine

Kugel daran fehlte, so müßte er dem Satan eigen sein. Ferner ermahnte

er ihn, sich durch nichts stören zu lassen, was ihm auch zu Gesichte

käme, damit er sich nicht an der Arbeit hindern lasse.

Nachdem er ihm nun alles eingeschärft und befohlen, keinen Laut von

sich zu geben, so stellten sie sich Rücken an Rücken und erwarteten

die eilfte Stunde. – Kaum hatte die Glocke angefangen zu schlagen,

als die Kohlen von selbst zu glühen anfingen. Nun machten sie sich

ans Werk; doch kaum hatten sie einige Kugeln gegossen, da kam ein

altes Weib auf sie zu, welches mit hölzernen Kochlöffeln umhangen

war, einen großen Lärm damit machte, und sie fragte, ob sie nichts

von ihrer Waare gebrauchen könnten? – Sie aber fuhren stillschweigend

fort zu gießen, worauf das Weib verschwand; aber sogleich hörten

sie das Rollen einiger Wagen, welche auch gerade auf sie zufuhren,

und dann am Kreise über ihnen in der Luft zerstoben. Nachdem dieses

Phantom vorüber, erschien ein Trupp Reiter, welcher ebenfalls über

ihnen seinen Weg durch die Luft nahm. Jetzt erschien das wilde Heer,

mit Hörner-Klang, großem Geschrei und gehetztem Wilde, nebst Jägern

und Hunden, welches abermals den Weg über ihnen wegnahm. Zuletzt kam

einer auf einem schwarzen Pferde langsam vor den Kreis geritten, und

fragte sie, was ihr Begehren sei, daß sie diese Arbeit in seiner Gegend

vorgenommen hätten? – Da sie nun gleich mit dem Gießen fertig waren,

so gab der Jäger zur Antwort: Wir haben in Deinem Namen 63 Kugeln

gegossen, von welchen drei Deine sind, die übrigen aber sollst Du uns

geben! – Hierauf begehrte jener, sie sollten ihm die Gieß-Kelle nebst

den gegossenen Kugeln geben; allein der Jäger sagte zu ihm: Wir haben

sie in Deinem Namen gegossen, und weil die Zeit noch nicht um ist,

so bleiben sie unser. – Sogleich warf jener mit Zähneknirschen etwas

darauf, welches einen solchen penetranten Geruch von sich gab, daß

Beide ohnmächtig zu Boden sanken, und die Kugeln im Kreise herumfielen.

Bis zum Anbruch des Tages blieben sie liegen, wo sich der Jäger, der

solches schon gewohnt war, zuerst ermunterte, der Schreiber aber nicht

von der Stelle konnte. Der Jäger raffte hierauf die Kugeln zusammen,

und eilte in das nahe gelegene Dorf, wo er den Einwohnern meldete, daß

ein kranker Mensch am Wege liege; er selbst aber nahm die Flucht durch

das Salzburgsche Gebirge. –

Als der halbtodte Schreiber in die Stadt gebracht worden war, kam er

in gerichtliche Haft, wo er alles erzählte. Nach seiner gänzlichen

Wiedergenesung wurde gegen ihn der Criminal-Prozeß eingeleitet. Das

Urtheil brachte ihm das Schwert; allein wegen seiner Jugend und seiner

Bitten kam er mit sechsjähriger Zuchthausstrafe davon.

Zuerst haben wir hier den Stoff der schönen Oper von Weber: »Der

Freischütz;« – dann finden wir an der ganzen Sache eine Betrügerei, die

mit einem jungen, unerfahrenen Menschen leicht vorgenommen werden kann.

Da die =Nebenumstände= der Geschichte fehlen, so können wir auch den

=Betrug= nicht näher beleuchten.

=Die Wünschelruthe.=

Ein listiger Bergmann, der eine Wünschelruthe hatte, wurde mit einem

wohlhabenden Bauernburschen bekannt, und versicherte ihm, daß er durch

sie schon verschiedene Schätze entdeckt hätte. Sie gingen hierauf

an einen gewissen Ort, wo der Bergmann dem Bauernburschen die Ruthe

schlagen ließ, und darnach vorgab, daß schon in der nächsten Nacht um

12 Uhr der Schatz gehoben werden könnte, wenn sie nur so viel Geld

hätten, als zur Hebung des Schatzes nöthig sei. – Ich bin arm, sagte

der Bergmann, und diese meine Armuth ist eben die Ursache, warum ich

durch meine Wünschelruthe bis jetzt noch nicht reich geworden bin. Die

unterirdischen Geister werden den Schatz ohne Schwierigkeiten heben

lassen, so bald sie erkennen, daß ich funfzig Thaler in der Tasche

habe. Merken sie aber, daß ich weniger oder wohl gar nichts bei mir

führe, so werden sie ihn stets fortrücken, wenn man gleich glaubt, ihn

schon in Händen zu haben.

Nun empfing er das verlangte Geld, welches der Bauer sich erspart

hatte, es aber jetzt gern hergab, weil er dadurch mit einem Male reich

zu werden hoffte. Sie gingen hierauf wieder an den bestimmten Ort und

fingen um zwölf Uhr an zu graben. Die Erde war gefroren. Als sie etwas

hineingearbeitet hatten, fragte der Bergmann seine Ruthe, die ihm, wie

er vorgab, sagte, daß der Schatz nur noch einen Fuß tief stehe. Mit

aller Arglist eines geübten Betrügers gab er dem Bauer zu erkennen,

daß kein Ungeweihter zugegen sein dürfte, wenn der Schatz gehoben

würde. Dieser gehorchte zitternd dem Schatzgräber. – Allein der listige

Bergmann schlich sich mit den 50 Thalern davon und kam nicht wieder;

während der Bauer in ein hitziges Fieber fiel und starb.

=Die Wahrsagerin.=

Eine Rotte Zigeuner kam in die Nähe eines Städtchens, und die Weiber

weissagten den Leuten daselbst aus der Hand. Nach einigen Tagen zogen

sie jedoch wieder ab, aber ein weissagendes Weib verspätete sich. Sie

fragte daher auf dem Felde eine arbeitende Magd, die sich zuvor von ihr

hatte wahrsagen lassen, ob sie nicht wisse, welchen Weg die Zigeuner

genommen hätten.

Wenn Du mir die sechs Kreuzer wieder giebst, die ich Dir gestern

gegeben habe, so will ich Dir’s sagen, entgegnete die Magd. Du weißt

das nicht einmal, wo die Zigeuner so eben hingegangen sind, und Du

unterstandest Dich doch, meine entfernten Schicksale mir sagen zu

wollen!

=Der Kobold.=

In dem Hause eines Predigers spielte eine Magd den Kobold eine Zeit

lang. Es kam ihr zu Statten, daß die Frau im Hause leichtgläubig war

und der Prediger nicht weit sehen konnte. Einst besuchte ein anderer

Prediger diesen. Die Magd, die sich auf ihre Geschwindigkeit verließ,

wollte auch ihre Rolle spielen, und warf, wie Kobolde zu thun pflegen,

mit Steinen. Der fremde Prediger merkte sich die Gegend in der Stube,

woher die Steinchen kamen, und gab Acht auf die Magd, doch so, daß sie

es nicht merkte. Bald sah er, daß sie einen Stein aus der Tasche holte

und damit warf. Er bemerkte die geschwinde Handbewegung und den Wurf

des Steinchens. Er ging sogleich auf sie zu und redete sie hart an. Sie

kam bald außer Fassung, gestand ihren Betrug und der Kobold verschwand

ohne Gespensterbanner.

=Schatzgräberei.=

In der »Monatlichen Unterredung von dem Reiche der Geister« im VI.

Stück, S. 733 ff., wird Folgendes erzählt:

Zu Prag befand sich neben der alten St. Michaeliskirche in der Altstadt

ein altes Kloster, welches vorher das Hussiten-Rathhaus genannt wurde.

Einst kam zwischen zehn und eilf Uhr des Abends ein alter Bauer an die

Klosterpforte und läutete stark an der gewöhnlichen Glocke. Als man ihm

geöffnet und um sein Begehr gefragt, verlangte er den Vorsteher des

Klosters zu sprechen. Man that es, ob es gleich außer der Zeit war,

und brachte ihn zu dem Vorsteher. Diesem machte er bekannt, daß er mit

ihm in den Klosterkeller gehen sollte; jedoch müsse er vier vertraute

Personen mit sich nehmen und, nebst andern nöthigen Werkzeugen zum

Graben, auch einen starken Hammer herbeischaffen. Der Vorsteher, auf

einen Schatz gierig, nahm vier Vertraute und ging mit dem Bauer in den

Keller. Daselbst ging Letzterer an einen Ort, an welchen der Vorsteher

nicht gedacht hatte, und klopfte an die Mauer, daß ein Stück nach dem

andern nach und nach herabfiel, bis sich eine von Ziegelsteinen gebaute

Thür zeigte. Sogleich legten Alle Hand an und eröffneten die Thür ohne

große Mühe, worauf sie in ein rundes Gewölbe gelangten, in welchem sie

aber nichts fanden. Der Bauer beredete sie, in der Erde nachzugraben,

wo sie gewiß Etwas finden würden, und darauf verlor er sich aus dem

Gesichte.

Der Vorsteher mit seinen Vertrauten fingen nun an zu graben, stießen

auf etwas Hartes, das ihnen zu widerstehen schien, und nun glaubten sie

der Wahrheit des verschwundenen Bauers oder Geistes. Da sie aber den

harten Körper nicht allein aus der Erde bringen konnten, so wurden noch

einige Gehilfen herbeigeholt. Ehe diese ankamen, sah man eine =große

Schlange= aus der Erde hervorkriechen, welche sich zwischen ihnen in

der äußersten Oeffnung fortwälzte, ohne jemand Schaden zuzufügen. Da

die Gehilfen ankamen und wieder zu graben anfingen, brachten sie einen

=großen zinnernen Kasten=, in Gestalt eines =Sarges=, aus der Erde,

welchen sie sogleich hinauf ins Kloster schafften. Darauf gingen sie

wieder hinab, um weiter nachzusuchen, und fanden eine =eiserne Truhe=

mit drei großen Vorlegeschlössern verwahrt, welche sie zu dem Sarge

brachten und sich vergnügt zur Ruhe legten.

Am andern Morgen wurden nun durch einen Schlosser die beiden Kasten

geöffnet. In der Truhe fanden sie =schwarze Kohlen=, im Sarge ein

Todtengerippe, und in der Asche eine güldene Kette und einen güldenen

Ring mit einem Saphir. Das Gerippe nebst den Kohlen wurde in die Moldau

geworfen.

Die Kohlen waren von den unterirdischen Geistern verwandelt worden,

hieß es.

Ist das nicht eine natürliche Schatzgräberei?

Entdeckung der Geisterbeschwörer.

Noch zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, und besonders in den

Jahren 1819 bis 1822, fielen im Voigtlande, in dem Neustädter Kreise,

im Kreisamte Kahla etc. häufige Geisterbeschwörungen vor, wodurch die

Betrogenen an den Bettelstab geriethen, bis endlich die Obrigkeit

aufmerksam wurde und Untersuchungen hierüber anstellte. Unter

funfzehn Beispielen, von welchen die Criminalakten des Großherzoglich

Weimarischen Criminal-Gerichts zu Weida sprechen und deren

Betrugs-Entdeckung der Criminalgerichts-Assessor _Dr._ =Bischoff= 1824

in einem Werkchen »Die Geisterbeschwörer im neunzehnten Jahrhundert u.

s. w.« mitgetheilt hat, wollen wir nur einige, und zwar die kürzesten,

zur Warnung ebenfalls mittheilen.

Die Handelsfrau =Juliana Sophia= D..., geb. B..mann, in Schleiz war in

ihrer frühern Jugend auf dem sogenannten Schweinsberge bei S... geäfft

worden. Man hatte nämlich drei Mal nach ihr geworfen; aufgebracht

hierüber, schimpfte sie, und ein unsichtbares Wesen hatte ihr sodann

zugerufen: sie werde noch in ihrem 64sten Jahre hier glücklich sein.

– Dieser Vorfall war ihr in spätern Jahren oft ein Gegenstand des

Nachdenkens.

Sie hörte einst sagen: daß in dem Hause ihres Nachbars W... ein Schatz

liege, und daß auch auf dem Schweinsberge im dreißigjährigen Kriege

viel Geld vergraben worden sei. Durch diese Sage fühlte sie sich in die

Ueberzeugung versetzt, daß dieses Geld für sie bestimmt sei.

Der Nachbar W... hatte in der Person des sogenannten Steudel-Müllers

einen Mann gefunden, der Bekanntschaft mit Geisterbeschwörern hatte;

sie sprach mit ihm über den Vorfall auf dem Schweinsberge, und erhielt

das Versprechen, daß ihr zwei Männer zugeführt werden sollten, die

schon große Thaten verrichtet hätten.

Der Steudel-Müller hielt auch Wort. Er brachte =zwei katholische

Geistliche= in die Wohnung der D... Man beschloß, den =Stammgeist= zu

fragen: ob wirklich ein Schatz auf dem Schweinsberge läge, und ob er

der D... bestimmt sei? und ging Nachts 11 Uhr auf dieselbe Stelle, wo

man nach der D... geworfen hatte.

Einer der Geistlichen zog ein Licht aus der Tasche, zündete es an

und steckte es in die Erde. Dann ging er einige Mal um dieses Licht

herum und sprach unverständliche Worte. Kaum hatte er geendet, als

eine =glänzende Gestalt= sich zeigte und dem Beschwörer in einer sehr

vernehmlichen Sprache erzählte: es liege hier an mehreren Orten Geld,

es könne gehoben werden, man müsse aber bis zu dem nächsten Freitage

das siebente Buch Mosis herbei schaffen, welches 200 Rthlr. koste. Sei

der Schatz glücklich gehoben, so müßten 100 Rthlr. davon in die dortige

katholische Kapelle bezahlt werden.

Darauf betete der Geist einen Psalm und verschwand. Dann vernahm man im

Holze ein solches Heulen und Wehklagen, daß die D... nicht wußte, was

sie in der Angst ihres Herzens beginnen sollte.

Man trat den Rückweg an, und da erfuhr dann die D... von den

Geistlichen, daß die Wehklagen ein Werk der bösen Geister seien, welche

sich grämten und ärgerten, daß die Schätze verrathen worden wären.

Die D... zahlte hierauf 100 Rthlr. zur Beischaffung des siebenten Buch

Mosis, und der Steudel-Müller versprach, die noch fehlenden 100 Rthlr.

dazu zu legen. – Leider haben aber die Geistlichen das Buch nicht

gebracht, und die D... ist, getäuscht in ihren Erwartungen, verstorben!

Die Theilnehmer an dieser Betrügerei waren sechs Personen, nämlich:

1) der Steudel-Müller,

2) ein Sattler, }

3) ein Schlosser, } aus Auma,

4) ein Scribent, }

5) ein Weib, }

6) ein Landstreicher, Namens Klopfer.

Zwei von ihnen stellten die katholischen Geistlichen vor. Bei der

Beschwörung richteten indeß die im Gebüsch versteckten, der Sattler und

der Scribent, die Geistermaschine[30] vor, welche das Weib regierte und

die Fragen beantwortete, alsdann mit den Beiden das Wehklagen erhob

und sie sich endlich entfernten. – Die 100 Thaler theilten natürlich

die Betrüger unter sich, und unterließen weitere Versuche, weil die

D... wenig Vermögen hatte.

[30] Sie ist eine Art Sack aus grober Leinwand, welche schwarz gefärbt

ist. Vorn darauf ist eine magische Figur gemalt; der Sack hat oben und

unten Reife, und inwendig brennen einige Lichter, welche die Figur

erleuchten, und ein magisches Licht über den Kreis verbreiten. Werden

die Lichter ausgelöscht, so ist die Figur verschwunden.

=Ein zweites Beispiel.=

Der Bauer Joh. Georg H... in Gr...schen arbeitete gegen Johannis 1802

auf seinen Feldern, als ein ältlicher Mann aus ihn zukam und ihm

einen Brief überreichte. H... erbrach das Siegel, las und staunte. Es

wurde ihm von den Obern eines genannten Klosters gemeldet: »Daß in

einem seiner Holzgrundstücke ein großer Schatz liege; daß ein Mönch

abgesendet worden sei, ihn zu heben, und daß die eine Hälfte dem H...,

die andere Hälfte aber dem Kloster gehöre.«

Nachdem H... den Brief gelesen hatte, so erklärte der Ueberbringer: Der

Mönch sei schon unterweges, H... möge ihm doch entgegen gehen und ihm

sein Holzgrundstück zeigen.

Die nahe Aussicht auf ein unerwartetes Glück machte einen so tiefen

Eindruck auf H..., daß er sogleich den Spaten wegwarf, seinen Acker

verließ und schnellen Schrittes auf dem Wege forteilte, den, nach der

Angabe des Alten, der Mönch eingeschlagen hatte.

Er traf den Wundermann, führte ihn in das bezeichnete Holzgrundstück,

wo auch der keuchende Alte eintrat.

Der Jesuit fand den Platz sehr bald, wo der Schatz vergraben lag,

und forderte den H... auf, ein =Nösel Schnaps= zu holen, womit die

Erde erweicht werden müßte. H... eilte in seine Wohnung, brachte das

geistige Erweichungsmittel und mußte sich nun abermals entfernen.

Der Alte begleitete ihn in seine Wohnung, und es dauerte nicht lange,

als auch der Mönch dort eintraf. Die Nacht darauf sollte der Schatz

gehoben werden! Als es eilf geschlagen hatte, betraten der Mönch, der

alte Mann und H... den Weg nach dem Holzgrundstücke.

Dort angelangt, zog der Mönch den magischen Kreis und sprach

unverständliche Worte. Es entstand ein =Geräusch=, veranlaßt durch

böse Geister. Der Mönch wieß diese zurück, und nun erschien eine =weiße

Gestalt= am Kreise, die es nicht unter ihrer Würde hielt, mit dem

Beschwörer zu sprechen.

»Der Schatz, so versicherte der Geist, bestehe aus 80,000 Rthlr., aus

einer großen silbernen Monstranz und aus den zwölf Aposteln, massiv von

Silber und in Lebensgröße. Er könne sehr leicht gehoben werden, wenn

der Beschwörer den Zwang der Erde herbeigeschafft haben werde.«

Der Mönch fragte, wo dieser Erdenzwang zu bekommen sei? und erhielt die

Antwort: »Morgen Mittag kommt eine Person in das Rathhaus zu O...feld,

welche das Buch besitzt.«

Der Geist wurde nun wieder abgedankt und der Rückweg in H...s Wohnung

angetreten. Schon unterweges klagte der Mönch, daß ihn das Kloster

nicht mit Geld versehen habe, obgleich es hätte wissen können, daß ohne

Instrument kein Schatz zu heben sei.

H... meinte jedoch, das habe gar nichts zu bedeuten, er sei schon im

Stande, Geld zu schaffen und habe gerade jetzt 200 Laubthaler liegen,

welche er dem Mönche zu beliebiger Disposition überlassen wolle. Der

Mönch dankte für das gefällige Anerbieten und forderte den H... auf,

morgen selbst mit nach O...feld zu gehen und auf jeden Fall die 200

Laubthaler mitzunehmen.

Das geschah. Man traf im Rathhause zu O...feld den beschriebenen Mann.

Der Mönch ließ sich in Unterhandlungen mit ihm ein, konnte ihn aber zur

Herausgabe des Buches nicht bewegen.

Der Fremde hatte Eile, bezahlte die Zeche und ging; worüber H... ganz

trostlos war, und den Mönch recht dringend bat, ihm nachzugehen.

Vor der Stadt wurde der Fremde eingeholt, nochmals bearbeitet und

endlich auch, nachdem H... die 200 Laubthaler aufgezählt hatte, zu

Herausgabe des Buches vermocht, welches H... in Empfang nahm.

Der Fremde entfernte sich mit dem Gelde, der ältliche Mann wurde

durch Kopfweh genöthigt, nach O...feld zurück zu gehen, um sich in

dortiger Apotheke Medizin reichen zu lassen, und nur der Mönch allein

begleitete den H... nach Gr...schen zurück. Unterwegs ging der Mönch

in ein Gebüsch, um ein gewisses Bedürfniß zu verrichten, aber H... hat

weder ihn, noch seinen Kameraden jemals wieder gesehen. –

An dieser Betrügerei hatten vier Personen Theil genommen. Sie hatten

nämlich erfahren, daß H... ein abergläubischer Mann sei, und beredeten

sich daher, ihm einen Betrug zu spielen. Der Eine brachte den Brief,

der Andere gab sich für einen Jesuiten aus, und =trank= den Branntwein,

den er zur Erweichung der Erde bestimmte; ein Dritter spielte den

Geist, und der Vierte verkaufte ein werthloses Buch, das er in einer

Auktion für einen Groschen erhalten hatte, für 200 Laubthaler, welche

die Betrüger unter sich verteilten.

=Fragmente=

über

politisch-religiöse Sekten und Mystiker.

Ueber Sekten überhaupt.

Das Wort =Sekten= bezeichnet den Inbegriff von Personen, welche

einer und derselben Lehre und gleichen Grundsätzen zugethan sind.

Es giebt politische, philosophische und religiöse Sekten, aber auch

politisch-religiöse.

Die religiösen Sekten sind meistens auf Visionen und Ecstasen

gegründet, und beschäftigen sich mit Uebungen, denen oft die

Ueberspannung der Phantasie, oder die Täuschung der Sinne eine bald

mehr, bald weniger merkliche Richtung zu der Ungebundenheit giebt.

Mehrere dieser Sekten wurden sogar von =Weibern= gestiftet.

Heidnische und christliche Priester haben die Völker durch geheime

Ordenskünste in den Banden des Aberglaubens zu halten gesucht und

durch Vorspiegelung verborgener Kenntnisse, z. B. Geisterseherei,

Goldmacherkunst etc., verführt. Die geheime Schrift und Wissenschaft

der indischen und ägyptischen Priester – die Mysterien der Griechen

– der große Bund der Pythagoräer, der aber schon in dem Sinne früher

bestanden hatte – Alle diese hatten wahrscheinlich eine Aristokratie

für die Eingeweihten gegen die willkührliche Alleinherrschaft und die

Herrschaft des Volkes entgegen zu setzen gesucht.

Auch in unsern Zeiten gab es der geheimen Orden und Wissenschaften

mehrere; die Namen der Rosenkreuzer, Jesuiten und Illuminaten etc. sind

bekannt, und Magie, Theurgie und Magnetismus spukt noch allenthalben.

=Jesuiten.=

Aberglaube, Mönchstand und Fanatismus, Aufklärung, Philosophie und

Irreligion, Wissenschaften und böotische Dummheit finden wir in der

Hand des =Jesuitismus=, der durch alle Länder und Völker hindurch

läuft, im Finstern schleicht, alle Gestalten annimmt und mit einer

Uebermacht von Verstand und Bosheit ein Unterjochungssystem ausführt,

das nur der menschliche Geist erfinden kann.

Und dieser Orden existirt?

Ja! Er wurde 1773 aufgehoben und 1814 wieder restaurirt.

Ist er nicht auszurotten?

Nein! Denn die ungeheuern Zweige seines Stammbaumes sind nicht zu

finden. Nur ein Palliativ könnte ihn schwächen, und das wäre ein

immerwährender Kampf gegen ihn!

=Illuminaten.=

Als die Jesuiten im Jahre 1773 vom Papste durch eine Bulle aufgehoben

worden waren, und derjenige, welcher sie wieder herstellen würde,

darin =verflucht= wurde, trat plötzlich eine Sekte auf, welcher man

schreckliche Grundsätze schuld gab und die sich gegen die verborgenen

Jesuiten verbunden haben sollte. Diese Verbündeten nannten sich

=Illuminaten=, oder =Erleuchtete=. Unter andern sollen sie gelehrt

haben: der Selbstmord sei eine himmlische Wollust; des Ordens Wachsthum

sei aus Gott, Vaterland und Gewissen; der Zweck heilige die Mittel;

das Beste des Ordens billige Verleumdung, Giftmischung, Todtschlag,

Eidbrüche, Verrätherei, Rebellion, kurz alles, was die Jesuiten gelehrt

haben sollten. Man spürte diesen Orden schon in mehreren Landen, wußte

aber seinen Hauptsitz nicht. In Baiern schien man mehr Spuren von ihm

zu haben; doch alles war umsonst, ein Mitglied zu entdecken und zu

erkennen, bis die Jesuiten ihn verriethen und der Baierschen Regierung

im Jahr 1785 anzeigten.

Professor Weiß zu Ingolstadt war ein Feind der Jesuiten und hegte

neotorische Grundsätze, daher er 1775 eine Gegenparthei benutzte. Er

nannte seine Zuhörer zuerst =Erleuchtete=, =Illuminaten=. Bald darauf

sandte er einen Anhänger Namens =Zwakh= nach Augsburg, um das Geheimniß

der Freimaurer zu erhalten, welches auch geschah; allein er erfuhr

auch, daß die Jesuiten sich schon der Loge bemächtigt hatten. Hierauf

ließ er durch den Marquis =de Constarza= den Freiherrn =von Knigge= zum

Beistand einladen, der auch erschien und die Illuminaten zu Freimaurer

rektifizirte. Er ging aber bald wieder ab.

Der =erste= Grad dieses Ordens waren die =Minervaten=; sie bildeten das

Noviziat, kannten Niemand und studirten fort.

Im =zweiten= Grade hießen die Mitglieder =Freimaurer=, wo man auch

nicht viel erfuhr, als daß man zur Wohlthätigkeit angefeuert wurde. Die

=Unbrauchbaren= blieben hier stehen!

Im =dritten= Grade erschienen die =kleinen Illuminaten=; hierzu wurden

die Tauglichen genommen. Sie kannten die Glieder ihres Grades und einen

einzigen Obern.

Im =vierten= Grade waren die =großen Illuminaten=. Sie hatten einige

des ersten, zweiten und dritten Grades unter der Aufsicht.

Im =fünften= Grade waren die =dirigirenden Illuminaten= oder =Regenten=.

Alle Mitglieder kannten die Obern nicht; letztere hießen daher auch

die =Verschwundenen=. Auf die Briefe an die Obern, die der Uebergeber

nicht kannte, schrieb man: _quibus licet_, wenn man wollte, daß die

Provinzenräthe ihn erhalten sollten; an die Provinzialen schrieb man:

_Soli_, an den General _Primo_. Den Brief übergab jedes Ordensglied,

er mochte _quibus licet_, _Soli_ oder _Primo_ gehören, seinem

ihm bekannten Mitgliede, dieser dem nächsten, und so gingen alle

Nachrichten, Briefe oder andere Sachen stufenweise hinauf, und die

Antworten und Befehle wieder stufenweise herunter, ohne daß man wußte,

aus welcher Hand dieses alles kam.

=Die Rosenkreuzer=

wurden zu Anfang des siebenzehnten Jahrhunderts bekannt. Ihr

angeblicher Stifter hieß =Christian Rosenkreuz=; er hatte lange

Zeit in den Pyramiden von Aegypten und im Orient gelebt, und dort

göttliche Weisheit und Kunst erlernt, und dies sei schon im vierzehnten

Jahrhundert geschehen. Der Zweck dieses geheimen Bundes war angeblich

eine allgemeine Verbesserung der Kirche, so wie Gründung einer

dauernden Wohlfahrt der Staaten und der Einzelnen. Allein man wollte

den =Stein der Weisen= suchen, und ihre =Charlatane= und =Adepten=

spukten lange in der Welt herum, bis sie in der letzten Hälfte des

vorigen Jahrhunderts mit Cagliostro und Schröpfer verloschen.

=Schröpfer,=

welcher in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in Leipzig lebte und

großes Aufsehen durch seine Charlatanerie machte, war nichts als ein

Betrüger. Er wollte den soliden Freimaurer-Orden reformiren, wurde aber

dafür auf die Finger geklopft. Allein als =Geister-Beschwörer= errang

er ein Ansehen bei Hohen und Niedern, und erwarb sich durch seine

=optischen Zauberspiegel= und =Zauberlaternen=, durch narkotisches

Räucherwerk und berauschende Getränke den Glauben seiner Jünger und

Gönner und ihren – Schutz. Er erschoß sich in Leipzig im Jahr 1774 aus

Verzweiflung, da wahrscheinlich ein Plan einer geheimen Parthei nicht

ausgeführt werden konnte.

=Cagliostro=

oder eigentlich _Giuseppe Balsamo_, in Palermo 1743 geboren, war

anfangs in dem Orden der barmherzigen Brüder und widmete sich der

Arzneiwissenschaft, wurde aber wegen Ausschweifungen aus dem Orden

wieder gestoßen. Um sich zu erhalten, fing er an, Leichtgläubige mit

=Zauberkünsten= und =Schatzgräberei= zu täuschen. Bald darauf fand er

in Calabrien ein schönes Mädchen, die zu seinen Betrügereien die Hand

bieten mußte, und er trat nun öffentlich als =Graf Cagliostro= auf. So

durchflog er Spanien, Portugal, Frankreich, England, und erwarb sich

durch seine Betrügereien und durch seine verschmitzte Frau ansehnliche

Summen. Er verkaufte =Schönheitswasser= für alte und häßliche Frauen,

und =Lebenstinkturen=, und seine Frau ihre – Tugend. Als aber

dieser Handel zu stocken anfing, wollte er der Stifter einer neuen

Sekte werden, wurde deshalb in London Freimaurer, und erschien als

=Wunderthäter=, =Magier=, und =kurirte Kranke unentgeltlich=. Auf diese

Weise durchzog er wieder verschiedene Länder, war in Curland, dann in

Frankreich, wo er aber 1785 wegen der famösen Halsbandgeschichte in

die Bastille kam. Daraus wieder entlassen, floh er nach London, von

da in die Schweiz, endlich nach Rom, wo er 1789 wegen Freimaurerei

und Ketzerei in die Engelsburg gesetzt und zuletzt zu einer

lebenslänglichen Haft verurtheilt und 1795 zu St. Leo im Gefängnisse

starb.

Die Seherin von Prevorst,

eigentlich =Friederike Hauffe= [geboren 1801 im Dorfe Prevorst bei

Löwenstein im Würtembergischen], hat großes Aufsehen erregt und

bedeutende Männer getäuscht. Schon in ihrer Kindheit soll sich bei

ihr das Ahnungsvermögen entwickelt und durch Träume kund gethan

haben; die =Haselruthe= schlug ihr auf Wasser und Metalle an. [Hier

muß der vernünftige Mann schon stutzen und die kommende Erzählung

mitleidig-lächelnd erwarten!] Auf Spaziergängen ergriff sie oft ein

Wehegefühl und Frieren, und dieses überfiel sie auch in Kirchen, wo

Gräber waren, oder auf Gottesäckern. Dazu gesellte sich an gewissen

Stellen ein Sinn für Geistererscheinungen! Den ersten Geist sah sie in

der Mitternacht im eignen großväterlichen Hause. [Da haben wir also die

Geisterseherin schon als Kind; mit ihm werden wohl auch die Geister

in dem zerrütteten Gehirn wachsen.] Im neunzehnten Jahre verheiratete

sie sich, versank aber bald in eine unerklärliche Schwermuth, weinte

Tage lang unter dem Dache des älterlichen Hauses und schlief, fünf

Wochen lang, nie mehr. [_sic!_] Am Tage ihrer Verheiratung war das

Leichenbegängnis des von ihr verehrten Stiftspredigers zu Oberstenfeld.

Auf seinem Grabe wurde es ihr auf Einmal ganz leicht und hell, und in

ihrem Innern ging ein höheres Leben auf. Am 13. Februar 1822 träumte

ihr in der Nacht, als sollte sie sich zu Bette legen; aber da lag schon

in demselben die Leiche des Verstorbenen. Sie sprach laut, weshalb ihr

Mann sie weckte. Am andern Morgen befiel sie ein Fieber, das vierzehn

Tage lang mit der größten Heftigkeit anhielt, und bald darauf brachen

heftige Brustkrämpfe aus, welche später abwechselnd mit Blutflüssen

und Kindbettfieber sie lange plagten. Ihr Gefühlsleben war nun so

gesteigert, daß sie nach den größten Entfernungen hin Alles fühlte und

hörte. [Das passirt Allen, welche das Nervenfieber haben!] Um diese

Zeit fühlte sie, daß sie =sieben= Tage lang jeden Abend um =sieben=

Uhr ein =nur von ihr= gesehener Geist magnetisirte, in welchem sie

ihre Großmutter erkannte. [Lachet nicht, meine vernünftigen Leser!]

Durch dieses geistige Magnetisiren in noch tieferen Schlaf gefallen,

gab sie an, daß sie nur durch Magnetisiren zu erhalten sei. So wurde

sie im Juni 1824 einer geregelten magnetischen Behandlung unterworfen.

Ahnungsvolle Träume, Divinationen, Voraussehen in Glas- und

Krystallspiegeln sprachen von ihrem aufgeregten Leben, so daß sie z.

B. in einem Glase mit Wasser, das auf dem Tische stand, Personen, die

erst nach einer halben Stunde das Zimmer betraten, schon im Voraus sah.

[Also auch Krystall-Guckerin!] Doch wirkte die fortgesetzte Behandlung

so wohlthätig auf sie, daß sie ihre weiblichen Geschäfte wieder

verrichten konnte und zuletzt blos alle =sieben= Wochen magnetisirt

wurde. Bei der zweiten Niederkunft, wo sie künstlich entbunden werden

mußte, verfiel sie wieder in Fieber, mit Phantasieen und Krämpfen

aller Art, und es stellte sich ein verstärkter magnetischer Zustand

aufs Neue ein. Der Schlaf blieb aus, sie weinte die Nächte durch,

hatte Durchfälle und Nachtschweiße, und wurde immer abgezehrter und

elender. Wenn in dieser Periode ein Freund, der oft um sie war, sie

mit dem Finger auf der Stirne zwischen den Augenbraunen berührte, sagte

sie dem _Dr._ =Kerner= jedesmal einen Spruch, der auf ihn und seinen

Seelenzustand Bezug hatte. Man kam auf den Gedanken, diese Krankheit

sei durch =dämonische Einflüsse= erzeugt, und nahm Zuflucht zu einem

als =Teufelsbanner= in Ruf stehenden Manne. [Dies ist also wirklich in

unserm neunzehnten Jahrhunderte geschehen?!] Dieser sandte zuerst ein

grünes Pulver, worauf sie wie im Veitstanze herumgedreht wurde, dann in

Schlaf verfiel, in welchem ihre Stimme schreiend wurde und auf Einmal

eine, Allen fremde Sprache redete, die sie ihre innere nannte. [Warum

hat man nicht eine =Grammatik=, oder wenigstens einen =Wegweiser=

herausgegeben; wir wollten auch die Geistersprache erlernen!] Ein

Amulet, das jener Mann ihr gegeben, wollte nicht bei ihr bleiben,

sondern lief einige Mal ganz von freien Stücken vor mehreren Anwesenden

über ihre Brust und Bettdecke, wie ein lebendes Wesen weiter, so daß

man es auf dem Boden fangen mußte. [Wir glauben, daß über das laufende

Amulet die Kinder lachen, wenn sie es lesen, und vernünftige Männer

den Schreiber bedauern, der solchen Unsinn wieder giebt.] Endlich zog

man den _Dr._ =Kerner= zu Rathe, welcher seine Behandlung, so wie das

Leben der Kranken unter dem Titel beschrieben hat: »Die Seherin von

Prevorst. Eröffnungen über das innere Leben des Menschen und über das

Hereintragen einer Geisterwelt in die unsere.« 2 Thle. Stuttgart 1832.

Diese Frau aber verschlimmerte, sie wurde ein wahres Marterbild, für

welches der Tod eine Wohlthat gewesen wäre. Ihre Verwandten brachten

sie endlich, fast gegen den Willen des Arztes, nach Weinsberg, wo sie

den 25. Novbr. 1826 todtenbleich und völlig abgezehrt ankam. Der Arzt

erklärte ihr nun, daß er jetzt nicht mehr auf das, was sie im Schlafe

spreche, Rücksicht nehme, und setzte ein rein ärztliches Verfahren

homöopathischer Art fort; allein es war zu spät, und er mußte wieder

zum Magnetismus seine Zuflucht nehmen. –

Wir wollen nur einige Erscheinungen dieser kranken Frau anführen; wer

noch mehr davon wissen will, lese das oben angeführte Werk.

Sie hatte beinahe keine organische Kraft mehr und lebte, wie sie

selbst sagte, nur von dem Luft- und Nervengeiste Anderer. Eben so war

der Geist der Metalle, der Pflanzen, der Menschen und der Thiere ihr

fühlbar und wirkte auf sie ein. Das Sonnenlicht verursachte ihr stets

Kopfschmerz. Bei einem Gewitter =fühlte sie die Blitze immer früher,

als Andere sie sahen, und zwar im Unterleibe=. [Sollte das nicht

vielleicht statt =Blitze= – =Gewitter= heißen?] Aus der Luft, sagte

sie, komme ihr ein eigenes belebendes Prinzip; daher mußte ein Fenster

bei Tage und bei Nacht, selbst in der strengsten Winterkälte, geöffnet

bleiben; auch behauptete sie, es sei in der Luft ein Stoff, dessen

sich die Geister bedienen, um sich hörbar und sichtbar zu machen [Nun

wissen also die Leser, daß man Geister =sehen= kann]; sie hüllen sich

in einen =Stoff=, der sich in der Luft befindet, ein. [Dieses ist sehr

fein gegeben, aber der Leser wird zu künftigen Geister-Erscheinungen

vorbereitet.] Je höher man sie brachte, desto magnetischer wurde sie.

So oft sie in das =rechte= Auge eines Menschen sah, bemerkte sie in

demselben hinter ihrem sich darin abspiegelnden Bilde immer noch ein

Bild, das aber weder dem Andern, noch ihrem eignen Bilde vollkommen

glich; sie hielt es für das Bild des innern Menschen dessen, den

sie ansah; bei Manchem erschien es ihr ernster, oder auch schöner,

verklärter, als das äußere. In dem rechten Auge der Thiere sah sie ein

blaues Flämmchen. Sie sah durch die Herzgrube, erkannte die innern

Theile, besonders die leidenden Organe ihres Körpers, und sprach von

einem ihr sichtbaren Schutzgeiste. Sie behauptete auch, die Bewohner

der linken Seite des Mondes seien mit Bauen beschäftigt. [Großen Dank,

Frau Seherin! nun wissen wir doch gewiß, daß der Mond Bewohner und auch

Zimmerleute, Maurer u. s. w., wie auf unserer Erde, habe. Aber wie

sahen sie denn aus? Warum haben Sie keine Zeichnung oder wenigstens

eine genaue Beschreibung geliefert?] Für die Krankheiten Anderer

hatte sie ein so außerordentliches Gefühl, daß sie bei Annäherung

eines Kranken, besonders nach dessen Berührung, alsbald die gleichen

Empfindungen in denselben Teilen des Körpers erhielt, und zum größten

Erstaunen des Kranken ihm alle seine Leiden aufs Genaueste sagen

konnte. [Wir kannten einen sogenannten Wunderdoktor, der den Patienten

=gar nicht anrührte=, und doch sogleich die Leiden desselben wußte,

denn seine Frau hatte den Patienten vorher ausgefragt, und der Herr

Doktor steckten hinter einer Spanischen Wand.] So heilte diese kranke

Frau auch eine Gräfin von M.

Nun wollen wir auch Etwas von ihrer =Mystik= erzählen.

Ich fühle, sagte sie, die Zeit, wo ich eingeschlafen bin, bis dahin,

wo ich erwache, wie einen Ring, der von der Herzgrube ausgeht, sich

über die Brust verbreitet und gegen die linke Seite hin wie befestigt

ist. Dieser Ring, welcher schwer und schmerzend ist, hat unter sich

noch fünf solche Ringe und über sich einen leeren. Er hat zwölf Theile,

und in diesen sehe ich die Haupteindrücke von dem, was mir in dieser

Zeit begegnete. Der Ring mit den Sternen bedeutet wirkliche Sterne.

Diese sind Wohnungen seliger Geister niedern Grades. [Wir verstehen

die Madame nicht; liegt es an uns? In den =Gedärmen= des Leibes können

wir uns solche Bilder nicht denken.] Der Mond ist die Wohnung solcher,

die selig werden. [Aber, Madam, Sie haben ja die Bewohner des Mondes

auf der linken Seite bauen gehört? Oder bauen die Geister auch?] Der

dritte Ring ist sonnenhell; aber sein Mittelpunkt ist noch heller,

als die Sonne. In ihm sah ich eine nicht zu durchschauende Tiefe,

die, je tiefer, desto heller war; ich möchte sie die =Gnadensonne=

nennen. [_Sic!_] Es kam mir vor, als schauten in diese Tiefe noch viele

andere Geister mit mir, und als bestehe Alles, was da lebt und webt,

aus Fünkchen aus dieser Tiefe, und als kämen alle Verordnungen aus

ihr. Alle sieben Jahre fallen bei mir diese sieben Sonnenkreise ab,

und Ihr ganzer Inhalt wird mit Einer Ziffer auf einen Punkt gesetzt,

in welcher dann der Inhalt aller Stunden, Minuten und Sekunden von

den sieben Jahren enthalten ist. So kann man =nach dem Tode= in Einer

Zahl das ganze Leben überschauen. [Nach dem Tode in seinem eignen

Körper? Ei! ei!] Der =Lebenskreis= ist kleiner, liegt unter ihm und

hat 13¼ =Abtheilungen=. Er ist leicht, wie Luft und Geist. Im

Mittelpunkte desselben liegt Etwas, das Zahlen und Worte setzt, und

das ist der Geist. Wie im Sonnenzirkel diese Welt liegt, so liegt in

diesem Lebenszirkel eine ganz andere, höhere; daher die Ahnungen, die

in jedem Menschen von einer höhern Welt liegen. Auf diesem innern Ringe

sehe ich meine =Gefühle= als Zahl und Zeichen stehen; es sind die

Zahlen 10 und 17, von denen auch meine Rechnung geht. Die eine Zahl,

der Zehner, ist eine beständige bei jedem Menschen und zugleich die

irdische Zahl, mittelst welcher der Geist in die Außenwelt gehen kann.

Die zweite Zahl, der Siebenzehner, ist keine beständige und kann bei

jedem Menschen verschieden sein, ist aber zugleich die innere Zahl und

die himmlische. Beide Zahlen sind zugleich auch Grundworte. In der

Zahl 10 liegt das Grundwort für den Menschen als Mensch und für sein

Verhältniß zur Außenwelt; in der andern das Wort für jeden Einzelnen

und dessen inneres Leben, das er nach dem Tode mitnimmt. Allein dies

ist nicht etwa eine notwendige Bestimmung zum Bösen, sondern es bleibt

ihm die Wahl zwischen dem Guten und Bösen; ergreift er aber das Böse

durch eigene Wahl und überwiegt es in seinem Leben: so verliert er die

Grundzahl, und ist alsdann dem Bösen und seinen Folgen völlig anheim

gestellt. Kommen von der Außenwelt so arge Dinge, daß sie die Grundzahl

des Menschen übersteigen, so ist es des Menschen Tod. Wem diese Zahl

durch gar nichts gestört wird, der erreicht das höchste Lebensalter.

Für jede Sünde, jeden bösen Gedanken und Willen wird eine Zahl im

Innern gesetzt; der Geist, der nichts Böses duldet, notirt dies, und

nach dem Erwachen [dem Tode] im Mittelreiche, wo man ganz isolirt da

steht, liegt dann Alles klar vor Einem, und es ist dann der eigene

Geist des Menschen der Richter. Solche Ringe gehen durch die ganze

Natur, durch Alles, was lebt und webt. – Beim Tode wird der Geist von

der Seele, so wie von der Herzgrube und dem Gehirn losgemacht. Dann

lößt sich auch die Seele; dies ist der Moment des Todeskampfes, wo aber

selige Geister der Seele beistehen. [Da haben wir den =Astralgeist=,

wie er lebt und webt! Wie kommt denn diese =kranke Person= dazu?] Der

Nervengeist steht höher, als der Nerv [ganz richtig!], er verbindet

die Seele mit dem Leibe, [also wieder ein Medium zwischen Seele und

Körper?] und den Leib mit der Welt. Er geht mit der Seele nach dem

Tode über und ist unzerstörbar. [Paracelsus sagt doch, daß sein

=Astralgeist= zerstörbar sei; aber die =kranke Frau= will noch mehr

haben! Was kann denn auch eine nervenschwache (zuweilen närrisch

genannte) Frau kluges sprechen; dies wäre ja eine _contradictio in

subjecto_.] Durch ihn bildet die Seele eine ätherische Hülle um den

Geist [ob die Kranke schon die ätherische Hülle den Umstehenden genau

beschrieben haben mag? denn Aether ist Luft, und Luft im eigentlichen

Sinne nicht sichtbar, folglich Nichts in Nichts gesehen], und die

Geister des Zwischenreichs [wahrscheinlich des Fegfeuers] können mit

seiner Hilfe und mittelst eines in der Luft enthaltenen besondern

Stoffes =Töne= hervorbringen, die =Schwerkraft= in den Körpern aufheben

und sich den Menschen fühlbar machen. [Ach, liebe Madam! das haben

Sie vielleicht von =Hörensagen=; denn da Sie keine =Geographie=

und =Geschichte= der Länder kennen sollen u. s. w., werden Sie

wahrscheinlich auch die Geographie und Geschichte der Seele und des

Körpers nicht kennen.] In reinen Menschen bleibt dieser Nervengeist

in dem Körper zurück, sie können sich daher nicht =hörbar= machen und

=spuken= nicht. – [Welcher Unsinn! oder wie es meine =denkenden Leser=

nennen wollen!]

Ich male mir, sagt diese =kranke Person= ferner, diese Gestalten

nicht selbst aus. Ich habe nicht die mindeste Freude an ihnen, ich

bin geplagt durch sie; auch denke ich nicht an sie, außer ich sehe

sie [_Sic!_], =oder man fragt mich über sie=. Leider ist mein Leben

so beschaffen, daß mein Geist in eine =Geisterwelt= schaut [nämlich

in die =Intestinen= ihres Körpers!], die gleichsam auf unserer Erde

ist, und so sehe ich die Geister nicht nur einzeln, sondern oft in

großer Menge und von verschiedener Art. [Vielleicht von Baskiren- und

Kalmucken-Art?] Mit vielen komme ich in gar keine Berührung [dieses mag

die einzige Wahrheit sein!], andere wenden sich zu mir, ich rede mit

ihnen [natürlich, in der Geistersprache!], und sie bleiben oft Monat

lang in meinem Umgange. Ich sehe sie oft zu den verschiedensten Zeiten,

bei Tage und bei Nacht, ob Menschen da sind oder nicht, und in allen

Zuständen; ich kann ihnen nicht ausweichen. Oft treten sie vor mein

Bett und wecken mich, wo dann andere Personen, die bei mir schlafen,

von ihnen träumen, ohne daß ich ihnen etwas über ihre Erscheinung

gesagt hätte. [_Sic!_] Ihr Aussehen ist gleich einer dünnen Wolke; im

Sommer aber und im Mondenscheine sehe ich sie heller, als im Dunkeln.

[Dies mag Wahrheit sein, denn das Mondenlicht giebt oft groteske

Gestalten, aber doch keine Geister!] Mit geschlossenen Augen sehe ich

sie nicht [wir auch nicht!], aber ich =fühle= ihre =Gegenwart=. [Wie

ist denn dieses Gefühl?] Ihre Gestalt ist immer so, wie sie =wohl= im

Leben war, aber wie aus einer Wolke [wir können Ihre Gestalt aus der

Wolke nicht schauen, liebe kranke Madam!], nur farblos, grau; so auch

ihre =Kleidung, wie sie wohl im Leben war= [welche Widersprüche!],

aber wie aus einer Wolke; nur die =Bessern sind gleich gekleidet=,

sie tragen ein langes, helles Faltengewand, wie mit einem Gürtel um

die Mitte des Leibes. Ihre =Gesichtsfarbe= ist auch ähnlich der der

Lebenden, nur auch grau, meistens traurig und düster; die Augen sind

hell, oft wie Feuer; Haupthaare sah ich nie. Die Bessern erscheinen

heller, die Bösen dunkler. [Nun wissen Sie, meine geneigten Leser,

wie ein Geist aussieht; ohne diese kranke Frau hätten wir es nie

gewußt!] Alle weibliche Wesen haben dieselbe Kopftracht, eine über die

Stirn herlaufende, alle Haare bedeckende Verschleierung. Der Gang der

=Bessern= ist schwebend, die =Bösen treten schwerer auf=, so daß man

sie zuweilen hört! Durch Töne, wie durch Klopfen, Rauschen, wie mit

Papier, durch Schlürfen, wie in Socken oder Pantoffeln, durch Seufzen,

als ob man mit Sand würfe, suchen sie die Aufmerksamkeit derer auf sich

zu richten, die sie nicht sehen können. [Die armen Geister! Hingen sie

eine Trommel um, schlügen einen Marsch u. s. w., so würde man doch

weit besser ihre Gegenwart erfahren.] Sie können aber auch schwere

Dinge bewegen und werfen, Thüren auf- und zumachen, und je dunkler ein

Geist ist, desto mehr spukhafte Dinge vermag er zu treiben. [Gewiß

hat die kranke Madame auch Ratten und Mäuse zu dieser Gesellschaft

gezählt.] Oft saugen Geister, besonders dunklere, die religiösen

Worte, welche ich sprach, wie in sich ein, und ich sah sie dadurch wie

heller und leichter werden!! Diejenigen Geister, die meistens zu mir

kommen, sind in den untern Stufen eines Geisterreiches, das in unserm

Luftraume ist, in dem sogenannten Zwischenreiche. Das sind =Geister,

deren Geist= in diesem Leben theils durch Hinziehen nach der Außenwelt

niederblieb [meint sie den Astralgeist?], theils solche, die nicht im

Glauben an die Erlösung durch Christum starben [haben diese türkische

oder chinesische Kleidung?], oder solche, denen noch irgend ein

irdischer Gedanke an die Seele im Sterben anklebte, und der sie nun

auch an diese Erdennähe bindet. Hier geht die Besserung einzig aus

sich selbst. Sie wollen, ich solle ihnen ein Wort des Trostes sagen

und durch Gebet aufhelfen. [Madame werden gewiß die Bittenden nicht

haben warten lassen.] Auch glauben sie [nämlich die Geister], das

Aufdecken einer Unthat, die =auf ihrem Geiste= lastet, könnte ihnen

Ruhe bringen. [Man bemerkt, daß die Madame die Theorie der Geisterkunde

studirt hat.] Sie könnten sich auch an bessere, selige Geister wenden,

aber ihre =Schwere= zieht sie mehr zu den Menschen hin. – =Solche

Hilfe= suchte bei ihr einer aus der Familie =Weiler= vom Lichtenberg,

in Gestalt eines Ritters [ob er auch ein Schwert an der Seite gehabt

hatte? Ei, liebe Madame! Sie hätten mehr genauer beschreiben müssen,

denn Geister sind keine Kleinigkeiten, man sieht sie nicht alle Tage!],

ein Brudermörder, ferner ein Mönch =in einer Kutte=, [war dieser ein

Karthäuser oder ein Kapuziner? Vielleicht gar ein Jesuit!], auch ein

Mörder, nachher ein gewisser K. in Weinsberg, welcher die Geschäfte

des Kaufmanns F. zu dessen großem Nachtheile geführt hatte und wegen

eines =Geheimbuches= [?] beunruhigt wurde, hierauf ein weiblicher

Geist, aber nur kurze Zeit, nachher ein Bauer mit einer Bäuerin, Mörder

eines Kindes, das sie im Stalle begraben hatten, und mit ihnen ein

schwarzer Mann, der ihnen das Gift für das Kind gegeben hatte, dann

ein großer Mann in einem =weißen Rocke=, der zwei Waisen um ihre Habe

betrogen hatte; er brachte einen schwarzen, =feindlich gesinnten= Mann

mit, einen höhern Beamten, der ihn immer wieder vom Guten abzulenken

suchte. Der Schwarze erschien einmal in Gestalt eines Hundes, mit

großer Schnauze und rollenden Augen [wahrhaftig! wie _Dr._ =Fausts=

Mephistophilus], und bald nachher wie ein ungeheurer Skorpion. Nach

diesen ein alter Mann mit einem langen Barte, einem Hute, ähnlich dem

der Tyroler, kurzem Rocke, Halbstiefeln und langen Hosen. [Großen Dank!

dies ist doch eine ächte Beschreibung, nur hätten Sie, Madame, auch

sagen sollen, was für Tuch zu dem Rocke, und ob die Hose von Linnen

oder vielleicht von Nankin war.] Er war 1529 gestorben. Bald nach

diesem eine noch dunklere Gestalt, der Jäger des Andern und ein Feind

desselben, der selbst noch nicht selig werden wollte. Auf diese folgte

eine Lichtgestalt mit einer Glorie, der verstorbene Stiftsprediger T.

zu Oberstenfeld, ein im Leben äußerst rechtschaffener, religiöser Mann;

dann zum Beschluß mehrere unbedeutende Geister. [Kann wohl des Unsinns

mehr erdacht und geschrieben werden? Aber lachen Sie nicht mehr,

geehrte Leser, sondern bedauern Sie das gehirn- und nervenkranke Weib

und diejenigen, die solche Dinge glauben!]

Diese kranke Frau starb endlich den 5. August 1829; aber noch in der

Todesstunde sah die Schwester ein einfaches, unbefangenes Mädchen, =die

auch Geister wahrnahm=, eine hohe, lichte Gestalt ins Zimmer treten,

und in demselben Momente that die Sterbende einen heftigen Schrei der

Freude. [Ob wir wohl die Schwester als zweite Auflage erhalten werden?]

=Der Wunderdoktor.=

Da wir einmal dem Lande Würtemberg so nahe sind, so kann zugleich,

neben der Seherin von Prevorst, auch unser neuer Wunderdoktor hier ein

Plätzchen finden.

Die Dorfzeitung Nro. 71, 1834, erzählt:

Die Würtemberger Blätter berichten von einem neuen =Wunderdoktor=. Bei

Ravensburg habe kürzlich ein Schweizerknecht einen schrecklichen Fall

gethan, das Gehirn aufs Heftigste erschüttert und das Schlüsselbein

zersprengt. Alles habe rath- und trostlos um den Unglücklichen

gestanden, da habe ein Hufschmied sich erboten, er wolle die Kur

übernehmen, und ohne Einrichtung, ohne Verband, und ganz wohlfeil habe

er den Armen kurirt, der nun auch richtig ein jammervoller Krüppel sei,

lahm, einhüftig, mit verwirrtem Gehirn, jeder Kraft und Stärke beraubt.

Das Geld für den Arzt sei aber glücklich erspart!

Prinz von Hohenlohe,

der Wunderbeter des neunzehnten Jahrhunderts.

Sein Titel ist: =Alexander Leopold=, Prinz von

Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst. Er ward geboren den 17. August

1793 zu Kupferzell bei Waldenburg. Sein Urgroßvater, Graf Ludwig

Gustav von Hohenlohe-Schillingsfürst, war der Erste, welcher aus

dieser Familie 1667 zur römischen Kirche übertrat, nachdem er =vorher

von mancherlei Geisterbeschwörungen und Goldmacherkünsten umgeben

gewesen war=. Seine Mutter war sehr andächtig und hatte ihn, als den

Lieblingssohn, der Kirche geweiht; sie besiegte daher dessen Neigung

zum Militairstande und übergab ihn einem =Ex-Jesuiten=, Riel, Lehrer

in dem Convicte zu Schillingsfürst. Eilfjährig und bereits ganz dem

geistlichen Stande ergeben, kam er 1804, um Humaniora zu studiren,

in das Theresianum nach Wien; 1808 ging er nach Bern und 1810 nach

Wien zurück. Als sechzehnjähriger Jüngling trat er daselbst in das

erzbischöfliche Seminar für junge Priester, nachher in eine ähnliche

Pflanzschule zu Tyrnau in Ungarn, dessen hohem Klerus er 1819 sein

Gebetbuch »_Sacerdos catholicum in oratione et contemplatione etc._«

widmete. Doch waren seine theologischen Studien durch Reisen und

=Welterfahrungen= öfters unterbrochen, bis er 1814 nach Ellwangen

zurückgerufen wurde, um unter den Augen seines Oheims, des Weihbischofs

Franz Karl von Hohenlohe-Schillingsfürst, auf der neuen Universität,

besonders unter Leitung des General-Vicariathsraths und Professor der

Moraltheologie Bestlin, zu absolviren. In diesem Jahre wurde er vom

Metropolitanstift von Olmütz zum Canonicus gewählt. – Jetzt fing er

schon an, =Bettler= und =wundersüchtige Frauen= aufzusuchen.

Im Januar 1815 erhielt er die Weihe des Subdiaconats, und fing an,

durch eine Predigt über die Bedeutung der heiligen Taufe und der

Sterbekerze sein Talent zum Kanzelredner zu zeigen. Die Priesterweihe

ertheilte ihm der Oheim den 16. September 1815. Das folgende Jahr

reiste er nach Rom, wo er von den Jesuiten in ihrem Hauptsitze, auf

dem _Monte Cavallo_, aufgenommen wurde, vom Cardinal Somaglia die

Erlaubniß, in jeder Kirche Roms Messe zu lesen, erhielt, und sich im

_Collegio Romano_ den englischen Jüngling, den heiligen Aloysius Gonga,

zum Fürsprecher zu Erhaltung eines reinen Herzens erbat. Dann bekam

er Wohnung und Kost im Jesuiter-Collegium. Hierauf begann er seine

geistlichen Uebungen, wo er sich die Fragen »Hinterging dich die Welt,

das Fleisch, der Satan? Ach schreckliche Zurückerinnerungen!!« ans Herz

legte, sich besonders den heiligen Xaverius als den =Seeleneiferer=

zum Patron wählte, und an dem alten Pater, Beichtiger Panisoni,

bewunderte, =wie die heilige Pflanze der Keuschheit den Verstand gegen

Stumpfheit kräftig schütze=, während er selbst glaubte, daß =heute

alle die Sünden, die sein Herz beschweren, in das Meer der göttlichen

Erbarmung geworfen waren=. Nachdem er Mitglied der Herz-Jesu-Sodalität

zum heiligen Paul geworden war, und die päpstliche Bevollmächtigung,

Rosenkreuze, Crucifixe etc. jedesmal bis auf 3000 Stücke zu

benediciren, erhalten hatte, verließ er 1817 Rom.

Er kam unter andern auch nach München, wo man ihn aber bald der

=Scheinheiligkeit= beschuldigte, und weil man in seinen Predigten einen

untergelegten römischen Text zu bemerken glaubte. Selbst in Bamberg,

wo ihn der König 1817 zum geistlichen Rath bei dem Generalvicariat

ernannt hatte, verschrie man ihn schon als =Römling und als einen dem

Jesuitismus und Obscurantismus Verschwornen=. Unter andern machte sich

unser Mystiker durch eine Rede bekannt – »Was ist der Zeitgeist?« –

die an die Kaiser Franz und Alexander, und an den König von Preußen

gerichtet war. Er sagt darin: »nur der ächte Christ ist auch getreu

gehorsamer Unterthan. Ein solcher aber ist ihm nur der =ächt-römische=!«

_Dr._ Bergold, Pfarrer zu Hasfurt, brachte den Fürsten Hohenlohe in

Bekanntschaft mit einem noch aus =Gaßners= Zeiten her, durch eine

Jesuiten-Tradition enthusiasmirten, schon lange an ein begeisterndes

Erbeten von Wunderkuren gewöhnten Bauer, =Martin Michel=, zu

Unterwittighausen, einem badischen Orte an der baierisch-fränkischen

Grenze. Von diesem faßte der Prinz den vielversprechenden Zuruf auf:

daß doch er, der Priester, noch mehr Wunder zu erbeten vermögen

müßte, als der Bauer. Der Versuch wurde gewagt, daß der Bauer im

Beisein des Prinzen und Priesters einer Prinzessin, Mathilde von

Schwarzenberg, welche der Mechanist Heine zu Würzburg wegen einer

Rückgrats-Verschiebung seit acht Monaten durch Maschinen allmälig

schon zum Sitzen und Stehen gebracht hatte und jetzt das Gehen selbst

versuchen lassen wollte, im Vertrauen auf den =Namen Jesu und die

heilige Dreifaltigkeit=, ohne Wissen des Arztes, zum Gehen aufforderte.

Sie faßte auf Michels Zuspruch Glauben und Muth, und der Versuch

entsprach. [_Sic!_] Seit dem Gelingen aber trat nun, weiterhin ohne

dem Bauer, der Prinz-Domherr als der =Wunderthäter= hervor, wirkte

zugleich durch =persönliche Haltung=, durch das Imposante eines

priesterlichen Prinzen, durch seine Art von Predigten, durch =geist-=

und =weltliche Verbindungen, Umgänge= u. s. w., und erregte schnell

ein Zusammenströmen der Hilfsbedürftigen, von denen er gewöhnlich

festen Glauben, auch die heilige Beichte forderte, alsdann über sie mit

Anstrengung betete und sie – bald erschüttert, bald wirklich gebessert,

bald mit guten Hoffnungen, oft aber auch mit der Verzweiflung, =daß ihr

Glaube nicht stark genug sei= – entließ. Indeß gelang im Würzburger

und Bamberger Hospital keine der vielen, von dem Prinzen versuchten

Heilungen, und die Sanitäts-Polizei wurde befehligt, die Wunder nur in

ihrer Gegenwart versuchen zu lassen und genau zu beobachten.

Unmuthig (sagt der Schriftsteller, von dem wir diese Notizen nehmen)

eilte der =Wundermann= ins Bad Brückenau. Man hörte aber nicht,

daß dieses von Kranken leer geworden sei. Eine traurige Erklärung

vielmehr, wie sehr sich die Augenkrankheit des Prinzen Friedrich von

Hildburghausen (jetzt von Altenburg), da er aus Vertrauen auf das

priesterliche Gebet keine Arzneimittel mehr gebrauchte, verschlimmert

hatte, erschien unterm 1. September 1821 von Hildburghausen aus in den

Zeitungen.

Als nun die Aussichten der Wunderkuren des Prinzen =bedenklicher=

wurden, legte er die Sache, als ein bloßes Phänomen von Folgen auf

seine Gebete, den 16. Juli 1821 dem Papste selbst vor. Allein die

Antwort des Papstes blieb in den Händen des Bischofs von Würzburg und

ist uns nicht bekannt worden. Man war aber auch zu Rom behutsam genug,

auf die Tridenter Synode, daß neue Wunder ohne Prüfung und Billigung

des Bischofs nicht zugelassen werden sollten, und auf die Mirakel-Bulle

von Benedict XIV. zu verweisen. Der Prinz war dort persönlich im

Andenken, und meinen gleich Manche, die Person des Wundertäters thue

gar nichts zur Sache, so zweifeln doch Andere, ob die Gottheit, um

gegen die =Pest der Neuerer= seine Kirche durch Wunder siegend zu

machen, den seiner Priesterthumskraft allzuviel zuschreibenden acht und

zwanzigjährigen Bisthums-Canditaten gewählt habe. Andere gingen bis auf

P. Gaßner, dessen Einfluß auf die Hohenlohische Nachbarschaft und den

unabgerissenen Faden zurück, welcher die Sache an starken Verkehr mit

den Jesuiten festknüpfte.

Nach erhaltenen Winken von Rom wurde jetzt die ganze Sache nicht mehr

Mirakel zum Beweis für die Kirche genannt, sondern blos priesterliches

Gebet um Heilungen. Der von Brückenau zurück gekommene =Wunderbeter=

erklärte aber auch sich selbst für erschöpft und verweigerte durchaus

unter Aufsicht der Sanitäts-Polizei zu wirken. Reisen nach Wien und

Ungarn entrückten ihn der allzusehr aufgeregten Beobachtung. Dafür

ertheilte er aber jetzt =Scheine=, daß er für Kranke, die sich z. B. in

Marseille und in Schottland an ihn gewendet haben, zu einer bestimmten

Stunde Messe lesen und beten wolle, und daß sie in der =nämlichen

Stunde= sich mit ihm in Gebet zu Gott vereinigen sollen.

Ob nun das Andrängen an Gott, wenn es zu gleicher Zeit geschieht, auf

die Gottheit oder auf das Vertrauen der armen Kranken um so wirksamer

sei, darf man kaum fragen, weil in diesen Dingen alles Fragestellen

an den Verstand dem Pestübel der Aufklärung ähnlich sein soll. Der

Gedanke aber, auf die nämliche Stunde in weiter Entfernung ein Gebet zu

bestellen, ist lächerlich, da, wenn von Bamberg aus zu Marseille ein

Gebets-Verein Punkt acht Uhr bestellt ist, der zu Bamberg Betende lange

geendiget haben wird, ehe der zu Marseille, der Stunde nach, beginnen

kann.

Bei dem Verleger dieses Werkes sind zu haben:

=Domänen=, die, nebst Bemerkungen zu der Schrift: Der Weimarische

Landtag von 1832. 8. geh. 4 gr.

=Inhalt.=

1) Die Domänen und adeligen Güter.

2) Die Vereinigung der Ober-Administrations-Behörden.

3) Die souveräne Advokatenzunft.

4) Die demagogische Kaserne.

5) Die Weimarische Preßfreiheit.

6) Die politische Kirche.

=Entwurf einer Advokaten-Ordnung= für das Großherzogthum S.

Weimar-Eisenach. 1832. 8. geh. 8 gr.

_=Gräbner, Dr. K.=, Frictions-Theorie. Ueber die Ursache der

Entstehung der Weltkörper-Atmosphären, deren Verschiedenheit in

Ausbrechung ihrer Lichtentwickelung u. s. w. Aphorismen zu einer

Hypothese der höhern Physik._ 1832. gr. 8. broschirt. 6 gr.

=Henß, Adam=, das politische Glaubensbekenntniß und die

staatsbürgerlichen Ansichten eines teutschen Bürgers und Handwerkers.

1832. 8. geh. 6 gr.

=Inhalt.=

1) Staat.

2) Regierungsform.

3) Volk.

4) Vaterland.

5) Volksvertretung.

6) Rechtspflege.

7) Gemeinde-Verwaltung.

8) Polizei.

9) Preßfreiheit.

10) Reaction.

11) Pfaffenthum.

12) Juden.

13) Staatsbürger.

=Heß, _Dr._ Mendel=, Großherzoglicher Landrabbiner, Predigt, gehalten

in Weimar, am 21. Jun. 1832. 8. geheftet. 2 gr.

=Heß, _Dr._ Mendel=, Confirmationsrede. 8. geh. 1 gr.

=Lentin=, _Dr._ Land-Thierarzt, Hausmittel für kranke Thiere, als

freundlicher Rath für Viehbesitzer. 1833. 8. geh. 18 gr.

=Romantik=, die, des neunzehnten Jahrhunderts. Mit einer Nomenklatur

der Romanschreiber von 1800 bis 1831, und einer Zahlangabe der

jährlich herausgekommenen Romane von 1700 bis 1831. Herausgegeben von

dem Verfasser der »Aphorismen über Schriftstellerei unserer Zeit.«

1833. 8. geheftet. 1 Rthlr.

=Romane.=

=Artemisio=, die Schauer-Ruine der alten Riesensteinburg, oder

Ritter-, Räuber- und Geistergeschichten der Vorzeit. 1833. 8. geh.

20 gr.

=August=, Merlins Liebe und Zauberei. Phantasiestück. 1832. 8. geh.

14 gr.

=Bartels=, Friedrich, das Bombardement von Antwerpen im Jahre 1830.

Historisch-romantisches Gemälde aus Belgiens neuester Geschichte.

1833. 8. geh. 1 Rthlr.

=Bilder= aus dem Leben. Vom Verfasser der Novantiken. 1833. 8. geh.

20 gr.

=Ditmar von Cromsdorf=, oder das =Moosweibchen=.

Historisch-romantische Erzählung des dreizehnten Jahrhunderts, von

dem Verfasser der Novantiken. 1834. 8. geh. 12 gr.

=Gräbner=, Karl, Novantiken. Bilder der Vergangenheit und Gegenwart.

Mit einer lithographirten Abbildung. 1833. 8. geh. 1 Rthlr.

=Jeremias=, Joseph, sonderbare Schicksale des Sängers Joseph Gradweg.

Ein curioser Roman. 1832. 8. geheftet. 1 Rthlr. 8 gr.

=Desselben= Hugo Raynald, oder das späte Glück. Historisch-romantische

Erzählung aus den Zeiten der lombardischen Kriege in den Jahren 1162

bis 1176. 1832. 8. geh. 20 gr.

=Insel=, die, historisch-romantische Erzählung aus Rußlands und Polens

Vorzeit. Vom Verfasser des Czar von Casimow. 1832. 8. geh. 20 gr.

=Märchen.= Vom Verfasser der Novantiken. 1832. 8. geheftet. 20 gr.

=Opitz=, Wilhelm, Paul Arner und seine Gesellen, oder die

Räuberhochzeit im Höllenthale. Roman für die Lesewelt jetziger Zeit,

nach biographischen Skizzen und Sagen aus dem letzten Jahrzehend des

vorigen Jahrhunderts. 1832. 8. geh. 1 Rthlr.

=Desselben= Uso von Drachenburg, oder die Entweihung der Todtengruft.

Ein Roman nach Sagen der Vorzeit des zwölften Jahrhunderts. 1833. 2

Bde. 8. 1 Rthlr. 16 gr.

=Querner=, Godofred, Volksmährchen. 1833. 3 Bände. 8. geh. 2 Rthlr.

=Renegat=, der, und die =Jesuiten= in den Jahren 1809 bis 1828. Eine

Geschichte voller Abentheuer. Vom Verfasser der Novantiken. 1832. 8.

geh. 20 gr.

=Schloß=, das geheimnißvolle, am See, oder die Verschwundenen. Ein

Roman aus neuerer Zeit. Von dem Verfasser der Novantiken. 1832. 8. geh.

22 gr.

=Schumann=, F. W., Curiositäten. Eine Sammlung von komischen Aufsätzen

und Druckfehlern, lächerlichen Bekanntmachungen, drolligen Briefen,

schnurrigen Einfällen und merkwürdigen Predigten u. s. w. Freunden des

Frohsinns und der guten Laune als ein Präservativ gegen die =Cholera=

gewidmet. 1832. 8. geheftet. 12 gr.

=Sneh, Mada=, die reisenden Handwerker. Ein romantisches Gemälde aus

der wirklichen und idealen Welt. 1832. 8. geheftet. 1 Rthlr.

=Spadolino Stefano=, der räthselhafte Räuber-Hauptmann in den

Umgegenden Roms. 1832. 8. geh. 22 gr.

Taf. 1.

Fig. 1.

4 9 2

3 5 7

8 1 6

[Illustration: Siegel des Saturns]

Fig. 2.

16 3 2 13

5 10 11 8

9 6 7 12

4 15 14 1

[Illustration: Siegel des Jupiters]

Fig. 3.

11 24 7 20 3

4 12 25 8 16

17 5 13 21 9

10 18 1 14 22

23 6 19 2 15

[Illustration: Siegel des Mars]

Fig. 4.

6 32 3 34 35 1

7 11 27 28 8 30

19 14 16 15 23 24

18 20 22 21 17 13

25 29 10 9 26 12

36 5 33 4 2 31

[Illustration: Siegel der Sonne]

Taf. 2.

Fig. 5.

22 47 16 41 10 35 4

5 23 48 17 42 11 29

30 6 24 49 18 36 12

13 31 7 25 43 19 37

38 14 32 1 26 44 20

21 39 8 33 2 27 45

46 15 40 9 34 3 28

[Illustration: Siegel der Venus]

Fig. 6.

8 58 59 5 4 62 63 1

49 15 14 52 53 11 10 56

41 23 22 44 45 19 18 48

32 34 35 29 28 38 39 25

40 26 27 37 36 30 31 33

17 47 46 20 21 43 42 24

9 55 54 12 13 51 50 16

64 2 3 61 60 6 7 57

[Illustration: Siegel des Merkur]

Taf. 3.

Fig. 7.

37 78 29 70 21 62 13 54 5

6 38 79 30 71 22 63 14 46

47 7 39 80 31 72 23 55 15

16 48 8 40 81 32 64 24 56

57 17 49 9 41 73 33 65 25

26 58 18 50 1 42 74 34 66

67 27 59 10 51 2 43 75 35

36 68 19 60 11 52 3 44 76

77 28 69 20 61 12 53 4 45

[Illustration: Siegel des Mondes]

Fig. 8.

[Illustration: Wider die Feuersbrunst]

Taf. 4.

Fig. 9.

[Illustration: Chiromantie]

Taf. 5.

Fig. 10.

[Illustration: Zauberkreis]

Bilder der Wunderkunst und des Aberglaubens · 第 15 / 21 题