Ich dort: "nein, ich will dich!"

Verlangen lebt, wächst, übersteigt sich--fällt. Henker und Opfer

kommen sich entgegen. Ich hier, wie Ich dort, wechselt in seinem

Zustand, läßt von seiner Stand-haftigkeit, gibt wider-Stand auf, nimmt

ab-Stand vom eigen-Stand, nähert sich seinem gegen-Stand, ver-stellt

sich auf den Stand des Gegners, ver-ständigt sich mit ihm, ver-steht

ihn--Ich hat Selb-ständ-igkeit aufgegeben, Ich hat ver-Stand

gewonnen.

Ich hier wie ich dort ändert mit geändertem Stand Ansicht und

Willen; Ich ändert sich, Ich wird ein anderes. Ich wandelt in Zeit und

Raum; Ich-Standort-Wandel wandelt das Ich. Fremder gegen-Stand wird

durch ver-Stand zu eigenem zu-Stand.

Ich hier wie Ich dort ist aus Raum in Zeit getreten, Eins mit

seinem Gegner: kein Gegner mehr, keine Gegnerschaft, kein Widerwille,

kein Widerstand, keine Tat. Ich hat sich durch ver-Ständnis im

wider-Ich wieder erkannt--Ich hat Erkenntnis gewonnen, Ich hat im du

sich selbst wieder gefunden.

Raum entzweit, Zeit eint. Was im Raum geschieden ist, fällt in der

Zeit zusammen. Was sinnliche Anschauung trennt, eint seelische

Erkenntnis. Ich und Ich, von blinder Anschauung aus-ein-ander

gehalten, fallen, sehend geworden in-ein-ander.

*

Und noch einmal: Sittlichkeit ist Durchschauen der Erscheinung.

Ich ur-Teil, in sich gespalten, von sinnlicher Vorstellung "nicht-Ich"

geblendet, in zwei Ich gegen-ein-ander entzweit:

Das hohe Ziel der Erkenntnis: Aranada Upanishad · 第 10 / 11 题