KAPITEL XI.

$DIE MISCHEHE$.

_Religion und Inzucht waren die

beiden eisernen Reifen, die das

jüdische Volk fest umschlossen und

als eine einzige feste Masse durch

die Jahrtausende erhalten haben. Und

wenn sie sich lockern? Was wird dann

die Wirkung sein?_

_Werner Sombart._

„Das genealogische Moment hat die Nationen nicht geschaffen, sondern sie

fixiert. Die Vererbung ist ein Zeichen und das Resultat der

Nationalität, aber nicht ihre Ursache. Nicht der Beginn, sondern die

weitere Existenz wird durch die Vererbung erklärt” ($Bluntschli$: Die

nationale Staatenbildung, gesammelte Schriften). Mit anderen Worten:

Nachdem eine gewisse Menschengruppe, die aus den verschiedensten

Rassenbestandteilen zusammengewürfelt sein kann, untereinander in engere

Verbindung getreten ist, wird nach D. $Pasmanik$ durch Wechselheiraten

und Vererbung ein bestimmter Menschentypus fixiert und konserviert. Der

ursprünglichen wahllosen Vermischung der Juden in der Zeit ihrer

Volkswerdung suchten einzelne weitsehende jüdische Politiker entgegen zu

treten. Die Vorkehrungen gegen die Mischehe und die sie verwerfende

Stellen deuten darauf hin. (Abraham und Isaak -- Jacobs Brautfahrt,

Deut. 23, 4, 8, 9, die Eheverbote mit den Amalikitern, Moabitern,

Edomitern und Egyptern. Es sei an Ex. 34, 15, 16, und Deut. 7, 3, 4,

erinnert).

Unter Esra und Nehemia wurde der Kampf um die Reinerhaltung der

jüdischen Art bewußt durchgeführt. Auch im Talmud befinden sich viele

dahin zielende Auslassungen. Maimonides und insbesondere der Schulchan

Aruch, der diese Entwicklungen abschliesst, kommt zu einer absoluten

Verwerfung der Mischehe. Praktisch hat (nach dem Schrifttum) Esra am

konsequentesten gehandelt, indem er die damals in Palästina

existierenden 113 Mischehen verwarf und ihre Auflösung durchsetzte. So

alt die Geschichte der Juden ist, so oft wiederholen sich aber Ansätze

und Ausbreitung der Mischehe. Moses heiratete die Tochter eines

midianitischen Götzenpriesters, die allerdings rassenmässig einem nicht

sehr fernestehenden Stamme angehörte. Die Sexualbeziehungen von Simson

und David, des Sohnes der Moabiterin Ruth, Salomons, des Nachkommens

einer hittitischen Mutter, Ahabs u. a. darf man als bekannt

voraussetzen. Ich verweise hierbei insbesondere auf die Arbeit von Dr.

$Fritz Kahn$, „Die Juden -- als Rasse und Kulturvolk,” Welt-Verlag 1920,

und Dr. Tänzers „Die Mischehe,” Berlin 1913.”

Eine Rolle in der jüdischen Religion und in den Festen dieses Volkes

spielen die Vorgänge am persischen Hofe zur Zeit der Königin Esther, und

man kann es den Kabbalisten nicht verdenken, daß sie deren Andenken

verwarfen. Unter den Hasmonäern in der Zeit des Hellenismus tritt die

Mischehe recht stark auf. Im Mittelalter gibt es sogar in Deutschland

(900-1100) erotische Wechselbeziehungen mit der christlichen Umgebung.

In der Geschichte der Rassenforschung ist die Frage nach der Vermischung

der Juden des häufigen aufgeworfen worden. Von der Parteien Haß und

Gunst verwirrt, schwankt das Urteil über die Beimischung fremden

Blutes.

Historisch wichtig ist, daß im XVI., XVII. und XVIII. Jahrhundert

Mischehen im gesamten Judentum der Welt zu den Ausnahmeerscheinungen

gehörten. Diese sexuelle Abgeschlossenheit, wird durch die Mischehe

durchbrochen in der Zeit der Emanzipation und in hoc signo. Napoleon

wollte jeden dritten Juden zwingen, einen christlichen Gemahl zu nehmen,

sein Staatsrat wies allerdings eine solche Maßnahme zurück. Sogar

Bismarck war für die Zucht des arischen Hengstes mit der semitischen

Stute, wie auch E. v. Hartmann und andere die providenzielle Beimischung

des jüdischen Blutstropfens als einen Segen für den deutschen Michel

hielten. Sogar im jüdischen Lager wurde für die Mischehe Propaganda

gemacht.

Natürlich fanden sich auch Gegner. So protestierte H. St. Chamberlain

gegen die Idee einer Infizierung der Indoeuropäer mit jüdischem Blut.

„Ginge das ein paar Jahrhunderte fort, es gäbe dann in Europa nur noch

ein einziges rassereines Volk, das der Juden; alles übrige wäre eine

Herde pseudo-hebräischer Mestizen und zwar ein unzweifelhaft physisch,

geistig und moralisch degeneriertes Volk.”

Die Kenntnis und Benutzung des Hebräischen als Kultursprache, des

jüdisch-deutschen als Umgangsdialekt, die absolute Befangenheit im

jüdischen Glauben verbanden sich als psychische Voraussetzungen für die

Inzucht. Das Einheiraten in die Gruppe derselben Menschen, hatte zur

Erhaltung eines körperlich von anderen unterschiedlichen Typus geführt,

der zwar nicht reinrassig in dem Sinne ist, als ob nur eine und dieselbe

Form von Menschen am Eingang der jüdischen Nation bestanden hätte.

Aber die stetige Verschwägerung der Juden führte zu einer körperlichen

Verwandtschaft, die sich im Aussehen allein schon anzeigt. $Fishberg$

hat ganz recht, wenn er von der Mischehe das völlige Aufgehen des

Judentums erwartet, weil die Kinder von Mischpaaren nicht mehr Träger

der jüdischen Rasse sein können und religiös zumeist aus dem Judentum

ausscheiden.

Die Mischehe ist dementsprechend eine weitere Form der Auflösung der

jüdischen Gemeinschaft. Die Wege zur Mischehe sind verschiedentliche.

$Sie liegen letzten Endes nicht wie die Taufbewegung auf politischem

Gebiet, sondern auf sozialem.$ Ist die Geburtseinschränkung ein

vornehmlich durch ökonomische Ursachen bedingter Vorgang, so führen

gesellschaftliche Momente zur Vermischung. Man kann ihre einzelnen

Vorausbedingungen einbeziehen in das Gebiet der:

Der Untergang der Deutschen Juden: Eine Volkswirtschaftliche Studie · 第 51 / 71 题