KAPITEL VI.

$DIE EHESCHLIESSUNG$.

_Die alte Ehe war der beste Hort des

Konfliktes zwischen der

individuellen und generativen

Leistung. Eine neue Ehe muss die

glückliche Harmonie bringen, die

beide Geschlechter als Eltern und

Menschen zur vollen Entfaltung

bringt. Dann wird jede neue

Generation das biologische und

traditionelle Erbgut reicher an die

Zukunft weiter geben._

_M. Vaerting._

Alle Untersuchungen ergeben, daß der Bevölkerungsaufbau der Juden eine

10-20% $stärkere$ Besetzung ihrer Bevölkerung im $heiratsfähigen Alter$

aufweist. Das hat seine Ursache in der herabgeminderten Säuglings- und

Kindersterblichkeit. Wir besitzen Untersuchungen von Großstädten

(Berlin, München, Leipzig), ferner eine Auszählung von Hessen, die uns

die falsche Auffassung zurückweisen läßt, als ob eine große Auswanderung

die Zahl der Heiratsfähigen geschwächt hätte. Trotzdem ergibt sich, daß

auch mit den Elementen, welche eine Mischehe eingehen, die Zahl der

Eheschließungen um durchschnittlich 20-50% geringer ist, als bei den

Nichtjuden. Die Ursachen, die in den vorigen Kapiteln bereits angedeutet

wurden, führen zu folgenden Erscheinungen:

1. Die Eheschließung der Juden nimmt immer mehr ab. Dieser Rückgang

dauert ständig an.

2. Die eheschließenden Juden sind durchschnittlich höheren Alters

als die Nichtjuden, insbesonders auch im Vergleich zum Heiratsalter

ihrer eigenen Großeltern. Besonders wird das Heiratsalter der

Jüdinnen immer mehr hinausgeschoben.

3. Für die Forterhaltung des Judentums spielen fast nur die

jüdischen Ehen eine Rolle. Die Zahl der außerehelichen Mütter ist

numerisch fast belanglos. Aus den Mischehen werden ziffernmäßig nur

wenige Kinder dem Judentum zugeführt.

Spät geschlossene Ehen sind weniger fruchtbar, als jung eingegangene

Ehen. Zwischen dem Alter der Eheschließenden und der Kinderzahl besteht

ein natürliches Verhältnis. Das urwüchsige sexuelle Bedürfnis wird im

fortgeschrittenen Alter eher allen Hemmungen, Ueberlegungen und

Vernunftsgründen unterworfen. Die Impotenz ist eine Begleiterscheinung

des höheren Alters, insbesondere wenn Jahre und Jahrzehnte vorehelichen

Sexuallebens vorausgegangen sind.

Liebe ist in jüdischen Kreisen ein Faktor, der stark von äußeren

Einwirkungen beeinflußt ist. Damit ist noch nicht gesagt, als ob wir

nicht ähnliche Einstellung auch bei gewissen Bevölkerungsschichten des

deutschen Volkes beobachten würden. Der Adlige legt sich gleichfalls

Beschränkungen in der Auswahl der Zukünftigen auf. Der mit dem Kapital

arbeitende Christ übersieht ebenso immer mehr den Nutzen, den ihm eine

materiell gut fundierte Heirat einbringt. Ein Sprichwort sagt, daß der

Jude bei der Eheschließung nicht nur an die Kinder, sondern schon an die

Enkel denke und dieses Verantwortlichkeitsgefühl ist wohl löblich, hat

aber für die Erhaltung der Art Nachteile. Die große nichtjüdische Masse

pflegt noch heute eine Eheschließung viel unbekümmerter um die Fragen

der Zukunft einzugehen. Sie ist weniger berechnend, weniger überlegend,

weniger besorgt. Dazu kommt noch die Belastung, welche dem jüdischen

Mittelstand dadurch erwächst, daß die verheiratete Jüdin nicht im

Erwerbsleben stehen soll, daß sie oft verwöhnt ist und in der Ehe eine

Verbesserung ihrer Stellung und ihrer Bedürfnisse sucht. Die frühere

allgemeine Verehelichung der Töchter stellte ihre Versorgung dar. Das

Einkommen des Heiratskandidaten spielte naturgemäß eine ausschlaggebende

Rolle über Schönheit und Gestalt. Wenn heute die Liebe, d. h. das

erotisch-psychische Empfinden bei der Eheschließung der Jüdin mitwirkt,

so kann dieses Gefühl doch nicht bei der Gebundenheit der Ehemöglichkeit

an Geld und Einkommen über alle traditionelle Gedankengänge und reale

Ueberlegungen sich hinwegsetzen. Vielmehr wirken auch diese Faktoren

mehr oder weniger stark mit ein. Die Jüdin von heute möchte einen Mann,

den sie liebt und eine wirtschaftliche Sicherstellung ihrer Person. Man

kann ihr beides nicht verübeln. Große nichtjüdische Massen folgen

dagegen stärker ihren erotischen Trieben und heiraten ohne Rücksichten

auf die ökonomischen Voraussetzungen und Folgen. (Im christlichen

Mittelstand hat sich die Rationalisierung zusehends und die Angleichung

an die Verhältnisse bei den Juden vollzogen).

Wir haben schon betont, daß der Arbeiter, der Lohnempfänger und der

Bauer frühzeitig die volle Höhe seines Einkommens, das ihm die Arbeit

seiner Hände einbringt, erreicht. Der Jude, der zumeist Träger des

Kapitalismus ist, oder es werden will, unterwirft sein Liebesleben

diesem Idol. Er ist Herr und Sklave des goldenen Kalbes. Die

Bewegungsfreiheit ist auf diesem Altar geopfert und der Einzelne

machtlos gegen die überwältigenden Einflüsse dieses Götzen. Wenn er die

Schranken des Wirtschaftsgesetzes durchbrechen will, in dessen Schatten

er steht, so wird er nur persönliche Nachteile erfahren, die sein

aufopferndes Beispiel nicht als begehrenswertes Vorgehen vielen Jüngeren

erscheinen lassen wird ...

* * * * *

Bedeutsam sind inbesonders diese und weitere Punkte, die wir kurz

andeuten wollen:

1. Der deutsche Jude ist durchschnittlich bereits seit 15 Jahren

geschlechtsreif und seit 10 Jahren geschlechtlich tätig, ehe er in

die Ehe tritt. Durch sein Vorleben sind seine erotischen Instinkte

ihrer Ursprünglichkeit beraubt, so daß uns die Erschütterung der

inneren Gebundenheit vieler jüdischen Ehen nicht überraschen kann.

2. Dem späten Eheschluß gehen venerische Krankheiten in erhöhtem

Maße voraus, die proportional mit der Länge der Wartezeit ansetzbar

sind. Aus ihr entspringt ein entsprechender Prozentsatz von

Infektionen der Ehefrauen und eine Verseuchung des Nachwuchses.

3. Je größer der Altersunterschied zwischen den Eltern und Kindern

ist, desto stärker klafft die Weltanschauung zwischen ihnen. Jede

Generation spricht eine andere Sprache, die das gegenseitige

Verständnis zum mindesten erschwert und die die über das Maß der

blutsverwandtschaftlichen Beziehungen hinausgehende Freundschaft

zwischen beiden Teilen verkürzt. Jede Erweiterung des

Altersabstandes erweitert die psychische Kluft.

Die häusliche Erziehung der Kinder wird durch die Erschwerung des

Wirtschaftslebens in der Großstadt auf eine neue Basis gestellt. Die

Einwirkung der Eltern im jüdischen Sinne, wie sie in der Kleinstadt

Usus war, erfährt in der Großstadt eine Minderung. Selbst in

Kreisen, die der Religion großes Interesse entgegenbringen. Dadurch

entsteht eine geistige Entjudaisierung, über welche sich

insbesondere die Lehrer entsetzen und über die allgemein geklagt

wird, die aber selbstverständlich ist. Ob den altjüdischen Einfluß

des Elternhauses jüdische Schulen und eigene Schulgemeinden ganz

ersetzen, ob bei der $Abnahme der Geschlossenheit der Ehe und dem

Rückgang des Konnexes zwischen den Generationen, insbesondere im

großstädtischen$ Milieu, $die neuen Edukationsformen den alten

Geist übermitteln können, ist recht fraglich.$ --

Die Entwicklung der Eheschließungen verraten uns einige Ziffern.

Der Untergang der Deutschen Juden: Eine Volkswirtschaftliche Studie · 第 33 / 71 题