Was uns das neueste Buch Hermann Hesses besonders liebwert macht, ist die
ruhig verträumte Art seines Verfassers, zu sehen und zu schildern . . . Die
lichtwonnige, diogenetische Eigenart des Dichters, der wahr und warm, allen
kokettierenden Beiwerkes entratend, Menschen aus kleinen Verhältnissen,
doch darum nicht kleine Menschen, einfach verklärt. Ungeheuchelte
Herzlichkeit, ohne den leisesten Anflug krankhafter Sentimentalität, werden
den »Nachbarn« Eingang weniger in die Köpfe der geschworenen
Literaturmenschen, als in die Herzen aller Schönheitsfrohen sichern.
(Berner Tagwacht)
Es ist eigentlich eine einzige Geschichte, die wir da in den fünf
Erzählungen des neuen Hessebandes erleben; so harmonisch zusammengeschweißt
erscheinen sie . . . Ruhig, über allen Dingen schwebend, ohne Leidenschaft
und vollkommen abgeklärt werden uns diese Geschichten erzählt. Aber in
einer Sprache, die ihresgleichen sucht und die den Stolz in uns aufleben
läßt: sehet, das ist Deutsch. Gott sei Dank, daß es eine deutsche Sprache
gibt. Und Dichter, die sie adeln.
(Württemberger Zeitung, Stuttgart)