Studienreise durch die Melanesische Inselwelt

von

~Dr.~ Friedrich Burger

Mit 31 Bildtafeln, zwei Landkarten, mehreren Kartenskizzen und reichem

Buchschmuck

Die australische Inselwelt gehört zu den am wenigsten erforschten

Gegenden der Erde. Über die große Mehrzahl der unzähligen kleinen und

kleinsten Inseln ist auch heute noch der Schleier des Unbekannten

gebreitet. Gibt es doch viele unter ihnen, die kaum jemals von eines

Weißen Fuß betreten wurden, und wenn auch von den wichtigeren Inseln

die Küstenstriche besiedelt sind, so blieb das Hinterland größtenteils

unerforscht. Besonders gilt dies auch von dem Urwald im Innern der

großen Insel Neu-Guinea.

~Dr.~ Friedrich Burger, der Verfasser des vortrefflichen Buches,

unternahm in den Jahren 1911 und 1912 im Auftrage es Linden-Museums

in Stuttgart eine ethnologische Studienreise nach dem Melanesischen

Archipel und den Salomo-Inseln, um mit den bis jetzt beinahe

unbekannten Bergstämmen dieser Inseln in Verbindung zu treten. Auf dem

Wege nach Neu-Britannien hielt er sich vier Monate auf den östlichen

Molukken auf, wo er Gelegenheit hatte, die abgelegenen Kei-Inseln zu

besuchen und ihre hochinteressanten Bewohner kennen zu lernen. Was der

Forscher hierbei an Begebenheiten hochbedeutsamer Art erlebte, hat

er in seinem neuen Buche niedergeschrieben. Neben einer lebendigen

Schilderung der Abenteuer und Gefahren, die das Bereisen der Inseln

und das Zusammentreffen mit den Eingeborenen mit sich brachte,

enthält das Buch soviel Belehrendes über Sitten, Gebräuche, Aber-,

Geisterglauben und Zauberei bei jenen größtenteils dem Kannibalismus

frönenden, in unberührter Urkultur lebenden Volksstämmen, daß die

bisherigen Forschungsergebnisse und die über jene Gegenden erschienene

Literatur, insbesondere auch unsere Kenntnisse des einstigen deutschen

Kolonialbesitzes in der Südsee, in bemerkenswerter Weise bereichert

werden. Gründliche Beobachtungen aus der Tier- und Pflanzenwelt

bilden den landschaftlichen Rahmen und geben dem Buch das Gepräge der

Vielseitigkeit.

Das Werk stellt sich infolge der vorzüglich gelungenen Bestrebungen des

Verfassers, Erlebnisse abenteuerlicher Art mit einer Bereicherung des

Wissens zu verknüpfen, auch als vorbildliches Volksbuch und Buch für

die reifere Jugend dar, das für Geschenkzwecke in hervorragendem Maße

geeignet ist.

Zwanzig Jahre an Indischen Fürstenhöfen · 第 78 / 85 题