Euer Wohlgeboren

gehorsamster

_Eduard Mörike_,

Pfarr-Vikar.

~Druck von Robert Rischkowsky in Breslau.~

Fußnoten:

[Fußnote 1: In Bezug auf diese Bitte erwähnen wir eine Stelle im

_Kosmos_, Bd. II. erste Aufl., ~pag. 62~: „Als sich die

Comödie der Spanier bis zu einer hohen Vollendung ausgearbeitet hatte“

-- sagt der tiefste Forscher aller dramatischen Litteratur, mein edler

Freund Ludwig Tieck -- „finden wir oft beim Calderon und bei seinen

Zeitgenossen, in romanzen- und canzonen-artigen Sylbenmaßen, blendend

schöne Schilderungen vom Meere, von Gebirgen, Gärten und waldigen

Thälern: doch fast immer mit allegorischen Beziehungen, und mit einem

künstlichen Glanz übergossen, der uns nicht sowohl die freie Luft

der Natur, die Wahrheit des Gebirges, die Schatten der Thäler fühlen

läßt, als daß in harmonischen, wohlklingenden Versen eine geistvolle

Beschreibung gegeben wird, die mit kleinen Nüancen immer wiederkehrt.“

-- --

In dem Schauspiel: das Leben ein Traum (~la vida es sueño~) läßt

Calderon den Prinzen Sigismund (Act. I., Sc. II.) das Unglück seiner

Gefangenschaft in anmuthigen Gegensätzen mit der Freiheit der ganzen

organischen Natur beklagen. Es werden geschildert die Sitten der

Vögel, „die im weiten Himmelsraume sich in raschen Flügen regen,“ die

Fische, „welche kaum aus Laich und Schlamm entsprossen, schon das weite

Meer suchen, dessen Unendlichkeit ihnen bei ihren kecken Zügen nicht

zu genügen scheint.“ Selbst dem Bache, „der im Ringelgange zwischen

Blüthen hingleitet, gewährt die Flur einen freien Pfad.“ Und ich, ruft

Sigismund verzweiflungsvoll aus, der mehr Leben hat, soll bei freierem

Geiste mich in mindre Freiheit fügen!]

[Fußnote 2: Der Titel des von H. hier citirten Romans ist aus seiner

Handschrift um so weniger zu entziffern, als es ein Familienname zu

sein scheint. Es _kann_ Bambibre heißen sollen?

Über Enrique Gil verdanken wir der Gefälligkeit des Herrn ~Dr~.

Max Karow, Cust. an der k. Univ.-Bibliothek in Breslau, nachstehende

Notiz:

„„E. Gil ist Verfasser der Dichtungen „~La gota de rocio~“ --

„~La niebla~“ -- „~A Polonia~“ -- und war Hauptmitarbeiter

des Journals „~El labirinto~,“ in welchem er höchst anmuthig seine

Reise durch die ~Sierra de Leon~ beschrieb.““]

[Fußnote 3: Diese „Gradheit“ ist es, die statt guter Früchte

Zwietrachts-Äpfel getragen. Gehässige Insinuationen sogenannter Freunde

haben das ihrige dazu gethan. Auch Tieck’s begeistert’ster Verehrer

muß Iffland’s Urtheil über die Undarstellbarkeit jenes Operntextes

billigen.]

[Fußnote 4: Dieser Passus ist unverständlich, da wir zwölf oder elf

Jahre früher Zeugen gewesen sind von der herzlichen und zuvorkommenden

Aufnahme, welche der ganz jugendliche Immermann bei Tieck in Dresden

gefunden.]

[Fußnote 5: Mit Freude läßt sich aus dieser klugen und befriedigenden

Vertheidigung entnehmen, daß Tieck, bei all’ seiner Werthschätzung

Immermanns, und gerechtfertigten Vorliebe für den jüngeren Freund, die

Anhänglichkeit für den älteren treu bewahrt, und dessen Parthei redlich

ergriffen hat.]

[Fußnote 6: Dorothea’s Tod.]

[Fußnote 7: Beauregard Pandin (?).]

[Fußnote 8: Siehe den unter ~N.~ befindlichen Brief nebst

Beilage.]

[Fußnote 9: Tieck las, nach Dresden zurückgekommen, am 2. März 1842

die Elektra wenigstens, aus dem noch nicht abgedruckten Manuskripte,

in seinem Abendzirkel vor. In früheren Jahren hatte er die Antigone

(1835) und des Euripides Iphigenia auf Tauris (1837) von Minckwitz

vorgetragen.]

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 357 / 358 题