Sonnabend früh.
_Hochverehrter Herr Hofrath!_
Ich wähnte das hier mitfolgende Schreiben von mir an Sr. Majestät
den König, dem Plane des Festspiel’s beigelegt zu haben, welches ich
neulich die Ehre hatte Ihnen zu überreichen. Da dieses Schreiben die
Gründe darlegt, welche mich bei der Wahl des Stoffes leiteten, so war
es mein sehnlicher Wunsch, daß Sie hochverehrter Herr Hofrath die große
Güte hätten, davon Kenntniß zu nehmen. Ich sehe so eben beim Ordnen
einiger Papiere, daß dieses Schreiben bei mir liegen geblieben ist,
und bin daher so frei, es Ihnen nachträglich mit der Bitte zu senden,
einen Blick darauf zu werfen. Verzeihen Sie theurer hochverehrter Herr,
Ihren Rath und Ihre Zeit so dreist in Anspruch zu nehmen. Aber Ihr
wohlwollender liebenswürdiger Empfang giebt mir den Muth dazu.
Ich werde daher auch so frei sein, Ihnen, wie Sie es mir neulich
erlaubten, heute Vormittag zwischen 12 und 1 Uhr meine Aufwartung zu
machen.
Genehmigen Sie hochverehrter Herr Hofrath die Versicherung von der
reinsten Verehrung