II.

Sonnabend früh.

_Hochverehrter Herr Hofrath!_

Ich wähnte das hier mitfolgende Schreiben von mir an Sr. Majestät

den König, dem Plane des Festspiel’s beigelegt zu haben, welches ich

neulich die Ehre hatte Ihnen zu überreichen. Da dieses Schreiben die

Gründe darlegt, welche mich bei der Wahl des Stoffes leiteten, so war

es mein sehnlicher Wunsch, daß Sie hochverehrter Herr Hofrath die große

Güte hätten, davon Kenntniß zu nehmen. Ich sehe so eben beim Ordnen

einiger Papiere, daß dieses Schreiben bei mir liegen geblieben ist,

und bin daher so frei, es Ihnen nachträglich mit der Bitte zu senden,

einen Blick darauf zu werfen. Verzeihen Sie theurer hochverehrter Herr,

Ihren Rath und Ihre Zeit so dreist in Anspruch zu nehmen. Aber Ihr

wohlwollender liebenswürdiger Empfang giebt mir den Muth dazu.

Ich werde daher auch so frei sein, Ihnen, wie Sie es mir neulich

erlaubten, heute Vormittag zwischen 12 und 1 Uhr meine Aufwartung zu

machen.

Genehmigen Sie hochverehrter Herr Hofrath die Versicherung von der

reinsten Verehrung

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 348 / 358 题