V.

_Stuttg._, 4. Oct. 1838.

_Verehrtester Herr und Freund!_

Herr von Bülow wird Ihnen gesagt haben, daß ich durch die lange

Abwesenheit des durch den Tod seiner Frau tief erschütterten Herrn

von Cotta außer Stand gesetzt war, Ihnen früher seine Entschließung

zu melden. Er ist endlich zurückgekehrt und hat mir gesagt, er habe

bereits an Herrn von Bülow geschrieben. Ich hoffe demnach, daß diese

Angelegenheit in Richtigkeit gebracht werden wird. In Bezug auf das,

was Sie mir noch besonders aufgetragen, hat mich Cotta gebeten, Ihnen

zu antworten: Er sey mit dem größten Vergnügen bereit in jedwede

buchhändlerische Unternehmung mit Ihnen einzutreten, entsinne sich

aber nicht, daß Sie ihm desfalls schon irgend einen _bestimmten_

Vorschlag gemacht hätten. Es wird also nur von Ihnen abhängen, das

Nähere mit ihm zu besprechen. Wenn Sie nicht nach einer andern Seite

hin verpflichtet sind, so würde Ihren sämmtlichen Werken wohl keine

Firma besser anstehen, als die von Cotta.

Wenn Ihnen der Himmel nicht vergönnen sollte, die ganze und völlige

Gesundheit wiederzuerlangen, so wollen wir ihn wenigstens bitten, Sie

bey der bisherigen Dauerbarkeit, Fülle des Organs und herrlichen Jugend

und Klarheit des Geistes zu erhalten, die Ihren Krankheitszustand fast

beneidenswürdig macht. Ich wünsche sehr, einmal wieder in Ihr helles

und tiefes Auge blicken zu können. Hoffentlich sehn wir Sie einmal

wieder in Baden. Vielleicht unternehme ich endlich nach zwanzig Jahren

wieder einmal eine Reise nach Norddeutschland und besuche Sie.

Uhland, Reinbeck, Hartmann, Schott, meine Frau, alle Ihre hiesigen

Freunde empfehlen sich Ihnen aufs angelegentlichste. Uhland ist eben

hier beym Landtag. Schwab aber ist schon seit einem Jahre aufs Land

gezogen und lebt als Pfarrer gar idyllisch. Mit den herzlichsten

Wünschen für Ihr Wohl und mit der Bitte, mich den Ihrigen ehrerbietigst

empfehlen zu wollen

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 342 / 358 题