_Hochverehrter Herr Hofrath!_
Nehmen Sie mit Wohlgefallen diese Zeilen an, die Ihnen zu schreiben
ein junger Student sich erkühnt. Die deutsche Sprache war mir noch
sehr wenig bekannt, als der gelehrte Herr ~Dr.~ von Sinner, ein
vortrefflicher und vielgeliebter Lehrer, Ihre reitzende Novelle,
der Hexen Sabbath, mir in die Hände gab. Ich habe dieselbe zuerst
mit höchstem Vergnügen, und dann vielmal wieder immer mit stets
vermehrter Bewunderung gelesen. Kein anderes Buch konnte tauglicher
seyn, an dieser schönen Sprache Geschmack mir einzuflößen, und
derselben Kenntniß durch ein vortreffliches Muster mir zu verschaffen.
Das Vergnügen, das ich in der Lesung dieses Buchs gefunden hatte,
wollte ich den französischen Lesern mittheilen; so meinte ich meinen
Landsleuten etwas Gefälliges und Nützliches zu thun. Aber die Furcht
hielt mich zurück, ich könnte durch eine schlechte Übersetzung
Ihre schöne Novelle entfärben. Doch endlich, durch den von mir
höchstverehrten Herrn von Sinner ermuntert, habe ich, mit meinem
Bruder, den Versuch gewagt. Wenn wir etwa gefehlt haben, so bitte ich
Sie, uns, um der guten Absicht willen, zu verzeihen. Das Gefallen an
dieser Arbeit hat uns fortgerissen; wir haben auch dadurch das Vermögen
erworben, Ihre übrigen Werke und die andern Meisterstücke dieser so
reichen Litteratur mit Leichtigkeit zu lesen. Ein gütiges Wort zu uns,
von Ihrer Hand geschrieben, würde uns der tröstlichste Lohn seyn, den
wir kaum zu hoffen und zu fordern wagen: und doch, muß ich gestehen,
wir hoffen noch mehr, das heißt, einmal in Deutschland reisend, bei
Ihnen vorgelassen zu werden, und das Gespräch des Mannes zu hören,
dessen Schriften wir mit so viel Bewunderung gelesen haben, und dessen
Umgang als nicht minder gefällig berühmt ist.