_Bonn_, den 1ten März 1841.
Welch ein Unglück hat Sie in Ihrem Alter noch treffen müssen, mein
geliebter Freund! Hätte die Vorsehung nicht diesen bittern Kelch
an Ihnen vorübergehen lassen können[6]! Aber was können wir armen,
schwachen Geschöpfe anders, als uns stumm dem unterwerfen, was uns
hienieden unbegreiflich bleibt? Was soll ich Ihnen sagen? Von der
Trefflichkeit der selig Dahingeschiedenen reden? Das hieße in Ihren
Wunden wühlen. Oder könnte ich Tröstung an Den richten wollen, der das
Vergängliche grade in seiner Vergänglichkeit so wunderbar zu verklären
gewußt hat? Diese Zeilen können also nichts wollen, als Ihnen ein
ausdrückliches Zeugniß geben von meiner tiefen Erschütterung, an der
Sie freilich auch ohne sie nicht gezweifelt haben würden. Das Bild
Ihrer theuren von Kummer erfüllten Züge kommt mir nicht aus der Seele,
ich betrachte es in meinem Innern mit der größesten Theilnahme und
Wehmuth. Möge der Himmel Ihnen Stärkung senden und Sie Ihren Freunden
noch lange erhalten!