XVII.

Montag Nacht.

Verzeihen Sie die Unvorsicht der verkehrt angefangenen

Seite!

Mein verehrter Freund!

Ich habe den König heute in Bellevue, wo man neben dem blühenden

Treibhause speiste, an die „Novellen des Hrn. v. Bülow“ erinnert. Er

trägt kein Bedenken, die angebotene Dedication anzunehmen. König und

Königinn haben mir bestimmt aufgetragen, Ihnen das innigste Bedauern

auszudrücken, wieder des ganzen Wertes Ihres Umganges beraubt gewesen

zu sein. Beide bitten Sie inständigst, doch ja fortzufahren, troz

der Frühlingslüfte Ihre Gesundheit schonend zu pflegen. Ich arbeite

trübe an dem zweiten Theil des Kosmos, von dem ich nächtlichst (denn

die gesellschaftlichen, deprimirenden Störungen sind endlos gewesen)

doch die Hälfte fast schon gedruckt sehe. Das tragische Unglück meiner

Familie, der Tod des armen Spaniers Enrique Gil den ich pflegte,

ein 4tägiger Blutsturz von H. Ackermann, der lungenkrank Berlin

und die Werke Friedrichs II. auf immer verlassen muß, die

trostlosen, Unglück bereitenden Polnischen Zustände... haben mich so

wenig aufheitern können, als der heutige litterarische Artikel der

Staatszeitung, in dem man durch 16 Verse, die unter den 1660 Versen

des Agamemnon ausgewählt werden, meinen Bruder zu züchtigen hofft. Die

Spener’sche (?) Zeitung wird morgen meine Antwort enthalten. Ich handle

nach dem Princip der Polnischen Insurgenten, die zeigen wollen, daß

sie noch existiren. Mit alter Anhänglichkeit

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 109 / 358 题