Montag Nacht.
Verzeihen Sie die Unvorsicht der verkehrt angefangenen
Seite!
Mein verehrter Freund!
Ich habe den König heute in Bellevue, wo man neben dem blühenden
Treibhause speiste, an die „Novellen des Hrn. v. Bülow“ erinnert. Er
trägt kein Bedenken, die angebotene Dedication anzunehmen. König und
Königinn haben mir bestimmt aufgetragen, Ihnen das innigste Bedauern
auszudrücken, wieder des ganzen Wertes Ihres Umganges beraubt gewesen
zu sein. Beide bitten Sie inständigst, doch ja fortzufahren, troz
der Frühlingslüfte Ihre Gesundheit schonend zu pflegen. Ich arbeite
trübe an dem zweiten Theil des Kosmos, von dem ich nächtlichst (denn
die gesellschaftlichen, deprimirenden Störungen sind endlos gewesen)
doch die Hälfte fast schon gedruckt sehe. Das tragische Unglück meiner
Familie, der Tod des armen Spaniers Enrique Gil den ich pflegte,
ein 4tägiger Blutsturz von H. Ackermann, der lungenkrank Berlin
und die Werke Friedrichs II. auf immer verlassen muß, die
trostlosen, Unglück bereitenden Polnischen Zustände... haben mich so
wenig aufheitern können, als der heutige litterarische Artikel der
Staatszeitung, in dem man durch 16 Verse, die unter den 1660 Versen
des Agamemnon ausgewählt werden, meinen Bruder zu züchtigen hofft. Die
Spener’sche (?) Zeitung wird morgen meine Antwort enthalten. Ich handle
nach dem Princip der Polnischen Insurgenten, die zeigen wollen, daß
sie noch existiren. Mit alter Anhänglichkeit