XVI.

Sonntag Nacht.

Herr Tholuck, religiöse Dinge, Family Prayers, oder gar Thierquälerei,

mein edler Freund, sind Dinge die _von mir_ kommend, bei dem König

und der Königin nur Lächeln erregen müssen. Sie können denken, wie

gern ich Sie von dergleichen gern befreien möchte, aber da Briefe die

nicht an den König oder die Königin gerichtet sind, ungelesen bleiben,

da alles was man darüber mündlich vorbringt, spurlos verhallet, so

giebt es für Sie und mich nur ein Mittel der Befreiung von solchen

theologischen und thierischen Anmuthungen; das Mittel ist: Briefe zu

fordern, die man _versiegelt_ und _unterzeichnet_ übergeben

wird.

Ich lebe mit den Toten, erst B. und die Pflichten, die eine Familie von

5 Kindern mir auflegt: heute hab’ ich wieder eine Leiche: Der junge

talentvolle spanische Litterator, Enrique Gil, Verf. des Romans ~el

Sr. de~[2]....., ist heute morgen 29 Jahr alt an der Schwindsucht

hier gestorben. Ich bin morgen mit seinem Begräbniß beschäftigt. Das

sind _meine_ Beschäftigungen. Bülow’s Dedication wird gewiß dem

König angenehm sein. Der König und die Königin sind immerdar mit

_Ihnen_ liebevoll beschäftigt wie

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 107 / 358 题