_Potsdam_, Sonnabend.
Der König und auch die Königin fragen immer so ängstlich und so
liebevoll nach dem Tage, wo wir endlich Sie hier besizen können, daß
ich wohl das Stillschweigen brechen und Sie, hochverehrter Freund und
College, bitten muß, mir einige vertrauliche Worte zu schreiben. Sie
wissen, daß die leiseste Furcht, die Übersiedelung könne Ihrer theuren
Gesundheit oder der der Gräfin nachtheilig werden, jeder Anfrage ein
Ende machen wird. Das Wetter ist warm und schön, viel schöner wird es
ja in dem Scythen Lande nie. Der Hof ist freilich nicht so allein, als
Sie und ich es wünschen möchten, aber Sie wissen ja, daß Sie nicht
alle Tage bei Tische zu erscheinen brauchen, ja daß der Tyrann allen
Freiheit läßt und Freiheit ehrt! Der König sagte heute „er glaube, Sie
müßten nach Töpliz gehen.“ Könnten Sie denn nicht vorher einen kleinen
Aufenthalt in Syracus machen? Die Kaiserin kann sich erst am 26. Juni
entscheiden, es ist wahrscheinlicher, daß sie gar nicht kommt. Mit
inniger Verehrung und Liebe