XIII.

Sonnabend.

Ob Sie mich werden lesen können?

Ich will Ihnen Reue einflößen, mein theurer, edler Freund: ich will die

geistreiche Gräfin zu Hülfe rufen, damit Sie mich beschüze. Während

~Dr.~ Ruthenberg, den die Polizei verfolgt, in der polytechnischen

Gesellschaft meinen Kosmos, als eine „_Naturbibel_ und als ein

_inspirirtes_ Erbauungsbuch“ vorliest, versagen Sie mir die Hülfe,

um die ich flehe. Ich flehte um Bezeichnung durch einen symbolischen

Seidenfaden, ohne allen schriftlichen Commentar (Schriftsteller

schreiben bekanntlich ungern) von zwei Stellen des _Calderon_ und eines

gewissen _Shakespeare_, den Sie vielleicht auf dem Tische haben, in

denen sich _Naturgefühl_ und ein Hang zu _Naturbeschreibung_ finden. Im

Calderon soll dergleichen wunderschön, ~en boca de Segismundo, en la

Vida es sueño~ stehen: „~Los peces y las aves que gozan de la libertad

son come rayos de un astro oscurecido etc.~“ Das alles weiß man in der

Oranienburger Straße, aber mein Flehen wiederholend, will ich kommen,

Ihnen dehmütigst zu danken, wenn Sie den Zauber lösen wollen[1].

Briefe an Ludwig Tieck (2/4) Zweiter Band · 第 101 / 358 题