·Biegler·
Was is guter Wille? Mein guter Wille sind Sie gewesen, Sie und der
komische alte Mann da drin. Von jetzt ab hält mir keiner mehr die
Stange hin. Aber gedenken werd' ich's Ihnen -- bis -- ... Fräulein
Lore, es is mein letzter Dienst heute. Ich hab' die Elf-Uhr-Runde noch
nich gemacht.
·Lore· (sich ängstlich umschauend)
Ach -- noch -- noch -- Wenn ich bloß wüßte, wo er Vater hingeschleppt
hat ... Ich kann die Angst nich los werden, daß, daß -- --
·Biegler·
Na, was denn?
·Lore·
Ach, nehmen Sie sich vor dem Block in acht -- dort -- ja?
·Biegler·
Ja, ja, der hängt locker, ich weiß ...
·Lore·
Und bleiben Sie wenigstens im Mondschein. Gehn Sie nich ins Finstre --
nein?
·Biegler· (kurz auflachend)
Das wär' 'n richtiger Wächter, der sich vorm Finstern grault. Und heut
bin ich noch einer ... Heut bin ich noch Mensch ... Morgen munter --
wieder 'runter -- in den Morast ... (Streckt in tiefer Bewegung die
Hand gegen sie aus) Gut soll's Ihnen gehn, Fräulein Lore ...
·Lore· (ohne die Hand zu nehmen)
Ja, Herr Biegler, wenn's Ihnen hier so gefällt ... Schließlich, wenn's
Ihnen die andern verzeihen, warum _müssen_ Sie denn durchaus weg?
·Biegler·
Wer wird _mir_ verzeihen? ... Die Steinmetzen haben ja schon beraten,
daß sie morgen zum Alten gehen werden -- und --
·Lore·
Nu ja.
·Biegler·
-- und --
·Lore·
Ach, Sie denken wohl ...? Ach, Sie wissen noch gar nich ...?
·Biegler·
Was is da viel zu wissen?
·Lore·
Herr Biegler, die Steinmetzen _wollen_ morgen zum Alten gehn -- das
is richtig, aber nicht darum, was _Sie_ glauben, sondern weil sie ihm
sagen wollen, daß sie gerne mit Ihnen zusammenarbeiten werden.
·Biegler· (verständnislos)