·Struve·
Nu haben Se man guten Mut, Herr Zarncke ... Mir hat's auch mal leid
getan. Aber nu is schon egal.
·Zarncke· (leise)
Na, sind Sie's nu gewesen oder nich?
·Struve·
Herr Zarncke, wenn ich gleich hier meinen Totenschein in die Hand
nehm' --
·Zarncke· (lachend)
So 'n Halunke wie Sie! ... Sie wissen doch, die Untersuchung geht
weiter?
·Struve·
Ja, die Polente schnüffelt ja alle Tage hier 'rum.
·Zarncke·
Sagen Sie mal, können Sie nu wirklich keinen Zeugen dafür beibringen,
wo Sie in den Stunden des Einbruchs gewesen sind?
·Struve·
Was man so nennt: einen Aal-ibi, Herr Zarncke?
·Zarncke·
Jawohl.
·Struve·
Ja, sehn Sie mal, was 'n wirklich reeller Aal-ibi is -- der kost't nich
unter fünfzig Mark. Wo soll ich fünfzig Mark hernehmen, Herr Zarncke?
·Zarncke· (lachend)
So?
·Struve·
So 'ne Brieder, die schon wegen Meineid verschütt jejangen sind, die
tun's auch billiger ... Meechens auch. Aber die kriegen's vor Gerichte
hernach mit die Heulerei ... Nee, das sind alles keine reelle Sachen.
·Zarncke·
Na, und wenn sie Sie nu gleich mitnehmen?
·Struve·
»Der Gerechte muß viel leiden,« so steht in de Psalmen geschrieben.
·Zarncke·
Hören Se auf mit Ihre dämliche Muckerei. Glaubt Ihnen ja doch keiner
... Mensch, Mensch, wie hau' ich Sie nu 'raus?
·Struve·
Hätten gar nicht anzeigen müssen. Sehn Se, nu sitzen Se drin, Herr
Zarncke.
·Zarncke· (lacht)
·Marie· (das Fenster öffnend)
Vaterchen, kommst nich zu Tisch?
·Zarncke·
Gleich, Miezelchen ... Also ich werd' mal nachdenken. Vielleicht fällt
mir noch was ein.
·Struve·
Ganz wie Sie meinen, Herr Zarncke.
·Zarncke·