_Die Vorigen. Jakob Biegler_
(Jakob Biegler: Mitte der Dreißig, sehr dürftig, doch nicht
schmutzig gekleidet, Hose von grauem Bauernvelvet, vielfach
geflickt und zu kurz. Altes, blankgewordenes Jakett,
gleichfalls geflickt, darunter braune Strickweste. Defektes
Schuhwerk. Wäsche nirgends zu sehn. -- Gelbes, zermürbtes
Gesicht mit scheuen Augen und kurzem, wildwachsendem Blondbart.
Auftreten gedrückt, verhetzt, bisweilen in verzweifelte Rauheit
umschlagend)
·Biegler·
Guten Morgen.
·Marie·
Sie wünschen meinen Vater zu sprechen?
·Biegler·
Herrn Zarncke -- möcht' ich sprechen.
·Marie·
Heißen Sie Biegler?
·Biegler· (betroffen)
Ach so! -- Sie wissen schon. Na -- dann -- (Macht eine halbe Wendung
zur Tür)
·Lenchen·
(ist zu ihm gegangen und streckt die Hand empor)
Guten Tag!
·Marie·
(seinen Seelenzustand erkennend)
Mein Vater hat gesagt, wenn jemand mit Namen Biegler kommt, dann möcht'
ich ihn rufen.
·Biegler· (erleichtert)
Ja, der bin ich.
·Lenchen·
Nu sag doch: Guten Tag.
·Biegler·
(sieht das Kind, ein leeres Lächeln geht über sein Gesicht. Er
weiß nicht, was tun)
·Lore· (sie leise zurückrufend)
Lenchen!
·Marie·
Nehmen Sie's als gute Vorbedeutung, daß dies Kindchen Sie willkommen
heißt.
·Biegler·
(sieht sie groß an, versteht nicht)
Erst -- muß -- ich -- Herrn Zarncke -- sprechen.
·Marie· (aufstehend)
Lore, klopf, bitte, im Vorbeigehn bei Vater an (leiser) und bring dem
was zu essen. Er hat's nötig.
·Lore· (nickt)