Abb. 9. =Seitengebäude der Römerschen Fabrik=]

Die Gebrüder Berndt stammten aus Seifhennersdorf in der Oberlausitz,

wo sie sich der Weberei widmeten und in den vierziger Jahren

mechanische Webstühle aufstellen ließen. Es waren dies zugleich die

ersten mechanischen Webstühle für Baumwollsamte (Manchester) in der

Oberlausitz, die durch eine der ersten Dampfmaschinen in diesem

Landesteile betrieben wurden. Infolge der Aufstellung solcher Webstühle

glaubte sich die Weberbevölkerung in ihrem Erwerb beeinträchtigt.

Anläßlich eines Brandes des Fabrikdaches wurden darum die im Jahre

1842 in Betrieb genommenen Webstühle vom Pöbel in Stücke zerschlagen.

Diese schmerzhaften Erfahrungen bewogen die Besitzer, nach dem

Plauenschen Grunde zu übersiedeln und daselbst eine Samtfabrik zu

gründen. Sie ließen sich deren Entwicklung auch besonders angelegen

sein, so daß sie in guten Jahren über dreihundert Arbeiter beschäftigen

konnten. Das Werk war auch eines der ersten im Plauenschen Grunde,

welches eine Krankenkasse für die Arbeiter errichtete. Nach einem

Verlaufe von nahezu fünfzig arbeitsreichen Jahren mußte das Unternehmen

aus wirtschaftlichen Gründen stillgelegt werden.

[Illustration:

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVI, Heft 3–6 · 第 51 / 99 题