MITTERNACHT

Über die sich verschließenden Wiesen jagen

letzte, tuschtiefe Wolken leicht,

Nacht schwebt in Sänften vorübergetragen,

Monde galeeren, Sterne verflaggen

und das Firmament glast und entweicht.

Gehen die stürmischen Himmel schon ein

in das verzückte Luftreich da oben,

sammelt sich rötlich verfließender Schein,

Wolken verweiden, Bläuen vertoben,

schaukeln die Erde in Finsternis ein.

Herrisch ziehen die Planeten auf

wachsen zu Wäldern, Schluchten und Ozean

schleifen zerstörend stromauf --

sinken die Sterne und der Mond, vertan,

spreizt ein breites Gesicht. Zartes wogendes Bewegen

schleiert und dunkelt, und das Herz seelt aufgetan

durch die Landschaften des Äthers nachtverwegen.

Der zerstörte Tasso: Ausgewählte Gedichte · 第 54 / 70 题