ZU DEN BRIEFEN VITTORIAS AN MICHELANGELO.

Der italienische Text bei Frey, a.a.O. in den Regesten p. 533 ff., ebendort

die Datierung.

1. Von der Zeichnung, die der Brief nennt, sagt Ascanio Condivi, Vita,

Cap. LXIII: "Ihr zu Liebe zeichnete er Jesum Christum am Kreuze, aber

nicht mit dem Aussehen eines Toten, wie er gewöhnlich dargestellt wird,

sondern mit einer göttlichen Gebärde, das Antlitz zum Vater erhoben,

als ob er die Worte spräche "Eli, Eli". Sein Körper sinkt nicht tot und

schlaff herab, sondern krümmt sich lebendig in bitterer Qual."

2. Von einer Ausführung der Zeichnung in Farben ist nichts bekannt. Vgl.

Br. 17.

3. Condivi, Cap. LXIII: Auf die Bitte dieser Dame zeichnete er einen

nackten Christus, der vom Kreuz genommen ist. Wenn nicht zwei Engelchen

mit ihren Armen den Leichnam hielten, würde er schlaff zu den Füssen

seiner heiligsten Mutter niedersinken. Sie aber sitzt unter dem Kreuze

mit tränenüberströmtem, schmerzbewegtem Antlitz, hebt mit

ausgebreiteten Armen beide Hände zum Himmel und spricht diese Worte,

die auch auf dem Stamm des Kreuzes geschrieben stehen: "Und niemand

wägt den Preis, die Ströme Blutes". (Dante Par. 29, 91.)

4. Während Vittoria sich im Katharinenkloster zu Viterbo aufhielt,

arbeitete Michelangelo in der Paolina. -- Die "Samaritanerin" ist eine

Zeichnung des Meisters: Christus in der Unterredung mit der

samaritanischen Frau am Brunnen.

5. Der Brief hat vielleicht eine der vielen Gedichtsendungen Vittorias an

den Freund begleitet.

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Michelangelo Gedichte und Briefe In Auswahl herausgegeben von R. A. Guardini · 第 222 / 231 题