_Rom_, den 21. August 1563.
Lionardo! -- Ich ersehe aus Deinem Schreiben, dass Du neidischen,
schlechten Menschen Glauben schenkst, die dir Lügenbriefe schicken, weil
sie mich nicht bestehlen und nach Gutdünken regieren können. Es ist eine
Bande habsüchtiger Kerle, und Du bist ein Tor, dass Du ihrem Gerede über
mich glaubst, als ob ich ein Kind wäre! Schaff' Dir die schamlosen,
neidischen, verkommenen Menschen aus den Augen! Dann schreibst Du, ich habe
Scherereien im Haushalt und anderes. Lass Dir gesagt sein, dass es mir
nicht besser gehen und dass ich in jeder Beziehung nicht sorgsamer
behandelt werden könnte. Ich habe ganz vertrauenswürdige und ehrliche Leute
im Hause, die mich durchaus nicht bestehlen, wie Du zu glauben scheinst.
Sieh zu, dass Deine Angelegenheiten gut gehen und kümmere Dich nicht um die
meinigen, denn ich weiss mir zu helfen, wenn es nötig ist und bin kein
Kind. Lass es Dir gut gehen!
Michelangelo.
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