_Florenz_, [1524].
Heiliger Vater! -- Mittelspersonen verursachen oft viel Arger und
Verwirrung, deshalb wage ich es, ohne eine solche an Eure Heiligkeit über
die Gräber hier in San Lorenzo zu schreiben. Ich weiss wirklich nicht, was
besser ist, das Schlimme, das Nutzen bringt, oder das Gute, das Unheil
anrichtet. Doch so viel weiss ich gewiss: ich mag noch so untauglich und
unvernünftig sein, aber wenn man mich ruhig hätte fortfahren lassen, wie
ich angefangen hatte, dann wären jetzt alle Marmorblöcke für die Arbeiten
in Florenz, und zwar mit geringeren Kosten, als bis jetzt bereits
aufgewendet wurden, schon für ihren Zweck zugehauen und in so gutem
Zustande, wie alle anderen, die ich bisher schon hergebracht habe.
Nun fürchte ich, dass sich die Sache noch lange hinziehen wird, und weiss
nicht, wie sie ausgehen kann. Ich bitte daher im voraus Eure Heiligkeit um
Entschuldigung für den Fall, dass sich etwas Missliches ereignen sollte,
denn ich habe keine Autorität und glaube deshalb auch für nichts
verantwortlich zu sein. Ich bitte aber Eure Heiligkeit, wenn Ihr mir
irgendeinen Auftrag zuweisen wollt, mir in meiner Arbeit keinen
Vorgesetzten zu geben, sondern mir Vertrauen zu schenken und freie Hand zu
lassen. Ihr werdet dann sehen, was ich vollbringen und wie ich Euch
Rechenschaft über meine Tätigkeit geben werde.
Die Laterne der Kapelle von San Lorenzo hat Stefano vollendet und enthüllt.
Sie gefällt jedermann und wird, so hoffe ich, auch Eurer Heiligkeit
zusagen, wenn Ihr sie seht. Wir lassen jetzt die Kugel anfertigen. Sie wird
einen Arm im Durchmesser betragen. Ich dachte, sie facettieren zu lassen,
um sie von den übrigen etwas zu unterscheiden, und so wird sie denn auch
ausgeführt.