AN TOMMASO CAVALIERI.

Als mir dein Augenstern zuerst erglühte,

Da war's kein irdisch Licht, das mich getroffen,

Schon sah mein Geist entzückt den Himmel offen,

Ein ew'ger Friede zog in mein Gemüte;

Denn nimmer stillt mein Herz der Anmut Blüte,

Erzeugt aus dieser Erde niedren Stoffen;

Der Schönheit Ursprung ist sein Ziel und Hoffen;

Es fliegt der ew'gen Schönheit zu und Güte.

Nie hoffe denn ein weises Herz den Frieden

Von jener Blüte, die zu Staub verkehren

Die rauhe Zeit, und Tod, der uns beschieden;

Wohl mag der Sinne Glut den Greis versehren,

Die Liebe nicht, sie heiligt uns hienieden,

Doch erst der Himmel wird uns ganz verklären.

Michelangelo Gedichte und Briefe In Auswahl herausgegeben von R. A. Guardini · 第 98 / 231 题