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_Helden-Lob

Friedrichs des Großen

Königs von Preussen._

Vor diesem war, wann ein Poëte sang,

Ihm jeder Held gedoppelt groß und lang,

Und sicherlich, je größer und je länger,

Dem Held er log, je besser war der Sänger;

Offt war der Held, mit samt des Helds Verrichtung,

Im Grunde nichts, als seines Dichters Dichtung.

Der brave Hector, Ajax und Achill,

Sind nicht so brav, als der Poët es will.

Æneas hätt an keine Schlacht gedacht,

Wann nicht Virgil ein Buch davon gemacht

Printz Satan selbst ist nur ein Funffzen huth [?],

Mahlt Milton ihn gleich voller Trotz und Wuth;

Ja mancher spricht die Existenz ihm ab,

Und die mit Recht, wie sie ihm Milton gab.

Doch posito: es wären alle Gaben,

Die in dem Reim, auch ohn ihn, Beyfall haben,

Vereint in ein und nemlicher Person,

Sagt, welche wohl fehlt Preußens großen Sohn?

Solch Treffen hat, wie Er aufs neu gewonnen,

Kein Alter nicht, kein Neuer nicht ersonnen!

Drum folgt mir nur, packt euren Kram hier ein,

Poëten Volck! Laßt Friedrich, Friedrich seyn!

Ihm wird, Trotz Epico, Trotz Lyrico,

Die Wahrheit selbst zum Panegyrico.

Mitteilungen aus dem germanischen Nationalmuseum. Jahrgang 1896 · 第 12 / 37 题