Ich lallte etwas von einem Mord im Keller in der Thunschen Gasse. — —

Darauf ging der Wachmann hinaus.

Der Kommissär sah immer von mir weg und sprach einen langen Satz.

Ich hörte nur: „Was denken Sie denn, der Doktor Cinderella ist

ein großer Gelehrter — Ägyptologe — und er zieht viel neuartige,

fleischfressende Pflanzen, — Nepenthen, Droserien oder so, — glaube

ich, ich weiß nicht, — — — — — Sie sollten nachts zu Hause bleiben.“

Da ging eine Tür hinter mir, ich drehte mich um, und dort stand ein

langer Mensch mit einem Reiherschnabel — ein ägyptischer Anubis.

Mir wurde schwarz vor den Augen, und der Anubis machte eine Verbeugung

vor dem Kommissär, ging zu ihm hin und flüsterte mir zu: „Doktor

Cinderella.“

Doktor Cinderella!

Und da fiel mir etwas Wichtiges aus der Vergangenheit ein, — das ich

sogleich wieder vergaß.

Wie ich den Anubis abermals ansah, war er ein Schreiber geworden und

hatte nur einen Vogeltypus und gab mir meine eigenen Visitkarten,

darauf stand: Doktor Cinderella.

Der Kommissär sah mich plötzlich an, und ich hörte, wie er sagte: „Sie

sind es ja selbst. Sie sollten nachts zu Hause bleiben.“ —

Und der Schreiber führte mich hinaus, und im Vorbeigehen streifte ich

den Beamtenmantel an der Wand.

Der fiel langsam herunter und blieb mit den Ärmeln hängen.

Sein Schatten an der kalkweißen Mauer hob die Arme nach oben über den

Kopf, und ich sah, wie er unbeholfen die Stellung der ägyptischen

Statuette nachahmen wollte.

— — — — — — — — —

Siehst du, das war mein letztes Erlebnis vor drei Wochen. Ich aber

bin seitdem gelähmt: habe zwei verschiedene Gesichtshälften jetzt und

schleppe das linke Bein nach.

— — — — — — — — —

Das schmale hektische Haus habe ich vergeblich gesucht, und auf dem

Kommissariat weiß niemand etwas von jener Nacht.

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 118 / 149 题