Schon wieder hat sich die Alte an der Tür zu schaffen gemacht. —

Wieder dieses Geräusch, — diesmal rechts hinter mir. — Derselbe Vorgang

wie neulich. — Jetzt sehe ich rechts meinen vergifteten Onkel, und

wenn ich das Kinn auf die Brust drücke, so quasi auf meine Schultern

schiele, alle beide links und rechts. —

Die Beine kann ich nicht sehen. Es scheint mir übrigens, als ob die

Gestalt des Richard Erben jetzt mehr hervorgetreten, näher zu mir

gekommen wäre. —

Die Alte muß mir aus dem Hause, — das wird mir immer verdächtiger, —

aber ich werde noch einige Wochen ein freundliches Gesicht machen, —

damit sie nicht Mißtrauen schöpft. —

Auch das Übersiedeln muß ich noch hinausschieben, es würde den Leuten

auffallen, und man kann nicht vorsichtig genug sein. —

Morgen will ich wieder das Wort „Mörder“ ein paar Stunden lang üben —

es fängt an, unangenehm auf mich zu wirken —, um mich wieder an den

Klang zu gewöhnen. — — —

Eine merkwürdige Entdeckung habe ich heute gemacht: ich habe mich im

Spiegel beobachtet und gesehen, daß ich beim Gehen mehr mit dem Ballen

auftrete als früher und daher ein leichtes Schwanken spüre. — Die

Redensart vom „festen Auftreten“ scheint einen tiefen, inneren Sinn zu

haben, wie überhaupt in den Worten ein psychologisches Geheimnis zu

stecken scheint. — Ich werde darauf achten, daß ich wieder mehr auf den

Fersen gehe. —

Gott, wenn ich nur nicht immer über Nacht die Hälfte von dem vergäße,

was ich mir tagsüber vornehme. — Rein, als ob der Schlaf alles

verwischte.

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 94 / 149 题