Schwer hingen die Trauben an den Stöcken, jahraus, jahrein. —

Wie der junge, stürmische Wein im Keller tobte, als müsse er fort aus

dem Dunkel, hinaus ins Freie, wo er geboren! — — — — —

— — — Es waren bloß wenige Fässer, und die Mönche murrten, daß die

Früchte der harten Arbeit so spärlich seien. — — —

— — — Padre Cesáreo Ocáriz sagte kein Wort, schmunzelte nur listig,

wenn das Botenweib kam und die Briefe der Kaufherren brachte, — blaue,

rote, grüne, — mit Wappen und krauser Schrift aus allen Gegenden

Spaniens. —

Als aber ein Sendschreiben eintraf vom Hofe, mit dem Siegel des Königs,

da blieb es kein Geheimnis mehr:

Der Klosterwein von Alkazaba war die Perle von Malaga geworden. — Wie

den Purpur des Altertums — kostbar — wog man ihn mit Gold auf, und

sein Duft wurde gepriesen in Lied und Sang.

Herrscher tranken ihn und hohe Frauen, — und küßten die Tropfen vom

Rande des Bechers.

Der Reichtum zog ins Kloster, und wie der Keller sich leerte vom Wein,

füllten sich die Schreine mit prunkenden Schätzen.

Die herrliche Kapelle erstand an Stelle der alten, und eine mächtige

silberne Glocke „del Espiritu Santo“ sang das Lob des Herrn, daß es in

heiliger Weihe über den Tälern klang. —

— — — Die Fratres sahen freundlich, wurden dick und rund und saßen

gemächlich auf den steinernen Bänken. —

Mit dem Graben war es schon lange nichts mehr.

Doch die Trauben wuchsen nach wie vor, — ganz wie von selbst. Und das

war den Mönchen recht.

Die aßen und tranken; nur einmal im Jahre zogen sie — wie zum Feste —

mit ihrem Abt in den Keller, wenn der Most gärte, und sahen blinzelnd

zu, wie er in jedes Faß einen halben alten Stiefel warf. — Das war das

ganze Geheimnis, wie sie meinten, und sie freuten sich mit dem frommen

Alten, der für diesen feierlichen Moment immer seine eigenen Schuhe

sorgfältig aufhob und sie selber zerschnitt. —

— — — Der greise Manuel hatte ihnen wohl oft erklärt, daß es eigentlich

ein Wunder sei, daß das Leder allein die Ursache der so besonderen Güte

des Weins nicht sein könne. Leder lege doch jeder dritte Weinbauer in

Malaga in seinen Most, während er gäre. — Es müsse also wohl nur der

segensreiche Boden des Erbstückes sein. — —

Aber was kümmerte all das die Brüder: — die Sonne schien, die Trauben

wuchsen, und der Hoflieferant aus Madrid kam pünktlich Jahr für Jahr,

holte die Fässer und brachte das Geld.

— — — An einem klaren Herbsttage war Padre Ocáriz in seinem Sessel

unter dem Maulbeerbaum eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. —

Die heimtückischen Champignons: und andere Geschichten · 第 75 / 149 题