Neithardt von Gneisenau

der Kommandant der Festung Kolberg, deren ruhmreiche Verteidigung einen

der interessantesten Abschnitte dieses Buches bildet, 1760 geboren,

hatte schon in einem zu Erfurt garnisonierenden österreichischen und

danach in einem der Regimenter des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth

gedient, die in englischem Solde in und gegen Amerika kämpften, als

Friedrich der Große ihn 1786 als Premierleutnant in die preußische Armee

aufnahm. In dem Jahre des preußischen Zusammenbruches 1806 hatte er an

den Schlachten bei Saalfeld und Jena teilgenommen. Nach dem die

Belagerung Kolbergs endenden Tilsiter Frieden berief ihn Friedrich

Wilhelm III. als Chef des Ingenieurkorps in die Reorganisationskommission,

wo er mit Stein und Scharnhorst unermüdlich für die Wiedergeburt des

Staates wirkte. Von der französischen Partei verdächtigt, erbat er nach

Steins Entlassung den Abschied und lebte in England, Schweden und Rußland,

sowie als einer der Führer der Kriegspartei in Berlin, bis er 1813 zum

Generalquartiermeister des Blücherschen Korps und nach Scharnhorsts Tode

zum Chef des Generalstabes der schlesischen Armee ernannt ward. Energisch,

kühn und zielbewußt, gewann Gneisenau an den großen Siegen der deutschen

Freiheitskriege entscheidenden Anteil. Er starb 1831 in Posen an der

Cholera.

Ein Mann Des Seefahrers und aufrechten Bürgers Joachim Nettelbeck wundersame Lebensgeschichte von ihm selbst erzählt · 第 7 / 18 题