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Anmerkungen zur Transkription.
Das Original ist in Fraktur gesetzt. Die Schreibweise und Interpunktion
des Originaltextes wurden übernommen; offensichtliche Druckfehler sind
stillschweigend korrigiert worden.
Eine Liste der vorgenommenen Änderungen findet sich am Ende des Textes.
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=~Reise~=
in das
~Morgenland~
in den Jahren 1836 und 1837
von
+Dr.+ Gotthilf Heinrich von Schubert.
Erster Band.
Erlangen, =1838=
~bei J. J. Palm und Ernst Enke.~
~Reise~
in das
=Morgenland=
in den Jahren 1836 und 1837
Erster Band.
Erlangen,
gedruckt bei C. H. Kunstmann
=Ihrer Königlichen Majestät=,
~Theresia~,
~regierenden Königin von Bayern~,
etc. etc. etc.
Eure Königliche Majestät haben es nicht verschmäht einige
Immortellenblüthen allerhuldvollest anzunehmen, welche jüngsthin ein
armer Pilgrim, dessen Hand nichts Besseres zu geben fand, mit sich aus
dem Lande einer alten Verheißung und Erfüllung brachte. Jene Blumen
sind von der Sonne des Ostens zum Leben geweckt und groß gezogen
worden, und auch jetzt, wo der Reiz des besondren Lebens erloschen ist,
blieb ihnen wenigstens das buntfarbige Gewand, mit welchem Sonne und
Boden des reichen Geburtslandes sie umwebten.
Dem Buche, das der Pilgrim Eurer Königlichen Majestät hiermit in
tiefester Ehrfurcht zu Füßen legt, mangelt zwar das lieblich bunte
Gewand der Immortellen; die Gluth der Sonne, welche auf die Arbeit
fiel, war für die Kraft der Darstellung zu übermächtig; mit dem
frischen Triebe der Gestaltung ermattete und verblich öfters auch die
äußere Farbe. Dennoch hat vielleicht derselbe Strahl, der das Grün
zerstörte, dem kahlen Felsen der Wüste irgend eine Beleuchtung gewährt,
die das Auge zum Aufmerken bewegt. Dieses allein gab dem Verfasser den
Muth Eurer Königlichen Majestät eine Reisebeschreibung in tiefester
Ehrfurcht zu widmen, deren Erinnerungen von einem Morgenroth der Zeiten
beleuchtet sind, welches Eure Majestät kennen und lieben, und von
einem Thau des Thabor und Hermon benetzt, dessen Segnungen im reichsten
Maaße über Allerhöchst Sie und das ganze Königliche Haus kommen und
fortwährend auf ihm verbleiben mögen.
Ich beharre in tiefster Ehrfurcht
=Eurer Königlichen Majestät=
allerunterthänigster
München den 21ten August 1838.
~G. H. v. Schubert.~
Vorwort.
Ich gebe hier den ersten Band der Beschreibung meiner Reise in das
Morgenland, welcher freilich gerade da zu erzählen aufhört, wo der Weg
nach dem eigentlichen Ziele meiner diesmaligen Wandrung seinen Anfang
nahm. Möge daher die Gedult des Lesers nicht ermüden, wenn ich ihn,
nothgedrungen, zuerst in diesem Bande durch jenes unfruchtbarere Dickig
der vorbereitenden Wege und Schwierigkeiten führe, durch welches ich
selber hindurch mußte, um auf das freie Feld der größesten Thaten und
Geschichten unsres Geschlechts hinaus zu kommen. Freilich war durch
die Beschaffenheit des Bodens, über welchen dieses erste Drittel der
Reise seinen Gang nahm, die Aussicht nach dem hehren Endziel noch sehr
gehemmt, doch brach auch da schon zuweilen ein Strahl in das Dunkel
herein, der zum Weitergehen Freudigkeit und Kraft gab.
Der zweite Theil, welcher durch die Stätte des Reiches der Memphiten
und durch die Wüsten des Sinai und des Hor nach dem gelobten Lande
führen soll, wird dem ersten sehr bald, dem zweiten dann der dritte
und letzte in möglichst kurzer Zeit nachfolgen. In diesen beiden
folgenden Bänden werde ich namentlich die naturwissenschaftlichen
Bemerkungen auf den ungleich engeren Raum der Notenschrift verweisen.
Jenen Lesern, welche ihrem Auge die Lust der unmittelbaren Anschauung
mancher in meiner Reise berührten Gegenden verschaffen können und
wollen, darf ich die lithographirten Abbildungen empfehlen, welche mein
Reisegefährte, Herr Maler ~Bernatz~, durch die Steinkopf'sche
Buchhandlung zu Stuttgart öffentlich mitgetheilt hat. Ich kann
versichern, daß diese Abbildungen wenigstens treu und wahr sind,
während so viele andre Bilder von Gegenden und Orten des gelobten
Landes, welche in diesem Augenblick verbreitet werden, entweder ganz
erdichtet, oder doch durch ein diesen Gegenständen fremdes, blendendes
Gewand entstellt sind.
München am 21ten August 1838.
=Der Verf.=
Inhalt des ersten Bandes.
I. =Einleitung.= Die innren Beweggründe des Verfassers zu seiner
Reise und das Ziel von dieser, S. 1-34.