V. Grenzzustände.

VI. Degenerationspsychosen.

1. Paranoia.

2. Periodisches oder manischdepressives Irresein.

3. Dementia praecox mit den Formen Hebephrenie und Katatonie.

VII. Organische Psychosen.

1. Dementia paralytica.

2. Psychosen bei Hirnsyphilis.

3. Arteriosklerotische Psychosen.

4. Dementia senilis.

5. Idiotie und Imbezillität.

Die ersten Gruppen, =Erschöpfungs=-, =Infektions=- und

=Intoxikationspsychosen=, können auch ein rüstiges Gehirn ohne erbliche

Anlage betreffen; sie verlaufen dann gewöhnlich akut und gehen in der

Mehrzahl der Fälle in Heilung über. Bei den =Intoxikationen= liegt

freilich oft schon eine Invalidität des Gehirns aus angeborener Anlage

vor, denn gerade die damit behafteten Menschen ergeben sich gern dem

schädlichen Genusse narkotischer Gifte. Demgemäß wird hier die Prognose

schon schlechter. Die =Psychoneurosen= stellen sozusagen die geringsten

Grade angeborener, ererbter Nervenschwäche dar; nur ausnahmweise

erkrankt ein völlig festes Nervensystem unter dem Druck schwerster

Einwirkungen an Neurasthenie, Hysterie usw., aber es wäre verkehrt,

diese Möglichkeit völlig in Abrede zu nehmen. Bei geringer Invalidität

ist ein völliger oder doch sehr erheblicher Ausgleich der Erkrankung

möglich. Die nächste Gruppe, die der =Grenzzustände=, hat mit den

Psychoneurosen viel Berührungen, aber im ganzen ist die erbliche Anlage

doch einen Grad schwerer und der Ausgleich der Störungen kaum mehr

möglich. Sie bleiben aber unter geeigneten Verhältnissen stationär,

können auch durch Erziehung oder Selbstbeherrschung bis zu

einem gewissen Grade verdeckt oder unterdrückt werden. Die

=Degenerationszustände= stehen eine wichtige Stufe weiter: hier tritt

die geistige Störung ohne erkennbaren äußeren Anlaß auf, oder doch auf

Grund von Einflüssen, die bei der Mehrzahl der Menschen ohne

krankmachende Wirkung bleiben, wie Pubertät, Hinaustreten in das Leben,

Laktation, Klimakterium, Herannahen des Alters. Die =organischen

Psychosen= endlich kennzeichnen sich durch anatomische Veränderungen des

Gehirns, die zum Teil bestimmten Schädlichkeiten, insbesondere dem

Syphilisgift, zuzuschreiben sind, zum Teil auf wechselnden oder noch

nicht genügend bekannten Ursachen beruhen. Auch hier spielt die erbliche

Anlage eine wichtige Rolle, weil sie im Gehirn einen Locus minoris

resistentiae schafft.

Zweites Buch.

=Spezielle Psychiatrie.=

Kompendium der Psychiatrie für Studierende und Ärzte · 第 23 / 133 题