Fedja und Mascha.
_Fedja_ ($steht auf und öffnet die Tür$): Vielen Dank, daß du gekommen
bist! Ich langweile mich hier, langweile mich furchtbar.
_Mascha_: Warum bist du nicht zu uns gekommen? Du bist wieder ins
Trinken hineingeraten. Ach, du! Und du hattest doch versprochen zu
kommen.
_Fedja_: Du weißt, daß ich kein Geld habe.
_Mascha_: Warum habe ich mich nun in dich verliebt!
_Fedja_: Mascha!
_Mascha_: Ach was! „Mascha, Mascha!” Wenn du mich liebtest, hättest du
dich schon längst scheiden lassen. Deine Leute haben dich ja selbst
darum gebeten. Du sagst, daß du deine Frau nicht liebst, und hältst
doch an ihr fest. Du willst offenbar nicht ...
_Fedja_: Du weißt ja, weswegen ich nicht will.
_Mascha_: Das ist alles dummes Zeug. Die Leute haben ganz recht, wenn
sie sagen, daß du ein schlaffer Mensch bist.
_Fedja_: Was soll ich dir darauf erwidern? Soll ich dir sagen, daß mir
deine Worte ein Schmerz sind? Das weißt du ja selbst.
_Mascha_: Dir ist nichts ein Schmerz ...
_Fedja_: Du weißt selbst, daß ich nur eine Freude im Leben habe: deine
Liebe.
_Mascha_: Ich liebe dich schon, aber du nicht mich.
_Fedja_: Nun, ich werde mich nicht auf Beteuerungen einlassen. Das wäre
ja unnütz; du weißt selbst, daß ich dich liebe.
_Mascha_: Fedja, warum marterst du mich so?
_Fedja_: Wer martert wen?
_Mascha_ ($weint$): Du bist kein guter Mensch.
_Fedja_ ($tritt zu ihr hin und umarmt sie$): Mascha! Warum weinst du?
Hör auf! Leben muß man, aber nicht schluchzen. Und dir steht das nun
schon gar nicht, du mein schönes Kind!
_Mascha_: Liebst du mich?
_Fedja_: Wen sollte ich denn sonst lieben?
_Mascha_: Nur mich? Nun, lies mir einmal vor, was du da geschrieben
hast.
_Fedja_: Es wird dich langweilen.
_Mascha_: Wenn du es geschrieben hast, wird es schon hübsch sein.
_Fedja_: Nun, so höre. ($Er liest.$) „An einem Tage im Spätherbst
hatte ich mich mit einem Kameraden verabredet, daß wir uns auf der
Murygina-Terrasse treffen wollten. Es war ein trüber, warmer, stiller
Tag. Der Nebel ...”