2. Technik.

Felsen gehören, obgleich meist grau, zu den farbenreichsten

Gegenständen und werden vortheilhaft angewendet, um einer Gegend den

Ausdruck von Wildheit und Einsamkeit zu verleihen. Von Vegetation

umgeben und umrankt bieten sie häufig sehr wünschenswerthe Contraste.

Die Umrisse der Felsen sind stets etwas zackig und zerklüftet zu

halten. Da die Färbung in der Regel eine sehr wechselnde ist, so läßt

man die Farben am besten naß in einanderlaufen. Dabei spült man jedoch

den Pinsel nicht bei jeder Abänderung der Farbe aus, sondern man bringt

blos die Spitze desselben in andere Farbe. Dieses Verfahren ist sehr zu

empfehlen, auch bei sonstigen Objekten mit vielem Wechsel der Farbe, da

die Wirkung eine sehr ausgezeichnete und naturwahre ist. Die dunkeln

Töne der Steine gibt man am besten mit dicker warmer Farbe, ausgenommen

jedoch die dunkeln Höhlungen, welche wie die tiefen, transparenten

Stellen behandelt werden müssen. In Betreff der breiten Farbenaufträge

bemerke ich noch, daß solche, soweit dieselben an den Rändern mit zur

Modellirung beitragen, dem Charakter des Gesteins entsprechend etwas

zackig zu halten sind. Lasuren der Lokalfarbe über das Grau machen

sich häufig sehr vortheilhaft, indem sie die Verschiedenheit der Töne

vermehren und dabei über das solide Gestein eine gewisse Transparenz

verbreiten. Nimmt die Vegetation keine größere Fläche in Anspruch, so

übergeht man sie in den ersten Anlagen mit den Tönen des Gesteins.

Ueber größere Gesteinsmassen im Vordergrund schleppt man bei Beendigung

des Bildes dicke Farbe, hält dabei den Pinsel von der Seite und berührt

das Papier nur leicht, so daß die Farbe nur an den oberen Theilen

desselben haftet. Rauheit der Flächen läßt sich in keiner anderen Weise

so natürlich wiedergeben. Im Allgemeinen empfiehlt es sich den Tönen

für Felsen und Steine etwas ~Chinese White~ beizumischen, wodurch die

Farben mehr Körper erhalten, was bei so soliden Massen nur erwünscht

ist.

~G.~ Gebäude und deren Theile.

Handbuch der Aquarellmalerei Nach dem heutigen Standpunkte und mit vorzüglicher Anwendung auf Landschaft und Architektur nebst einem Anhange über Holzmalerei · 第 125 / 150 题