Felsen gehören, obgleich meist grau, zu den farbenreichsten
Gegenständen und werden vortheilhaft angewendet, um einer Gegend den
Ausdruck von Wildheit und Einsamkeit zu verleihen. Von Vegetation
umgeben und umrankt bieten sie häufig sehr wünschenswerthe Contraste.
Die Umrisse der Felsen sind stets etwas zackig und zerklüftet zu
halten. Da die Färbung in der Regel eine sehr wechselnde ist, so läßt
man die Farben am besten naß in einanderlaufen. Dabei spült man jedoch
den Pinsel nicht bei jeder Abänderung der Farbe aus, sondern man bringt
blos die Spitze desselben in andere Farbe. Dieses Verfahren ist sehr zu
empfehlen, auch bei sonstigen Objekten mit vielem Wechsel der Farbe, da
die Wirkung eine sehr ausgezeichnete und naturwahre ist. Die dunkeln
Töne der Steine gibt man am besten mit dicker warmer Farbe, ausgenommen
jedoch die dunkeln Höhlungen, welche wie die tiefen, transparenten
Stellen behandelt werden müssen. In Betreff der breiten Farbenaufträge
bemerke ich noch, daß solche, soweit dieselben an den Rändern mit zur
Modellirung beitragen, dem Charakter des Gesteins entsprechend etwas
zackig zu halten sind. Lasuren der Lokalfarbe über das Grau machen
sich häufig sehr vortheilhaft, indem sie die Verschiedenheit der Töne
vermehren und dabei über das solide Gestein eine gewisse Transparenz
verbreiten. Nimmt die Vegetation keine größere Fläche in Anspruch, so
übergeht man sie in den ersten Anlagen mit den Tönen des Gesteins.
Ueber größere Gesteinsmassen im Vordergrund schleppt man bei Beendigung
des Bildes dicke Farbe, hält dabei den Pinsel von der Seite und berührt
das Papier nur leicht, so daß die Farbe nur an den oberen Theilen
desselben haftet. Rauheit der Flächen läßt sich in keiner anderen Weise
so natürlich wiedergeben. Im Allgemeinen empfiehlt es sich den Tönen
für Felsen und Steine etwas ~Chinese White~ beizumischen, wodurch die
Farben mehr Körper erhalten, was bei so soliden Massen nur erwünscht
ist.
~G.~ Gebäude und deren Theile.