Ich liebe die Wesen der Nacht, die Käuzchen mit hauchendem Fluge, die
Fledermäuse, die Dachse -- alle ängstlichen Tiere, die durch die Luft
und das Gras gleiten, und die wir so wenig kennen. Was für Feste mögen
sie wohl unter den Pflanzen, ihren Schwestern, feiern?
In der Stunde, da der Mensch ruht, springen die Kaninchen silberig von
Tau über die Minze der Gräben hin und halten ihre geheimen Versammlungen
ab; die Frösche quaken und platschen in den Pfützen, aus den
Glühwürmchen sickert der weiche gelbe, feuchte Schimmer, der Maulwurf
bohrt sich unter den Wiesen hin, die Nachtigall schluchzt auf wie ein
Springbrunnen, und die Schleiereule läßt ihr trauriges Lachen hören, als
ob sie sich in ihrer Furchtsamkeit zu der Freude Gottes gesellen wollte.
Wie oft habe ich mir gewünscht, ein solches Wesen der Nacht zu sein! Ein
schauerndes Kaninchen unter der Weißdornhecke oder ein Dachs, von den
saftigen grünen Blättern gestreichelt. So hätte ich keine anderen Sorgen
gekannt als die um meine leibliche Verteidigung -- und ich hätte nicht
lieben müssen und nicht hoffen.