Siebenter Auftritt

Mohr hebt den Beutel langsam von der Erde, indem er ihm stutzig

nachblickt.

Stehn wir so miteinander? »Will ich dich nicht mehr in Genua

aufhalten.« Das heißt aus dem Christlichen in mein Heidenthum

verdolmetscht: Wenn ich Herzog bin, lass' ich den guten Freund an

einen genuesischen Galgen hängen. Gut. Er besorgt, weil ich um

seine Schliche weiß, werd' ich seine Ehre über mein Maul springen

lassen, wenn er Herzog ist. Sachte, Herr Graf! das Letzte wäre noch

zu überlegen.

Jetzt, alter Doria, steht mir deine Haut zu Befehl.--Hin bist du,

wenn ich dich nicht warne. Wenn ich jetzt hingehe und das Komplott

angebe, rett' ich dem Herzog von Genua nichts Geringeres, als ein

Leben und ein Herzogthum; nichts Geringers, als dieser Hut, von Gold

gestrichen voll, kann sein Dank sein. (Er will fort, bleibt aber

plötzlich still stehn.) Aber sachte, Freund Hassan! Du bist etwa gar

auf der Reise nach einem dummen Streich? Wenn die ganze

Todtschlägerei jetzt zurückging' und daraus gar etwas Gutes

würde?--Pfui! pfui! was will mir mein Geiz für einen Teufelsstreich

spielen!--Was stiftet größeres Unheil: wenn ich diesen Fiesco

prelle?--wenn ich jenen Doria an das Messer liefre?--Das klügelt mir

aus, meine Teufel!--Bringt der Fiesco es hinaus, kann Genua aufkommen.

Weg! das kann nicht sein. Schlüpft dieser Doria durch, bleibt

Alles wie vor, und Genua hat Frieden--das wäre noch garstiger!--Aber

das Spektakel, wenn die Köpfe der Rebellen in die Garküche des

Henkers fliegen? (Auf die andere Seite.) Aber das lustige Gemetzel

dieser Nacht, wenn Ihre Durchlauchten am Pfiff eines Mohren erwürgen?

Nein! aus diesem Wirrwarr helf' sich ein Christ, dem Heiden ist das

Räthsel zu spitzig--Ich will einen Gelehrten fragen. (Ab.)

Die Verschwörung des Fiesco zu Genua: Ein republikanisches Trauerspiel · 第 59 / 105 题