Als das Tedeum zu Ende war, kam der Großknecht wieder, hob m

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[Illustration]

Als ich noch der

Waldbauernbub war.

Von =Peter Rosegger=.

Für die Jugend ausgewählt

aus den Schriften Roseggers

vom Hamburger Jugendschriftenausschuß.

Sechsundvierzigstes bis siebenundfünfzigstes Tausend.

[Illustration]

Leipzig,

Verlag von L. Staackmann.

1905.

Alle Rechte vorbehalten.

Inhalt.

Seite

1. In der Christnacht 1

2. Was bei den Sternen war 23

3. Auf der Wacht 30

4. Wie ich mit der Thresel ausging und mit dem

Maischel heimkam 39

5. Als ich das Ofenhückerl war 54

6. Als ich um Hasenöl geschickt wurde 64

7. Als ich mir die Welt am Himmel baute 76

8. Von meiner Mutter 88

Nr. 1, 2, 3, 7 sind dem Buche »Waldheimat I«

Nr. 8 ist dem Buche »Waldheimat II«

Nr. 4 ist dem Buche »Neue Waldgeschichten«

Nr 5, 6 sind dem Buche »Als ich jung noch war«

entnommen.

Außerdem erschien noch:

Als ich noch der Waldbauernbub war

I. Teil u. III. Teil.

Von

Peter Rosegger.

Für die Jugend ausgewählt vom Hamburger Jugendschriftenausschuß.

Elegant kartoniert 70 Pf.

Elegant und dauerhaft gebunden 90 Pf.

Inhalt des I. Teiles:

Vom Urgroßvater, der auf der Tanne saß. -- Ums Vaterwort. --

Allerlei Spielzeug. -- Wie der Meisensepp gestorben ist. --

Wie ich dem ieben Herrgott mein Sonntagsjöppl schenkte.

-- Wie das Zicklein starb. -- 364 und eine Nacht. -- Als

ich Bettelbub gewesen. -- Als ich zur Drachenbinderin ritt.

-- Als dem kleinen Maxel sein Haus niederbrannte. -- Als

ich das erste Mal auf dem Dampfwagen saß. -- Als ich ... --.

Inhalt des III. Teiles:

Als ich Christtagsfreude holen ging. -- Das Schläfchen auf dem

Semmering. -- Als ich nach Emaus zog. -- Am Tage, da die Ahne fort

war. -- Der Fronleichnamsaltar. -- Weg nach Maria Zell. -- Als ich

der Müller war. -- Als ich den Himmlischen Altäre gebaut. -- Als

ich im Walde beim Käthele war. -- Als die hellen Nächte waren.

-- Aus der Eisenhämmerzeit. -- Als ich zum Pfluge kam.

[Illustration]

In der Christnacht.

In unserer Stube, an der mit grauem Lehm übertünchten Ofenmauer, stand

jahraus, jahrein ein Schemel aus Eichenholz. Er war immer glatt und

rein gescheuert, denn er wurde, wie die anderen Stubengeräte, jeden

Samstag mit feinem Bachsande und einem Strohwisch abgerieben. In der

Zeit des Frühlings, des Sommers und des Herbstes stand dieser Schemel

leer und einsam in seinem Winkel, nur an jedem Tag zur Abendzeit

zog ihn die Ahne etwas weiter hervor, kniete auf denselben hin und

verrichtete ihr Abendgebet. Auch an den Samstagen, wenn der Vater an

dem Tisch die Feierabendandacht vorbetete, kniete die Ahne auf dem

Schemel.

Als aber der Spätherbst kam mit den langen Abenden, an welchen die

Knechte in der Stube aus Kienscheiten Leuchtspäne schnitzten und die

Mägde, sowie auch meine Mutter und Ahne Wolle und Flachs spannen, und

als die Adventszeit kam, in welcher an solchen Span- und Spinnabenden

alte Märchen erzählt und geistliche Lieder gesungen wurden, da saß ich

beständig auf dem Schemel am Ofen.

Ich hörte von da aus den Geschichten und Gesängen zu, und wenn solche

schauerlich wurden und sich meine kleine Seele aufzuregen und zu

fürchten begann, rückte ich den Schemel näher der Mutter und begann

mich ängstlich an ihr Kleid zu halten, und ich konnte gar nicht mehr

begreifen, wie die andern über mich oder über ihre schrecklichen

Geschichten noch zu lachen vermochten. Zuletzt als es zum Schlafengehen

kam und mir die Mutter mein Ladbettchen hervorzog, wollte ich schon

gar nicht mehr allein in das Bett gehen, und es mußte die Ahne neben

mir liegen, bis die fürchterlichen Bilder in mir vergingen und ich

einschlief.

Aber die langen Adventsnächte waren bei uns immer sehr kurz. Bald nach

zwei Uhr begann es im Hause unruhig zu werden. Oben auf dem Dachboden

hörte man die Knechte, wie sie sich ankleideten und umhergingen, und in

der Küche brachen die Mägde Späne ab und schürten am Herde. Dann gingen

sie alle auf die Tenne zum Dreschen.

Auch die Mutter war aufgestanden und hatte in der Stube Licht gemacht;

bald darauf erhob sich der Vater, und sie zogen Kleider an, die nicht

ganz für den Werktag und auch nicht ganz für den Feiertag waren. Dann

sprach die Mutter zur Ahne, die im Bette lag, einige Worte, und wenn

ich, erweckt durch die Unruhe, auch irgend eine Bemerkung that, so gab

sie mir bloß zur Antwort: »Sei Du nur schön still und schlaf!« -- Dann

zündeten meine Eltern eine Laterne an, löschten das Licht in der Stube

aus und gingen aus dem Hause. Ich hörte noch die äußere Thür gehen,

und ich sah an den Fenstern den Lichtschimmer vorüberflimmern, und ich

hörte das Ächzen der Tritte im Schnee, und ich hörte noch das Rasseln

des Kettenhundes. -- Dann wurde es wieder ruhig, nur war das dumpfe,

gleichmäßige Pochen der Drescher zu vernehmen, dann schlief ich wieder

ein.

Der Vater und die Mutter gingen in die fast drei Stunden entfernte

Pfarrkirche zur Rorate. Ich träumte ihnen nach, ich hörte die

Kirchenglocken, ich hörte den Ton der Orgel und das Adventslied: Maria

sei gegrüßet, du lichter Morgenstern! Und ich sah die Lichter am

Hochaltare, und die Engelein, die über demselben standen, breiteten

ihre goldenen Flügel aus und flogen in der Kirche umher, und einer, der

mit der Posaune über dem Predigtstuhl stand, zog hinaus in die Heiden

und in die Wälder und blies es durch die ganze Welt, daß die Ankunft

des Heilandes nahe sei.

Als ich erwachte, strahlte die Sonne schon lange zu den Fenstern

herein, und draußen glitzerte und flimmerte der Schnee, und die Mutter

ging wieder in der Stube umher und war in Werktagskleidern und that

häusliche Arbeiten. Das Bett der Ahne neben dem meinigen war auch schon

geschichtet, und die Ahne kam nun von der Küche herein und half mir

die Höschen anziehen und wusch mein Gesicht mit kaltem Wasser, daß ich

aus Empfindsamkeit zugleich weinte und lachte. Als dieses geschehen

war, kniete ich auf meinen Schemel hin und betete mit der Ahne den

Morgensegen:

In Gottes Namen aufstehen,

Gegen Gott gehen,

Gegen Gott treten,

Zum himmlischen Vater beten,

Daß er uns verleih'

Lieb' Englein drei:

Der erste, der uns weist,

Der zweite, der uns speist,

Der dritt', der uns behüt' und bewahrt,

Daß uns an Leib und Seel' nichts widerfahrt.

Nach dieser Andacht erhielt ich meine Morgensuppe, und nach derselben

kam die Ahne mit einem Kübel Rüben, die wir nun zusammen zu schälen

hatten. Ich saß dabei auf meinem Schemel. Aber bei dem Schälen der

Rüben konnte ich die Ahne nie vollkommen befriedigen; ich schnitt stets

eine zu dicke Schale, ließ sie aber stellenweise doch wieder ganz auf

der Rübe. Wenn ich mich dabei gar in den Finger schnitt und sofort

zu weinen begann, so sagte die Ahne immer sehr unwirsch: »Mit Dir ist

wohl ein rechtes Kreuz, man soll Dich frei hinauswerfen in den Schnee!«

Dabei verband sie mir die Wunde mit unsäglicher Sorgfalt und Liebe.

So vergingen die Tage des Advents, und ich und die Ahne sprachen immer

häufiger und häufiger von dem Weihnachtsfeste und von dem Christkinde,

das nun bald kommen werde zu den Menschen.

Je mehr wir dem Feste nahten, um so unruhiger wurde es im Hause. Die

Knechte trieben das Vieh aus dem Stalle und gaben frische Streu hinein

und stellten die Barren und Krippen zurecht; der Halterbub striegelte

die Ochsen, daß sie ein glattes Aussehen bekamen; der Futterbub mischte

mehr Heu in das Stroh als gewöhnlich und bereitete davon einen ganzen

Stoß in der Futterkammer. Die Kuhmagd that das Gleiche. Das Dreschen

hatte schon einige Tage früher aufgehört, weil man durch den Lärm die

nahen Feiertage zu entheiligen geglaubt hätte.

Im ganzen Hause wurde gewaschen und gescheuert, selbst in die Stube

kamen die Mägde mit ihren Wasserkübeln und Strohwischen und Besen

hinein. Ich freute mich immer sehr auf dieses Waschen, weil ich es

gern hatte, wie alles drunter und drüber gekehrt wurde, und weil die

Glasbilder im Tischwinkel, die braune Schwarzwälderuhr mit ihrer

Metallschelle und andere Dinge, die ich sonst immer nur von der Höhe

zu sehen bekam, herabgenommen und mir näher gebracht wurden, so daß

ich alles viel genauer und von verschiedenen Seiten betrachten konnte.

Freilich war mir nicht erlaubt dergleichen Dinge anzurühren, weil ich

noch zu ungeschickt und unbesonnen dafür wäre und die Gegenstände

leicht beschädigen könne. Aber es gab doch Augenblicke, in welchen man

im eifrigen Waschen und Scheuern nicht auf mich achtete.

In einem solchen Augenblick kletterte ich einmal über den Schemel auf

die Bank und von der Bank auf den Tisch, der aus seiner gewöhnlichen

Stellung gerückt war und auf dem die Schwarzwälderuhr lag. Ich machte

mich an die Uhr, von der die Gewichte über den Tisch hingen, sah durch

ein offenes Seitenthürchen in das messingene, sehr bestaubte Räderwerk

hinein, tupfte einigemale an die kleinen Blätter des Windrädchens

und legte die Finger endlich selbst an das Rädchen, ob es denn nicht

gehe; aber es ging nicht. Zuletzt rückte ich auch ein wenig an einem

Holzstäbchen, und als ich das that, begann es im Werk fürchterlich

zu rasseln. Einige Räder gingen langsam, andere schneller, und das

Windrädchen flog, daß man es kaum sehen konnte. Ich war unbeschreiblich

erschrocken, ich kollerte vom Tisch über Bank und Schemel auf den

nassen, schmutzigen Boden hinab; da faßte mich schon die Mutter am

Röcklein, und die »birkene Liesel« war da. Das Rasseln in der Uhr

wollte gar nicht aufhören, und zuletzt nahm mich die Mutter mit beiden

Händen und trug mich in das Vorhaus und schob mich durch die Thür

hinaus in den Schnee und schlug die Thür hinter mir zu. Ich stand wie

vernichtet da, ich hörte von innen noch das Greinen der Mutter, die ich

sehr beleidigt haben mußte, und ich hörte das Scheuern und Lachen der

Mägde, und ich hörte noch immer das Rasseln der Uhr.

Als ich eine Weile dagestanden und geschluchzt hatte, und als gar

niemand gekommen war, der mich wieder in das Haus gerufen hätte, ging

ich fort nach dem Pfade, der in den Schnee getreten war, und ich ging

über den Hausanger und über das Feld dem Walde zu. Ich wußte nicht,

wohin ich wollte, ich bildete mir nur ein, daß mir ein großes Unrecht

geschehen sei, und daß ich nun nicht mehr in das Haus zurückkehren

könne.

Aber ich war noch nicht zu dem Walde gekommen, als ich hinter mir ein

grelles Pfeifen hörte. Das war das Pfeifen der Ahne, wie sie es machte,

wenn sie zwei Finger in den Mund nahm und die Zunge spitzte und blies.

»Wo willst Du denn hin, Du dummes Kind«, rief sie, »wart', wenn Du so

im Wald herumlaufen willst, so wird Dich schon die Mooswaberl abfangen,

wart' nur!«

Auf dieses Wort kehrte ich augenblicklich um, denn die Mooswaberl

fürchtete ich unsäglich.

Ich ging aber immer noch nicht in das Haus, ich blieb im Hofe stehen,

wo der Vater und zwei Knechte gerade ein Schwein aus dem Stalle

zogen, um es abzustechen. Über das ohrenzerreißende Schreien des

Tieres und über das Blut, das ich nun sah, und das eine Magd in einen

Topf auffing, vergaß ich auf das Vorgefallene, und als der Vater im

Vorhause das Schwein abhäutete, stand ich schon wieder dabei und hielt

die Hautzipfel, die er mit einem großen Messer von dem speckigen

Fleisch immer mehr und mehr lostrennte. Als später die Eingeweide

herausgenommen waren und die Mutter Wasser in das Becken goß, sagte sie

zu mir: »Geh' weg da, sonst wirst Du ganz angespritzt!«

Aus diesen Worten entnahm ich, daß die Mutter mit mir wieder versöhnt

sei, und nun war alles gut, und als ich wieder in die Stube kam, um

mich ein wenig zu erwärmen, stand da alles an seinem gewöhnlichen

Platz. Boden und Wände waren noch feucht, aber rein gescheuert, und die

Schwarzwälderuhr hing wieder an der Wand und tickte. Und sie tickte

viel lauter und heller durch die neu hergestellte Stube als früher.

Endlich nahm das Waschen und Scheuern und Glätten ein Ende, im Hause

wurde es ruhiger, fast still, und der heilige Abend war da. Das

Mittagsmahl am heiligen Abend wurde nicht in der Stube eingenommen,

sondern in der Küche, wo man das Nudelbrett als Tisch eignete und sich

um dasselbe herumsetzte und das einfache Fastengericht still, aber mit

gehobener Stimmung verzehrte.

Der Tisch in der Stube war mit einem schneeweißen Tuche bedeckt, und

vor dem Tische stand mein Schemel, auf welchen sich zum Abend, als die

Dämmerung einbrach, die Ahne hinkniete und still betete.

Mägde gingen leise durch das Haus und bereiteten ihre Festtagskleider

vor, und die Mutter that in einen großen Topf Fleischstücke, goß Wasser

daran und stellte sie zum Herdfeuer. Ich schlich in der Stube auf den

Zehenspitzen herum und hörte nichts als das lustige Prasseln des Feuers

in der Küche. Ich blickte auf meine Sonntagshöschen und auf das Jöppel

und auf das schwarze Filzhütlein, das schon an einem Nagel der Wand

hing, und dann blickte ich durch das Fenster in die hereinbrechende

Dunkelheit hinaus. Wenn kein ungestümes Wetter eintrat, so durfte ich

in der Nacht mit dem Großknecht in die Kirche gehen. Und das Wetter war

ruhig, und es würde auch, wie der Vater sagte, nicht allzu kalt werden,

weil auf den Bergen Nebel lag.

Unmittelbar vor dem »Rauchengehen«, in welchem Haus und Hof nach alter

Sitte mit Weihwasser und Weihrauch besegnet wird, hatten der Vater

und die Mutter einen kleinen Streit. Die Mooswaberl war dagewesen,

hatte glückselige Feiertage gewünscht, und die Mutter hatte ihr für

den Festtag ein Stück Fleisch geschenkt. Darüber war der Vater etwas

ungehalten; er war sonst ein Freund der Armen und gab ihnen nicht

selten mehr, als unsere Verhältnisse erlauben wollten, aber der

Mooswaberl sollte man seiner Meinung nach kein Almosen reichen. Die

Mooswaberl war ein Weib, welches gar nicht in die Gegend gehörte,

welches unbefugt in den Wäldern umherstrich, Moos und Wurzeln

sammelte, in halbverfallenen Köhlerhütten Feuer machte und schlief.

Daneben zog sie bettelnd zu den Bauernhöfen, wollte Moos verkaufen, und

da sie keine Geschäfte machte, weinte sie und verfluchte das Leben.

Kinder, die sie ansah, fürchteten sich entsetzlich vor ihr, und viele

wurden gar krank; Kühen that sie an, daß sie rote Milch gaben.

Wer ihr eine Wohlthat erwies, den verfolgte sie einige Minuten und

sagte ihm: »Tausend und tausend vergelt's Gott bis in den Himmel

hinauf.«

Wer sie aber verspottete oder sonst auf irgend eine Art beleidigte, zu

dem sagte sie: »Ich bete Dich hinab in die unterste Hölle!«

Die Mooswaberl kam oft zu unserem Hause und saß gern vor demselben auf

dem grünen Rasen oder auf dem Querbrett der Zaunstiegel, trotz des

heftigen Bellens und Rasselns unseres Kettenhundes, der sich gegen

dieses Weib besonders unbändig zeigte. Aber die Mooswaberl saß so lange

vor dem Hause, bis die Mutter ihr eine Schale Milch, oder ein Stück

Brot, oder beides hinaustrug. Meine Mutter hatte es gern, wenn das

Weib sie durch ein tausendfaches Vergeltsgott bis in den Himmel hinauf

wünschte. Der Vater legte dem Wunsche dieser Person keinen Wert bei,

war er ein Segensspruch oder ein Fluch.

Als man draußen im Dorfe vor Jahren das Schulhaus gebaut, war dieses

Weib mit dem Manne in die Gegend gekommen und hatte dabei geholfen,

bis einst der Mann bei einer Steinsprengung getötet wurde. Seit dieser

Zeit arbeitete sie nicht mehr, und sie zog auch nicht fort, sondern

trieb sich herum, ohne daß man wußte, was sie that und was sie wollte.

Zum Arbeiten war sie nicht mehr zu bringen; sie schien geisteskrank zu

sein.

Der Richter hatte die Mooswaberl schon mehrmals aus der Gemeinde

gewiesen, aber sie war immer wieder zurückgekommen. »Sie würde nicht

immer zurückgekommen sein«, sagte mein Vater, »wenn sie in dieser

Gegend nichts gebettelt bekäme. So wird sie hier verbleiben, und wenn

sie alt und krank ist, müssen wir sie auch hegen und pflegen; das ist

ein Kreuz, welches wir uns selbst an den Hals gebunden haben.«

Die Mutter sagte nichts zu solchen Worten, sondern sie gab der

Mooswaberl, wenn sie kam, immer das gewohnte Almosen und heute noch

etwas mehr, zu Ehren des hohen Festes.

Darum also war der kleine Streit zwischen Vater und Mutter, der

aber allsogleich verstummte, als zwei Knechte mit dem Rauch- und

Weihwassergefäß in das Haus kamen.

Nach dem Rauchen stellte der Vater ein Kerzenlicht auf den Tisch, Späne

durften heute nur in der Küche gebrannt werden. Das Nachtmahl wurde

schon wieder in der Stube eingenommen. Der Großknecht erzählte während

desselben wundersame Geschichten.

Nach dem Abendmahle sang die Mutter ein Hirtenlied. So wonnevoll ich

sonst diesen Liedern lauschte, aber heute dachte ich nur immer an

den Kirchgang, und ich wollte durchaus schon das Sonntagskleidchen

anziehen. Man sagte, es sei noch später Zeit dazu, aber endlich gab

die Ahne meinem Drängen doch nach und zog mich an. Der Stallknecht

kleidete sich sehr sorgsam in seinen Festtagsstaat, weil er nach dem

Mitternachtsgottesdienst nicht nach Hause gehen, sondern im Dorfe den

Morgen abwarten wollte. Gegen neun Uhr waren auch die anderen Knechte

und Mägde bereit und zündeten am Kerzenlicht eine Spanlunte an. Ich

hielt mich an den Großknecht, und meine Eltern und meine Großmutter,

welche daheim blieben, um das Haus zu hüten, besprengten mich mit

Weihwasser und sagten, daß ich nicht fallen und nicht erfrieren möge.

Dann gingen wir.

Es war sehr finster, und die Lunte, welche der Stallknecht vorantrug,

warf ihr rotes Licht in einer großen Scheibe auf den Schnee und auf

den Zaun und auf die Steinhaufen und Bäume, an denen wir vorüberkamen.

Mir kam dieses rote Leuchten, das zudem noch durch die großen Schatten

unserer Körper unterbrochen war, grauenhaft vor, und ich hielt mich

sehr ängstlich an den Großknecht, so daß dieser einmal sagte: »Aber

hörst, meine Joppe mußt Du mir lassen, was thät' ich denn, wenn Du mir

sie abrissest?«

Der Pfad war eine Zeitlang sehr schmal, so daß wir hintereinander gehen

mußten, wobei ich nur froh war, daß ich nicht der Letzte war, denn ich

bildete mir ein, daß dieser unendlichen Gefahren wegen der Gespenster

ausgesetzt sein müsse.

Eine schneidende Luft ging, und die glimmenden Splitter der Lunte

flogen weithin, und selbst, als sie auf die harte Schneekruste

niederfielen, glimmten sie noch eine Weile fort.

Wir waren bisher über Blößen und durch Gesträuche und Wälder abwärts

gegangen; jetzt kamen wir zu einem Bache, den ich sehr gut kannte, er

floß durch die Wiese, auf welcher wir im Sommer das Heu machten. Im

Sommer rauschte dieser Bach sehr, aber heute hörte man ihn nur murmeln

und gurgeln, weil er überfroren war. Auch an einer Mühle kamen wir

vorüber, an welcher ich gar heftig erschrak, weil einige Funken auf das

Dach flogen; aber auf dem Dache lag Schnee, und die Funken erloschen.

Als wir eine Weile durch das Thal gegangen waren, verließen wir den

Bach, und der Weg führte aufwärts durch einen finsteren Wald, in

welchem der Schnee sehr seicht lag, aber auch keine so feste Kruste

hatte als auf den Blößen.

Endlich kamen wir zu einer breiten Straße, wo wir nebeneinander gehen

konnten und wo wir dann und wann ein Schlittengeschelle hörten. Dem

Stallknecht war die Lunte bereits bis zu der Hand herabgebrannt, und er

zündete nun eine neue an, die er vorrätig hatte. Auf der Straße sah man

nun auch mehrere andere Lichter, große rote Fackeln, die heranloderten,

als schwämmen sie in der schwarzen Luft, und hinter denen nach und

nach ein Gesicht und mehrere Gesichter auftauchten, von Kirchengehern,

die sich nun auch zu uns gesellten. Und wir sahen Lichter von anderen

Bergen und Höhen, die noch so weit entfernt waren, daß wir nicht

erkennen konnten, ob sie standen oder sich bewegten.

So gingen wir weiter. Der Schnee knirschte unter unseren Füßen, und wo

ihn der Wind weggetragen hatte, da war der schwarze Fleck des nackten

Bodens so hart, daß unsere Schuhe an ihm klangen. Die Leute sprachen

und lachten viel, aber mir war, als sei das in der heiligen Christnacht

gar nicht recht; ich dachte nur immer schon an die Kirche und wie das

doch sein werde, wenn mitten in der Nacht Musik und ein Hochamt ist.

Als wir eine lange Weile auf der Straße fortgegangen und an einzelnen

Bäumen und an Häusern vorüber und dann wieder über Felder und durch

einen Wald gekommen waren, hörte ich auf den Baumwipfeln plötzlich

ein leises Klingen. Als ich horchen wollte, hörte ich es nicht, aber

bald darauf hörte ich es wieder und deutlicher als das erstemal. Es

war der Ton des kleinen Glöckleins vom Turme der Kirche. Die Lichter,

die wir nun auf den Bergen und im Thale sahen, wurden immer häufiger,

und nun merkten wir es auch, daß sie alle der Kirche zueilten. Auch

die kleinen, ruhigen Sterne der Laternen schwebten heran, und auf der

Straße wurde es immer lebhafter. Das kleine Glöcklein wurde durch ein

größeres abgelöst, und das läutete so lange, bis wir fast nahe zur

Kirche kamen. -- Also war es doch wahr, wie die Ahne gesagt hatte: Um

Mitternacht fangen die Glocken zu läuten an und läuten so lange, bis

aus den fernen Thälern der letzte Bewohner der Hütten zur Kirche kommt.

Die Kirche steht auf einem mit Birken und Tannen bewachsenen Hügel,

und um sie liegt der kleine Friedhof, welcher mit einer niederen Mauer

umgeben ist. Die wenigen Häuser stehen im Thale.

Als die Leute an die Kirche gekommen waren, steckten sie ihre Lunten

umgekehrt in den Schnee, daß sie erloschen, nur eine wurde zwischen

zwei Steine der Friedhofmauer geklemmt und brennen gelassen.

Jetzt klang auf dem Turme in langsamem, gleichmäßigem Wiegen schon

die große Glocke. Aus den schmalen, hohen Kirchenfenstern fiel heller

Schein. Ich wollte in die Kirche, aber der Großknecht sagte, es habe

noch Zeit, und blieb stehen und sprach und lachte mit anderen Burschen

und stopfte sich eine Pfeife an.

Endlich klangen alle Glocken zusammen, in der Kirche begann die Orgel

zu tönen, und nun gingen wir hinein.

Das sah ganz anders aus wie an den Sonntagen. Die Lichter, die auf dem

Altare brannten, waren hellweiße, funkelnde Sterne, und der vergoldete

Tabernakel strahlte gar herrlich zurück. Die Ampel des ewigen Lichtes

war rot. Der obere Raum der Kirche war so dunkel, daß man die schönen

Verzierungen des Schiffes nicht sehen konnte. Die dunklen Gestalten der

Menschen saßen in den Stühlen oder standen neben denselben; die Weiber

waren sehr in Tücher eingeschlagen und husteten. Viele hatten Kerzen

vor sich brennen und sangen aus ihren Büchern mit, als auf dem Chore

das Tedeum ertönte. Der Großknecht führte mich durch die zwei Reihen

der Stühle gegen einen Nebenaltar, wo schon mehrere Leute standen. Dort

hob er mich auf einen Schemel zu einem Glaskasten empor, der, von zwei

Kerzen beleuchtet, zwischen zwei aufgesteckten Tannenwipfeln stand und

den ich früher, wenn ich mit den Eltern in die Kirche kam, nie gesehen

hatte. Als mich der Großknecht auf den Schemel gehoben hatte, sagte er

mir leise in's Ohr: »So, jetzt kannst das Krippel anschauen.« Dann ließ

er mich stehen, und ich schaute durch das Glas. Da kam ein Weiblein zu

mir herbei und sagte leise: »Ja, Kind, wenn Du das anschauen willst,

so muß Dir's auch jemand auslegen.« Und sie erklärte mir die kleinen

Gestalten.

Ich sah die Dinge an. Außer der Mutter Maria, welche über den Kopf ein

blaues Tuch geschlagen hatte, das bis zu den Füßen hinabging, waren

alle Gestalten, welche Menschen vorstellen sollten, so gekleidet wie

unsere Knechte oder wie ältere Bauern. Der heilige Joseph selbst trug

grüne Strümpfe und eine kurze Gemslederhose.

Als das Tedeum zu Ende war, kam der Großknecht wieder, hob mich von dem

Schemel, und wir setzten uns in einen Stuhl. Dann ging der Kirchenmann

herum und zündete alle Kerzen an, die in der Kirche waren, und jeder

Mensch, auch der Großknecht, zog nun ein Kerzlein aus dem Sack und

zündete es an und klebte es vor sich auf das Pult. Jetzt war es so hell

in der Kirche, daß man auch die Verzierungen an der Decke genau sehen

konnte.

Auf dem Chore stimmte man Geigen und Trompeten und Pauken, und

als an der Sakristeithür das Glöcklein klang und der Pfarrer in

funkelndem Meßkleide, begleitet von Ministranten und rotbemäntelten

Windlichtträgern, über den purpurroten Fußteppich zum Altare ging, da

rauschte die Orgel in ihrem ganzen Vollklang, da wirbelten die Pauken

und schmetterten die Trompeten.

Weihrauch stieg auf und hüllte den ganzen lichterstrahlenden Hochaltar

in einen Schleier. -- So begann das Hochamt, und so strahlte und tönte

und klang es um Mitternacht. Beim Offertorium waren alle Instrumente

still, nur zwei helle Stimmen sangen ein liebliches Hirtenlied, und

während des Benedictus jodelten eine Klarinette und zwei Flügelhörner

langsam und leise den Wiegengesang. Während des Evangeliums und der

Wandlung hörte man auf dem Chore den Kuckuck und die Nachtigall wie

mitten im sonnigen Frühling.

Tief nahm ich sie auf in meine Seele, die wunderbare Herrlichkeit der

Christnacht, aber ich jauchzte nicht auf vor Entzücken, ich blieb

ernst, ruhig, ich fühlte die Weihe.

Aber während die Musik tönte, dachte ich an Vater und Mutter und

Großmutter daheim. Die knieen jetzt um den Tisch bei dem einzigen

Kerzenlichtlein und beten, oder sie schlafen gar, und es ist finster

in der Stube, und nur die Uhr geht, sonst ist es still, und es liegt

eine tiefe Ruhe über den waldigen Bergen, und die Christnacht ist

ausgebreitet über die ganze Welt.

Als endlich das Amt seinem Ende nahte, erloschen nach und nach die

Kerzlein in den Stühlen, und der Kirchenmann ging wieder herum und

dämpfte mit seinem Blechkäppchen an den Wänden und Bildern und Altären

die Lichter aus. Die am Hochaltare brannten noch, als auf dem Chore der

letzte freudenreiche Festmarsch erscholl und sich die Leute aus der

weihrauchduftenden Kirche drängten.

Als wir in das Freie kamen, war es trotz des dichten Nebels, der sich

von den Bergen niedergesenkt hatte, nicht mehr ganz so finster wie vor

Mitternacht. Es mußte der Mond aufgegangen sein; man zündete keine

Fackeln mehr an. Es schlug ein Uhr, aber der Schulmeister läutete schon

die Betglocke zum Christmorgen.

Ich warf noch einen Blick auf die Kirchenfenster; aller Festglanz war

erloschen, ich sah nur mehr den matten, rötlichen Schimmer des ewigen

Lichtes.

Als ich mich dann wieder an den Rock des Großknechtes halten wollte,

war dieser nicht mehr da, einige fremde Leute waren um mich, die

miteinander sprachen und sich sofort auf den Heimweg machten. Mein

Begleiter mußte schon voraus sein; ich eilte ihm nach, lief schnell und

an mehreren Leuten vorüber, auf daß ich ihn bald einhole. Ich lief, so

sehr es meine kleinen Füße konnten, ich kam durch den finstern Wald,

und ich kam über Felder, über welche scharfer Wind blies, so daß ich,

so warm mir sonst war, von Nase und Ohren fast nichts mehr fühlte. Ich

kam an Häusern und Baumgruppen vorüber, die Leute, die früher noch auf

der Straße gegangen waren, verloren sich nach und nach, und ich war

allein, und den Großknecht hatte ich noch immer nicht erreicht. Ich

dachte, daß er auch hinter mir sein könne, ich beschloß, geradewegs

nach Hause zu eilen. Auf der Straße lagen hie und da schwarze Punkte,

die Kohlen der Spanfackeln, welche die Leute auf dem Kirchwege

abgeschüttelt. Die Gesträuche und Bäumchen, die neben am Wege standen

und unheimlich aus dem Nebel emportauchten, beschloß ich gar nicht

anzusehen, ich fürchtete mich davor. Besonders in Angst war ich, so oft

ein Pfad quer über die Straße ging, weil das ein Kreuzweg war, an dem

in der Christnacht gern der Böse steht und klingende Schätze bei sich

hat, um arme Menschenkinder dadurch mit sich zu locken. Der Stallknecht

hatte zwar gesagt, er glaube nicht daran, aber geben mußte es denn

doch dergleichen Dinge, sonst könnten die Leute nicht so viel davon

sprechen. -- Ich war aufgeregt, ich wendete meine Augen nach allen

Seiten, ob nicht irgendwo ein Gespenst auf mich zukomme. Endlich nahm

ich mir vor, gar nicht mehr an solches Zeug zu denken, aber je fester

ich das beschloß, desto mehr dachte ich daran.

Nun war ich zum Pfad gekommen, der mich von der Straße abwärts durch

den Wald und in das Thal führen sollte. Ich bog ab und eilte unter

den langästigen Bäumen dahin. Die Wipfel rauschten stark, und dann

und wann fiel ein Schneeklumpen neben mir nieder. Stellenweise war

es auch so finster, daß ich kaum die Stämme sah, wenn ich nicht an

dieselben stieß, und daß ich den Pfad verlor. Letzteres war mir

ziemlich gleichgültig, denn der Schnee war sehr seicht, auch war

anfangs der Boden hübsch glatt; aber allmählich begann er steil und

steiler zu werden, und unter dem Schnee war viel Gestrüppe und hohes

Heidekraut. Die Baumstämme standen nicht mehr so regelmäßig, sondern

zerstreut, manche schief hängend, manche mit aufgerissenen Wurzeln an

anderen lehnend, manche mit wild und wirr aufragenden Ästen am Boden

liegend. Das hatte ich nicht gesehen, als wir aufwärts gingen. Ich

konnte oft kaum weiter, ich mußte mich durch das Gesträuche und Geäste

durchwinden. Oft brach der Schnee ein, das steife Heidekraut reichte

mir bis zur Brust heran. Ich sah ein, daß ich den rechten Weg verloren

hatte, aber war ich nur erst im Thale und bei dem Bache, dann ging ich

diesen entlang aufwärts, und da mußte ich endlich doch zur Mühle und zu

unserer Wiese kommen.

Schneeschollen fielen mir in das Rocksäcklein, Schnee legte sich an

die Höschen und Strümpfe, und das Wasser rann mir in die Schuhe hinab.

Zuerst war ich durch das Klettern über das Gefälle und das Kriechen

in dem Gesträuch müde geworden, aber nun war auch die Müdigkeit

verschwunden; ich achtete nicht den Schnee, und ich achtete nicht das

Heidekraut und Gesträuche, das mir oft rauh über das Gesicht fuhr,

sondern ich eilte weiter. Oft fiel ich zu Boden, aber ich raffte mich

schnell auf. Auch alle Gespensterfurcht war weg; ich dachte an nichts

als an das Thal und an unser Haus. Ich wußte nicht, wie lange ich

mich so durch die Wildnis fortwand, aber ich fühlte mich kräftig und

behendig, die Angst trieb mich vorwärts.

Plötzlich stand ich vor einem Abgrund. In dem Abgrunde lag grauer

Nebel, aus welchem einzelne Baumwipfel emportauchten. Um mich hatte

sich der Wald gelichtet, über mir war es heiter, und am Himmel stand

der Halbmond. Mir gegenüber und weiter im Hintergrunde war nichts als

seltsame, kegelförmige, waldige Berge.

Unten in der Tiefe mußte das Thal mit der Mühle sein; mir war, als

hörte ich das Tosen des Baches, aber es war das Rauschen des Windes in

den jenseitigen Wäldern. Ich ging rechts und links und suchte einen

Fußsteig, der mich abwärts führte, und ich fand eine Stelle, an welcher

ich mich durch Gerölle, welches vom Schnee befreit dalag, und durch

Wachholdergesträuche hinablassen zu können vermeinte. Das gelang mir

auch eine Strecke, doch noch zu rechter Zeit hielt ich mich an eine

Wurzel, fast wäre ich über eine senkrechte Wand gestürzt. Nun konnte

ich nicht mehr vorwärts. Ich ließ mich aus Mattigkeit zu Boden. In der

Tiefe lag der Nebel mit den schwarzen Baumwipfeln. Außer dem Rauschen

des Windes in den Wäldern hörte ich nichts. Ich wußte nicht, wo ich

war. -- Wenn jetzt ein Reh käme, ich würde es fragen nach dem Weg,

vielleicht könnte es ihn mir weisen, in der Christnacht reden ja Tiere

die menschliche Sprache! --

Ich erhob mich, um wieder aufwärts zu klettern; ich machte das Gerölle

locker und kam nicht vorwärts. Mich schmerzten Hände und Füße. Nun

stand ich still und rief, so laut ich konnte, nach dem Großknecht.

Meine Stimme fiel von den Wäldern und Wänden langgezogen und undeutlich

zurück.

Dann hörte ich wieder nichts als das Rauschen des Windes.

Der Frost schnitt mir in die Glieder.

Nochmals rief ich mit aller Macht den Namen des Großknechtes. Wieder

nichts als der langgezogene Wiederhall. Nun überkam mich eine

fürchterliche Angst. Ich rief schnell hintereinander meine Eltern,

meine Ahne, alle Knechte und Mägde unseres Hauses. Es war vergebens.

Nun begann ich kläglich zu weinen.

Bebend stand ich da, und mein Körper warf einen langen Schatten schräg

abwärts über das nackte Gestein. Ich ging an der Wand hin und her, um

mich etwas zu erwärmen, ich betete laut zum heiligen Christkind, daß es

mich erlöse.

Der Mond stand hoch am dunklen Himmel.

Ich konnte nicht mehr weinen und beten, ich konnte mich auch kaum mehr

bewegen, ich kauerte mich zitternd an einen Stein und dachte: Nun will

ich schlafen, das ist alles nur ein Traum, und wenn ich erwache, bin

ich daheim oder im Himmel.

Da hörte ich plötzlich ein Knistern über mir im Wachholdergesträuche,

und bald darauf fühlte ich, wie mich etwas berührte und emporhob. Ich

wollte schreien, aber ich konnte nicht, die Stimme war wie eingefroren.

Aus Furcht und Angst hielt ich die Augen fest geschlossen. Auch Hände

und Füße waren mir wie gelähmt, ich konnte sie nicht bewegen. Mir war

warm, und mir kam vor, als ob sich das ganze Gebirge mit mir wiegte.

-- --

Als ich zu mir kam und erwachte, war noch Nacht, aber ich stand an der

Thür meines Vaterhauses, und der Kettenhund bellte heftig. Eine Gestalt

hatte mich auf den festgetretenen Schnee gleiten lassen, pochte dann

mit dem Ellbogen gewaltig an die Thür und eilte davon. Ich hatte diese

Gestalt erkannt -- es war die Mooswaberl gewesen.

Die Thür ging auf, und die Ahne stürzte mit den Worten auf mich zu:

»Jesus Christus, da ist er ja!«

Sie trug mich in die warme Stube, aber von dieser schnell wieder zurück

in das Vorhaus; dort setzte sie mich auf einen Trog, eilte dann hinaus

vor die Thür und machte durchdringliche Pfiffe.

Sie war ganz allein zu Hause. Als der Großknecht von der Kirche

zurückgekommen war und mich daheim nicht gefunden hatte, und als auch

die anderen Leute kamen und ich bei keinem war, gingen sie alle hinab

in den Wald und in das Thal und jenseits hinauf zur Straße und nach

allen Richtungen. Selbst die Mutter war mitgegangen und hatte überall,

wo sie ging und stand, meinen Namen gerufen. --

Nachdem die Ahne glaubte, daß es mir nicht mehr schädlich sein konnte,

trug sie mich wieder in die warme Stube, und als sie mir die Schuhe

und Strümpfe auszog, waren diese ganz zusammen- und fast an die Füße

gefroren. Hierauf eilte sie nochmals in das Freie und machte wieder ein

paar Pfiffe und brachte dann in einem Kübel Schnee herein und stellte

mich mit bloßen Füßen in diesen Schnee. Als ich in dem Schnee stand,

fühlte ich in den Zehen einen so heftigen Schmerz, daß ich stöhnte,

aber die Ahne sagte: »Das ist schon gut, wenn Du Schmerz hast, dann

sind Dir die Füße nicht erfroren.«

Bald darauf strahlte die Morgenröte durch das Fenster, und nun kamen

nach und nach die Leute nach Hause, zuletzt aber der Vater, und zu

allerletzt, als schon die rote Sonnenscheibe über der Wechselalpe

aufging, und als die Ahne unzähligemale gepfiffen hatte, kam die

Mutter. Sie ging an mein Bettlein, in welches ich gebracht worden war,

und an welchem der Vater saß. Sie war ganz heiser.

Sie sagte, daß ich nun schlafen sollte, und verdeckte das Fenster mit

einem Tuche, auf daß mir die Sonne nicht in das Gesicht scheine. Aber

der Vater meinte, ich solle noch nicht schlafen, er wolle wissen,

wie ich mich von dem Knechte entfernt, ohne daß er es merkte, und

wo ich herumgelaufen sei? Ich erzählte sofort, wie ich den Pfad

verloren hatte, wie ich in die Wildnis kam, und als ich von dem Monde

und von den schwarzen Wäldern und von dem Windrauschen und von dem

Felsenabgrund erzählte, da sagte der Vater halblaut zu meiner Mutter:

»Weib, sagen wir Gott Lob und Dank, daß er da ist, er ist auf der

Trollwand gewesen!«

Nach diesen Worten gab mir die Mutter einen Kuß auf die Wange, wie sie

nur selten that, und dann hielt sie ihre Schürze vor das Gesicht und

ging davon.

»Ja, Du Donnersbub, und wie bist denn heimkommen?« fragte mich der

Vater. Darauf sagte ich, daß ich das nicht wisse, daß ich nach langem

Schlafen und Wiegen auf einmal vor der Hausthür gewesen und daß die

Mooswaberl neben mir gestanden. Der Vater fragte mich noch einmal über

diesen Umstand, aber ich antwortete, daß ich nichts Genaueres darüber

sagen könne.

Nun sagte der Vater, daß er in die Kirche zum Hochgottesdienst gehe,

weil heute der Christtag sei, und daß ich schlafen solle.

Ich mußte darauf viele Stunden geschlafen haben, denn als ich erwachte,

war draußen Dämmerung, und in der Stube war es fast finster. Neben

meinem Bette saß die Ahne und nickte, von der Küche herein hörte ich

das Prasseln des Herdfeuers.

Später, als die Leute beim Abendmahle saßen, war auch die Mooswaberl am

Tisch.

Auf dem Kirchhofe, über dem Grabhügel ihres Mannes war sie während des

Vormittagsgottesdienstes gekauert, da trat nach dem Hochamte mein Vater

zu ihr hin und nahm sie mit in unser Haus.

Über die nächtliche Begebenheit brachte man nicht mehr von ihr heraus,

als daß sie im Walde das Christkind gesucht habe; dann ging sie einmal

zu meinem Bette und sah mich an, und ich fürchtete mich vor ihren

Blicken. --

In dem hinteren Geschosse unseres Hauses war eine Kammer, in welcher

nur altes, unbrauchbares Geräte und viel Spinnengewebe war.

Diese Kammer gab mein Vater der Mooswaberl zur Wohnung und stellte ihr

einen Ofen und ein Bett und einen Tisch hinein.

Und sie blieb bei uns. Oft strich sie noch in den Wäldern umher und

brachte Moos heim, dann ging sie wieder hinaus zur Kirche und saß

stundenlang auf dem Grabhügel ihres Mannes, von dem sie nicht mehr

fortzuziehen vermochte in ihre ferne Gegend, in der sie wohl auch

einsam und heimatlos gewesen wäre wie überall. Über ihre Verhältnisse

war nichts Näheres zu erfahren, wir vermuteten, daß das Weib einst

glücklich und sicher bei voller Vernunft gewesen war, und daß der

Schmerz über den Verlust des Gatten ihr den Verstand geraubt hatte.

Wir hatten sie alle lieb, weil sie ruhig und mit allem zufrieden lebte

und niemandem das geringste Leid zufügte. Nur der Kettenhund wollte sie

immer noch nicht sichern, der bellte und zerrte überaus heftig an der

Kette, so oft sie über den Anger ging. Aber das war anders von dem

Tiere gemeint; als einmal die Kette riß, stürzte der Hund auf das Weib

zu, sprang ihm winselnd an die Brust und leckte ihm die Wangen.

Da kam einmal in den Spätherbsttagen, an welchen die Mooswaberl fast

ununterbrochen auf dem Grabhügel saß, eine Zeit, in welcher unser

Kettenhund, statt lustig zu bellen, stundenlang heulte, so daß meine

Ahne, die indes schon mühselig geworden war, sagte: »Schau, jetzt wird

in unserer Gegend herum bald einmal wer sterben, weil der Hund gar so

heent; tröste ihn Gott!«

Und nach kurzer Zeit wurde die Mooswaberl krank, und als die

Winterszeit gekommen war, starb sie.

In ihren letzten Augenblicken hielt sie noch meinen Vater und meine

Mutter an der Hand und sprach die Worte: »Vergelt's Euch Gott zu

tausend und zu tausendmal, bis in den Himmel hinauf!«

[Illustration]

[Illustration]

Was bei den Sternen war.

Selbst der Naturforscher giebt es diesmal zu, was der Poet behauptet,

daß nämlich im Waldlande die Sterne heller leuchten als sonst wo. Das

macht die reine, feuchte Luft, sagt der eine; der andere hingegen

meint, der kindliche Glaube der Einschichtbewohner sei Ursache, daß der

Sternenhimmel so hell und hold niederfunkle auf den weiten stillen Wald.

Hat doch mein Vater zu mir gesagt, als wir noch beisammen auf dem

Holzbänklein unter der Tanne gesessen:

»Du bist mein liebes Kind. Und jetzt schau zum Himmel hinauf, die Augen

Gottes blicken auf uns herab.«

Ei freilich, ich konnte mir's wohl denken, Einer, der auf des Menschen

Haupt die Haare zählt, muß hunderttausend Augen haben. Nun war es aber

schön zu sehen, wie mir der liebe Gott mit seinen Augen zublinzelte,

als wollte er mir was zu verstehen geben; -- ja, und ich konnte es doch

um alles nicht erraten, was er meinte. -- Ich nahm mir wohl vor, recht

brav und folgsam zu sein, besonders bei Nacht, wenn Gott da oben seine

hunderttausend Augen aufthut und die guten Kinder zählt und die bösen

sucht und recht scharf anschaut, auf daß er sie kennt am jüngsten Tage.

....

Ein andermal saß ich auf demselben Holzbänkchen unter der Tanne, an

Seite meiner Mutter. Es war bereits späte Abendstunde, und die Mutter

sagte zu mir:

»Du bist ein kleiner Mensch, und die kleinen Leute müssen jetzt schon

in's Bett gehen, schau, es ist ja die finstere Nacht, und die Engel

zünden schon die Lichter an, oben in unseres Herrgotts Haus.«

Mit solchen Worten ein Kind zur Ruhe bringen? Das war übel geplant.

»In unseres Herrgotts Haus die Lichter?« fragte ich, sofort durchaus

für den Gegenstand eingenommen.

»Freilich«, entgegnete die Mutter, »jetzt gehen alle Heiligen von der

Kirche heim, und im Hause ist eine große Tafel, und da setzen sie sich

zusammen und essen und trinken was, und die Englein fliegen geschwind

herum und zünden alle Lichter an und den großen Kronleuchter auch, der

mitten hängt, und nachher laufen sie zu den Pfeifen und Geigen und

machen Musik.«

»Musik?« entgegnete ich, in die Anschauung des Bildes versunken. »Und

der Wollzupfer-Michel, ist der auch dabei?«

Der Wollzupfer-Michel war ein alter blinder Mann gewesen, der bei

uns Waldbauern das Gnadenbrot genossen und dafür zuweilen Schafwolle

gezupft und gekraut hatte. Wenige Wochen vor diesem Abendgespräche war

er gestorben.

»Ja Du,« versetzte die Mutter auf meine Frage, »der Wollzupfer-Michel,

der sitzt ganz voran bei unserem lieben Herrgott selber, und er ist

hoch in Ehren gehalten von allen Heiligen, weil er auf der Welt so arm

gewesen und so verachtet und im Elend hat leben müssen, und weil er

doch alles so geduldig ertragen hat.«

»Wer giebt ihm denn beim Essen auf den Teller hinaus?« war meine

weitere Frage.

»Nu wer denn?« meinte die Mutter, »das wird schon sein heiliger

Schutzengel thun.« Sogleich aber setzte sie bei: »Du Närrisch, der

Michel braucht jetzt ja gar keine Behelfer mehr, im Himmel ist er ja

nimmer blind; im Himmel sieht er seinen Vater und seine Mutter, die er

auf der Welt niemalen hat gesehen. Und er sieht den lieben Herrgott

selber und unsere liebe Frauen und alle, und zu uns sieht er auch

herab. Ja freilich, mit dem Michel hat's gar eine glückselige Wendung

genommen, und hell singen und tanzen wird er bei der himmlischen Musik,

weil der heilige David harfenspielen thut.«

»Tanzen?« wiederholte ich und suchte mit meinen Augen das Firmament ab.

»Und jetzt, Bübel, geh schlafen!« mahnte die Mutter. Wohl machte ich

die Einwendung, daß sie im Himmel erst die Lichter angezündet hätten

und also gewißlich auch noch nicht schlafen gingen; aber die Mutter

versetzte mit entschiedenem Tone, im Himmel könnten sie machen, was sie

wollten, und wenn ich fein brav wäre und einmal in den Himmel käme, so

könnte ich auch machen, was ich wollte.

Ging zu Bette und hörte in selbiger Nacht die lieben Englein singen. --

Wieder ein andermal saß ich mit der Ahne auf der hölzernen Bank unter

den Tannen.

»Guck, mein Bübel,« sagte sie, gegen das funkelnde Firmament weisend,

»dort über das Hausdach hin, das ist Dein Stern.«

Ein helles, flimmerndes Sternchen stand oft und auch heute wieder über

dem Giebel des Hauses; aber daß selbes mein Eigentum wäre, hörte ich

nun von der Ahne das erste Mal.

»Freilich,« belehrte sie weiter, »jeder Mensch hat am Himmel seinen

Stern, das ist sein Glücksstern oder sein Unglücksstern. Und wenn ein

Mensch stirbt, so fällt sein Stern vom Himmel.«

Todeserschrocken war ich, als gerade in diesem Augenblicke vor unseren

Augen eine Sternschnuppe sank.

»Wer ist jetzt gestorben?« fragte ich, während ich sogleich schaute, ob

mein Sternchen wohl noch über dem Dachgiebel stehe.

»Kind,« sagte die alte Ahne, »die Welt ist weit, und hätten

wir nur Ohren dazu, wir thäten Tag und Nacht nichts hören als

Totenglockenklingen.«

Focht mich dieweilen nicht an.

»Ahndl,« fragte ich; denn Kinder, die in ihrem Haupte so viel Raum für

Vorstellungen und Eindrücke haben, sind unermüdlich im Fragen, »Ahndl,

wo hast denn Du Deinen Stern?«

»Mein Kind,« antwortete sie, »der ist schon völlig im Auslöschen, den

sieht man nimmer.«

»Und ist das ein Glücksstern gewesen?«

Da schloß sie mich an ihre Brust und hauchte: »Wird wohl so sein, Du

herzlieber Enkel, wird wohl so sein!«

* * * * *

Ein alter Schuhmacher kam zuweilen in unser Haus, der redete wie ein

Heide. Wir Menschen, meinte der alte Schuhmacher, kämen nach dem Tode

weder in den Himmel, noch in die Hölle, sondern auf einen Stern, wo

wir so wie auf dieser Welt wieder geboren würden und je nach Umständen

weiter lebten.

Das Närrischste aber sagte schon der Schulmeisterssohn aus Grabenbach,

der als Student einmal zu uns kam. Der schwätzte von Bären und Hunden

und Wasserschlangen, die da oben am Himmel herumliefen, und ein Widder

und ein Walfisch sei auch dabei; und gar eine Jungfrau wollte er durch

seine Augengläser gesehen haben. Dieser Schulmeisterssohn war schuld

daran, daß mich mein Vater nicht studieren lassen wollte.

»Wenn sie solche Narrheiten lernen in der Stadt,« sagte mein Vater,

»daß sie auf unseres Herrgotts goldnem Firmament lauter wilde Tiere

sehen, nachher hab' ich genug. Mein Bub, der bleibt daheim.«

Eine junge Magd hatten wir im Hause; die war gescheit, die hat einmal

was gesagt, was mir heute das Herz noch warm macht. Sie hatte es

sicherlich von ihrem alten Ziehvater, der so ein Waldgrübler gewesen

war. Der Mann hat etwas Wundersames in seinem Kopfe gehabt; er wäre

gern Priester geworden, aber blutarm, wie er war, sind ihm alle Wege

dazu verlegt gewesen. Da wurde er Kohlenbrenner. Ich habe den Alten oft

heimlich belauscht, wenn er auf seinem Kohlenmeiler stand und Messe

las, oder wenn er den Vögeln des Waldes vorbetete wie voreinst der

heilige Franziskus in der Wüste. Von diesem Manne mag unsere junge Magd

das seltsame Wort gehört haben.

»Der Sternenhimmel da oben«, sagte sie einmal, »das ist ein

großmächtiger Liebesbrief mit goldenen und silbernen Buchstaben.

Fürs erste hat ihn der liebe Herrgott den Menschen geschrieben, daß

sie doch nicht ganz auf ihn vergessen sollten. Fürs zweite schreiben

ihn die Menschen für einander. Das ist so: Wenn zwei Leut', die sich

rechtschaffen lieb haben, weit auseinander müssen, so merken sie sich

vorher einen hellen Stern, den sie beide von aller Fremde aus sehen

können, und auf dem ihre Augen zusammenkommen. -- Dasselbig funkelnde

Ding dort,« setzte die Magd leise und ein wenig zögernd bei, indem sie

auf ein glühend Sternlein deutete, das hoch über dem Waldlande stand,

»dasselbig Ding, das schaut zu dieser jetzigen Stund' auch der Hans an,

der weit drin in Welschland ist bei den Soldaten. Ich weiß wohl, er

wird nicht darauf vergessen, es glänzt wie der kein Stern so hell auf

dem ganzen Firmament.«

* * * * *

Eines Tages mußte ich am Waldrande spät abends noch die Rinder weiden,

die tags über im Joche gegangen waren. Sonst war in solchen Stunden

lieb Ahne bei mir, aber die war nun schon seit länger unwohl und mußte

zu Hause bleiben. Jedoch hatte sie mir versprochen, oftmals vor das

Haus herauszutreten und den Hühnerpfiff zu thun, damit mir in der

einschichtigen stillen Nacht nicht zu grauen beginne.

Ich stand zagend neben meinen zwei Rindern, die auf der taunassen Wiese

eifrig grasten, aber ich hörte heute keinen jener lustigen Pfiffe,

welche meine Ahne mittelst zweier Finger, die sie in den Mund legte,

so vortrefflich zu machen verstand, gewöhnlich zu dem Zwecke, um die

Hühner damit zusammen zu locken.

Das Haus lag still und traurig oben auf dem Berge. Von der tiefen

Schlucht herauf hörte ich das Rieseln des Wässerleins, das ich sonst

hier noch nie vernommen hatte. Hingegen schwiegen heute die Grillen

ganz und gar. Ein Uhu krähte im Walde und erschreckte mich dermaßen,

daß ich die Hörner des Rindes erhaschte und dieselben gar nicht mehr

loslassen wollte.

Der Sternenhimmel hatte heute einen so heiligen Ernst; mir war, als

hörte ich durch die große Stille das Saitenspiel des heiligen Sängers

David klingen. -- Siehe, da löste sich plötzlich ein Stern und fiel in

einem scharfen Silberfaden, der gerade über unser Haus niederging, vom

Himmel herab. -- --

Als ich noch der Waldbauernbub war. Band 2 Für die Jugend ausgewählt aus den Schriften Roseggers vom Hamburger Jugendschriftenausschuß. · 第 1 / 8 段