9. das Bleichen von Wachs.

Im Jahre 1633 wurden die von uns bereits erwähnten „~Récréations

mathématiques~“ _Leurechons_ durch _Oughtred_ ins Englische

übersetzt[35]. Hier wurden die Äolipilen als Hilfsmittel beim

Metallschmelzen vorgeschlagen.

Vielleicht ist diese Veröffentlichung der Anlaß zu dem englischen

Patent Nr. 71 gewesen, das unter dem 24. Juni 1634 an _Arnold Rotsipen_

erteilt wurde. Dasselbe betrifft außer verschiedenen auf anderen

Gebieten liegenden Erfindungen _einen mechanischen Hammer_ (~hammer

Mill~), _der durch Wasserdampf oder durch ein Pferd angetrieben wird

und gestattet, mehr oder minder starke Schläge auszuüben_, obgleich der

Antrieb stets mit der gleichen Geschwindigkeit erfolgt. Dieses wichtige

Patent ist in den ~Abridgements~ auffallenderweise nicht enthalten.

Um diese Zeit vollzog sich jener große Fortschritt in der Kenntnis des

Luftdrucks, der an die Namen _Galilei_, _Torricelli_, _Pascal_ und

_Otto v. Guericke_ geknüpft ist und fruchtbringend auf die Entwicklung

der Anwendung der Dampfkraft -- wenn auch nicht sofort erkennbar --

einwirkte.

Im Jahre 1643 veröffentlichte der Jesuitenpater _Athanasius Kircher_

in dem Buche „~De arte magnetica~“ eine Verbesserung des Brancaschen

Schaufelrades. Dieselbe bestand im wesentlichen darin, daß auf das

Rad an Stelle eines einzigen Dampfstrahles deren zwei zur Einwirkung

gebracht wurden[36].

1648 empfahl der Bischof _Wilkins_ in der ~Mathematical Magic~

die von Cardanus verbesserte Äolipile (vgl. S. 28) zum Läuten der

Kirchenglocken und zum Antrieb von Musikwerken, zum Garnhaspeln, zum

Schaukeln von Kinderwiegen und zum Drehen von Bratspießen.

Im Jahre 1650 treffen wir auf ein Schriftstück, das von demjenigen

Manne herrührt, der gleichsam ein englisches Gegenstück zu Salomon de

Caus bildet, indem ihm von zahlreichen englischen Geschichtsforschern

das Verdienst zugeschrieben wird, die erste als Dampfmaschine

anzusprechende Vorrichtung erfunden und in praktische Benutzung

genommen zu haben. Es ist dies _Edward Somerset_, _Marquis of

Worcester_. Einer reichen Aristokratenfamilie angehörig, war

Worcester ein Gegner Cromwells. Als dieser die königlichen Truppen

besiegte, ging Worcester im Jahre 1648 seiner Besitzungen verlustig

und mußte nach Frankreich flüchten, wo er sich mehrere Jahre hindurch

aufhielt. König Karl ~II.~ hoffte auf die Beihilfe Ludwigs ~XIV.~ Dem

widersetzte sich aber der Kardinal Mazarin, und es blieb Karl ~II.~

nichts anderes übrig, als Vermittler nach England zu senden, die seine

Rückkehr auf den englischen Thron einleiten sollten. Als ein solcher

Vermittler ging auch der Marquis of Worcester nach England, wurde aber

auf Parlamentsbeschluß vom 28. Juli 1652 dem Tower als Gefangener

zugeführt. Hier nahm er seine schon von Jugend auf betriebene

Beschäftigung mit mechanischen Künsten wieder auf und brachte eine

Anzahl von ihm gemachter Erfindungen zu Papier. Dieser unfreiwillige

Aufenthalt dürfte bis etwa zum Juni 1655 gewährt haben. Hier nun

verfaßte er die erste Niederschrift eines Buches: „_Ein Hundertvoll der

Namen und Beispiele solcher Erfindungen, von denen ich mich erinnere,

daß ich sie versucht und vervollkommnet habe_“. Diese Schrift kam aber

erst im Jahre 1663 in die allgemeine Öffentlichkeit. Am 15. November

1661 erhielt der Marquis of Worcester das Patent Nr. 131. Dasselbe

betrifft:

Die Geschichte der Dampfmaschine bis James Watt · 第 40 / 109 题