Valentin (kommt). Wir alle, gnädiger Herr. Das ganze Dorf
ist in der Höh.
Flottwell. Was willst du, guter Valentin?
Valentin. Was ich will? Mein Wort will ich Euer Gnaden halten
und um Verzeihung bitten für mein ungeschliffnes Weib. Gehst
her, Verbrecherin, und kniest dich nieder da.
Rosa (herzlich). Lieber gnädiger Herr! Ich hab mich sehr
vergessen heut. Doch mach ich meinen Fehler wieder gut. Sie
dürfen nimmermehr aus unseren Haus. Ich werd Sie gwiß wie eine
Tochter pflegen.
Die Kinder. Verzeihen S' ihr, gnädiger Herr!
Pepi (kniet nieder).
Lieber Herr, sei wieder gut,
Die Mutter weiß nicht, was sie tut.
Valentin (weint). Das hab ich gedichtet, Euer Gnaden.
Flottwell. Steht auf, ihr guten Leute! Ich habe schon verziehen.
Und freue mich, daß ich euch eure Treue nun vergelten kann.
Ich bin kein Bettler mehr. Unter diesen Mauern hab ich einen
kleinen Schatz gefunden, den mein Vater hier für mich bewahrte.
Valentin. Ah, das ist ein Malheur, und ich hab mich schon
gefreut, daß Euer Gnaden nichts haben, damit ich Euer Gnaden
unterstützen kann.
Flottwell. So ist es besser, lieber Valentin. Du kannst dein
Leben nun in Ruh genießen. Ich nehme dich und deine Frau nun
in mein Haus und will für die Erziehung deiner Kinder sorgen!
Rosa, Liese (erfreut). Wir danken herzlich, gnädger Herr!
Hansel (zu den Kindern). Buben, jetzt werden wir lauter gnädige
Herrn!
Valentin. Ich werd der Haustischler bei Euer Gnaden. Ich wix und
politier das ganze Haus. Aber eins muß ich noch sagen. Ein Menge
meiner alten Nachbarn haben sich auch hier angetragen, Euer
Gnaden zu unterstützen. Und freuen sich, ihren vorigen
Gutsherrn wiederzusehen. Euer Gnaden haben ja allen Guts
getan, und einen guten Herrn vergißt man nicht so leicht.
Alle. Vivat, der gnädige Herr soll leben!