Flottwells Schloß, wie zu Anfang des zweiten Aktes, nur das
Stammschloß in der Ferne ist zur Ruine verfallen.
Flottwell, ganz aussehend wie der Bettler, sitzt beim Aufgeben
der Kortine an demselben Platz, wo der Bettler saß. Wenn die
Eingangsmusik, welche bei Eröffnung der Bühne noch mehrere
Takte fortdauert, geendet ist, steht er auf.
Flottwell. So seh ich dich nach zwanzig Jahren wieder, du
stolzer Freudentempel meines sommerlichen Lebens. Du stehst
so ernst und sinnend da, gleich einem Monument ins Grab
gesunkener Glückseligkeit. Die alte Fröhlichkeit scheint auch
aus dir gewichen. Einst schallte Jubel aus den Fenstern dieses
Marmorsaales. Silberne Würfel kollerten noch auf dem grünen
Tisch. Berauschte Spieler stürzten auf mein Wohl die goldnen
Becher aus, und übermütge Freude schwang die riesgen Flügel.
Nun ist es stumm und still geworden. Der Morgen hat schon lang
sein frohes Lied gesungen, und jene Pforte ist noch immer fest
verschlossen. Oder blickst du nur in diesem Augenblick so ernst,
weil dein Begründer so dich wieder grüßt? Seit ich dich nicht
gesehen, hat sich mein Schicksal sehr geändert. Ich habe Gattin,
Kind und all mein Gut durch eigne Schuld verloren. Verfolgung
hab ich hier wohl nimmermehr zu fürchten, denn Flitterstein,
mein größter Feind, ist in der Schlacht gefallen. Doch wo soll
ich in dieser Lage nun um Beistand flehen? Der edle Präsident--
er hat uns ja vor seinem Tode noch verziehn--ist lang hinüber.
An einige Freunde hab ich schon geschrieben, doch niemand will
den armen Julius mehr kennen. Drum will ich noch das letzte
wagen. Ich will nach Bettlerweise einem Fremden mich vertrauen.
Will dem Besitzer dieses Schlosses sagen, daß ich der erste war,
dessen Aug mit Herrenblick in diesem holden Eigentum geschwelgt,
und daß ich nun nichts mein zu nennen hab als diesen Bettelstab.
Vielleicht, daß ihn die Größe meines Unglücks rührt. Hier kommt
der Gärtner auf mich zu! den will ich doch befragen.