(Wolf tritt ein.)
Wolf. Ach liebster gnädger Herr! Wie hat der Juwelier doch
seine Sache schlecht gemacht, ich hab ihn eben ausgezankt.
Doch stellen Sie sich vor, der Schmuck ist weg, und niemand
will ihn aufgehoben haben.
Flottwell. Das wäre mir sehr unlieb--denn er kostet viel.
Wolf. Er muß sich finden, ich sah ihn aus dem Fenster fliegen.
Niemanden gewahrt ich in der Nähe als das Kammermädchen Rosa.
Ich eilt sogleich herab, da war sie fort, und als ich sie
befragte, wollt sie nichts gesehen haben.
Flottwell. Das kann ich doch nicht von ihr glauben.
Wolf. Man muß die Sache untersuchen lassen.
Flottwell. Nur heute nicht. Das macht zu großes Aufsehen; und
dann wer weiß, ists wahr.
Wolf. Gewiß, ich hab es ja beinahe gesehen.
Flottwell. Wenn es wahr ist, muß sie fort, sonst wünsch ich
keine Strafe.
Wolf. Wie der Himmel doch die Menschen oft verläßt! Es ist schon
alles zu dem Fest bereitet, die Gäste sind im Gartensaal
versammelt. Ich habe die schöne Aussicht nach dem Tal mit
Traperien verhängen lassen. Wir wollen warten, bis die Sonne
untergeht, und wenn sie plötzlich schwinden, wird es einen
imposanten Anblick geben.
Flottwell. Sind die Tänzer schon bereitet?
Wolf. Ja. Der Herr Präsident ist auch schon hier.
Flottwell. Amalie hier! Was sagst du das erst jetzt?
Wolf. Ich habe sie in das blaue Zimmer geführt, der Baron ist
aber nach dem Garten gegangen.
Flottwell (auffahrend). Der Baron? Schändlich, daß ich meinen
Nebenbuhler noch zu Gaste bitten muß. Was soll ich nun Amalien
verehren, der Schmuck ist fort.
Wolf. Schenken Sie ihr die kostbare Vase, die Sie erst gekauft
haben, das ist doch ein Geschenk, das eines Millionärs würdig ist.
Flottwell. Sie ist von großem Wert, doch eben recht, der
Präsident ist ein Freund der Künste. Vielleicht gewinnt ihn
das.
Wolf (für sich). Da irrst du dich.
Flottwell. Laß sie mit Blumen schmücken, kurz, besorge alles.
Ich muß zu ihr, zu ihr.--
(Beide ab.)